Käufer behauptet, Ware wäre kaputt - Online, Internet-Zahlungs-Methode/Portal [Name geändert] ...

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carriegross
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Käufer behauptet, Ware wäre kaputt - Online, Internet-Zahlungs-Methode/Portal [Name geändert] ...

Beitrag von carriegross »

Hallo,

ein Handy wurde über ein Online-Portal privat verkauft.

Geld wurde vom Käufer per Internet-Zahlungs-Methode/Portal [Name geändert] an Verkäufer gesendet - an Freunde und Familie.

Das Handy wurde ordnungsgemäß versendet. Lt. Sendungsverfolgung wurde die Sendung lt. Ablagevertrag des Käufers an den Wunschort abgelegt.

Jetzt meldet sich der Käufer, dass das Handy nicht einwandfrei funktionieren würde. Dabei hat es das definitiv, bevor es den Machtbereich des Verkäufers verlassen hat.

Der Käufer öffnet einen Konfliktfall über Internet-Zahlungs-Methode/Portal [Name geändert] und jetzt ist dieser Betrag, der für das Handy gesendet und bereits abgebucht wurde, wieder im Soll, sodass der Verkäufer diesen Betrag einzahlen muss.

Wie ist denn da bitte die Rechtslage und wer befindet sich da evtl. in der Beweislage?

Das Handy lief vorm Verschicken definitiv einwandfrei. Es befindet sich sogar noch eine Restgarantie von über einem Jahr auf dem Handy.

Der Käufer kann doch jetzt nicht so einfach das Geld über Internet-Zahlungs-Methode/Portal [Name geändert] i. R. d. Konfliktlösung blocken lassen, oder!?

Wenn der Verkäufer den Konfliktfall öffnet, kann er zwar Details einsehen, aber selbst keine Stellungnahme dazu abgeben.

Danke Euch.

GLG
khmlev
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Re: Käufer behauptet, Ware wäre kaputt - Online, Internet-Zahlungs-Methode/Portal [Name geändert] ...

Beitrag von khmlev »

carriegross hat geschrieben: 15.12.19, 18:36 Der Käufer kann doch jetzt nicht so einfach das Geld über Internet-Zahlungs-Methode/Portal [Name geändert] i. R. d. Konfliktlösung blocken lassen, oder!?
Doch, dass kann der Käufer, weil es die Vertragsbedingungen, denen der Verkäufer zugestimmt, des Zahlungsportal zulässt.

Der Verkäufer ist jetzt gezwungen zivilrechtlich seine Rechte durchzusetzen. Ob er damit erfolgt hat, entscheidet unter Umständen ein Gericht.
Gruß
khmlev
- out of order -
FM
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Re: Käufer behauptet, Ware wäre kaputt - Online, Internet-Zahlungs-Methode/Portal [Name geändert] ...

Beitrag von FM »

Wenn Garantie darauf ist kann es der Vorbesitzer doch zurücknehmen und kostenlos reparieren lassen. Ggf. wird dabei auch festgestellt, was genau denn mit dem Gerät los ist/war.
carriegross
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Re: Käufer behauptet, Ware wäre kaputt - Online, Internet-Zahlungs-Methode/Portal [Name geändert] ...

Beitrag von carriegross »

Aber wenn das Handy tatsächlich jetzt defekt sein sollte und der Käufer es ja auch in den Händen hatte, wer sagt denn, dass es nicht am Käufer lag und/oder der Käufer auf einmal das Handy, aus welchen (tatsächlichen) Gründen auch immer, einfach nicht mehr haben möchte?! Warum sollte der Verkäufer also einen Gegenstand zurücknehmen, mit dem der Käufer keine Ahnung was gemacht hat, was der Verkäufer selbst nicht überprüfen kann? Was wäre z. B. auch, wenn das Handy, dass z. B. auch kratzerfrei war, auf einmal Kratzer haben sollte?

Es gibt doch keine Haftungsrechte des privaten Käufer gegenüber des privaten Verkäufers, oder!?
FM
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Re: Käufer behauptet, Ware wäre kaputt - Online, Internet-Zahlungs-Methode/Portal [Name geändert] ...

