Name des Kontoinhabers bzw Empfängername

Kundenrechte und –pflichten, Bankrechte und –pflichten, Verbraucherkreditrecht, Kreditabwicklung

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Zafilutsche
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Bank auf Schadenersatz verklagen

Beitrag von Zafilutsche » 14.08.17, 11:21

Aktuell hat Herr Z an Herrn X Geld überwiesen. Als Kontoinhaber hat Herr X einen Namen + Kontonummer angeben.
Es stellt sich heraus, dass die Kontonummer existiert, aber das Herr X ein Phantasiename ist.
Die Person die unter den Pseudonamen "Herr X" auf das Bankkonto zugreift, zieht diese Nummer (mit anderen Pseudonamen) bei gleicher Bank mehrfach
und offenbar erfolgreich auch bei anderen Banken ab. Eine lange Auflistung der Geschädigten entsteht.
Offenbar gelingt es dem Täter immer wieder, das "Postidentverfahren" zu mißbrauchen. (Teilweise werden anscheinend die ausgedruckten Formulare manipuliert/verändert um die veränderten Dokumente der Bank zurückzuführen) um die Banken und letztlich die Verbraucher zu täuschen und somit zu betrügen.
Herr Z ärgert sich (weil von Person mit dem Pseudonamen Herr X geschädigt) und bekommt von den Banken keine Bestätigung darüber, an wenn die Bank das Geld weiterreicht. Auf Nachforschungsersuchen soll Herr Z sich an den Empfänger Herrn X richten der ja als Kontoinhaber angeführt ist und nach seinen Angaben mindestens 5 verschiedenen Anschriften in Ostdeutschland gleichzeitig besitzen soll.
Herrn Z ist nach Feststellung dieser Begebenheiten zu der Überlegung gelangt, dass die Bank gemäß §11 Identifizierung (Geldwäschegesetz)
unzureichend prüft bzw geprüft hat. Sonst wäre die Vielzahl an Betrugsdelikten ja nicht zu erklären.
Könnte man ein solche Pflichtverletzung (unzureichende Prüfung) zum Anlass nehmen, die Bank mit dem Herrn der unter dem Pseudo Herr X läuft zu verklagen? Muß für das Verklagen zuvor die Bank noch extra angezeigt werden, z.B. um an die manipulierten Dokumente des Ident Verfahrens zu kommen?

idem
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Re: Bank auf Schadenersatz verklagen

Beitrag von idem » 14.08.17, 17:11

Die Bank auf dieser Grundlage zu verklagen, dürfte eher scheitern.

Zafilutsche
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Re: Bank auf Schadenersatz verklagen

Beitrag von Zafilutsche » 15.08.17, 07:14

Hm- die Empfängerbank kann ohne Rechenschaft ablegen zu müssen, ihr Geld was für einen bestimmten Zweck überwiesen ist an x beliebige Personen weiterreichen, ohne diese Personen/Empfänger zu identifizieren. Das ist ja der Hammer :shock:

SusanneBerlin
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Re: Bank auf Schadenersatz verklagen

Beitrag von SusanneBerlin » 15.08.17, 07:31

Ja tatsächlich müssen Banken bei Einzelbeträgen bis 15.000€ nicht kontrollieren, woher das Geld kommt und wohin es geht.
Hätten Sie es lieber, wenn man sich für jede Verfügung seines Bankkontos rechtfertigen müsste? Jeder Geldein- und Ausgangang ein staatliches Überwachungsorgan gemeldet würde?
Grüße, Susanne

Zafilutsche
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Re: Bank auf Schadenersatz verklagen

Beitrag von Zafilutsche » 15.08.17, 07:37

@SusanneBerlin
Mir würde es genügen, wenn die Bank erst mal korrekt die Identität feststellt. (Also dass da Tatsächlich die Person lebend in wahrer Lebensgröße und in Farbe erscheint) Ist das wirklich zu viel verlangt, für eine Bank deren Geld anvertraut werden soll?

