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Fotos beim Arzt löschen

Verfasst: 22.04.19, 09:15
von Hortensienbewunderin
Hallo zusammen...

derzeit hat Frau X Probleme mit einer Gesichtsseite. Diese ist als Folge einer Kiefergelenkserkrankung dicker. Um dies beim aktuellen Zahnarzt deutlicher zu veranschaulichen überließ sie ihm einige Fotos (per E-Mail) auf denen man das sieht ( einschließlich lahmen Auge das man auch nur auf Fotos sieht nicht in natur)

Nun setzt es Frau X dermaßen zu,daß die Fotos dort sind. Sie hat richtig Probleme deswegen einschließlich Depri u.a. Sie meint auch,als sie letztes Mal dort war, daß die Arzthelferinnen davon nun wissen (komisches Grinsen u.a.).

Da es Frau X psychisch so zu setzt bat sie letztens den Arzt ( schon vorher in einer E-Mail, aber hat sich scheinbar nix davon angenommen) die Fotos zu löschen. Er meinte so " wieso löschen...raus kopieren als Vergleich" oder so ähnlich. Da irgendwann die Sprechstd. zu Ende ist blieb für große Diskussionen keine Zeit.

Nun meint Frau X mit löschen LÖSCHEN und nicht raus kopieren. Das wäre ja sinnlos.

Wie kann man DRASTISCHER die Löschung veranlassen? Nett bitten bringt ja anscheinend nix.

Und woher weiß Frau X im Anschluss, daß die Fotos wirklich gelöscht sind?

Lieben Gruß
Susanne

Re: Fotos beim Arzt löschen

Verfasst: 22.04.19, 09:35
von SusanneBerlin
Wie kann man DRASTISCHER die Löschung veranlassen? Nett bitten bringt ja anscheinend nix.
Drastischer als e-mail und mündlich wäre:

- schriftlich per Brief
- per eingeschriebenen Brief
- per Anwaltsschreiben
- per Einstweiliger Verfügung (Gericht), sehe aber keinen rechtlich begründeten Anlass dazu
- per gerichtliche Klage
Und woher weiß Frau X im Anschluss, daß die Fotos wirklich gelöscht sind?
Das kann sie nicht nachprüfen. Sie könnte sich höchstens eine eidesstattliche Versicherung des Arztes geben lassen des Inhalts, dass die Fotos gelöscht sind. Und selbst dann wird sie wahrscheinlich bei jedem tuscheln und grinsen der Arzthelferinnen schlussfolgern, dass die Fotos noch da sind.

Re: Fotos beim Arzt löschen

Verfasst: 22.04.19, 10:17
von FM
Worauf genau soll der Anspruch auf Löschen beruhen?

Re: Fotos beim Arzt löschen

Verfasst: 22.04.19, 10:19
von FM
SusanneBerlin hat geschrieben:Sie könnte sich höchstens eine eidesstattliche Versicherung des Arztes geben lassen des Inhalts, dass die Fotos gelöscht sind.
Nein, da sie keine zur Abnahme solcher Erklärungen befugte Stelle ist.

Re: Fotos beim Arzt löschen

Verfasst: 22.04.19, 11:28
von FelixSt
Hortensienbewunderin hat geschrieben:Nun setzt es Frau X dermaßen zu,daß die Fotos dort sind. Sie hat richtig Probleme deswegen einschließlich Depri u.a. Sie meint auch,als sie letztes Mal dort war, daß die Arzthelferinnen davon nun wissen (komisches Grinsen u.a.).
Wenn man sich die zitierten, recht drastischen Formulierungen so anschaut, drängt sich relativ schnell die Frage auf, ob diese Frau nicht bei einem Psychotherapeuten besser aufgehoben wäre als in einem Forum für Rechtsfragen. Von ihren Depressionen wird man sie hier jedenfalls nicht heilen können.

Re: Fotos beim Arzt löschen

Verfasst: 22.04.19, 13:36
von Dummerchen
Wenn der Arzt seine Verpflichtungen versteht, wird er die Bilder nicht löschen. Die sind Teil der Patientenakte und aus der darf er nicht einfach Teile löschen, weil es dem Patienten nicht mehr zusagt.

