Recht am eigenen Bild oder wie?

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carriegross
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Recht am eigenen Bild oder wie?

Beitrag von carriegross » 18.03.19, 20:33

Hallo,

wie verhält es sich eigentlich, wenn man auf ein Konzert geht, oder zu einem Fußballspiel oder auf eine Kirmes, Messe, Schul- oder Kindergartenveranstaltung ... und dort Fotos gemacht und dann ungeschwärzt veröffentlicht werden?

Darf man das, auch wenn entsprechende Infos nicht explizit auf Eintrittskarten oder so stehen?

Oder müssen alle Gesichter unkenntlich gemacht werden, die nicht zum Fotografen gehören?

Findet man jetzt ein Gruppenfoto im www, auf dem man zu sehen ist, kann man dagegen gleich anwaltlich vorgehen oder muss man erst einmal den Veröffentlicher auffordern, dass das Foto gelöscht werden soll und wie lange hat man dann Zeit, ein Foto zu löschen? Oder kann der Fotograf und, oder Veröffentlicher sagen, Pech gehabt, hast damit rechnen müssen, fotografiert und veröffentlicht zu werden?

Danke Euch.

LG

Froggel
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Re: Recht am eigenen Bild oder wie?

Beitrag von Froggel » 18.03.19, 21:56

carriegross hat geschrieben:Findet man jetzt ein Gruppenfoto im www, auf dem man zu sehen ist, kann man dagegen gleich anwaltlich vorgehen oder muss man erst einmal den Veröffentlicher auffordern, dass das Foto gelöscht werden soll und wie lange hat man dann Zeit, ein Foto zu löschen? Oder kann der Fotograf und, oder Veröffentlicher sagen, Pech gehabt, hast damit rechnen müssen, fotografiert und veröffentlicht zu werden?
Laut §23 KunstUrhG hat ein Besucher solcher Veranstaltungen tatsächlich Pech gehabt, wenn nicht ein berechtigtes Interesse des Abgebildeten vorliegt, dass das Bild zu entfernen ist. Das berechtigte Interesse wird sicherlich dann berechtigt sein, wenn z.B. ein Polizist inkognito wegen irgendwelcher Ermittlungen vor Ort gewesen ist. Auch jemand, der nachweislich gestalkt wird, könnte ein berechtigtes Interesse haben. Eine feiernde Privatperson ohne solcherlei Probleme dürfte dagegen kein berechtigtes Interesse vorweisen können, das mehr wiegt als das Interesse des Fotografen/Veranstalters, das Foto abzubilden. Allerdings kann es nicht schaden, den Fotografen freundlich zu bitten, das Bild zu entfernen - möglicherweise macht er das freiwillig.
Ich bin kein Jurist.
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FM
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Re: Recht am eigenen Bild oder wie?

Beitrag von FM » 18.03.19, 22:55

Froggel hat geschrieben: Das berechtigte Interesse wird sicherlich dann berechtigt sein, wenn z.B. ein Polizist inkognito wegen irgendwelcher Ermittlungen vor Ort gewesen ist. Auch jemand, der nachweislich gestalkt wird, könnte ein berechtigtes Interesse haben.
Diese beiden Beispiele passen eher nicht. Woher soll denn der Veröffentlicher wissen können, dass genau das zutrifft?

Froggel
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Re: Recht am eigenen Bild oder wie?

Beitrag von Froggel » 19.03.19, 01:20

FM hat geschrieben:
Froggel hat geschrieben: Das berechtigte Interesse wird sicherlich dann berechtigt sein, wenn z.B. ein Polizist inkognito wegen irgendwelcher Ermittlungen vor Ort gewesen ist. Auch jemand, der nachweislich gestalkt wird, könnte ein berechtigtes Interesse haben.
Diese beiden Beispiele passen eher nicht. Woher soll denn der Veröffentlicher wissen können, dass genau das zutrifft?
Dann, wenn der Abgelichtete ihn darauf aufmerksam macht. Jedenfalls muss ein Fotograf auf einer Veranstaltung, bei der er diese und die Stimmung fotografieren darf/soll, nicht jeden einzelnen fragen, ob das Foto, auf dem er unter anderem zu sehen ist, überhaupt veröffentlicht werden darf.
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Re: Recht am eigenen Bild oder wie?

Beitrag von WHKD2000 » 07.04.19, 19:42

Froggel hat geschrieben:Dann, wenn der Abgelichtete ihn darauf aufmerksam macht. Jedenfalls muss ein Fotograf auf einer Veranstaltung, bei der er diese und die Stimmung fotografieren darf/soll, nicht jeden einzelnen fragen, ob das Foto, auf dem er unter anderem zu sehen ist, überhaupt veröffentlicht werden darf.
und was ist,wenn der Abgelichtete mangels Blitzlicht o.ä. nicht mal weiß,daß er abgelichtet wird,oder in Folge dann,vom Fotografen "hochgeladen" wird? :engel:

misti
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Re: Recht am eigenen Bild oder wie?

Beitrag von misti » 07.04.19, 22:11

Was soll dann sein?
Nix

Froggel
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Re: Recht am eigenen Bild oder wie?

Beitrag von Froggel » 08.04.19, 00:37

WHKD2000 hat geschrieben:
Froggel hat geschrieben:Dann, wenn der Abgelichtete ihn darauf aufmerksam macht. Jedenfalls muss ein Fotograf auf einer Veranstaltung, bei der er diese und die Stimmung fotografieren darf/soll, nicht jeden einzelnen fragen, ob das Foto, auf dem er unter anderem zu sehen ist, überhaupt veröffentlicht werden darf.
und was ist,wenn der Abgelichtete mangels Blitzlicht o.ä. nicht mal weiß,daß er abgelichtet wird,oder in Folge dann,vom Fotografen "hochgeladen" wird? :engel:
Dann kann er ab dem Zeitpunkt, zu dem ihm die Veröffentlichung bekannt wird, den Fotografen auffordern, das Bild zu entfernen. Es gilt aber weiterhin, dass es dafür einen guten Grund geben muss.
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idem
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Re: Recht am eigenen Bild oder wie?

Beitrag von idem » 08.04.19, 14:23

Vor irgendwelchen Ansprüchen oder Rechtsfolgen gilt es, zunächst über die Hürde "Beiwerk" (Nr. 2) bzw. "Versammlung" (Nr. 3) zu kommen
http://www.gesetze-im-internet.de/kunsturhg/__23.html
zu kommen. Möglich wäre ja sogar Nr. 1, je nach Veranstaltung. Letztlich können sogar mehrere Alternativen gegeben sein.

Wenn der "Abgelichtete" quasi nur ein kaum erkennbarer Typ neben vielen anderen in der Menge ist (und nur er sich selbst erkennt, sonst aber womöglich niemand), wird es schon schwer. Hier müsste der TE mit dem Sachverhalt vielleicht mal konkreter werden.

Läge bereits Einwilligungsfreiheit nach Absatz 1 vor, wäre nach Absatz 2 noch das (bislang unbekannte) berechtigte Interesse an der Nichtveröffentlichung dargetan werden.

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