ExDevil67
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Re: Bank auf Schadenersatz verklagen

Beitrag von ExDevil67 » 15.08.17, 08:04

Zafilutsche hat geschrieben:Hm- die Empfängerbank kann ohne Rechenschaft ablegen zu müssen, ihr Geld was für einen bestimmten Zweck überwiesen ist an x beliebige Personen weiterreichen, ohne diese Personen/Empfänger zu identifizieren.
Zum einen hat die Bank ja die Identität des Empfängers prüfen lassen, via Postident. Frage wäre also welche Änderungen / Manipulationen dort an den Formularen vorgenommen worden sein sollen, und ob die Bank das hätte erkennen können. Böse gesprochen, gegen den Mitarbeiter der bei Postident bewusst eine falsche Identität bescheinigt, wird auch die Bank machtlos sein.
Zum anderen, die Bank händigt da Geld ja nicht irgendwem aus sondern dem Kontoinhaber und Überweisungsempfänger X, bzw dem den sie für X hält. Das X nicht der ist für den er sich ausgibt, siehe Punkt 1.

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Re: Bank auf Schadenersatz verklagen

Beitrag von Zafilutsche » 15.08.17, 08:12

ExDevil67 hat geschrieben: Zum einen hat die Bank ja die Identität des Empfängers prüfen lassen, via Postident. Frage wäre also welche Änderungen / Manipulationen dort an den Formularen vorgenommen worden sein sollen, ...
Nehmen wir als Beispiel die Bank versendet ein Formblatt, auf dem u.a. steht: "Antrag zum eröffnen eines Girokontos".
Auf dem zurückgesendeten Antrag steht aber nun "Antrag auf Gewährung des Kredits".
Sollte man sich als Bank nicht die Frage gefallen lassen, wieso ist das? Warum ändert jemand ein herausgegebenes Dokument und welche Folgen wird das haben, wenn ich diese Änderung ungefragt akzeptiere und weiter verarbeite.
Vielleicht werden die zurückkommenden Dokumente aber auch gar nicht überprüft?
Böse gesprochen, gegen den Mitarbeiter der bei Postident bewusst eine falsche Identität bescheinigt, wird auch die Bank machtlos sein.
Ändert das etwas daran, wer dadurch geschädigt ist? Ich meine das wäre allein das Problem der Bank und nicht von dem, der dieser Bank Geld anvertraut.
Daher meine ich, dass diese unzureichende Prüfung zu einem Schadenersatz geeignet ist. Mal schauen.
Ich müßte nur irgendwie an diese blöden Dokumente kommen. Aber ich habe da Zweifel das die Bank was rausrücken wird. Daher müsste die Bank zuvor wohl auf Herausgabe verklagt werden, ehe man im zweiten Schritt den Schadenersatz einklagt.
Zuletzt geändert von Zafilutsche am 15.08.17, 08:26, insgesamt 1-mal geändert.

Froggel
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Re: Bank auf Schadenersatz verklagen

Beitrag von Froggel » 15.08.17, 08:23

Da es sich letztendlich um Betrug durch Herrn X handelt, wäre es Sache der Polizei zu ermitteln, wie genau Herr X das bei den Banken schafft, ohne dass sie darüber stolpern. Ich denke, dass Herr Z das Geld so oder so abschreiben kann und sicherlich auch nicht von der Bank erstattet bekommt, obwohl sie ein so offenbar (leicht?) zu übertölpelndes System nutzen. Vielleicht würde es helfen, wenn man sich beim Verbraucherschutzbund beschwert, ansonsten sehe ich da jetzt auch keine Handhabe gegenüber der Bank. Diese führt letztendlich das aus, was Kunden von ihnen verlangen.
Ich bin kein Jurist.
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Re: Bank auf Schadenersatz verklagen

Beitrag von Zafilutsche » 15.08.17, 08:33

Der Versuch über die BAFIN eine Veränderung herbei zu führen ging nach meiner Info leider ins leere.
In einem anderen Forum gibt's Auflistungen (7 DIN A4 Seiten voll) mit Konten wo unbefugte sich bedienen konnten. Das Nachsehen haben regelmäßig die, die ahnungslos Geld überwiesen hatten.
Ein Ende ist gegenwärtig nicht absehbar weil es für die Täter zumindest bis heute super lief.

