Außenwanddämmung / Innenwanddämmung

Moderator: FDR-Team

ArthurErnst
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Außenwanddämmung / Innenwanddämmung

Beitrag von ArthurErnst »

Hallo,

wer von euch hat Erfahrung mit der Außen- oder Innenwanddämmung?
A. wollte dies bei einem kleinen EFH im Sinne der neuen Energieverordnung
machen lassen. Nun hat er aber gehört (und sogar gesehen), dass diese
Massnahmen auch zu Schimmelbildung führen können.
Das Haus ist bis heute schimmelfrei. Soll man das riskieren? Ich fürchte nein!
Es muß doch noch andere Möglichkeiten gebenals die totale Abdichtung der
Wände, oder?! Welche?

Freundliche Grüße
Arthur

Phönix3
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Beitrag von Phönix3 »

Bei Holzfaserdämmplatten ist die Gefahr des Schimmelns i.d.R. nicht gegeben. Solche Platten lassen eine hohe Diffussion zu (Aufnahme von Feuchtigkeit, Abgabe von Feuchtigkeit) Wenn dann noch richtiges Stosslüften erfolgt, sehe ich keine Bedenken. Das Styropor natürlich "schwitzt" und wenn dann noch Alu-Fensterrahmen eingebaut sind (Kältebrücken) braucht man sich über Schimmel nicht zu wundern. Mit Holzfaserdämmplatten passiert so etwas i.d.R. nicht. Allerdings sollten dennoch Fenster keine Drei-Lippen-Dichtung haben. Wenn Fenster "zu dicht" sind, kann es auch zur Schimmelbildung rund um das Fenster und in den Ecken kommen. Je nach Bauweise empiehlt sich auch ein Anstrich mit Kalk oder hochwertigen Dispersionsfarben. Vorsicht bei Lattexfarben, vor allem im Badezimmerbereich, die machen die "Wände dicht", die können dann nicht mehr richtig atmen. LG Phönix

Landjäger
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Beitrag von Landjäger »

Ich habe mich als Eigentumswohnungsbesitzer da mal schlau gemacht.

Von einer Innendämmung ist grundsätzlich abzuraten, da sich zwischen Außenwand und Dämmung Schimmel bildet.

Phönix3
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Beitrag von Phönix3 »

Landjäger hat geschrieben:IVon einer Innendämmung ist grundsätzlich abzuraten, da sich zwischen Außenwand und Dämmung Schimmel bildet.
Das kann man pauschal leider so nicht sagen. Schimmel bildet sich z.B. dann, wenn aussen mit Styropor und ähnlichem minderwertigen Materialien gedämmt wurde. Empfehlenswert ist sowieso generell eine Innen- und Aussendämmung mit HFDP (Holzfaserdämmplatten) So können die Wände komplett "atmen". Schimmel hat keine Chance, vorausgesetzt, es wird richtig geheizt und gelüftet. Allein von den Heizkosten (gute Wärmedämmung, weniger Kosten) würden sich die hochwertigen und relativ teueren HFDP schon in wenigen Jahren amortisieren, wenn man die Aussen-Dämmung wenigstens erneuern würde auf HFDP. Styropor ist für mich keine Wäremedämmung, sondern bestenfalls Verpackungsmaterial :mrgreen: Es ist schon in der Herstellung umweltschädlich und schwitzt leicht, nimmt keine Feuchtigkeit auf, kann also auch nichts "verdampfen" lassen. Ich verstehe nicht, dass so etwas überhaupt erlaubt ist und als Standard vorgeschrieben wurde nach VOB. Das Schwitzwasser läuft einfach in Ritzen und Spalten und richtet u.U. Schäden an der Bausubstanz an. Ich habe früher HFDP verkauft, daher weiss ich das so genau :D Und wie gesagt, der Innen-Anstrich ist auch wichtig und die Fenster, wie die isoliert sind. Ich empfehle, mal einen "Baubiologen" im www zu suchen für eine Beratung oder eine unverb. Beratung von Firmen, die HFDP anbieten. Bei ersterem kann man zumindest relativ sicher sein, dass der nicht nur seine Produkte an den Mann bringen will, sondern "frei beratend" tätig sein kann. LG Phönix

ungerecht
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Beitrag von ungerecht »

Es gibt viele alte Zöpfe, die abgeschniten werden müssen: Wände müssen überhaupt nicht atmen, ansonsten dürfte es keine modernen Glasfassaden geben, denn Glas KANN nun einmal nicht atmen. Bei Innen-Dämmung bildet sich Schimmel an den UN-gedämmten Außenbauteilen. Streng erforderlich sind Dämmstoffe, die Feuchtigkeit SPERREN. Dächer sind physikalisch gesehen auch "Wände" und werden schon seit Jahrzehten fast nur von innen gedämmt. Vor der Dämmung wird allerdings immer eine Dampfsperre befestigt. Moderne Fenster atmen auch nicht und an den ungedämmten Laibungen bildet sich dann oft Schimmel. Gut sind Styro-DUR-Platten; nicht zu verwechseln mit Syro-POR. Altbauten mit Klinkerfassaden lassen sich ohnehin nicht von außen dämmen. Gruß. Rolf

