Karte entsperren - Gebühr rechtens?

Kundenrechte und –pflichten, Bankrechte und –pflichten, Verbraucherkreditrecht, Kreditabwicklung

Moderator: FDR-Team

Kannichtklagen
Topicstarter
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 253
Registriert: 02.10.12, 09:58

Karte entsperren - Gebühr rechtens?

Beitrag von Kannichtklagen » 04.02.19, 07:19

Hallo Zusammen,

mit einer Bank habe ich als Verbraucher ein Kreditkartenvertrag. Seit ca. 15 Jahren ist die Geschäftsbeziehung einwandfrei. Bis zu dem Tage, als ich in einem Geschäft beim Bezahlen die PIN 3x falsch eingab.

Die dadurch entstandene Sperrung zwang mich zur Kontaktaufnahme mit dem Kundenservice. Da ich die PIN in meinen persönlichen Unterlagen notiert hatte, bat ich die Mitarbeiterin - nachdem ich mich mit Telebanking PIN und Angabe meiner persönlichen Daten legitimiert hatte - um Entsperrung. Soweit erst einmal unkritisch. Dachte ich.

Aber dann kam die Knaller-Antwort. Ich zitiere Sinngemäß:
Das Entsperren der Karte ist bei uns an der Hotline nicht möglich. Ich solle bitte einen Geldautomaten meiner Wahl aufsuchen und dort Bargeld beziehen. Am Automaten kann ich die gesperrte PIN zurücksetzen lassen.
Mein Einwand, dass das Abheben von Bargeld mit der Kreditkarte 5,- EUR Gebühr, bzw. 1% der Summe beträgt wurde mit dem Achselzucken kommentiert "Muss ja kein großer Betrag sein den Sie abheben. Alternativ sende ich Ihnen für 15,- EUR eine neue Karte mit neuer PIN zu".

Ich habe mich mal beim Ombutsmann beschwert. Die Stellungnahme der Bank steht aus. Die o.g. Vorgehensweise kommt einer versteckten Gebühr gleich. Wie seht ihr das?

webelch
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 10298
Registriert: 04.06.10, 13:19
Wohnort: Berlin
Kontaktdaten:

Re: Karte entsperren - Gebühr rechtens?

Beitrag von webelch » 04.02.19, 08:17

Was ist zur Entsperrung vertraglich vereinbart?

Kannichtklagen
Topicstarter
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 253
Registriert: 02.10.12, 09:58

Re: Karte entsperren - Gebühr rechtens?

Beitrag von Kannichtklagen » 04.02.19, 08:33

Im Preis- und Leistungsverzeichnis ist nur "Nachbestellen einer persönlichen Gemeimzahl (PIN)" aufgeführt und mit einem Preis belegt. Da ich die PIN ja kenne, muss nix nachbestellt werden.
In den AGBs steht nur drin, dass der Kunde eine PIN erhält und dann zich Passagen zum Thema Sicherheit im Umgang mit der PIN.

Celestro
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 1833
Registriert: 22.06.05, 22:24

Re: Karte entsperren - Gebühr rechtens?

Beitrag von Celestro » 04.02.19, 09:45

Stelle mir gerade die Frage, wie das funktionieren soll. Die Karte ist gesperrt ... jetzt soll man mit der gesperrten Karte Geld abheben (hä ?) und dabei die PIN resetten ? :?: :?: :?:

ExDevil67
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 4779
Registriert: 17.01.14, 09:25

Re: Karte entsperren - Gebühr rechtens?

Beitrag von ExDevil67 » 04.02.19, 10:03

Irgendwer hier der in letzter Zeit mal am Geldautomaten war? Ich bekomme mit einer Karte immer als erstes ein Auswahlmenü präsentiert was ich will (Geldabheben, Geldkarte laden etc) und ich meine da ist auch die Option "PIN ändern" bei. Dann könnte das sogar mit einer gesperrten Karte klappen. Wobei ich mich Frage wo da dann Gebühren anfallen sollen.
Wobei ich dafür keine Kreditkarte sondern die normale "EC-Karte" meiner Bank nutze.

Kannichtklagen
Topicstarter
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 253
Registriert: 02.10.12, 09:58

Re: Karte entsperren - Gebühr rechtens?