Re: Fotos beim Arzt löschen

Verfasst: 22.04.19, 17:59
von winterspaziergang
Hortensienbewunderin hat geschrieben:Hallo zusammen...

derzeit hat Frau X Probleme mit einer Gesichtsseite. Diese ist als Folge einer Kiefergelenkserkrankung dicker. Um dies beim aktuellen Zahnarzt deutlicher zu veranschaulichen überließ sie ihm einige Fotos (per E-Mail) auf denen man das sieht ( einschließlich lahmen Auge das man auch nur auf Fotos sieht nicht in natur)
Die Frau hat eine geschwollene Gesichtsseite und ein lahmes Auge, was man beim direkten Kontakt nie sieht :?: und weswegen sie Bilder macht und schickt, damit der Arzt das sieht :?:
Nun setzt es Frau X dermaßen zu,daß die Fotos dort sind. Sie hat richtig Probleme deswegen einschließlich Depri u.a. Sie meint auch,als sie letztes Mal dort war, daß die Arzthelferinnen davon nun wissen (komisches Grinsen u.a.).
Es ist davon auszugehen, dass Mitarbeiterinnen einer Zahnarztpraxis häufiger Menschen mit geschwollenem Gesicht und auch mal einem hängendem Augenlid o.ä. sehen und das Gesicht von Frau X damit nichts besonderes und auch nichts witziges sein dürfte
Da es Frau X psychisch so zu setzt bat sie letztens den Arzt ( schon vorher in einer E-Mail, aber hat sich scheinbar nix davon angenommen) die Fotos zu löschen. Er meinte so " wieso löschen...raus kopieren als Vergleich" oder so ähnlich.
Die Antwort des Zahnarztes dürfte nicht unwichtig sein, ob er "wir kopieren das raus" sagt oder "was ähnliches". Nur vermutet, was er meint: Er druckt das Bild aus, löscht es also vom PC.
Und woher weiß Frau X im Anschluss, daß die Fotos wirklich gelöscht sind?
nie- und Frau X kann nicht verhindern, dass der Arzt den Vorgang (etwa "Pat. mit vor Ort nie sichtbarer Schwellung im Gesicht schickt Bilder dazu und fordert danach vehement deren Löschung, weil sie depressiv darauf reagiere") in seiner Akte dokumentiert, was er muss.
Und der dürfte wohl wesentlich "bemerkenswerter" für den ZA und sein Personal sein, als das Bild mit der scheinbar geschwollenen Gesichtsseite.

Re: Fotos beim Arzt löschen

Verfasst: 22.04.19, 19:06
von FM
Ein Arzt oder Zahnarzt muss seine Behandlung dokumentieren, schon aus Beweisgründen für den Fall einer Haftungsklage. Ob er dafür ein Foto für notwendig hält, wird von seiner fachlichen Einschätzung abhängen. Wenn aber die Patientin selbst das für erforderlich hält und es ihm deshalb zusendet, ist das schon mal ein Indiz dafür, dass es erforderlich werden könnte - wenn auch vielleicht eher aus juristischen als aus medizinischen Gründen. Wenn sie dann auch noch Fehlverhalten der Praxismitarbeiter und Folgeerkrankungen deshalb behauptet und auch noch verlangt das Beweismittel zu beseitigen, wäre es geradezu unverantwortlich (auch gegenüber den Arbeitnehmern), diesem Wunsch zu folgen.

Selbstverständlich darf der (Zahn-)Arzt es aufgrund diverser Gesetze (u.a. StGB, UrhG, KUrhG) nicht eigenmächtig verbreiten, also z.B. zur Illustration von Fachartikeln verwenden oder im Internet veröffentlichen. Aber auch nur darauf beziehen sich diese Gesetze, sowie zusätzlich die (zahn-)ärztliche Schweigepflicht darauf, es irgendjemand zu zeigen. Die Zustimmung dazu, es den Praxismitarbeitern zugänglich zu machen, kann allerdings als erteilt gelten, wenn nicht ausdrücklich widersprochen wurde, denn dieser übliche Ablauf ist jedem Patienten bekannt. Die Verwendung in einem Gerichtsverfahren, sollte die Patientin den Arzt verklagen, wird dann als "befugt" gelten, denn sonst könnte sich ein Berufsgeheimnisträger fast nie gegen Anschuldigungen verteidigen.

Re: Fotos beim Arzt löschen

Verfasst: 22.04.19, 19:51
von Dieter_Meisenkaiser
Die Erkrankung an Kiefer und Gesicht ist sicherlich alles andere als lustig und sehr belastend für die Betroffene. Sie sollte aber aufpassen, ihren Kummer nicht auf die Art zu verarbeiten oder zu überspielen, indem sie ihren Arzt samt Personal mit solchen komischen Vorwürfen belästigt und versucht, eine juristische Nummer in Richtung Datenschutz daraus zu machen. Insofern stimme ich Felix St zu: Wenn Depressionen im Spiel sind, ab zum Arzt und Überweisung zum Fachmann geben lassen, bevor noch mehr passiert.