Beitrag von FM »

Bei einem Kratzer wird sich das Datum kaum feststellen lassen. Rechtlich käme es nur darauf an, was eben tatsächlich der Fall war. Und wie die Vertragsbedingungen zur Gewährleistung genau lauteten.
ktown
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Re: Käufer behauptet, Ware wäre kaputt - Online, Internet-Zahlungs-Methode/Portal [Name geändert] ...

Beitrag von ktown »

Ich frage mich gerade, wann (zeitlich betrachtet) der Konflikt ausgelöst wurde und wann der Verkäufer sich bemüht hat Stellung zu nehmen.

Normalerweise kenne ich es so, dass eine Vertragspartei den Fall beim Bezahldienst auslöst. Dieser prüft, ob er gemäß seinen Regelungen zu betrachten ist. Ist das der Fall, wird der Vorgang und somit der Geldbetrag eingefroren. Das eine Partei im Nachgang überhaupt kein Gehör findet ist für mich ungewöhnlich.
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Re: Käufer behauptet, Ware wäre kaputt - Online, Internet-Zahlungs-Methode/Portal [Name geändert] ...

Beitrag von ExDevil67 »

ktown hat geschrieben: 16.12.19, 08:13 Ich frage mich gerade, wann (zeitlich betrachtet) der Konflikt ausgelöst wurde und wann der Verkäufer sich bemüht hat Stellung zu nehmen.
Da ich bisher erfolgreich einen großen Bogen um diesen Dienstleister gemacht habe, kenne ich dessen Verfahren nicht im Detail. Aber evtl liegt hier der Hase im Pfeffer:
Geld wurde vom Käufer per Internet-Zahlungs-Methode/Portal [Name geändert] an Verkäufer gesendet - an Freunde und Familie
So weit ich das verfolgt habe ist das eine gesonderte Funktion gedacht für Fälle in denen A und B sich kennen und der Anbieter davon ausgeht das die beiden das direkt im Falle einer Rückabwicklung klären können. Wenn die Überhaupt, außer für Fälle das unbefugte Dritte die Zahlung veranlasst haben, vorgesehen ist. Aber den unbefugten Zugriff dürfte man problemlos behaupten können und dem Anbieter dürfte auch die Kapazität fehlen das in jedem Fall im Detail nachzuprüfen.

Und selbst wenn, der Anbieter wirbt afaik mit der Funktion KÄUFERschutz. Wie der Name schon sagt soll der Käufer geschützt werden, nicht der Verkäufer. Der ist im Zweifel bei Zahlungen über den Dienstleister der Dumme, weil a) der Dienstleister sich im Zweifel am Konto des Verkäufers bei ihm bedient und dessen Ausgleich rabiat einfordert und b) man als Verkäufer vor Gericht sich beim Käufer das Geld einklagen muss.
ktown
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Re: Käufer behauptet, Ware wäre kaputt - Online, Internet-Zahlungs-Methode/Portal [Name geändert] ...

Beitrag von ktown »

upps dieser Sachverhalt
ExDevil67 hat geschrieben: 16.12.19, 08:34 an Freunde und Familie
war mir durchgegangen. Es ist so wie sie sagten. Diese Funktion sollte bei einem solchen Verkauf nicht genutzt werden
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Re: Käufer behauptet, Ware wäre kaputt - Online, Internet-Zahlungs-Methode/Portal [Name geändert] ...

Beitrag von hawethie »

Und selbst wenn, der Anbieter wirbt afaik mit der Funktion KÄUFERschutz.
der gilt doch nicht bei Zahlung an "Freunde und Familie", oder? das ist doch eine der Fallen vor denen in letzter Zeit gewarnt wurde.
Was du nicht willst, das man dir will, das will auch nicht -
was willst denn du.
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Re: Käufer behauptet, Ware wäre kaputt - Online, Internet-Zahlungs-Methode/Portal [Name geändert] ...

Beitrag von ExDevil67 »

hawethie hat geschrieben: 16.12.19, 08:47
Und selbst wenn, der Anbieter wirbt afaik mit der Funktion KÄUFERschutz.
der gilt doch nicht bei Zahlung an "Freunde und Familie", oder? das ist doch eine der Fallen vor denen in letzter Zeit gewarnt wurde.
Wie gesagt, im kenne das im Detail im nicht.