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Re: Bank auf Schadenersatz verklagen

Beitrag von Froggel » 15.08.17, 08:40

Trotzdem sollte man zumindest eine Anzeige wegen Betruges bei der Polizei machen. Eventuell ist die Staatsanwaltschaft ja schon damit beschäftigt und macht dem Treiben bald ein Ende.
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Re: Bank auf Schadenersatz verklagen

Beitrag von Zafilutsche » 15.08.17, 08:54

Anzeige hat Herr Z gemacht. Scheinbar haben einige potentiell geschädigte ihr Geld auch schon zurück erhalten :wink: Ein kurzer kleiner Erfolg. Allerdings steckt der Fehler mehr im System. Daher wenn sich da nix ändert, läuft es mit den nächsten Namen oder Fake-Shop so weiter. Und das muss man. E. nicht sein. Daher möchte Z die Schmerzen auf Seite der Bank(en) erhöht wissen, um Änderungen zu bewirken.
Zuletzt geändert von Zafilutsche am 15.08.17, 09:20, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Bank auf Schadenersatz verklagen

Beitrag von Doc_Schnaggls » 15.08.17, 09:10

Hallo,

in einem derartigen Fall würde ich die Complianceabteilung der Empfängerbank kontaktieren.

Dort gibt es mit ziemlicher Sicherheit einen oder mehrere Mitarbeiter, die sich mit Betrugsprävention und erfolgten Betrugsfällen beschäftigen.

Es sollte mich sehr wundern, wenn damit keine Bewegung in die Sache käme.

Sollte sich die Bank trotzdem weiterhin quer stellen wäre dann mein nächster Schritt eine offizielle Beschwerde bei der BaFIN, bzw. je nach betroffener Bank beim entsprechenden Dachverband.

Grüße,

Dirk
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Re: Bank auf Schadenersatz verklagen

Beitrag von Zafilutsche » 16.08.17, 07:59

Die betroffene Bank hat offenbar sofort nach Mitteilung vom Z auch reagiert, so dass später hereinkommende Zahlungen nicht mehr von dieser Bank ausgeführt wurden. (Ist ja auch gut so!-Auch wenn Z sein Geld damit nicht wieder hat und immer noch nicht weiß, wer dieser ominöse "X" ist).
X hat sogleich (vielleicht sofort nach Kenntnis dass das Konto nicht mehr geht), gleich das nächste Konto eröffnet - unter dem gleichen pseudo Namen. Aber nur mit kurzem Erfolg! Es scheint sich so langsam etwas zu tun! :D (soweit ich das erkenne läuft dieses Trauerspiel mit diesen Banken schon mindestens über 1 Jahr).
Die Idee das "Z", selbst Kontakt mit der BaFin aufnimmt ist vielleicht eine gute Idee. Mehr wird "Z" wohl erst nach "Akteneinsicht" erfahren können.
Wobei Z davon ausgehen wird, dass er die Dokumente für die Identitätsfeststellung von X dort nicht finden wird. Daher nochmal die frage, kann Z über den Klageweg die Herausgabe dieser Dokumente von der Bank erzwingen, um der Bank nachlässiges fehlerhaftes Verhalten nachzuweisen?

Zafilutsche
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Re: Bank auf Schadenersatz verklagen

Beitrag von Zafilutsche » 16.08.17, 14:18

So, jetzt gehen 2 Beschwerdeschreiben raus:
1x An die betroffene W... Bank
1x An die BaFin (In der Hoffnung dass die Bank bzw ja nun Banken gegenüber der BaFin auskunftsfreudiger ist/sind.
Das wird dauern. Aber das Betrügen geht ja schon wesentlich länger! :oops:

SusanneBerlin
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Re: Bank auf Schadenersatz verklagen

Beitrag von SusanneBerlin » 16.08.17, 17:26

Woher wissen Sie eigentlich, dass Herr X dutzende von Kontos auf einen Namen eröffnet hat wo keine reale Person dahintersteckt? Herr X braucht sich doch nur den Käufern gegenüber als "Hugo Müller" ausgeben und das Konto gehört dem real existierenenden Fritz Meier. Die Überweisung wird trotzdem dem Konto des Fritz Meier gutgeschrieben, auch wenn als Emfpänger "Hugo Müller" angegeben wird.
Grüße, Susanne

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