Schufa und DSGVO

Moderator: FDR-Team

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windalf
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Schufa und DSGVO

Beitrag von windalf »

§15 DSGVO hat geschrieben: ...
Der Verantwortliche stellt eine Kopie der personenbezogenen Daten, die Gegenstand der Verarbeitung sind, zur Verfügung. 2Für alle weiteren Kopien, die die betroffene Person beantragt, kann der Verantwortliche ein angemessenes Entgelt auf der Grundlage der Verwaltungskosten verlangen. 3Stellt die betroffene Person den Antrag elektronisch, so sind die Informationen in einem gängigen elektronischen Format zur Verfügung zu stellen, sofern sie nichts anderes angibt
...
Auf der Schufaseite steht das Ding gebe es nur in Papierform

Frage: Wie kann das sein? Wie beantragt man eigentlich "elektronisch"? Einfach eine Mail an die Adresse im Impressum? Besteht dann Antwortspflicht in elektronischer Form seitens der Schufa?
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Zitat Karsten: Das beweist vor Allem, dass es windalf auch nicht gibt.

michael61s
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Re: Schufa und DSGVO

Beitrag von michael61s »

windalf hat geschrieben: Einfach eine Mail an die Adresse im Impressum
Das wird schwierig.
Die Verantwortliche Stelle hat zu prüfen, ob der E-Mail Absender die berechtigte Person ist.
Dies wird nicht einfach per Mail gehen.
Deshalb ist es sicherlich ein sicheres Mittel die Daten per Brief an die gespeicherte Adresse zu schicken.
Schwierig wird es, wenn die gespeicherte Adresse mit der aktuellen Adresse durch Umzug nicht übereinstimmt.
Einfach auf eine E-Mail zu Antworten könnte eine unerlaubte Weitergabe von Daten an Dritte seien.

Celestro
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Re: Schufa und DSGVO

Beitrag von Celestro »

wie wäre es, erst einmal die deutsche Sprache zu verstehen ? Da steht, wenn der Antragsteller "elektronisch beantragt", bekommt er die Auskunft auch elektronisch. Wenn die Schufa aber sagt "Anträge nur in Papierform", dann war es das mit elektronischem Antrag.

michael61s
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Re: Schufa und DSGVO

Beitrag von michael61s »

Celestro hat geschrieben:Wenn die Schufa aber sagt "Anträge nur in Papierform", dann war es das mit elektronischem Antrag.
Na ja die DSGVO sagt dazu etwas anderes. Ob es rechtmäßig ist, von der Schufa es nur schriftlich zu akzeptieren kann da schon in Frage gestellt werden.

windalf
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Re: Schufa und DSGVO

Beitrag von windalf »

https://www.focus.de/finanzen/news/date ... 74625.html

Das scheinen andere auch so zu sehen (in der DSGVO zu lesen) so wie ich...
Wenn die Schufa aber sagt "Anträge nur in Papierform", dann war es das mit elektronischem Antrag.
Was für ein Blödsinn. Lies die DSGVO erstmal bevor du sowas von Dir gibst...
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Zitat Karsten: Das beweist vor Allem, dass es windalf auch nicht gibt.

windalf
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Re: Schufa und DSGVO

Beitrag von windalf »

Gibt es dazu eigentlich irgend ein Ergebnis

https://www.zeit.de/digital/datenschutz ... t-pruefung
Der hessische Datenschutzbeauftragte überprüft laut Medienberichten das Geschäftsmodell der Kreditauskunft Schufa.
Was hat denn die Überprüfung nun ergeben? Google ich falsch oder gibt es dazu nichts? Ist ja jetzt schon über 1,5 Jahre her. Da muss ja was bei rausgekommen sein...
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Zitat Karsten: Das beweist vor Allem, dass es windalf auch nicht gibt.

FM
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Re: Schufa und DSGVO

Beitrag von FM »

Der hess. DS-Beauftragte wird doch wohl irgendwo im Internet seine Kontaktdaten verraten haben?

zenthrix
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Re: Schufa und DSGVO

Beitrag von zenthrix »

Meine letzten Infos zur elektronischen Auskunft der Schufa sind, dass die Schufa Dir auschließlich postalisch die Auskunftsanfrage gemäß DSGVO beanwortet. In dieser postalischen Auskunft ist dann ein Zugangscode enthalten mit deren Hilfe Du dann lediglich eine Datenkopie bei der Schufa unter https://www.elektronische-datenkopie.de/ abrufen kannst.

