Parkplatzkontrolle betrügerische Forderung, Widerspruch

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FM
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Re: Parkplatzkontrolle betrügerische Forderung, Widerspruch

Beitrag von FM »

Bei den erwähnten 3 Sekunden ist doch das Video der beste Beweis den man sich wünschen kann. Denn spätestens der Supermarktbetreiber (der nicht der Parküberwachungsfirma zu Einnahmen verhelfen will, sondern Kunden gewinnen und behalten will) wird dann ganz schnell klarmachen, dass sein Auftrag so nicht zu verstehen ist. Warum will man dann unbedingt das Video weghaben?

Natürlich nur, wenn man sich nicht verschätzt hat und es eben wirklich 3 Sekunden und nicht 30 Minuten waren.

mSkill
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Re: Parkplatzkontrolle betrügerische Forderung, Widerspruch

Beitrag von mSkill »

ktown hat geschrieben:
17.06.20, 14:34
mSkill hat geschrieben:
17.06.20, 14:16
ich persönlich finde auch ein Verlassen des Geländes für 3 s sollte nicht zur Ahndung führen können.
Aha. Sie sind also der Meinung, dass man ungefragt Privatgrund von Dritten nutzen darf?
Nein, da hast du mich falsch verstanden. Das Privatgelände vom Supermarkt wurde für 3 Sekunden verlassen, in den 3 Sekunden war die Mutter auf einem öffentlichen Gehweg.

Die Mutter kann sich genau daran erinnern, dass es danach war, weil sie den Einkauf in den Wagen getan hat und danach schauen wollte, ob der neue Laden auf hat.

Es besteht eine Social-Network-Portal [Name geändert] in der Stadt die genau dieses Thema ebenfalls diskutiert. Es scheint eine Masche von den Parkwächtern exakt bei dieser Parkfläche zu sein.
Viele Kunden sagen auch aus, dass sie das Gelände in keinster Weise verlassen haben und es ihnen unterstellt wird, aber ebenfalls immer genau dann, wenn die betroffene Person einen Widerspruch mit Kassenbon und korrekt ausgelegter Parkscheibe eingelegt hat. Dies geht in Richtung Betrug meiner Meinung nach.

Viele Leute lassen sich sicherlich damit einschüchtern, die tatsächlich das Gelände verlassen haben und sich "ertappt" fühlen.

Und die Aussage, dass auf dem Video ein Herr zu erkennen ist, der das Gelände verlässt stimmt nicht.

ktown
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Re: Parkplatzkontrolle betrügerische Forderung, Widerspruch

Beitrag von ktown »

Na dann haben sie ja alles um den Anwalt einzuschalten. Weiterhin sollte man sich mit anderen Betroffenen zusammentun und Anzeige bei der Polizei erstatten. Wenn man Glück hat, ermittelt die Polizei.
Weiterhin kann man gemeinsam den Druck gegenüber dem Supermarktbetreiber erhöhen. Schlechte Presse will der sicherlich auch nicht.
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Celestro
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Re: Parkplatzkontrolle betrügerische Forderung, Widerspruch

Beitrag von Celestro »

Naja ... die Parkplatzüberwachungsfirma rügt einen Verstoß, der letztlich tatsächlich begangen wurde. Ob es unter diesen Umständen so klug ist, einen Anwalt einzuschalten weiß ich ehrlich gesagt nicht. Da würde ich jedenfalls auf die Beschilderung etc. vorher nochmal genau schauen.

ktown
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Re: Parkplatzkontrolle betrügerische Forderung, Widerspruch

Beitrag von ktown »

Wenn bewiesen werden kann, dass die Verwarnung vor dem wirklichen Verstoß erteilt wurde und es keine männliche Person war die zum fraglichen Zeitpunkt den Wagen fuhr, dann würde ich den Versuch vagen. Demnach scheint die Gegenseite keine wirklichen Beweismittel zu haben und stützt ihre Behauptung rein auf der Tatsache, dass der Wagen auf einen Mann zugelassen ist.
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mSkill
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Re: Parkplatzkontrolle betrügerische Forderung, Widerspruch

Beitrag von mSkill »

Sie rügen diesen Verstoß anscheinend regelmäßig, nachdem man den Kassenbon geschickt hat und die Parkscheibe korrekt eingestellt war.