Beitrag von Kannichtklagen » 04.02.19, 14:53

Ich kenne es so: wer 3x im Laden die PIN falsch eingibt schaut am Automaten in die Röhre. Die Karte wird eingezogen. Die Aussage des Kundenservices war höchst fragwürdig und wurde mir trotz mehrfacher Bestätigung genau so erklärt.

ktown
FDR-Moderator
Beiträge: 21622
Registriert: 31.01.05, 08:14
Wohnort: Auf diesem Planeten

Re: Karte entsperren - Gebühr rechtens?

Beitrag von ktown » 04.02.19, 15:33

Ich kann also als Dieb 3x im Geschäft versuchen und dann wie viele mal am Automat? :lachen:
Alles, was ich schreibe, ist meine private Meinung.

Gesetze sind eine misslungene Kreuzung aus dem Alphabet und einem Labyrinth.
"Durch Heftigkeit ersetzt der Irrende, was ihm an Wahrheit und an Kräften fehlt" Zitat Goethe

Tom Ate
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 1667
Registriert: 22.02.13, 10:10

Re: Karte entsperren - Gebühr rechtens?

Beitrag von Tom Ate » 04.02.19, 18:48

Die EntspeerPin schicken lassen (kostet möglicherweise Gebühr), am Geldautomaten auf Wundvh Pin gehen und mit Entsperrpin eine neue Pin freischalten. Fertig.

Kannichtklagen
Topicstarter
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 253
Registriert: 02.10.12, 09:58

Re: Karte entsperren - Gebühr rechtens?

Beitrag von Kannichtklagen » 05.02.19, 11:38

Tom Ate hat geschrieben:Die EntspeerPin schicken lassen (kostet möglicherweise Gebühr), am Geldautomaten auf Wundvh Pin gehen und mit Entsperrpin eine neue Pin freischalten. Fertig.
Also so schlimm ist die Kundenbeziehung noch nicht, dass ich mir einen Speer schicken lassen muss :lol:

Es geht ja nicht darum, dass die PIN vergessen wurde, sondern darum, dass man Geld fürs Entsperren einer dem Kunden bekannten PIN bezahlen soll.

ktown
FDR-Moderator
Beiträge: 21622
Registriert: 31.01.05, 08:14
Wohnort: Auf diesem Planeten

Re: Karte entsperren - Gebühr rechtens?

Beitrag von ktown » 05.02.19, 11:40

Kannichtklagen hat geschrieben:Es geht ja nicht darum, dass die PIN vergessen wurde, sondern darum, dass man Geld fürs Entsperren einer dem Kunden bekannten PIN bezahlen soll.
Wieso soll die Bank Kosten tragen, wenn eine Sicherheitssperre, durch eine Fehlbedienung des Kunden, die Nutzung verhindert?
Alles, was ich schreibe, ist meine private Meinung.

Gesetze sind eine misslungene Kreuzung aus dem Alphabet und einem Labyrinth.
"Durch Heftigkeit ersetzt der Irrende, was ihm an Wahrheit und an Kräften fehlt" Zitat Goethe

SusanneBerlin
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 16195
Registriert: 05.11.12, 13:35

Re: Karte entsperren - Gebühr rechtens?

Beitrag von SusanneBerlin » 05.02.19, 12:11

Kannichtklagen hat geschrieben:Ich kenne es so: wer 3x im Laden die PIN falsch eingibt schaut am Automaten in die Röhre. Die Karte wird eingezogen. Die Aussage des Kundenservices war höchst fragwürdig und wurde mir trotz mehrfacher Bestätigung genau so erklärt.
Sie haben also die Wahl, ob Sie das von der Hotline vorgeschlagene Vorgehen ausprobieren. Falls es klappt, werden Ihr Kreditkartenkonto mit 5€ Barabhebungsgebühr belastet.
Falls Ihre Befürchtung zutrifft und es nicht klappt, wird die Karte eingezogen, Sie fordern eine neue Karte an und zahlen vereinbarungsgemäß 15 €.
Es geht ja nicht darum, dass die PIN vergessen wurde, sondern darum, dass man Geld fürs Entsperren einer dem Kunden bekannten PIN bezahlen soll.
Es handelt sich trotzdem um eine Zusatzleistung. Diese Zusatzleistung ist in den AGB nicht aufgeführt, also darf das Kreditkartenunternehmen dafür nichts verlangen. Das Kreditkartenunternehmen verlangt auch nichts dafür, sondern die Hotline hat Ihnen einen Weg genannt, wie Sie die Entsperrung an einem Bankautomat selbst durchführen können. Wobei die Bank, deren Automaten Sie benutzen, dann eine Gebühr erhebt mit dem Ihr Kreditkartenkonto belastet wird.

