Name des Kontoinhabers bzw Empfängername

Kundenrechte und –pflichten, Bankrechte und –pflichten, Verbraucherkreditrecht, Kreditabwicklung

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ExDevil67
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Re: Name des Kontoinhabers bzw Empfängername

Beitrag von ExDevil67 » 06.06.18, 12:13

SusanneBerlin hat geschrieben: Forderungen aus unerlaubter Handlung (Straftaten) sind von der Restschuldbefreiung ausgenommen.
Das setzt aber afaik voraus das ich meine Forderung entsprechend im Insolvenzverfahren anmelde und diese auch als solche anerkannt wird. Wenn ich aber nicht weiß das man Schuldner GHY heißt, werde ich auch nicht im Rahmen seiner Insolvenz meine Forderung entsprechend anmelden können.
Oder gibt's da ne Hintertür das ich noch in der Wohlverhaltensphase oder gar erst nach Erteilung der Restschuldbefreiung meine Forderung anmelden kann?

Zafilutsche
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Mangelhafte Legitimationsprüfung-wer haftet?

Beitrag von Zafilutsche » 25.06.18, 08:55

Wegen dem Geldwäschegesetz fordert der Gesetzgeber von den Kontoführenden Geldinstitutionen dass eine sog. Kontenwahrheit sichergestellt ist (§ 154 AO).
Viele (Direkt-)banken nutzen z.B. für eine Kontoeröffnung das sog. Postidentverfahren oder Video-Ident-Verfahren.
Das Kreditinstitut beauftragt quasi "subunternehmen oder Drittanbieter" um das Verfahren z.B. einer Kontoeröffnung bewerkstelligen zu können.
Jetzt trägt es sich zu, dass beispielsweise Herr/Frau Unbekannt mit ungültigen/gefälschten Dokumenten an einem Identverfahren teilnimmt um ein Girokonto eröffnen
zu können. Das Konto welches Herr/Frau Unbekannt eröffnet läuft beispielsweise auf Max Mustermann. Dieses Konto wird von Herr/Frau unbekannt genutzt um Gelder aus Betrügereien auf andere Konten transferieren zu können.
Ein Geschädigter (Die Banken haben ja die Gelder an Herr/Frau Unbekannt durchgereicht) möchte das Geld von Herr/Frau Unbekannt zurückfordern. Der Geschädigte
hat aber keinen Zugriff auf die Identität des unbekannten. Letzter Bekannter Geldempfänger ist z.B. die Direktbank.
Frage 1: Kann der Geschädigte die am fehlerhaften/mangelhaften Postidentverfahren/Video-Ident-Verfahren durchführende Unternehmung auf Schadenersatz verklagen?
Frage 2: Hätte die Direktbank selbst sicherstellen müssen, dass mögliche Fehler/Mängel durch den "Dienstleister" hätten erkannt und gestoppt werden müssen?
Frage 3: Bei der Beschwerde des Geschädigten stellte sich heraus, dass es nicht der Erste Fall ist. Erleichtert es möglicherweise den Weg zum Schadenersatz?
Die ermittelnde Polizei deutete bei einem der Geschädigten (ohne Anwalt) an, die Ermittlungen einstellen zu wollen. Ein anderer Geschädigter will aber unbedingt wissen, wer der "Verfügungsberechtigte" bei dem direktkonto war(ist?). Kann der Geschädigte ausser warten etwas tun? Ausser dem Namen "Max Mustermann" die "Bankkontonummer" für eine Überweisung und 5 verschiedenen offenkundig falsche Wohnanschriften
und drei Aktenzeichen hat der Geschädigte keine Hardware in der Hand sondern lediglich weitergehende Hintergrundinformationen die aber nicht Belastbar sind.
Der Geschädigte hofft über die Ermittlungsakten an belastbares Material zu kommen (z.B. wer der zum Zeitpunkt der Überweisung der Verfügungsberechtigte Kontoinhaber war) um die mögliche Schadenersatzklage anstreben zu können. Denn hierbei müsste die Bank theoretisch kundtun, dass Sie diesen tatsächlich nicht kennen und dann auf das Identverfahren schieben.
Frage 4: Könnten Direktbank und Ident-Verfahren Dienstleister Gesamtschuldnerisch haften?

ktown
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Re: Name des Kontoinhabers bzw Empfängername

Beitrag von ktown » 25.06.18, 09:02

Wieso ein neuer Thread?
Hab die Themen mal zusammen geschoben.
Alles, was ich schreibe, ist meine private Meinung.