Wie bereits geschrieben, auch wenn das Gelände verlassen wurde, wurde das Gelände erst NACH dem Einkauf sehr kurz verlassen. Der Vorgang wurde aber WÄHREND des Einkaufs aufgenommen. Natürlich kann der Kassenbon mit 13:37 nicht beweisen, dass die Person um 13:24 im Geschäft war, es kann aber zumindest bewiesen werden, dass die Person Kundin war.

Es war eben auch kein Fahrer, sondern Fahrerin. Die Mutter hat ebenfalls eine weibliche zierliche Figur und lange Haare. Die Kamera ist ebenfalls so ausgerichtet, dass man die Gesichter gut erkennen sollte, wenn man Richtung Laden läuft.

Die Aussage von dem Herren, dass es definitiv ein Herr war auf dem Video zeigt eher, dass es ein Video nicht geben kann. Der Herr wurde sogar mehrmals gebeten sich das Video anzuschauen, da es sich um ein Irrtum handelt, auch konnte die Firma das Fahrzeug nicht mehr benennen.

Rechtlich und menschlich sind ja manchmal zwei Paar Schuhe. Auch wenn die Firma zu Recht den Verstoß rügen könnte, weil das Gelände für 3 Sekunden verlassen wurde, ist es nun mal unmenschlich sich so die Taschen zu füllen. Zumal so auch viele "Verstöße" gerügt werden könnten, wenn eine Person zum öffentlich Mülleimer auf dem Gehweg geht, die kurz vor dem Eingang steht, aber eben auf einem öffentlichen Gehweg.

Celestro
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Re: Parkplatzkontrolle betrügerische Forderung, Widerspruch

Beitrag von Celestro »

mSkill hat geschrieben:
17.06.20, 16:34
Auch wenn die Firma zu Recht den Verstoß rügen könnte, weil das Gelände für 3 Sekunden verlassen wurde, ist es nun mal unmenschlich sich so die Taschen zu füllen.
Unmenschlich? :roll:

mSkill
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Re: Parkplatzkontrolle betrügerische Forderung, Widerspruch

Beitrag von mSkill »

Die Kommunikation war sogar so, dass S eine Fotodokumentation eingefordert hatte und welcher Verstoß vorliegt. Er erhielt aus "Kulanz" nur das Foto, aber keine Begründung zum Verstoß.

S antwortete daraufhin, dass die Parkscheibe korrekt ausgelegt war und anbei der Kassenbon ist, erst dann erhielt er die Antwort, dass das Gelände verlassen wurde. Interessant ist jedoch, dass die Firma bei der E-Mail Kommunikation stets davon ausging, dass ein Herr das Gelände verlassen hätte.

Ebenfalls wollte die Firma auf die Mahngebühren verzichten, ich persönlich würde nicht darauf verzichten, wenn ich mich im Recht fühlen würde und der Betroffene sich wenig kooperativ zeigt.

Es handelt sich hierbei um meine persönliche Meinung, dass ich es unmenschlich finde sich mit sowas die Taschen zu füllen. Verständnis hätte ich, wenn weder die Parkscheibe ausgelegt wurde noch Kunde war.

winterspaziergang
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Re: Parkplatzkontrolle betrügerische Forderung, Widerspruch

Beitrag von winterspaziergang »

mSkill hat geschrieben:
17.06.20, 14:16
Vielen Dank für die ganzen interessanten und hilfreichen Antworten!