Andererseits haben Sie mAn. auch keinen Anspruch auf Entsperrung der vorhandenen Karte, eben weil diese Leistung nicht in den AGB aufgeführt ist.

Sie sparen auf dem von der Hotline vorgeschlagenen Weg sogar 10 €, weil vertragsgemäß würde nur die Ausstellung einer neuen Karte mit Zuteilung einer neuen PIN in Frage kommen, und das würde mit 15 € zu Buche schlagen (10 € mehr als die Alternative Barabhebung mit Zurücksetzung der PIN).
Grüße, Susanne

ktown
FDR-Moderator
Beiträge: 21622
Registriert: 31.01.05, 08:14
Wohnort: Auf diesem Planeten

Re: Karte entsperren - Gebühr rechtens?

Beitrag von ktown » 05.02.19, 12:23

SusanneBerlin hat geschrieben: Diese Zusatzleistung ist in den AGB nicht aufgeführt, also darf das Kreditkartenunternehmen dafür nichts verlangen.
Doch.
Kannichtklagen hat geschrieben:Im Preis- und Leistungsverzeichnis ist nur "Nachbestellen einer persönlichen Gemeimzahl (PIN)" aufgeführt und mit einem Preis belegt.
Ich habe bisher nirgends eine Möglichkeit gehabt, dass ich PIN oder Passwort wieder freigeschaltet bekam. Es wurde immer zurück gesetzt.
Alles, was ich schreibe, ist meine private Meinung.

Gesetze sind eine misslungene Kreuzung aus dem Alphabet und einem Labyrinth.
"Durch Heftigkeit ersetzt der Irrende, was ihm an Wahrheit und an Kräften fehlt" Zitat Goethe

SusanneBerlin
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 16195
Registriert: 05.11.12, 13:35

Re: Karte entsperren - Gebühr rechtens?

Beitrag von SusanneBerlin » 05.02.19, 12:48

ktown hat geschrieben:
SusanneBerlin hat geschrieben: Diese Zusatzleistung ist in den AGB nicht aufgeführt, also darf das Kreditkartenunternehmen dafür nichts verlangen.
Doch.
Bisher habe ich nicht gelesen, dass der TE schrieb, dass in den AGB seines Kreditkartenunterbehmens die Leistung "Entsperrung der Kreditkarte nach dreimaliger Falscheingabe der PIN" enthalten ist und welcher Gebühr in den AGB dafür angegeben ist.
Grüße, Susanne

ktown
FDR-Moderator
Beiträge: 21622
Registriert: 31.01.05, 08:14
Wohnort: Auf diesem Planeten

Re: Karte entsperren - Gebühr rechtens?

Beitrag von ktown » 05.02.19, 13:14

und für was soll ein Nachbestellen einer persönlichen Geheimzahl sonst notwendig sein, wenn nicht für solche Fälle?
Alles, was ich schreibe, ist meine private Meinung.

Gesetze sind eine misslungene Kreuzung aus dem Alphabet und einem Labyrinth.
"Durch Heftigkeit ersetzt der Irrende, was ihm an Wahrheit und an Kräften fehlt" Zitat Goethe

SusanneBerlin
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 16195
Registriert: 05.11.12, 13:35

Re: Karte entsperren - Gebühr rechtens?

Beitrag von SusanneBerlin » 05.02.19, 13:36

ktown hat geschrieben:und für was soll ein Nachbestellen einer persönlichen Geheimzahl sonst notwendig sein, wenn nicht für solche Fälle?
Genau darum geht es ja. Der TE ist der Meinung, eine neue Geheimzahl ist nicht notwendig. Der TE will keine neue Geheimzahl bestellen, sondern er will dass die vorhandene Karte entsperrt wird, damit er die "alte" PIN weiterverwenden kann.

Dieses Entsperren der alten PIN ist in den AGB nicht vorgesehen, gleichwohl wurde dem TE überdie Hotline eine Möglichkeit genannt, bei der er angeblich selber die PIN zurücksetzen kann, nämlich indem er an einem Automaten Geld abhebt. Dieses Bargeld-Abgeben ist jedoch mit einer Gebühr verbunden. Und der TE stellt jetzt die Frage, ob das Kreditkartenunternehmen nicht dafür sorgen muss, dass die Karte mit der "alten" PIN weiter benutzt werden kann, OHNE dass ihm, dem Kartenbenutzer, Kosten entstehen.
Grüße, Susanne

Antworten