Das Abrufen kann man sich allerdings sparen, denn die unverschlüsselte ZIP-Datei enthält exakt das Gleiche, was man schon auf Papier hat.
Und Nein, nicht etwa als ex- und importierbares maschinenlesbares was auch immer, und Nein, auch nicht als übersichtliches PDF ... sondern exakt die einzelnen Seiten der erteilten schriftlichen Auskunft in Form von einzelnen JPGs.
Wer zum Teufel hat sich das diesen Quatsch ausgedacht und vor allem warum wird das nicht von der Aufsichtsbehörde beanstandet. Einscannen kann man die schriftliche Auskunft schließlich auch selber.

windalf
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Re: Schufa und DSGVO

Beitrag von windalf »

Meine letzten Infos zur elektronischen Auskunft der Schufa sind, dass die Schufa Dir auschließlich postalisch die Auskunftsanfrage gemäß DSGVO beanwortet
Ja und gemäß dem Wortlaut der DSGVO ist das nicht zulässig... Daher rührt die Frage
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Zitat Karsten: Das beweist vor Allem, dass es windalf auch nicht gibt.

zenthrix
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Re: Schufa und DSGVO

Beitrag von zenthrix »

Detailierte Infos zur elektronischen Auskunft der Schufa und was die Aufsichtsbehörde dazu sagt habe ich hier gefunden.
Ist aber schon ein Jahr alt.

https://algorithmwatch.org/mindestens-s ... ie-schufa/

Art. 15 Abs. 3 DS-GVO
1.Der Verantwortliche stellt eine Kopie der personenbezogenen Daten, die Gegenstand der Verarbeitung sind, zur Verfügung. 2.Für alle weiteren Kopien, die die betroffene Person beantragt, kann der Verantwortliche ein angemessenes Entgelt auf der Grundlage der Verwaltungskosten verlangen. 3. Stellt die betroffene Person den Antrag elektronisch, so sind die Informationen in einem gängigen elektronischen Format zur Verfügung zu stellen, sofern sie nichts anderes angibt.
Offensichtlich wird Art. 15 Abs. 3 S. 3 DS-GVO von der Schufa so ausgelegt, dass dem betroffenen lediglich die "Datenkopie" elektronisch zur Verfügung gestellt werden muss und nicht die ganze Auskunft elektronisch erteilt werden muss. Die Aufsichtbehörde scheint da bisher mitzugehen und ist dagegen noch nicht eingeschritten.

windalf
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Re: Schufa und DSGVO

Beitrag von windalf »

OK danke der LInk war hilfreich
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Zitat Karsten: Das beweist vor Allem, dass es windalf auch nicht gibt.

FM
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Re: Schufa und DSGVO

Beitrag von FM »

zenthrix hat geschrieben:
24.01.20, 08:20
Das Abrufen kann man sich allerdings sparen, denn die unverschlüsselte ZIP-Datei enthält exakt das Gleiche, was man schon auf Papier hat.
Und Nein, nicht etwa als ex- und importierbares maschinenlesbares was auch immer, und Nein, auch nicht als übersichtliches PDF ... sondern exakt die einzelnen Seiten der erteilten schriftlichen Auskunft in Form von einzelnen JPGs.
Und inwiefern ist das problematisch? ZIP und JPG sind doch gängige Formate, und wenn nur der berechtigte Empfänger den Zugang hat, sollte da sonst niemand herankommen.

Problematischer wäre es, wenn ich in einem Kontaktformular beliebige Personalien eingeben könnte und dann per Mail die Daten bekäme.

zenthrix
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Re: Schufa und DSGVO

Beitrag von zenthrix »

FM hat geschrieben:
24.01.20, 10:57
zenthrix hat geschrieben:
24.01.20, 08:20
Das Abrufen kann man sich allerdings sparen, denn die unverschlüsselte ZIP-Datei enthält exakt das Gleiche, was man schon auf Papier hat.
Und Nein, nicht etwa als ex- und importierbares maschinenlesbares was auch immer, und Nein, auch nicht als übersichtliches PDF ... sondern exakt die einzelnen Seiten der erteilten schriftlichen Auskunft in Form von einzelnen JPGs.
Und inwiefern ist das problematisch? ZIP und JPG sind doch gängige Formate, und wenn nur der berechtigte Empfänger den Zugang hat, sollte da sonst niemand herankommen.

Problematischer wäre es, wenn ich in einem Kontaktformular beliebige Personalien eingeben könnte und dann per Mail die Daten bekäme.
Unverschlüsselt übermittelte Dateien können gelesen werden. Ist jedoch abhängig davon welcher Hop zwischen dir und dem SCHUFA-Server die Daten lasen kann. Das kommt auf die Traceroute an.

Bezüglich JPG-Format kann man sicherlich darüber streiten in wie weit damit noch das "Recht auf Datenübertragbarkeit" gemäß Art. 20 DSGVO gewährleistet ist und wie man "maschinenlesbares Format" definiert. Im Grunde wäre ja jede Datei bzw. jedes Dateiformat erst einmal maschnienlesbar da man die Datei ja kopieren kann. Spannende wird halt schon die Frage in wie weit die Datei auch in einem "maschinenlesbaren Format" vorliegen muss, dass auch entsprechend automatisch verarbeitet werden kann.
Ich stelle es mir schwierig vor die entsprechenden Infos aus einem JPG automatisch auszulesen.
Damit wird dann die Datenübertragbarkeit erschwert, da die Daten aus dem JPG wiederum von einer Person ausglesen und ins System übertragen werden müssen.

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