Gesetze sind eine misslungene Kreuzung aus dem Alphabet und einem Labyrinth.
"Durch Heftigkeit ersetzt der Irrende, was ihm an Wahrheit und an Kräften fehlt" Zitat Goethe

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Re: Name des Kontoinhabers bzw Empfängername

Beitrag von Zafilutsche » 29.06.18, 09:24

Ich habe das Problem, dass in der langen lieferkette die Schuld/Ursache letztlich bei der auszahlenden Direkt-Bank liegt, die nicht autorisierte Zahlungen an für Sie unbekannte Kunden/Kontoinhaber leistet oder geleistet hatte.
Diesen Schaden wird die aus meiner sich schuldhaft handelnde Bank nicht regulieren wollen, weil diese ja auch nicht ihren schädigenden Kunden kennt/identifiziert hat. Da soll der Kunde der anderen Bank lieber auf seinen Schaden sitzen bleiben. Das will aber der geschädigte Kunde nicht.
Da der Geschädigte es bisher schon mehrfach geschafft hatte Banken auf anderen Themengebieten erfolgreich zu verklagen, ist dieser optimistisch auch in diesem Fall sich das Geld zurück holen zu können und ggf. die Bank auf Schadenersatz zu verklagen. Das Hauptproblem ist dieses mal die Zeit. Aus den bisherigen Erfahrungen ist das Zeitfenster von der Klagerhebung bis zur Vollstreckung ca 1,5 Jahre. Die Ermittlungen (soweit die Polizei tatsächlich ermittelt) laufen jetzt über 1 Jahr.
Auf drängen der Polizei ist die Anzeige gegen unbekannt erstellt worden weil eine Person die nur ein Pseudonym Name angewendet hat ja nicht eindeutig identifiziert ist. Der geschädigte befürchtet aber, dass es irgendwann zu einer "Larifari Einstellung" kommen wird. Vielleicht ist der Täter wieder verstorben? Es wird also etwas sportlicher werden müssen.

Zafilutsche
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Re: Name des Kontoinhabers bzw Empfängername

Beitrag von Zafilutsche » 06.07.18, 12:02

Soweit ich das nun erkenne, kann ich nur mittels einem Titel an den Namen des verfügungsberechtigten Kontoinhabers kommen an dem ich das Geld letztes Jahr überwiesen hatte.
Die Bank wird ja aus Datenschutzrechtlichen Gründen keine Angaben machen wollen/können/dürfen? (Bisher war die Weigerung auf Herausgabe nur telefonisch)

Ergo werde ich eine schriftliche Aufforderung zur Herausgabe des Namens fordern und versuchen diesen Titel auf Herausgabe des Namens zu erstreiten. Netterweise werde ich den Hinweis geben, dass die entstehenden Kosten dem "Verursacher" in Form einer Schadenersatzforderung in Rechnung gestellt wird.

Mein Anwalt wird das Gespräch mit der zuständigen Staatsanwaltschaft suchen, da sein Ersuchen nach Akteneinsicht bis heute unkommentiert im Raum steht.
Ich bin guter Dinge das dieses Prozedere damit verkürzt oder beschleunigt werden kann. :devil:

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Re: Name des Kontoinhabers bzw Empfängername

Beitrag von Zafilutsche » 13.07.18, 11:10

Weils gerade vor Ort im Gericht verhandelt wurde (allerdings ohne "Identitätsdiebstahl") möchte ich doch mal Darstellen, was dem Bösewicht drohen kann:
Paar verkauft Elektrogeräte im Internet, ohne sie an die Kunden weiterzugeben
Die Masche ist so simpel wie kriminell: Ein Pärchen hat im Internet Mobiltelefone und Laptops „verkauft“.
Das Geld für die Ware haben die 25-Jährige und ihr 37-jähriger Partner erhalten, die Produkte verschickt haben sie aber nicht. Wegen Betrugs hat das Amtsgericht die beiden am Dienstag zu Bewährungsstrafen verurteilt.