Mag sein das für "Freunde & Familie" überhaupt kein Käuferschutz vorgesehen ist und damit auf die Zahlung auch weniger/keine Gebühren erhoben werden. Aber selbst wenn die dafür vom Anbieter vorgesehen Variante mit Käuferschutz genutzt worden wäre. Es soll damit, wie der Name sagt, der Käufer geschützt werden. Nicht der Verkäufer.
webmaster76
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Re: Käufer behauptet, Ware wäre kaputt - Online, Internet-Zahlungs-Methode/Portal [Name geändert] ...

Beitrag von webmaster76 »

Mal eine ganz andere Frage: hat der Verkäufer wirksam die Sachmängelhaftung ausgeschlossen?

Die Überweisung an "Freunde und Familie" schließt einen Käuferschutz eigentlich aus. Sprich es wundert mich, wieso der Dienstleister hier überhaupt für den Käufer aktiv wurde, da dieser über die genannte Option eigentlich ja schlechter dasteht.

Der Käufer kann aber vom Verkäufer die Behebung eines vorhandenen Mangels verlangen, wenn s.o. die Sachmängelhaftung nicht ausgeschlossen wurde.
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Re: Käufer behauptet, Ware wäre kaputt - Online, Internet-Zahlungs-Methode/Portal [Name geändert] ...

Beitrag von ExDevil67 »

Die Frage nach dem Ausschluss von Sachmängeln stellt sich mir noch nicht. Bisher haben wir ja nur die Behauptung des Käufers das das Handy nicht einwandfrei funktionieren soll. Wenn der Käufer Ansprüche daraus ableiten wollen würde, müsste er seine Behauptung untermauern z.B. in Form einer Rücksendung zur Prüfung an den Verkäufer.

Und das der Dienstleister aktiv wurde, bisher wissen wir nur das der aktiv wurde. Aber nicht auf welcher Basis. Käuferschutz scheint es wohl eher nicht zu sein, was aber ja den Käufer nicht hindert die "mein Konto wurde gehackt"-Karte zu ziehen.
FM
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Re: Käufer behauptet, Ware wäre kaputt - Online, Internet-Zahlungs-Methode/Portal [Name geändert] ...

Beitrag von FM »

Da wollte wohl jemand Gebühren sparen. Zum Thema "Familie und Freunde" informiert die Polizei Sachsen hier:

https://www.Social-Network-Portal [Name geändert].com/polizeisachsen ... 013497998/

.... aber ich fürchte, der Forumsroboter wird diesen Link auf eine amtliche Warnung so verändern, dass er nicht funktioniert.
webmaster76
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Re: Käufer behauptet, Ware wäre kaputt - Online, Internet-Zahlungs-Methode/Portal [Name geändert] ...

Beitrag von webmaster76 »

ExDevil67 hat geschrieben: 16.12.19, 09:59 Und das der Dienstleister aktiv wurde, bisher wissen wir nur das der aktiv wurde. Aber nicht auf welcher Basis. Käuferschutz scheint es wohl eher nicht zu sein, was aber ja den Käufer nicht hindert die "mein Konto wurde gehackt"-Karte zu ziehen.
Siehe Ausgangspost
jetzt ist dieser Betrag, der für das Handy gesendet und bereits abgebucht wurde, wieder im Soll, sodass der Verkäufer diesen Betrag einzahlen muss.
Der Zahlungsdienstleister hat sehr wohl im Sinne des Käufers reagiert und konkret die Gutschrift auf dem Konto der Verkäufers revidiert. Das klingt mir schon nach Käuferschutz.
ExDevil67 hat geschrieben: 16.12.19, 09:59 Die Frage nach dem Ausschluss von Sachmängeln stellt sich mir noch nicht.
Richtig. Das wird aber wohl der 2. Schritt für den Käufer sein, wenn der erste nicht fruchtet :cry:
FM hat geschrieben: 16.12.19, 10:02 Zum Thema "Familie und Freunde" informiert die Polizei Sachsen hier:
Darüber haben auch schon einschlägige Fachzeitschriften aufgeklärt. Diese Option sollten wohl höchstens Kumpels untereinander nach der Sauftour ziehen wenn es um die Zeche geht :lachen:
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