Heimatreise

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Papaleone
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Heimatreise

Beitrag von Papaleone » 16.11.18, 08:07

Der afghanische Bürger A ist schutzberechtigter Flüchtling weil Abschiebehindernisse vorliegen und ihm wird eine Aufenthaltserlaubnis nach 25(3) erteilt. Die AE ist befristet bis zum Jahr 2020. Jetzt wird bekannt das A in der "schutzberechtigten" Zeit in Afghanistan war, also in dem Land wo vor er eigentlich Schutz ersucht hat. Was ist die Konsequenz für A?
Wer andern eine Grube gräbt, bricht für gewöhnlich seinen Spaten ab!

Holzschuher
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Re: Heimatreise

Beitrag von Holzschuher » 06.01.19, 17:11

Hallo,

durch die Heimatreise ändert sich m.E. nicht automatisch etwas an dem Status des A. So erlischt auch der Schutz für anerkannte Flüchtlinge in Deutschland nicht automatisch, wenn sie freiwillig in das Land reisen, aus dem sie aus Furcht vor Verfolgung geflohen sind.
Gruß
Peter H.

B.D.
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Re: Heimatreise

Beitrag von B.D. » 10.01.19, 10:34

Ein automatisches Erlöschen der AE ist nach dem AufenthG nicht vorgesehen.

Sollte die Ausländerbehörde davon Kenntnis erhalten, ist sie gehalten diese Information an das BAMF weiter zu geben.
Das BAMF wird das Asylverfahren erneut prüfen und sehr wahrscheinlich die Anerkennung widerrufen. Nach Rechtskraft
des Widerrufs wird die ABH ebenfalls die AE widerrufen. Somit steht die endgültige Ausreise des Betroffenen in der
Zukunft an.

M.E. sind diese noch ausstehenden Entscheidungen nachvollziehbar und notwendig, da nicht nachvollziehbar ist, weshalb
man in das Land seiner Peiniger reist.
Wer hier Tippfehler findet, darf sie behalten !

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