Umzug abgelehnt

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Aries1986
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Umzug abgelehnt

Beitrag von Aries1986 » 09.04.09, 16:44

Hallo!

Meine Freundin und ich wollen zusammenziehen. Sie hat ein Kind von einen anderen Vater und wohnt derzeit in eine andere Stadt mit ihrem Kind. Ich möchte zu ihr ziehen, da aber eine 2 Raum Wohnung für uns 3 Personen nicht angemessen ist, wollen wir zusammen in eine größere Wohnung ziehen.

Ich habe vom Arbeitsamt in Schwerin schon die Zusage für einen Zuzug bekommen... Wir haben den Antrag auf Umzug von der einen Wohnung in die andere schon abgegeben... Heute kam der Beschweid und sie lehnen es ab weil kein wichtiger Grund vorliegt.

Was können wir dagegen tun das sie den Umzug noch genehmigt? Weil wir können doch schlecht mit 3 Personen in einer 2 Raum Wohnung zusammenleben. Vorallem hat die Frau am Schalter mit Unterschrift bei meiner Zuzug Bestätigung schon per Unterschrift bestätigt das die Wohnung für uns angemessen wäre... Deswegen sind wir davon ausgegangen dass das Amt dem auch zustimmt...

Was nun=

Rena Hermann
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Beitrag von Rena Hermann » 09.04.09, 23:08

Umziehen darf meines Wissens jeder, wann und wohin er will.

Oder ist die Frage, ob die ARGE den Umzug finanzieren muss?

Wenn's nur um das reine Lebens-/Liebesglück geht, und nicht ein konkreter Job am Zuzugsort der Grund ist (und man dadurch ggf. aus dem Bezug raus kommt), dürfte die FInanzierung nicht unbedingt in den Aufgabenbereich der ARGE bzgl. der Verwendung von Steuergeldern fallen.

Aber man kann ja auch Familie/Freunde/Bekannte für 'nen Umzug mobilisieren. So teuer ist ein normaler Umzug bei zwei Zimmer dann auch nicht. Vielleicht ist ja irgendwo im Umfeld ein großes Auto vorhanden. Ansonsten Sonderangebote und Spezialtage bei den Autovermietern checken. Und als Dankeschön für die Helfer dann 'ne nette aber einkaufstechnisch günstige Pasta-Fete oder so.
Sollte also irgendwie (ggf. mit ein wenig sparen vorher) bezahlbar sein. :)

Viel Glück und Gruß
Rena
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suwi
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Re: Umzug abgelehnt

Beitrag von suwi » 10.04.09, 06:07

Aries1986 hat geschrieben:Hallo!

........., da aber eine 2 Raum Wohnung für uns 3 Personen nicht angemessen ist, ......
......
.... Weil wir können doch schlecht mit 3 Personen in einer 2 Raum Wohnung zusammenleben. .......
Wieso bitte kann man nicht zu dritt (erstmal) in einer 2-Raum-Wohnung wohnen????

"Nicht angemessen" ?????? Ich fasse es nicht!

Aries1986
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Beitrag von Aries1986 » 10.04.09, 07:12

Ähm das Kind braucht ein eigenes Zimmer (Kinderzimmer) und dann bleibt nur noch Wohnzimmer und Küche. Wo sollen denn die Eltern schlafen???

Zudem zum ersten Post. Es geht nicht um die Kosten an sich des Umzuges, sondern nur darum das die ARGE sich erstmal weigert die Kosten der Unterkunft nicht zu zahlen OBWOHL sie angemessen und im Rahmen liegen der gesetzlichen Grundlage.

suwi
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Beitrag von suwi » 10.04.09, 07:46

Aries1986 hat geschrieben:Ähm das Kind braucht ein eigenes Zimmer (Kinderzimmer) und dann bleibt nur noch Wohnzimmer und Küche. Wo sollen denn die Eltern schlafen???