Phönix3
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Beitrag von Phönix3 »

@ungerecht
Was Du schreibst, davon ist die Hälfte nicht richtig. Sprich mal mit einem Physiker und einem Baubiologen.
Früher in alten Bauernhäusern z.B. gab es das "Schimmelproblem" erst gar nicht.
Die Wände haben geatmet. Lehm, Stroh, gepresst, Putz und Kalk drauf. (Kal nimmt Feuchtigkeit auf und gibt sie wieder ab)
Fenster waren nie dicht und das ist gut so ! Heute geht man von der 3-Lippendichtung schon wieder auf eine 2-Lippendichtung über und vor allem weg von Alu-Fensterrahmen, die nur Kältebrücken schaffen und somit Schwitzwasser verursachen.
Ich bin mit Recht ein grosser Fan von biologischen Baustoffen. Den einzigen "Duro-Plast" zum Beispiel, den ich in meinem haus gelten lassen würde, wären die Fenster. Alles andere ist natürlich und selbstverständlich atmungsaktiv. Eine gute Isolierung kommt von den Zwischenwänden. Damals beim Fachwerk (das beste und Stabilste, was es gibt) hat man mit diesem "Luftkissen" gearbeitet. Jeder Mensch weiss, wenn es kalt ist un der eine enge lange Hose anhat, dass ihm kälter ist, als wenn die Hose am Bein nicht anliegt. Es wird weniger Wärme nach Aussen abgeben und die warme Luft kann darunter wie ein Wärmekissen fluten.
Im übrigen hinkt der Vergleich mit Glasfassaden sehr.
Man hat nicht ohne Grund die Heizkörper stets VOR dem Fenster installiert.
Warme Luft - kalte Luft gibt Luftbewegung, Strömungen.
Wer auch dort nicht lüftet (irgendwohin muss ja die Feuchtigkeit vom Gefälle und von der Tamung) bekommt auch dort Schimmel und zwar am Silicon an den Scheiben.....

Eine vernünftige Innendämmung, möglichst in Verbindung mit einer Aussendämmung, Stosslüften und intelligentes Heizen schafft ein gutes Klima.

Es kommen aber noch andere Faktoren hinzu.
Früher zum Beispiel stand ein Rohbau 1 Jahr lang leer und konnte austrocknen (Winter = Kälte entzieht Feuchtigkeit), konnte ausstinken und ausgasen.

Heute, aufgrund finanzieller Belastungen, wird viel zu schnell eingezogen !
Das Haus ist nicht wirklich trocken, da kommt schon Tapete und zwei Lagen Farbe drauf und wenn dann einer noch im Winter einzieht und heizt, sit das Problem oft schon vorprogrammmiert.
Dann noch die Schlechtwetterseite, wo der Regen auf die Fassade patscht und Plastikschaum als Dämmung, Alufenster und Zack ! Haben wir den Salat !
Bewohner können sich schon mal beim Arzt anmelden wegen Husten, Hautausschlägen....
Gruß
Phö-nixe

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ungerecht
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Beitrag von ungerecht »

Weit bevor ich diesen Beitrag schrieb habe ich mich mit einem Wissenschaftler für Bauphysik ausgetauscht. Insbesondere bei Dämmung von äußerlich nicht veränderbaren Bauteilen (Klinker/Denkmalschutz etc.) bleibt NUR die Innendämmung. Das NEUESTE Verfahren sind keine VORWEG feuchtigkeitssperrenden Dämmstoffe, sondern welche, die die Feuchtigkeit absorbieren und wieder abgeben. Nach den NEUESTEN Vorschriften sind Heizkörper VOR Glas gar nicht mehr zulässig. Das Ganze wird leider sehr ideologisch angeheizt mit meinem Verdacht u.a.auf Gerüstbauer oder technologisch veraltete Unternehmen, die nach Aufträgen lechzen bzw. vorübergehende Gewinneinbußen bei Verfahrensumstellungen befürchten. Generell ist ausreichende Lüftung bei jeglicher Art von Bauwerk erforderlich. Alle Bedenken zu moderner Bauweise habe ich in meinen Gebäuden durch die Realität ad absurdum führen können und weder Schimmel- noch Wohlfühl-Probleme gehabt. Insbesondere kein Rheuma etc. wie viele Vorfahren. Es gibt nichts Schlimmeres als eine Kälte abstrahlende feuchte Wand und kalte Zugluft. Luftfeuchtigkeit beträgt bei mir immer zwischen 30 und 60 Prozent.