Das Paar hat sein Vergehen gestanden, dem Gericht somit eine längere Beweisaufnahme erspart. Auch deshalb ist vor allem der 37-Jährige noch einmal mit einer Bewährungsstrafe davon gekommen. Der Oberhausener ist wegen ähnlicher Delikte, aber auch wegen mehrfacher, teils gefährlicher Körperverletzung vorbestraft.
Das Gericht stellte aber auch klar, dass die vorliegenden Betrugsfälle aus dem Jahr 2016 stammen; danach habe es keine weiteren illegalen Internet-Geschäfte mehr gegeben.
Und der 37-jährige Hartz IV-Empfänger, das hob sein Anwalt hervor, hat einen 450-Euro-Job – mit der Möglichkeit, fest übernommen zu werden.

Eine geregelte Arbeit wie die ihres Lebensgefährten würde wohl auch der 25-Jährigen gut tun. Denn bei den Verurteilungen wegen Körperverletzungen handelte es sich ...
Das Amtsgericht verurteilte die 25-Jährige zu einer Haftstrafe von einem Jahr, ausgesetzt zur Bewährung, die Bewährungszeit dauert drei Jahre.
Den 37-Jährigen verurteilte es zu einer zweijährigen Haftstrafe, ausgesetzt zur Bewährung, die Bewährungszeit dauert fünf Jahre. Mindestens 25 Euro im Monat müssen die beiden zahlen, um die rund 2000 Euro zu erstatten, die sie bei ihren Opfern erbeutet haben.
Die Schuldner wird's echt freuen, jetzt auch noch ein Kreditgeber zu werden, der dem armen Mann über 6 Jahre ein Zinsloses Darlehen gewähren muß! Sehr fraglich das ganze. Oder sollte man der Frage nachgehen: Lohnen sich Verbrechen?

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Re: Name des Kontoinhabers bzw Empfängername

Beitrag von SusanneBerlin » 13.07.18, 11:22

der dem armen Mann über 6 Jahre ein Zinsloses Darlehen gewähren muß! Sehr fraglich das ganze.
In dem zitierten steht "mindestens 25 €" was wohl der Tatsache geschuldet ist, dass das Pärchen derzeit von Hartz4 lebt, es also nichts zu pfänden gibt. Die 25€-Zahlung verstehe ich als Bewährungsauflage, was die Opfer nicht daran hindern sollte, ihren Rückzahlungsanspruch zivilrechtlich in voller Höhe geltend zu machen.
Grüße, Susanne

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Re: Name des Kontoinhabers bzw Empfängername

Beitrag von Zafilutsche » 14.08.18, 12:18

Hier[leider greift hier die Sperre]hat die Staatsanwaltschaft offenbar unter der verwendeten Französischen IBAN Kto.-Nr. (weil die 935 Euro per Überweisung bezahlt wurden) keinen Verfügungsberechtigten Geldempfänger ermitteln können?
Da frage ich mich sofort: Warum ist die Staatsanwaltschaft/Polizei dazu nicht in der Lage? Oder wollte die Bank nicht ihr Geschäftsmodell kaputt machen lassen?
Das Internet-Auktionsplattformen ebenfalls keinen Bock haben diese Betrugsumstände abstellen zu wollen, kann man schon beinahe verstehen.
Die Anzahl der Ermittlungverfahren wegen Warenkreditbetrug steigen- nicht nur in Berlin
Die Staatsanwaltschaft hat auf das begehren nach Akteneinsicht sich immer noch nicht gerührt. Mein Anwalt wird jetzt mal dort aufschlagen. Echt ne Frechheit!
Wenn man dann noch soetwas liesst:

Code: Alles auswählen

Während der Emsdettener [b][u]zwölf[/u][/b] Konten [b]mit fiktiven Namen [/b]über „Postident-Formulare“ abschloss und die Konten verwaltete, soll der Grevener Konzertkarten für „XXX“ und teure Elektronikware über die Namen der Kunden bei  Internetauktionsplattformen  angeboten, kassiert und die Beträge bei den Banken in bar abgehoben haben.
, da bekommt man das ko**en.