......
Sag mal, ist das alles dein Ernst? Tausende von jungen Elternpaaren beginnen in einer 2-Raum-wohnung, oft genug sogar in einer 1-Raum-Wohnung.
Es soll sogar Leute geben, die mit 2 Kindern in einer 2-Raum-Wohnung sehr gut zurecht kommen.
Da gibt es unendlich viele Möglichkeiten und einige sehr toller Ideen!
Ein noch kleines Kind "brauch" überhaupt kein eigenes Zimmer. Eine nett abgeteilte Schlafecke bei den Eltern, eine hübsch gestaltete Kinderecke im Wohnzimmer. Reicht für den Anfang völlig.
Die Eltern können das Wohnzimmer zum Schlafen nutzen (schon was von ausziehbarer Couch gehört?) .
Man kann ein Zimmer mit einer leichten Wand oder einen Schrank oder einem Vorhang teilen--------schon gewinnt man ein zusätzliches Zimmerchen.


Man kann natürlich auch eine große, geräumige Wohnung mit Zimmern nach Bedarf oder Wunsch und eigenem Bad für's Kind suchen und dort einziehen. Dies sollte man dann aber auch selbst bezahlen können.

suwi
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Beitrag von suwi » 10.04.09, 10:06

Ich habe sogar 4 Kinder im Hause.
Es ist völlig gleichgültig, wie nun die euch derzeit zur Verfügung stehende 2-Raum-Wohnung beschaffen ist. Man kann aus der kleinsten Bude was machen, wenn man willens ist.
Dein Vergleich mit Indien hinkt gewaltig, davon seid ihr selbst zu dritt in 2 Zimmern (plus Küche, Bad und Flur) meilenweit entfernt.
Dass man Komfort und angenehme Wohnverhältnisse wünscht, kann ich verstehen.
Was ich nicht verstehen kann, dass Du das willst auf meine Kosten. (Und auf Kosten vieler anderer, die ihre Wohnung nur so groß bemessen können wie sie sie auch bezahlen können).

Ich begrüße sehr, dass dir der Wunsch nach MEHR Wohnraum für dein individuelles Wohlbefinden nicht bewilligt wurde. Du darfst selbstverständlich jederzeit nach Gutdünken eine Wohnung deiner Wahl beziehen. Das wird dir niemand verbieten. Aber dann bezahl die auch selbst!

Gerd aus Berlin
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Beitrag von Gerd aus Berlin » 11.04.09, 03:04

Das hübsche Karfeiertagsgeplänkel über Wohnzimmer und Intimzimmer ist ja hübsch, aber müßig, da das Amt, auch wenn die neue Butze angemessen ist, dafür überhaupt keine Stellungnahme vorab abgeben muss, sowenig wie zu den künftigen Lottozahlen:

"Der kommunale Träger ist nur zur Zusicherung verpflichtet, wenn der Umzug erforderlich ist ..." Absatz 2 Satz 2 in http://www.gesetze-im-internet.de/sgb_2/__22.html

Und das ist er nu weißjott nich. Höchstens wünschenswert ...

Gruß von der Schädelstätte, Gerd

Peacekeeper
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Beitrag von Peacekeeper » 11.04.09, 12:02

Aries1986 hat geschrieben:
Weil 24 Stunden auf engsten Raum mit 3 Personen geht an die Substanz und Nerven... Man braucht auch mal Freifraum!
Den Freiraum hast du ja noch , wenn ein mangelnder Freiraum dir jetzt schon auf die Nerven geht und Ihr 24 std am Tag euch auf der Pelle sitzen werdet,dann darf doch wohl einmal die Frage warum du überhaupt umziehen willst gestellt werden.

Grundsätzlich besteht aber die Freiheit sich die Wohnung/ Haus auszusuchen die eine gefällt wenn man sie denn auch selbst bezahlt., hier könnte der TE ja auch durch Arbeit von den 24 std gemeinsamen TV schauens und Sofakuscheln 12 std am Tag arbeiten gehen.

Was ich nicht einsehe ist das mit meinen Steuergeldern rein private Angelegenheiten bezahlt werden sollen.
Man muss nicht alles wissen, man sollte nur wissen wo alles steht.