Es war wie beschrieben so in Stichpunkten:

- Mutter kam 13:20 an, Parkscheibe auf 13:30
- Mutter kam 13:38 raus, hatte einen Zettel der Parkwächter
- Mutter ging dann für 3-5 Sekunden um die Ecke, um zu schauen ob der neue Laden bereits auf hatte, kam zurück
:roll: Salamitaktik und nunmehr unglaubwürdig. Wieso? Einfach mal eine Stoppuhr einschalten, wie lang 3-5 sec sind, die man "um die Ecke" benötigt hat
Die Strafe hat sie also definitiv dann bekommen, als sie im Geschäft war und ich persönlich finde auch ein Verlassen des Geländes für 3 s sollte nicht zur Ahndung führen können.
Nö, 3 sec, welche die alte Mutter, die immer noch hart arbeitet, benötigt, um um die Ecke zu schauen, wäre überzogen.
In einem Parkhaus habe ich nach der Bezahlung auch noch 15 Minuten Zeit (beim Parkhaus bei mir) das Gelände zu verlassen, theoretisch könnte ich ja noch 10 Minuten parken ohne dafür zu zahlen.
klar könnte man das
Aber der Herr am Telefon sagte aus, er hätte sich das Videomaterial persönlich angeschaut und er hätte einen Mann erkannt, der VOR dem Einkaufen das Gelände verlassen hätte. Ich vermute der Herr geht davon aus weil der Halter vom PKW ein Herr ist, also Vater und der Sohn die Kommunikation geführt hat.
kommt drauf an, wie die Mutter ausschaut.
Zumal die Videoüberwachung über den Supermarktbetreiber läuft und ich nicht verstehen kann, mit welchem Recht die Parkwächter diese einsehen dürfen.
Schwierige Frage: Wieso darf der Parkraumwächter nicht den Parkraum überwachen, wenn er vom Betreiber beauftragt ist :ironie:
Aus Fehlern lernt man, hier sollte in Zukunft auf eine Forderung nicht mehr reagiert werden bzw. ab der Mahnung einen vollumfänglichen Widerspruch erstellen.
oder bei der Wahrheit bleiben, dann verwickelt man sich nicht in Widersprüche und die Glaubwürdigkeit leidet nicht

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Re: Parkplatzkontrolle betrügerische Forderung, Widerspruch

Beitrag von WHKD2000 »

mSkill hat geschrieben:
17.06.20, 16:34
Die Kamera ist ebenfalls so ausgerichtet, dass man die Gesichter gut erkennen sollte, wenn man Richtung Laden läuft.

wieso nur Eine?? :lachen: :lachen:


ahaa,und das weiß man anhand des außen vor der "öffentlichen Fläche" angebrachten Schildes auch??

Der Parkraum des Geschäftes mit seinen unabgesperrten Flächen ist ausdrücklich "privat"??


:engel:

WHKD2000
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Re: Parkplatzkontrolle betrügerische Forderung, Widerspruch

Beitrag von WHKD2000 »

winterspaziergang hat geschrieben:
17.06.20, 17:07
Aber der Herr am Telefon sagte aus, er hätte sich das Videomaterial persönlich angeschaut und er hätte einen Mann erkannt, der VOR dem Einkaufen das Gelände verlassen hätte. Ich vermute der Herr geht davon aus weil der Halter vom PKW ein Herr ist, also Vater und der Sohn die Kommunikation geführt hat.
kommt drauf an, wie die Mutter ausschaut.
:lachen: :lachen:
oder auf welcher Höhe die Kamera montiert ist....

too much.........

:engel:

FM
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Re: Parkplatzkontrolle betrügerische Forderung, Widerspruch

Beitrag von FM »

mSkill hat geschrieben:
17.06.20, 16:38
Es handelt sich hierbei um meine persönliche Meinung, dass ich es unmenschlich finde sich mit sowas die Taschen zu füllen.
Es geht um 30 Euro, nicht darum dass die immer noch hart arbeitende Mutter geteert und gefedert werden soll.