Phönix3
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Beitrag von Phönix3 »

@ungerecht
Na ja, in wesentlichen Teilen bestätigen Sie, was ich gesagt habe.
Von Klinkerfassaden und alten Gemäuern (Natursteinmauern) habe ich ja nie gesprochen.
Das brachten Sie mit ein. Es ist einfach wichtig, dass eine Dampfdiffusion stattfinden kann.
Das meinte ich mit "atmen". Ich persönlich bin gegen alle Baumaterialien, die eine absperrende, verschliessende, undurchlässige Wirkung haben.
Deshalb ist das ab den 60er Jahren eingesetzte Styropor das Minderwertigste, was man nehmen kann. Aber wir wollen nicht streiten. Ich habe mich mit Physik ein wenig beschäftigt und ich habe Baustoffe verkauft und wurde separat auch nochmal auf Wärme-Dämmung geschult. Das heisst noch lange nicht, das ich ein Fachmann bin oder mit allem Recht habe. Mit Sicherheit nicht. Aber selbst für den Laien müsste es klar nachvollziehbar sein, dass etwas "Natürliches" (z.B. Stroh- ode Holzfasern) Materialien vorzuziehen ist, die ausgasen,m Weichmacher enthalten usw. und dass es gesünder ist, Holzfaserdämmplatten, die mit natürlichem Baumharz versetzt ist, gesünder ist, als irgendwelche synthetisch-chemischen Querverbindungen, die auch bei Brand eine erhebliche Gefahr darstellen usw.
Gruß
Phö-nixe

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spraadhans
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Beitrag von spraadhans »

Keine §§ -> kein Fachforum :wink: ...

Phönix3
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Beitrag von Phönix3 »

spraadhans hat geschrieben:Keine §§ -> kein Fachforum :wink: ...
Das "dämmt" auch...............vor weiteren Ausführungen :P
Gruß
Phö-nixe

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Tastenspitz
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Beitrag von Tastenspitz »

Phönix3 hat geschrieben:
spraadhans hat geschrieben:Keine §§ -> kein Fachforum :wink: ...
Das "dämmt" auch...............vor weiteren Ausführungen :P
Mir dämmert grade, was Spraadhans wohl sagen will: Das ist möglicherweise nicht der richtige Ort hier um über technische Eigenschaften von Dämmungen zu reden. Da gibt es sicher Fachforen für sowas. Ich hab da z.B. keinen Schimmer davon. Ich wette, wenn ich einen Pferdestall dämmen würde, ware der Schimmel da nachher immer noch drin....
Wer für generelle Geschwindigkeitsbegrenzungen auf Autobahnen ist, hebe bitte den rechten Fuß.
Für individuelle Rechtsberatung bitte "ALT" und "F4" auf der Tastatur gleichzeitig drücken.

Kobayashi Maru
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Beitrag von Kobayashi Maru »

Tastenspitz hat geschrieben:Ich wette, wenn ich einen Pferdestall dämmen würde, ware der Schimmel da nachher immer noch drin....
:lol:
SusanneBerlin hat geschrieben:Im Forum darf jeder seine unqualifizierte Meinung oder Erfahrungswerte schreiben.

Phönix3
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Beitrag von Phönix3 »

Tastenspitz hat geschrieben:
Phönix3 hat geschrieben:
spraadhans hat geschrieben:Keine §§ -> kein Fachforum :wink: ...
Das "dämmt" auch...............vor weiteren Ausführungen :P
Mir dämmert grade, was Spraadhans wohl sagen will: Das ist möglicherweise nicht der richtige Ort hier um über technische Eigenschaften von Dämmungen zu reden.
Wenn ich mich heiss geschrieben habe, vergesse ich manchmal alles um mich herum :P
ich dachte die ganze Zeit, ich wäre in der Rubrik "Baurecht" :roll:

Aber vielleicht hat Spraadhans auch auf den TV-Spot angespielt:

"Mein Bier - keine Termine..." :wink:

oder auf den viel zitierten Satz aus einem US-Film:

" Houston, wir haben ein Problem ! " 8)
Gruß
Phö-nixe

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Phönix3
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Beitrag von Phönix3 »

spraadhans hat geschrieben:Keine §§ -> kein Fachforum :wink: ...
Huch, jetzt weiss ich's ! Ich lag ganz falsch daneben......

Der hat sich vielleicht nur vertippt !!!

Spraadhans wollte vermutlich $$ tippen.
Die sind auf der Tastatur gleich neben den §§....

hihi..........guter Geschäftssinn !

"Ohne Moos nichts los" 8) 8)
Gruß
Phö-nixe

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*Mariechen*
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Beitrag von *Mariechen* »

Phönix3 hat geschrieben:"Ohne Moos nichts los" 8) 8)
Genau!

Wenn sich an den Innenwänden endlich Moos absetzt, dann hat auch der Schimmel nix mehr zu lachen und der Mieter fängt an, in den Räumen eine Landschaftsgärtnerei aufzumachen. (Ist ne Marktlücke: Moos aus eigenem Anbau mit traurigen Schimmelsporen) :lol:
 
Schöne Grüße, Marie(chen) :)
 
 

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