Janis B.
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Beitrag von Janis B. » 11.04.09, 22:03

Irgendwie stößt mir das hier unangenehm auf, wie ihr mit dem Fragesteller umgeht.

Im letzten Beitrag meine ich eine Unterstellung zu lesen, dass der Fragesteller und seine Freundin nicht arbeiten gehen wollen.

Und das ist nicht fair. Ihr wißt nichts von den Umständen und ihr habt auch nicht danach gefragt, in denen sich beide befinden und es ist nicht immer so, dass jemand Arbeit findet, auch wenn er es möchte.

Und ich finde auch, wenn es schon das Gesetz gibt über den angemessenen Wohnraum, dann steht der auch zu. Es kann ja sogar so sein, dass die Miete für eine Arge billiger wäre, wenn beide zusammen ziehen, denn oft sind kleine Wohnungen im Verhältnis um einiges teurer. Oder beide können sich besser die Kind-Aufsicht teilen und sind dadurch flexibler in der Jobsuche oder sie sind einfach glücklicher. Und Glück führt ja bekanntlich dazu, dass man bessere Energie hat z.B. oder mehr Ausstrahlung, die dann z.B. auch einen Arbeitgeber veranlasst, denjenigen eher einzustellen, als eine traurige Leidensgestalt.

Es gibt noch mehr zwischen Himmel und Erde als Geld. Und ich denke immer daran, wie sich derjenige fühlen würde, geriete er selbst in so eine Situation wie mit der Arge und der Arbeitslosigkeit... und das ist nicht immer die eigene Schuld.... und er wäre verliebt und wollte mit dem Partner leben - und das unter Umständen, die gesetzlich (!) als angemessen gelten.

Schon ein wenig Vorverurteilung, findet ihr nicht?

Peacekeeper
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Beitrag von Peacekeeper » 11.04.09, 23:29

Janis B. hat geschrieben:Irgendwie stößt mir das hier unangenehm auf, wie ihr mit dem Fragesteller umgeht.



Schon ein wenig Vorverurteilung, findet ihr nicht?


Was mir unangenehm auffällt ist die Meinung einiger Personenkreise, das der Staat, das Amt, oder die Arge, für das Glück eines einzelnen verantwortlich sein soll und man schließlich ein Recht auf Dinge im Leben hat die man eigentlich SELBST regeln sollte, es sei denn man kann sich aufgrund von gesundheitlichen Problemen nicht selbst um sich kümmern.

Diese Meinung das der Staat für das private Lebensglück verantwortlich gemacht wird und auch bitteschön das zu tun hat was ich gerne möchte geht mir wirklich so was von auf den Keks.

Ich bin der Auffassung das es sich nicht um eine Vorverurteilung handelt, sondern wenn man zwischen den Zeilen lesen kann und genügend Lebenserfahrung besitzt auch seine eigene Interpretation der Dinge schreiben darf.
Man muss nicht alles wissen, man sollte nur wissen wo alles steht.

Janis B.
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Beitrag von Janis B. » 12.04.09, 12:32

Nun ja, nicht jeder war seit seinen Twen-Jahren abhängig vom Arbeitslosengeld und was der Staat so an Steuern verlangt, die jeder hart erarbeiten muß und erarbeitet hat irgendwann in seinem Leben.... da kann dann schon mal ein Anspruch entstehen, wenn man arbeitslos wird - oder nicht?

So funktioniert doch ein Sozialstaat, oder habe ich da was mißverstanden?

Und ganz abgesehen davon - ich bin nicht unbedingt mit allem einverstanden, wofür der Staat die hart von jedem erarbeiteten Steuergelder verwendet. Ich gebe mein Geld lieber jemandem der hier in Not gerät, als z.B. Kriege mitzufinanzieren oder Banken zu unterstützen in dieser Finanzkrise, wofür der Arbeitslose next to you nichts kann.

Denk mal ein bisschen umfassend und zieh nicht nur ein Puzzelsteinchen raus aus dem ganzen Spiel.

