KFZ Kauf von Privat - nachträglich sehr schwere Mängel !

Rechtsgeschäfte des täglichen Lebens, Kaufrecht für Käufer und Verkäufer, Werkvertragsrecht

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Chris88
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KFZ Kauf von Privat - nachträglich sehr schwere Mängel !

Beitrag von Chris88 »

Hallo,

vor ca. 1 Monat habe ich mir ein 14 Jahre alten Audi A4 gekauft - von Privat.

Beim Verkaufsgespräch wurde darauf hingewiesen das die Servolenkung nicht geht und es nur die Servopumpe ist (der Verkäufer war ein "Bastler" und hat vieles selbst gemacht.)
Zudem hatte der Wagen vor ca. 5 Monaten TüV/AU neu bekommen.Zudem war das Schiebedach ohne Funktion, laut Verkäufer musste es nur angeschlossen werden.
Ein Fensterheber sollte auch net gehen, muss nur neu eingehängt werden und fertig....

Zu hause den Wagen dann in die Werkstatt gebracht. Lenkgetriebe undicht -> Servoöl fließt raus, Schaden von 800,- EUR.
Das Schiebedach habe ich mir dannach angeguckt - es mus net angeschlossen sondern komplett verkabelt werden!.
Der Fensterheber Mechanismus ist auch nicht nur rausgefallen sondern war abgebrochen.

Zudem waren die Bremsen vorne komplett runter und eingelaufen (wie hat der Tüv bekommen??)

Beim Bremsen taushcen haben wir festgestellt das die Stoßdämpfer nicht befästigt waren (Nur Schraube druch, keine mutter oder sonstige befästigung!)


Kann man den Verkäufer dafür irgendwie dran bekommen? Ich meine - ich bin bin mir zu 100% sicher, dass er das alles wusste. Und immerhin sind das echt lebensgefährliche sachen (Bei dem Lenkgetriebe kann ein Rad blockieren und nen Stoßdämpfer will ich bei 150 auf der Autobahn auch net unbedingt verlieren!).

Noch was dazu - Es wurde KEIN Kaufvertrag gemacht. Ich habe einen Zeugen der dabei war und alles mitbekommen hat und das bestätigen kann!.

Hoffe ihr könnt mir helfen und schonmal danke an alle die bis hier gelesen haben ;)

Wie ist die Rechtslage?

mfg chris

Vormundschaftsrichter
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Re: KFZ Kauf von Privat - nachträglich sehr schwere Mängel !

Beitrag von Vormundschaftsrichter »

Chris88 hat geschrieben:Kann man den Verkäufer dafür irgendwie dran bekommen?
Ja, für Sachmängel muss der Verkäufer geradestehen!
Gruß
Vormundschaftsrichter


der stellvertretende nimmt seine nightstick und beginnt das Schlagen der daylights aus der Anwalt

Michael A. Schaffrath
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Beitrag von Michael A. Schaffrath »

Ohne schriftlichen Vertrag müßte der (private) VK erst mal beweisen, daß er die Gewährleistung ausgeschlossen hat.

Ebenso müßte er beweisen, daß er den K auf die Mängel hingewiesen hat (und, wenn er das kann, der K, daß der VK ihm Zusicherungen bezüglich der (geringen) Schwere der Mängel gemacht hat).
DefPimp: Mein Gott
Biber: Nö, war nur M.A.S. Aber hier im Forum ist das schon ziemlich dicht dran.

Chabos wissen, wer der M.A.S. ist.

Tim_S.
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Beitrag von Tim_S. »

Tag,
vor ca. 1 Monat habe ich mir ein 14 Jahre alten Audi A4 gekauft...darauf hingewiesen das die Servolenkung nicht geht...Schiebedach ohne Funktion...Fensterheber sollte auch net gehen...Verkäufer war ein "Bastler" und hat vieles selbst gemacht
Wenn sie zur Zeit der Geltung der Abwrackprämie einen 14 Jahre alten A4 mit diversen Mängeln von einem privaten Verkäufer erwerben, der offenlegt als "Bastler" vieles (!) selbst (!) gemacht zu haben, darf man annehmen, dass der Kaufpreis entsprechend gering war.
Das sollte bei der Prognose über die Erfolgsaussichten nicht unterschätzt werden. Wenn der Verkäufer eine Fahrbereitschaft oder Verkehrssicherheit nicht behauptet hat - und davon steht oben nichts (TÜV wurde zwar behauptet, aber den hat der Wagen ja auch tatsächlich bekommen) - fragt sich auch, ob dies wirklich verlangt werden kann. Bei einem Kauf eines 3-Jahres-Wagens vom Händler wäre das wohl selbstverständlich, beim Kauf dieser 14 Jahre alten Wanne von Privat finde ich das nicht selbstverständlich.

Gruß

Chris88
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Beitrag von Chris88 »

also kann ich davon ausgehen, da er unwahre aussagen gemacht hat und ich einen Zeugen habe, gute Karten habe ihn iwie noch ein bisschen Geld auszulocken oder Reparaturen in Rechnung zu stellen?.

Er hat immerhin keine Gewährleistung ausgeschlossen...

Tim_S.
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Beitrag von Tim_S. »

Äh, Chris88, wenn Sie mich meinen sollten: Nein, Sie haben keine guten Karten, sondern m. E. außerordentlich besch...eidene Karten, dem Privatverkäufer
...iwie noch ein bisschen Geld auszulocken
.

spraadhans
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Beitrag von spraadhans »

Zumal hier zwischen normaler Verschleißerscheinungen und Sachmängeln i.S.d. 434 BGB unterschieden werden muss. Letztere dürften nur schwer nachweisbar sein.

I-user
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Beitrag von I-user »

§ 434 BGB hat geschrieben:(1) Die Sache ist frei von Sachmängeln, wenn sie bei Gefahrübergang die vereinbarte Beschaffenheit hat. Soweit die Beschaffenheit nicht vereinbart ist, ist die Sache frei von Sachmängeln,

1.
wenn sie sich für die nach dem Vertrag vorausgesetzte Verwendung eignet, sonst
2.
wenn sie sich für die gewöhnliche Verwendung eignet und eine Beschaffenheit aufweist, die bei Sachen der gleichen Art üblich ist und die der Käufer nach der Art der Sache erwarten kann.
Ich denke, auch bei einem noch so günstigen 14 Jahre alten Auto mit TÜV/AU vor fünf Monaten kann man bei fehlenden abweichenden Vereinbarungen erwarten, dass es straßenverkehrstauglich ist. Und die falschen Zusicherungen des Verkäufers lassen zusätzliche Eigenschaften zu erwartend sein, auch wenn sie bei ähnlichen Autos nicht unbedingt vorhanden sein müssten.
"My English is not the yellow from egg, but I can German!"

spraadhans
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Beitrag von spraadhans »

Bei einem 14 Jahre alten Bastlerfahrzeug, dass wohl eher selten von einem Fachmann instandgesetzt wurde, steht doch zu vermuten, dass da einiges im Argen ist. Die Aussagen des V dürften noch dazu schwer beweisbar sein.

In Anbetracht des geringen Streitwertes dürfte es hier kaum empfehlenswert sein, den Rechtsweg zu bestreiten.

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