Aber das wurde doch nun schon klar: wenn man es so für richtig hält, bezahlt man den Betrag nicht solange kein rechtskräftiges Urteil vorliegt, und man darf auch beliebig viele Stellen (Datenschutzbeauftragter, Polizei, Verbraucherschutz, Gewerbeaufsicht, Lokalzeitung, Bürgermeister) über den Sachverhalt informieren. Da hat doch keiner was dagegen gesagt. Nur zu.

Froggel
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Re: Parkplatzkontrolle betrügerische Forderung, Widerspruch

Beitrag von Froggel »

ktown hat geschrieben:
17.06.20, 14:07
Froggel hat geschrieben:
17.06.20, 13:27
ktown hat geschrieben:
17.06.20, 08:27
Das sieht der BGH aber anders. :wink:
Nö. Der BGH hat eine Mitwirkungspflicht des Halters festgestellt.
Erfolgt diese nicht, muss der Halter zahlen. Wer haftet also, wenn es keinen Fahrzeugführer gibt?
Ich glaube kaum, dass das Unternehmen im Anschreiben für die Zahlungsaufforderung den S angesprochen hat. Woher sollte es auch Kenntnis von S haben. :lachen:
Gerade gefunden:
Die sekundäre Darlegungslast gilt nur im Gerichtsverfahren und nicht vorprozessual. Sie hat insbesondere nicht zur Folge, dass der Halter dem privaten Parkplatzbewirtschafter vor einem Gerichtsverfahren Auskunft erteilen muss über die Person des Fahrers. Taktisch ist es daher durchaus möglich, die Zahlungsaufforderung zurückzuweisen und Einzelheiten zu Ermittlungen erst im Gerichtsverfahren mitzuteilen. Wenn sich die Angelegenheit über mehrere Monate hinzieht und der Halter dann nicht mehr ermitteln kann, wer das Fahrzeug am Tattag gefahren hat, genügt den Anforderungen, wenn er zumutbare Bemühungen zur Ermittlung darlegt.
Quelle
Ich bin kein Jurist.
- alle Angaben ohne Gewähr -

ktown
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Re: Parkplatzkontrolle betrügerische Forderung, Widerspruch

Beitrag von ktown »

Nichts für ungut. Aber einem Onlinemarketing-Einmannunternehmen setze ich nicht soviel Vertrauen in aktueller Rechtslage entgegen. :wink: Da vertraue ich schon mehr den Ausführungen des BGH und man sollte Bedenken, dass, sollte das Gericht den Ausführungen des BGH folgen, die Kiste ungemein teurer wird und das nur weil man meint Kniffen den 30€ zu entgehen.
Aber das ist letztlich auch ein anderen Handlungsstrang. Hier ist der Sachverhalt ja nochmals anders.
Alles, was ich schreibe, ist meine private Meinung.

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Re: Parkplatzkontrolle betrügerische Forderung, Widerspruch

Beitrag von Zafilutsche »

Das beste ist, man weicht dieser ständigen Überwachungsnummer aus und kauft woanders ein oder lässt sich die Sachen liefern.
Ich hatte das selbst letztens bei einer dieser Amerikanischen Fast-Food-Kette, dass im Boden Näherungssensoren zum überwachen eingelassen waren und ein Restaurant Aufenthalt von max. 1 Stunde zugelassen war. Sowas fahr ich nur ein einziges mal an (und nur dann wenn ich das weder vorher lesen konnte oder ich nicht vorher wissen kann bzw konnte). Das muß man ja nicht noch unterstützen! Wahrscheinlich muß demnächst das Zeugs in max 10 min verschlungen sein, damit nicht 30/50 oder 100 Euro abkassiert werden :devil:
Bei manchen Staaten gilt derjenige als viel gefährlicher, der auf den Schmutz hinweist, als der, der ihn gemacht hat. [Freiheit f. Assange]

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