Kredit Hausbau, Bürgschaft

Kundenrechte und –pflichten, Bankrechte und –pflichten, Verbraucherkreditrecht, Kreditabwicklung

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November83
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Kredit Hausbau, Bürgschaft

Beitrag von November83 »

Hallo

Man gehe davon aus, dass A ein Grundstück hat und B nur Miteigentümer werden darf wenn bei einer Scheidung das Grundstück wieder ab A zurück geht. Dies soll notariell festgehalten werden.
Nun macht sich B sorgen, dass er zur Kasse gebeten wird nach der Scheidung da bei der Bank beide unterschreiben müssen. A ist Hauptverdiener und B arbeitet in Teilzeit (beide seit 10 Jahren durchgehend beschäftigt).

Soweit bekannt kann man nicht regeln, dass die Bank B in dem Fall aus dem Vertrag nimmt. Das entscheidet wenn es soweit ist wohl nur die Bank alleine.

Kann B eine Bürgschaft übernehmen und notariell festhalten, dass diese gelöst wird bevor das Grundstück zurück geht?

Es ist ein schwieriges Thema mit dem man sich generell nicht beschäftigen mag aber besser vorsorgen als das Nachsehen haben müssen im Fall der Fälle.

Wie sieht die Rechtslage aus?


Danke

SusanneBerlin
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Re: Kredit Hausbau, Bürgschaft

Beitrag von SusanneBerlin »

Ob B aus der Bürgschaft für den Kredit genommen wird, entscheidet ebenfalls die Bank.

A und B können höchstens norariell vereinbaren, dass A im Innenverhältnis B von finanziellen Verpflichtungen freistellt. Das gilt dann aber nur zwischen A und B, die kreditgebende Bank ist nicht daran gebunden.
Grüße, Susanne

Baden-57
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Re: Kredit Hausbau, Bürgschaft

Beitrag von Baden-57 »

Der BGH hat vor Jahren hinsichtlich von sittenwidrigen Bürgschaften die ständige Rechtssprechung bestätigt, wonach die Bürgschaft dann sittenwidrig ist, wenn zum Zeitpunkt der Bürgschaftsübernahme der Bürge wirtschaftlich nicht in der Lage wäre, die Bürgschaft zu erfüllen. Weiter ist geurteilt, dass ein Anhaltspunkt für die Sittenwidrigkeit dann gegeben ist, wenn der Bürge ein solch geringes Einkommen hat, dass die Bank bei Zahlungsunfähigkeit des Schuldners den Bürgen in Anspruch nehmen müsste, wobei aufgrund geringer Einkünfte des Bürgen dieser noch nicht einmal vollständig die Kosten und Zinsen abdecken könnte, geschweige tilgen.

SusanneBerlin
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Re: Kredit Hausbau, Bürgschaft

Beitrag von SusanneBerlin »

Ich sehe hier 2 Ansätze:

1. Warum soll B überhaupt Miteigentümer werden, wenn die Immo im Scheidungsfall zurück an A geht? Dann soll doch A allein im Grundbuch bleiben und B erhält im Scheidungsfall die Wertsteigerung des Grundstücks im Rahmen des Zugewinnausgleichs.

2. Wenn man schon notariell regelt, dass B das hälftige Miteigentum im Scheidungsfall an A zurückgeben muss, dann kann man die interne Freistellung von B von den Kreditraten ab Rückübertragung gleich dazuschreiben.

Man sollte sich beim Notar beraten lassen, welche Lösung am sinnvollsten ist.
Grüße, Susanne

CDS
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Re: Kredit Hausbau, Bürgschaft

Beitrag von CDS »

SusanneBerlin hat geschrieben:s.

2. Wenn man schon notariell regelt, dass B das hälftige Miteigentum im Scheidungsfall an A zurückgeben muss, dann kann man die interne Freistellung von B von den Kreditraten ab Rückübertragung gleich dazuschreiben.
Kann man, bringt B nur nicht wirklich viel. Die Bank ist an eine solche Vereinbarung in keinster Weise gebunden. Ist A also irgendwann nicht mehr in der Lage den Kredit zu bedienen kann sie Bank sich direkt wieder an B halten.

Vaughn
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Re: Kredit Hausbau, Bürgschaft

Beitrag von Vaughn »

November83 hat geschrieben:da bei der Bank beide unterschreiben müssen.
Nö, ist Verhandlungssache.
Wenn A alleiniger Grundstückseigentümer ist und B nur über ein geringes Einkommen verfügt, kann auch A alleiniger Kreditnehmer werden.
Was Bürgschaft angeht: es gibt eine Variante der BÜ, die nur für den Fall wirksam wird, dass der Bürge z. B. durch Vermögensübertragungen, Erbschaft o.ä. zu Geld kommt.

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