Recht am eigenen Bild und Cloud Dienste

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TheEPOCHv82
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Recht am eigenen Bild und Cloud Dienste

Beitrag von TheEPOCHv82 » 06.11.18, 22:39

Guten Abend,

als ein Mensch der sich Gedanken um seine Daten macht, habe ich mich schon oft gefragt, wie die Lage folgender Beispiele rechtlich zu bewerten wäre.

1) Person A und B hegen gegenseitige Sympathien. Person A stimmt zu, dass Person B eine Fotografie der einzelnen Person A für den privaten Gebrauch von B aufnimmt. B macht das Foto mit seinem Smartphone. Das Foto wird im Hintergrund automatisch in eine Cloud hochgeladen und steht damit einem Unternehmen zur Verfügung. Das Bild wird weder mit Dritten geteilt noch öffentlich gepostet, trozdem hätte Person A, mit dem Wissen das sein Bild nun in der Datenbank eines ihm nicht näher bekannten Unternehmens liegt, dem Foto nicht zugestimmt.

2) Der Mechanismus ist wie "1", aber die Sympathie zwischen A und B ist einseitig. A stimmt dem Foto für den privaten Gebrauch von B nicht zu.

3a) Der Mechanismus ist wie "1", aber A und B kennen sich gar nicht, es gibt keine Zustimmung. B fertigt das Foto für einen nicht privaten Gebrauch an. Das Bild wird im Internet veröffentlicht.

3b) Der Mechanismus ist wie "3a", aber B fertigt das Foto für einen dritten Zweck (mit ist hier kein Fachterminus bekannt) an, wie z. B. Beweissicherung zur Anzeige eines Falschparkers beim Ordungsamt. Das Foto wird nicht weiter veröffentlicht.

Ich will darauf hinweisen, die direkte Rechtslage in Bezug auf die eigentliche Fotografie (ausser jetzt die unter 3b, vllt. kann mich hier ja mal jemand "off topic" belehren ;) ) ist nicht das Ziel meiner Fragestellung.
Mich interessiert jeweils die Rechtslage rund um den im Hintergrund stattfindenden automatischen Upload in die Cloud.
  • Ist sowas in der deutschen Rechtsprechung mit berücksichtigt?
  • Sind das zwei Vorgänge die im Zweifelsfall einzeln erfragt werden müssen?
  • Inwiefern kann eine Löschung der hochgeladenen Bilder durch Person A eingefordert werden und wenn ja steht es Person A zu eventuelle Nachweise einzufordern welche Person B erbringen muss? Wäre hier zwischen 3a und 3b ein Unterschied zu machen? Wäre Person B vor einer Retourkutsche unter dem Deckmantel des Datenschutzes von Person A geschützt?
Ich bedanke mich im voraus für die Auseinadersetzung mit meiner Fragestellung, mit Vielen Grüßen

Evariste
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Re: Recht am eigenen Bild und Cloud Dienste

Beitrag von Evariste » 07.11.18, 09:04

Rechtsprechung zu dem Thema gibt es m. W. noch nicht, nur viele offene Fragen.

Rechtlich stellt das Hochladen in die Cloud eine Auftragsverarbeitung dar. Art. 28 DSGVO:
Erfolgt eine Verarbeitung im Auftrag eines Verantwortlichen, so arbeitet dieser nur mit Auftragsverarbeitern, die hinreichend Garantien dafür bieten, dass geeignete technische und organisatorische Maßnahmen so durchgeführt werden, dass die Verarbeitung im Einklang mit den Anforderungen dieser Verordnung erfolgt und den Schutz der Rechte der betroffenen Person gewährleistet.
Und so weiter. Dürfte bei einem US-amerikanischen Clouddienst in der Regel nicht erfüllt sein.

michael61s
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Re: Recht am eigenen Bild und Cloud Dienste

Beitrag von michael61s » 08.11.18, 20:15

Rechtlich ist das im Kunsturheber Gesetz geregelt.
Dazu gibt es auch reichlich Urteile.
Entstand das Foto im privaten Lebensumfeld ist §201a StGB einschlägig.
Kommt die DSGVO überhaupt hier zur Anwendung?
Nur mit dem Foto, habe ich da einen Personen Bezug, wenn ich keine weiteren Informationen habe?
Evariste hat geschrieben:Rechtlich stellt das Hochladen in die Cloud eine Auftragsverarbeitung dar. Art. 28 DSGVO:
Das kann sicherlich begründet werden.

https://www.bitkom.org/NP-Themen/NP-Ver ... online.pdf

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