Bauvoranfrage Absage

Öffentliches und privates Baurecht, Bebauungsrecht, Nachbarrecht

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magnus567
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Bauvoranfrage Absage

Beitrag von magnus567 » 03.05.09, 11:27

Hallo zusammen,

habe folgende Frage:

X beabsichtigt ein Einfamilienhaus im Außenbezirk einer kleinen Ortschaft zu bauen. Er stellt daher eine Bauvoranfrage an das Bauamt. Diese Bauvoranfrage wird nun abgelehnt:

Begründung:

1) das Bauvorhaben diene keinem Land-und forstwirtschaftlichen Betrieb.

2) Die Bebauung beeinträchtige öffentliche Belange , da die Entstehung, verfestigung oder Erweiterung einer Splittersiedlung zu befürchten sei.
Dies wird damit begründet, dass sich in der näheren Umgebung bereits 6 Wohnhäuser (u.a. auch Landwirtschaften) die einen typischen Siedlungssplitter dartsellen befinden.
Ein neues Haus würde diesen Siedlungssplitter erweitern bzw. verfestigen.

3) Eine Lückenbebauung sei auch nicht möglich da innerhalb der Lücken der 6 Wohnhäuser mindestens noch einmal 6 Wohnhäuser hinzutreten können, so dass man in diesem Fall nicht von einem maßvollen Auffüllen einer Splittersiedlung sprechen könne.


Zu 1 ) Was bedeutet in diesem Fall Land-und Forstwirtschaft? Wenn X nun 10 Gallowayrinder auf einer entfernten Weide hält, ist das dann schon als Land-und Forstwirtschaft zu bezeichnen ?

zu 2) was sagt IHr zu der Aussage hinsichtlich des Siedlungssplitters ?

zu 3) Begründung 3 ist m.E. nicht zu verstehen! X will ja lediglich ein Einfamilienhaus errichten. Das kann doch nicht davon abhängen, ob noch 5 weitere möglich sind....
Die Errichtung eines Einfamilienhaus stellt in diesem Fall m.E ein maßvolles Auffüllen dar.
WAs ist denn maßvoll, wenn ein Einfamilienhaus bereits nicht maßvoll sein soll ?


Ich bitte um Anregungen

MfG

lissy

Re: Bauvoranfrage Absage

Beitrag von lissy » 03.05.09, 21:40

magnus567 hat geschrieben:
Zu 1 ) Was bedeutet in diesem Fall Land-und Forstwirtschaft? Wenn X nun 10 Gallowayrinder auf einer entfernten Weide hält, ist das dann schon als Land-und Forstwirtschaft zu bezeichnen ?


Wenn X einige Galloways auf einer Weide hält, wird das von den Behörden als Hobbyhaltung angesehen werden.

magnus567
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Beitrag von magnus567 » 04.05.09, 08:21

Ab wann liegt denn dann keine Hobbyhaltung vor?

Ronny1958
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Beitrag von Ronny1958 » 04.05.09, 09:30

magnus567 hat geschrieben:Ab wann liegt denn dann keine Hobbyhaltung vor?
Hallo,

um mal mit einem offensichtlich Missverständins aufzuräumen:

1. nicht jedes landwirtschaftliche Bauvorhaben genießt per se eine baurechtliche Privilegierung,

2. nicht jede Rinderherde macht bereits einen landwirtschaftlichen Betrieb aus,

3. auch wenn ein landwirtschaftlicher Grossbetrieb vorliegt, bedeutet dass nicht zwangsläufig, dass ein Wohnhaus in den Aussenbereich gepflastert werden darf.

Privilegiert , d.h. vom Bauverbot im Aussenbereich ausgenommen wäre bei einer 10-Galloway-Rinderherde allenfalls der Unterstand auf der Weide, dieser dürfte also errichtet werden.

Bei einer 100-Galloway-Rinderherde würde daraus ggf. noch ein fester Stall werden dürfen.

Aber in beiden Fällen würde selbst einem Haupterwerbslandwirt nicht automatisch das Privileg zuteil werden, im Aussenbereich ein Wohnhaus errichten zu dürfen.

Grüße
Ronny ;)
Das Bonner Grundgesetz ist unverändert in Kraft. Eine deutsche Reichsverfassung, eine kommissarische Reichs-Regierung oder ein kommissarisches Reichsgericht existieren ebenso wenig, wie die Erde eine Scheibe ist. (AG Duisburg 26.01.2006)

spraadhans
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Beitrag von spraadhans » 04.05.09, 10:06

Zur Verdeutlichung:

Der Außenbereich soll grds. von Bebauung freigehalten werden.

Steuerpilot22
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Beitrag von Steuerpilot22 » 12.05.09, 15:14

Ich sehe hier eine Möglichkeit!

Das Halten einer Gallowayherde ist zweifellos eine landwirtschaftliche Tätigkeit!!
Somit erledigt sich die Begründung 1)

X sollte dementsprechend Widerspruch einlegen

lissy

Beitrag von lissy » 12.05.09, 15:46

Hier ist was zum Lesen über privilegiertes Bauen (Landwirtschaft) im Aussenbereich:
http://www.alb-bayern.de/wissen/infobri ... 004%20.pdf

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