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Re: Name des Kontoinhabers bzw Empfängername

Beitrag von Zafilutsche » 27.08.18, 09:55

Einen Namen hat das Kind übrigens: bankdrops bzw Geisterkonto

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Re: Name des Kontoinhabers bzw Empfängername

Beitrag von Zafilutsche » 31.01.19, 10:54

Jetzt sind die Kurswerte der besagten Bank in die Tiefe gerauscht. Gemunkelt wird, das ein Mitarbeiter ordentlich Geldwäsche betrieben hat. Möglicherweise droht der Bank ein größerer Schaden.
In den Nachrichten der öffentlich rechtlichen Sender wurde schon das Wort "Insolvenz" dargestellt.
Mit der Staatsanwaltschaft und der geforderten Akteneinsicht bin ich noch immer keinen deut weitergekommen.
Vielleicht darf ich später mal, wenn die Inso läuft, dann meine Rück-Forderung in die Gläubigerliste eintragen :twisted:

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Re: Name des Kontoinhabers bzw Empfängername

Beitrag von Zafilutsche » 20.02.19, 08:33

Hm- lange gebohrt. Jetzt sind die Akten unter neuem Aktenzeichen in Berlin :roll:
Neues Spiel neues Glück. Und ich werde an den Namen des Verfügungsberechtigten Kontoinhabers kommen :devil:

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Re: Name des Kontoinhabers bzw Empfängername

Beitrag von Zafilutsche » 05.03.19, 01:28

Vor wenigen Tagen, hat die Polizei einen Mann in unserer Nachbarschaft festgenommen mit nur 24 verschiedenen Identitäten.
Da muss ein Fehler im System sein. Ergo kann sich die Polizei die Hacken wundlaufen mit diesen ganzen Warenkreditbetrügern und wir alle Verbraucher zahlen die Zeche.

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Re: Name des Kontoinhabers bzw Empfängername

Beitrag von Zafilutsche » 20.03.19, 13:46

Wieder 4 Wochen um und noch immer keine Akteneinsicht. :twisted: Ob da noch 10 andere weitere Staatsanwaltschaften mit dem Thema vertraut gemacht werden müssen?
Wenn die Bank doch alles richtig gemacht hat, brauchen die doch nur den Verfügungsberechtigten Kontoinhaber der Polizei/Staatsanwaltschaft nennen.
Ich kann meine Rückforderung dann gegenüber dem Verfügungsberechtigten Kontoinhaber bzw. der Person die damals verfügungsberechtigt war, stellen und alles ist gut.
Ich werde jedenfalls wie ne lästige "Klette" immer schön dran bleiben.

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Re: Name des Kontoinhabers bzw Empfängername

Beitrag von Froggel » 20.03.19, 21:28

Zafilutsche hat geschrieben:Ich werde jedenfalls wie ne lästige "Klette" immer schön dran bleiben.
Und ich les immer fleißig mit :lol:
Ich bin kein Jurist.
- alle Angaben ohne Gewähr -

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Re: Name des Kontoinhabers bzw Empfängername

Beitrag von FM » 20.03.19, 22:51

Wenn man als Verbraucher alle diese Risiken vermeiden will, zahlt man eben nicht per Überweisung und kauft nicht online ein. Man kann auch in ein normales Ladengeschäft gehen und das Bargeld erst dann hinlegen, wenn man die Ware bekommen hat. Aber auch dabei kann man betrogen werden.

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