Selbstauskunft FATCA

Kundenrechte und –pflichten, Bankrechte und –pflichten, Verbraucherkreditrecht, Kreditabwicklung

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Jousen
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Selbstauskunft FATCA

Beitrag von Jousen » 05.09.18, 14:00

Hallo,
im vorliegenden fiktiven Fall hat eine Privatperson (A), die für steuerliche Zwecke ausschließlich in Deutschland ansässig ist und rein gar nichts mit den USA zu tun hat (weder je beruflich noch je privat) von ihrer Bank eine Selbstauskunft zugeschickt bekommen: Selbstauskunft FATCA und CRS.
Ist A seitens Gesetz verpflichtet, dieses Formular auszufüllen?
Danke im Voraus für jede hilfreiche Stellungnahme.

Tastenspitz
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Re: Selbstauskunft FATCA

Beitrag von Tastenspitz » 05.09.18, 14:15

Nein, aber man sollte damit rechnen, dass die Bank eventuell die Verträge/Konten kündigt.
Wer für generelle Geschwindigkeitsbegrenzungen auf Autobahnen ist, hebe bitte den rechten Fuß.
Für individuelle Rechtsberatung bitte "ALT" und "F4" auf der Tastatur gleichzeitig drücken.

idem
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Re: Selbstauskunft FATCA

Beitrag von idem » 06.09.18, 11:24

Irgendeinen Bezug wird es geben, ohne Grund wird die Bank die Info nicht anfordern.

zimtrecht
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Re: Selbstauskunft FATCA

Beitrag von zimtrecht » 06.09.18, 12:09

Jousen hat geschrieben:Hallo,
im vorliegenden fiktiven Fall hat eine Privatperson A...
Welche Staatsbürgerschaft(en)/Geburtsort?

Hintergrund: https://de.wikipedia.org/wiki/FATCA#Kritik
Problematisch an FATCA ist die besondere Ausprägung des amerikanischen Steuerrechtes, welches als Voraussetzung für eine Steuerpflicht in den Vereinigten Staaten nicht an die Gebietsansässigkeit einer Person anknüpft, sondern allein den Besitz der US-Staatsbürgerschaft. Da diese u. a. automatisch durch Geburt in den USA erworben wird, werden Menschen durch FATCA erfasst und der amerikanischen Steuerpflicht unterworfen, die dort weder leben noch arbeiten.
Außerdem wird es ja möglich sein, nach der Rechtsgrundlage für das Ersuchen zu fragen, denn sonst könnte ja jeder kommen und ich als Kunde schicke gleiches Formular mit der Bitte um Auskunft an den Bankdirektor ;-)

Und dies erschließt sich mir vom Sinn her nicht:
Privatperson (A), die für steuerliche Zwecke ausschließlich in Deutschland ansässig ist
Man ist für steuerliche Zwecke ausschließlich in Deutschland ansässig? Man kann ohnehin nur in einem Land "ansässig" sein - zumindest versteht man in Deutschland darunter den dauerhaften Wohnort. Und der kann ausschließlich in Deutschland sein oder ausschließlich anderswo - aber nicht sowohl als auch.

Jousen
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Re: Selbstauskunft FATCA

Beitrag von Jousen » 19.09.18, 12:25

@zimtrecht:

Deutsch / Deutschland

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Re: Selbstauskunft FATCA

Beitrag von Newbie » 19.09.18, 20:11

Jousen hat geschrieben:@zimtrecht:

Deutsch / Deutschland
Haben Sie es denn in den 2 Wochen seit Veröffentlichung Ihres Postings mal geschafft bei der Bank anzurufen und zu fragen aus welchem Grund Ihnen die Bank meint Sie müssten eine FATCA Selbstauskunft abgeben?
Nobody said that life would be easy.

Jousen
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Re: Selbstauskunft FATCA

Beitrag von Jousen » 19.09.18, 21:31

Da mittlerweile klar ist, dass man nicht von Rechts wegen zum Ausfüllen vorgenannter Formulare verpflichtet ist, gab es kein weiteres Nachfragen bei der Bank und selbiges wird es auch nicht geben.
Halten Sie Ihren Beitrag selbst für hilfreich, Newbie? Ich nicht!

ktown
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Re: Selbstauskunft FATCA

Beitrag von ktown » 20.09.18, 06:47

Jousen hat geschrieben:Halten Sie Ihren Beitrag selbst für hilfreich, Newbie? Ich nicht!
dann ist das sehr schade. Es ist meines Erachtens eine berechtigte Frage und eigentlich eine absolut übliche Reaktion beim Vertragspartner nachzufragen.
idem hat geschrieben:Irgendeinen Bezug wird es geben, ohne Grund wird die Bank die Info nicht anfordern.
sagt eigentlich alles und erst wenn man die Grundlage der Anfrage kennt, kann man auch Rechtskonform reagieren.

Aber ich denke, dass es in 6 Monaten eventuell einen neuen Thread gibt weil
Tastenspitz hat geschrieben:man sollte damit rechnen, dass die Bank eventuell die Verträge/Konten kündigt.
:wink:
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Re: Selbstauskunft FATCA

Beitrag von Evariste » 20.09.18, 07:48

Soweit ich weiß, wird diese Selbstauskunft heutzutage bei jeder Neueröffnung eines Kontos vorgelegt und vom Neukunden ausgefüllt. Wenn jemand nichts mit den USA zu tun hat, dann ist die Selbstauskunft einfach nur die schriftliche Bestätigung des Kontoinhabers, das dem so ist.

Wenn ein Kunde die Selbstauskunft verweigert, führt das nicht zur Kündigung des Kontos o. ä., sondern dann wird der Kunde an das Bundeszentralamt für Steuern mit dem Vermerk "unkooperativ" gemeldet. Ob das dann irgendwann zu Schwierigkeiten bei einer Einreise in die USA führen könnte - keine Ahnung.

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