Abtrennung vom Kanal

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Der Hilfesuchende
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Abtrennung vom Kanal

Beitrag von Der Hilfesuchende » 05.07.19, 16:48

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Angenommen Frau A würde ihrem Kanal erneuern lassen, der einfachheithalber ein neues Rohr durch das alte schieben und Hohlräume mit Beton ausgießen. Nun würde unwissend das Nachbarhaus nicht mehr mit angeschlossen, sozusagen "abgeschnitten" und ein wieder anschließen nur mit hohem Aufwand möglich. Die Bewohner des Nachbarhauses merken das erst verspätet und nachdem bei Frau A alle arbeiten vollständig abgeschlossen sind.

Müste sich das Nachbarhaus dann selbststätig auf eigene Kosten um einen Entwässerungsanschluß kümmern oder müßte Frau A auf ihre Kosten den Anschluß wieder herstellen ?

Wie gesagt, das ist ein rein fiktiver Gedanke.

DANKA
Zuletzt geändert von ktown am 10.07.19, 06:01, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: Beitrag von anderem Thread abgetrennt da er einen eigenständigen Sachverhalt darstellt.

ktown
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Re: Entwässerung über fremdes Grundstück

Beitrag von ktown » 10.07.19, 05:55

Wieso sollte der Nachbar für diesen Schaden aufkommen müssen?
Grundsätzlich schützt Unwissenheit vor Schaden nicht.
Der Verursacher muss den Schaden beheben.
Natürlich muss, sollte eine Sanierung notwendig gewesen sein, dann der Nachbar sich anteilig an den Sanierungskosten (abzüglich der jetzt entstehenden Mehrkosten) beteiligen.
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Re: Abtrennung vom Kanal

Beitrag von Tastenspitz » 10.07.19, 06:13

Die ausführende Firma hat hier wohl eine nicht unerhebliche Mitschuld. So blöd kann keiner sein das zu machen ohne den Kanal vorher mittels Kamera zu prüfen...
Das braucht den betroffenen Nachbarn aber nicht zu interessieren. Sein Antragsgegner ist der Nachbar.
Wer für generelle Geschwindigkeitsbegrenzungen auf Autobahnen ist, hebe bitte den rechten Fuß.
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windalf
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Re: Abtrennung vom Kanal

Beitrag von windalf » 10.07.19, 09:14

Die ausführende Firma hat hier wohl eine nicht unerhebliche Mitschuld. So blöd kann keiner sein das zu machen ohne den Kanal vorher mittels Kamera zu prüfen...
Naja es kann auch ja sein, dass die sich solche Dinge vorher einfach stumpf schriftlich vom Auftraggeber zusichern lassen. Wird doch ständig gemacht...
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Zitat Karsten: Das beweist vor Allem, dass es windalf auch nicht gibt.

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Re: Abtrennung vom Kanal

Beitrag von WHKD2000 » 10.07.19, 10:32

Der Hilfesuchende hat geschrieben:
05.07.19, 16:48
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Die Bewohner des Nachbarhauses merken das erst verspätet und nachdem bei Frau A alle arbeiten vollständig abgeschlossen sind.
vermutlich durch den sprichwörtlichen :shock: Fäkalstau.......

Die Nachbarn werden,völlig unbeeindruckt vom Aufwand,sämtliche erforderlichen Arbeiten zügig ausführen lassen und die Rechnung an Frau A weitergeben.
Wie diese dann mit ihrer ausführenden Kanalfirma verfährt,braucht die Nachbarn nicht zu interessieren.

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Re: Abtrennung vom Kanal

Beitrag von Tastenspitz » 11.07.19, 05:46

windalf hat geschrieben:
10.07.19, 09:14
Naja es kann auch ja sein, dass die sich solche Dinge vorher einfach stumpf schriftlich vom Auftraggeber zusichern lassen. Wird doch ständig gemacht...
Wie gesagt. Das muss den Nachbarn nicht interessieren.
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Re: Abtrennung vom Kanal

Beitrag von Zafilutsche » 11.07.19, 07:40

Meiner Meinung nach: War das Leitungsrecht "dinglich" gesichert (Steht im Grundbuch des belasteten Grundstücks bzw ist im Baulastenverzeichnis eingetragen) dann wird der (Abwasser) Anschluss wieder hergestellt werden müssen.
Falls das nicht gesichert worden ist (weil versäumt) dann braucht der Grundstücksbesitzer es nicht zu dulden

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Re: Abtrennung vom Kanal

Beitrag von windalf » 12.07.19, 06:32

Tastenspitz hat geschrieben:
11.07.19, 05:46
windalf hat geschrieben:
10.07.19, 09:14
Naja es kann auch ja sein, dass die sich solche Dinge vorher einfach stumpf schriftlich vom Auftraggeber zusichern lassen. Wird doch ständig gemacht...
Wie gesagt. Das muss den Nachbarn nicht interessieren.
Gesagt bzw. geschrieben wurde aber auch
Die ausführende Firma hat hier wohl eine nicht unerhebliche Mitschuld.
und unabhängig davon ob das nun den Nachbarn interessieren muss oder nicht muss (wie gesagt) diese Aussage nicht stimmen...
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Zitat Karsten: Das beweist vor Allem, dass es windalf auch nicht gibt.