Dipl.-Sozialarbeiter
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Beitrag von Dipl.-Sozialarbeiter » 12.04.09, 13:14

Janis B. hat geschrieben:Nun ja, nicht jeder war seit seinen Twen-Jahren abhängig vom Arbeitslosengeld und was der Staat so an Steuern verlangt, die jeder hart erarbeiten muß und erarbeitet hat irgendwann in seinem Leben.... da kann dann schon mal ein Anspruch entstehen, wenn man arbeitslos wird - oder nicht?
...
Ein Anspruch auf eine Versicherungsleistung kann sich aus erbrachten Vorleistungen zur Solidargemeinschaft ergeben. Dies ist bei dem Arbeitslosengeld I nach dem SGB III (Arbeitsförderung) der Fall.

Der Bezug des Arbeitslosengeldes II (besser als "Hartz IV" bekannt) wird aber nach dem SGB II (Grundsicherung für Arbeitssuchende) aus Steuermittel gewährt, und setzt die Bedürftigkeit voraus. Ferner muß der Bedürftige nicht in der Lage seine Bedürftigkeit selbst und/oder mit eigenen Mitteln zu beheben. Grundsätzlich gehen aber privatrechtliche Unterhaltsverpflichtungen dem Bezug der steuerfinanzierten Sozialleistungen vor (s.a. Subsidiaritätsprinzip).
Janis B. hat geschrieben:...
So funktioniert doch ein Sozialstaat, oder habe ich da was mißverstanden?
...
Ja, Sie haben etwas mißverstanden, und zwar gründlich. Jeder volljährige, arbeitsfähige, gesunde und junge (bis 65 Jahre) Mensch ist für sich selbst verantwortlich und hat seinen eigenen Lebensunterhalt selbst sicher zu stellen. Nur dann, wenn er dies selbst (aus bestimmten Gründen) nicht kann, dann tritt (nachrangig) der Sozialstaat ein. Der Staat ist nicht für den einzelnen Menschen verantwortlich.
Janis B. hat geschrieben:...
Und ganz abgesehen davon - ich bin nicht unbedingt mit allem einverstanden, wofür der Staat die hart von jedem erarbeiteten Steuergelder verwendet. Ich gebe mein Geld lieber jemandem der hier in Not gerät, als z.B. Kriege mitzufinanzieren oder Banken zu unterstützen in dieser Finanzkrise, wofür der Arbeitlose next to you nichts kann.
...
Ich bin zum Beispiel nicht damit einverstanden, wenn der Sozialstaat zu unrecht dann in Anspruch genommen wird, obwohl ein Hilfeempfänger nicht bedürftig ist oder sich selbst helfen könnte.
Janis B. hat geschrieben:...
Denk mal ein bisschen umfassend und zieh nicht nur ein Puzzelsteinchen raus aus dem ganzen Spiel
Den Ball werfe ich gerne zurück. Der Sozialstaat kann und darf nicht die Eigenverantwortung des einzelnen Menschen ersetzen.

lisa63
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Beitrag von lisa63 » 12.04.09, 19:46

Würde mich nur mal interessieren:
Wie alt ist das Kind denn?
(oder habe ich da etwas überlesen, weil von kleiner Spielecke einrichten geschrieben wurde)
Wie groß ist die jetzige Wohnung
und wie groß wäre die neue Wohnung?

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Beitrag von Dipl.-Sozialarbeiter » 12.04.09, 19:55

lisa63 hat geschrieben:...
(oder habe ich da etwas überlesen, weil von kleiner Spielecke einrichten geschrieben wurde)
...
und
Aries1986 hat geschrieben:...
Das Wohnzimmer ist klein, wie soll man da eine Schlafecke machen?
...
Unter uns: Bei Erwachsenen kann eine "Schlafecke" zugleich eine "Spielecke" sein. :ostern:

Dummerchen
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Beitrag von Dummerchen » 12.04.09, 23:00

Dipl.-Sozialarbeiter hat geschrieben:Unter uns: Bei Erwachsenen kann eine "Schlafecke" zugleich eine "Spielecke" sein. :ostern:
Bei den ganzen Kleinen auch - aber die spielen andere Spiele. :wink:

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