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Re: Abtrennung vom Kanal

Beitrag von Tastenspitz » 12.07.19, 07:38

Die Mitschuld der Firma bleibt bestehen, wenn diese in der Ausführung solche gravierenden Fehler macht. Man kann von einem Verbraucher nicht diese Sachkenntnis erwarten.
Insofern ist ein Rundum-Sorglos-Haftungsauschluss der ausführenden Firma für Fehler in der Umsetzung auch sehr kritisch zu betrachten. NmE. wäre sowas unwirksam.
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Re: Abtrennung vom Kanal

Beitrag von ktown » 12.07.19, 14:03

Hhhhmmm da muss ich Windalf recht geben.
Ich kenne das aus der Baubranche mit der Thematik der Baugrunduntersuchung vor Gründung eines Bauwerkes. Die Baufirma darf hier auch den AG in die Pflicht nehmen.
Sollte dieser nicht die Fachkenntnis haben, dann muss er die sich einkaufen.
Ergo für hier:
Er dürfte nicht, ohne es wirklich zu wissen, bei der Frage: Gibt es weitere Anschlüsse an den Kanal. mit Nein antworten.

Aber das braucht den Nachbarn nicht zu interessieren.
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Re: Abtrennung vom Kanal

Beitrag von windalf » 12.07.19, 15:58

Hhhhmmm da muss ich Windalf recht geben.
Das klingt so als ob das etwas Schlechtes wäre :devil:
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Zitat Karsten: Das beweist vor Allem, dass es windalf auch nicht gibt.

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Re: Abtrennung vom Kanal

Beitrag von Tastenspitz » 13.07.19, 09:40

ktown hat geschrieben:
12.07.19, 14:03
Er dürfte nicht, ohne es wirklich zu wissen, bei der Frage: Gibt es weitere Anschlüsse an den Kanal. mit Nein antworten.
Hat er das? selbst wenn, ist die Frage ob eine Fachfirma sich auf eine solche Aussage einfach so verlassen darf.
ktown hat geschrieben:
12.07.19, 14:03
Thematik der Baugrunduntersuchung vor Gründung eines Bauwerkes. Die Baufirma darf hier auch den AG in die Pflicht nehmen.
Bei einer Kanalsanierung wird jede halbwegs seriöse Firma vorher eine Kamerabefahrung machen oder machen lassen oder mindestens danach verlangen und nicht einfach stumpf ein Rohr da einziehen und mit Beton vergießen - wie auch immer das gehen soll. Man kann darüber hinaus davon ausgehen, dass eine Fräsung des alten Kanals vorab erforderlich war.
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Re: Abtrennung vom Kanal

Beitrag von Tastenspitz » 13.07.19, 09:40

windalf hat geschrieben:
12.07.19, 15:58
Hhhhmmm da muss ich Windalf recht geben.
Das klingt so als ob das etwas Schlechtes wäre :devil:
Eher nach: "ich hab ein rosa Einhorn gesehen....!" :devil:
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Re: Abtrennung vom Kanal

Beitrag von Zafilutsche » 15.07.19, 08:52

Tastenspitz hat geschrieben:
13.07.19, 09:40
Bei einer Kanalsanierung wird jede halbwegs seriöse Firma vorher eine Kamerabefahrung machen oder machen lassen oder mindestens danach verlangen und nicht einfach stumpf ein Rohr da einziehen und mit Beton vergießen - wie auch immer das gehen soll. Man kann darüber hinaus davon ausgehen, dass eine Fräsung des alten Kanals vorab erforderlich war.
Vielleicht ist ja eine Rohreinigung und eine Kamerafahrt durchgeführt worden?
Je nach dem wie alt das Rohrsystem ist, könnte es noch mit Tonrohren bestückt gewesen sein. Und wenn aufgeplatzte mit Risse Versehene undichte Stellen entdeckt worden sind wo Abwässer ins Erdreich versickern könnten, da könnte ein Rohr in Rohr oder ein sog. "Inlet" dieses verhindern.
Das nicht Wissen eines eingetragenen Leitungsrechtes kann bedeuten, dass der Eigentümer nicht in den Bauunterlagen/Bauplänen/Baubeschreibungen nachgesehen hat (obwohl das Dokumentiert war) oder es steht/stand nirgends
etwas vom "Leitungsrecht" weil das Grundstück gar nicht "Belastet" ist.
Wie bereits zuvor von mir angeführt, braucht ein Eigentümer das Durchleiten von Nachbars Abwässer über sein Grundstück nicht automatisch zu dulden, wenn auch eine sofortige Abtrennung (also ohne Fristsetzung)
der Leitung auch nicht zulässig wäre. Aber ohne Kenntnis des Umstandes das unzulässig eingeleitet wird, kann auch keine Fristsetzung zum abtrennen gemacht werden.
Möglich das der Eigentümer eine Durchleitung (bei Kostenneutralität) dulden würde, das müsste aber mit dem betroffenen Nachbarn ausgehandelt werden. Daher wäre es theoretisch so, das ein Temporerer kostenpflichtiger Wiederanschluß
vom betroffenen Nachbar bezahlt werden muß, und so lange
Und dem ausführenden Kanalsanierer würde ich nicht automatisch als "Schuldigen" bezeichnen wenn dieser sich auf die Informationen des Auftragsgeber stützt.

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