Azubi soll Fehlstunden nachholen,aber Erfassung fragwürdig..

Moderator: FDR-Team

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FrauE.
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Azubi soll Fehlstunden nachholen,aber Erfassung fragwürdig..

Beitrag von FrauE. »

Hallo an alle Wissenden, in meiner Frage geht es um einen 16-jährigen Azubi, der gerade von seinem Chef die Fehlstunden um die Ohren gehauen bekommt, die der Azubi nachzuarbeiten habe. Soweit so gut, einige Zeit ist zusammen gekommen, wegen Bahnverspätung, 1x wurde im Betrieb eine Reparatur gemacht und die Angestellten früher nach Hause geschickt und einmal musste der Azubi wegen eines Termines früher gehen. Dass diese Zeiten nachgearbeitet Werden ist natürlich selbstverständlich und es geht auch nicht darum, sich hier zu drücken...

Was die große Frage ist: Ist es tatsächlich korrekt, dass eine Stechuhr im 15 Minuten Takt abrechnet? Auf dem Stundenzettel sind die korrekten Ein- und Ausstechzeiten zwar aufgeführt, aber gewertet wird z.B. nicht Gekommen 07:02, gewertet wird 07:15. das heißt, der Chef verlangt eigentlich 13 Minuten "zu viel" Nachholzeit. Ebenso, wenn 10 Minuten früher angefangen wird, springt die Uhr auf 07:00 Uhr und diese Minuten will der Ausbilder auch nicht als "vorgearbeitet" zählen lassen.

Gibt es da eine Lösung, oder müssen wirklich die gewerteten Zeiten nachgeholt werden. Sind zwar nur 4,5 Stunden, aber ganz genau wären es nur 3 stunden 50 Minuten, die nachzuholöen wären.

Vielen Dank schon mal im Voraus für die Hilfe...

Oktavia
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Re: Azubi soll Fehlstunden nachholen,aber Erfassung fragwürd

Beitrag von Oktavia »

FrauE. hat geschrieben:1x wurde im Betrieb eine Reparatur gemacht und die Angestellten früher nach Hause geschickt
Dabei könnte es sich um Annahmeverzug handeln der nicht nachzuarbeiten ist da der Grund beim Arbeitgeber zu suchen ist :D

Ich halte das System nicht die genaue Zeit zu stempeln nicht für richtig. Sind konkrete Ziten verinbart oder gibt es Gleitzeit?
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Tastenspitz
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Re: Azubi soll Fehlstunden nachholen,aber Erfassung fragwürd

Beitrag von Tastenspitz »

Man beachte: Es handelt sich hier um 40 Minuten, welche strittig sind. Bei sowas empfehle ich dringend den Einsatz von Blauhelmtruppen im Betrieb. :ironie:
Ansonsten, was die Stempelzeiten anbelangt, sollte man sich mit den anderen Kollegen zusammentun und die Situation gemeinsam ansprechen. Betriebsrat und Gewerkschaft sind vermutlich Fremdwörter in dem Betreib, oder?
Wer für generelle Geschwindigkeitsbegrenzungen auf Autobahnen ist, hebe bitte den rechten Fuß.
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FrauE.
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Re: Azubi soll Fehlstunden nachholen,aber Erfassung fragwürd

Beitrag von FrauE. »

Also wörklich Tastenspitz :lachen:
(Obwohl die Idee mit den Blauhelmen.... :idea: )

Betriebsrat gibt es keinen und die Kollegen leben halt damit. Die sind clever. Wenn sie zu spät kommen, stellen die sich wohl vor die Stechuhr und warten, bis die 15 Minuten voll sind, wenn sie die sowiso nacharbeiten müssen. Macht der Azubi hier nicht, weil ihm das zu doof ist und nu hat er den Salat...

Es handelt sich natürlich "nur" um 40 Minuten, aber da die Ausbildung erst ein paar Monate läuft, kommen innerhalb der 3,5 Jahre bestimmt noch mehr zusammen. Da hat der AG dann irgendwann mal einiges an Zeit "geschenkt" bekommen...

Die frühe Schließung des Betriebs war allerdings angekündigt, da finde ich das Nacharbeiten eigentlich in Ordnung, wenn man als Chef auch großzügig hätte sein können 8)

Es handelt sich aber um keinen Großbetrieb, die Arbeitskraft wird dort echt gebraucht, alles in Allem sind die auch korrekt, der Verdienst ist ordentlch für eine Lehre und ein Kleinkrieg soll auch nicht angezettelt werden.

Aber mit den Zeiten würde ich einfach gerne mal ansprechen, wenn es ausufern sollte.

@Oktavia: Es ist eine feste Zeit von 7:00 Uhr bis 15:45 vereinbart, davon 45 Minuten Pause, also 8 Stunden am Tag

Vielen Dank schon mal für die Antworten, vielleicht weiß hier ja noch wer was Genaueres.

karli
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Re: Azubi soll Fehlstunden nachholen,aber Erfassung fragwürd

Beitrag von karli »

Ich könnte mir schon vorstellen, daß Rundungsmodalitäten, die den AN immer benachteiligen eine Unangemessene Benachteiligung darstellen.
Ohne Betriebsrat oder den Willen, vor den Kadi zu ziehen, dürfte an der Taktung der Zeiterfassung allerdings recht wenig zu ändern sein.

Laut Schilderung wäre hier theoretisch eine unbezahlte Mehrarbeit von 26 Minuten pro Tag möglich.
Laut Jugendarbeitsschutzgesetz § 8 Dürfen Jugendliche maximal 8 Stunden täglich und 40 Stunden wöchentlich beschäftigt werden.
Diesbezüglich könnte man den Ausbildungsberater der zuständigen Stelle ( IHK, Handwerkskammer ) ansprechen.

Wie offenbar bereits Praxis, könnte der AN die Rundungen der Zeiterfassung durch Pünktlichkeit aushebeln.
1x wurde im Betrieb eine Reparatur gemacht und die Angestellten früher nach Hause geschickt
Hier würde ich auch von Annahmeverzug des AG ausgehen.
Fehlstunden......wegen Bahnverspätung.....und einmal musste der Azubi wegen eines Termines früher gehen.
Unter Umständen könnte auch das nicht unbedingt das Problem des Azubis sein. § 616 BGB
Dazu noch Ausführungen einer Gewerkschaft.
Aber auch das sind alles Dinge, bei denen man seinen Anspruch erstmal durchsetzen müsste, notfalls auch vor Gericht.
Wenn du kritisiert wirst, dann mußt du irgend etwas richtig machen, denn man greift nur denjenigen an, der den Ball hat. (Bruce Lee)
Achtung: Meine Beiträge können Meinungsäusserungen, Denkanstösse, sowie Spuren von Ironie und Sarkasmus enthalten.

FrauE.
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Re: Azubi soll Fehlstunden nachholen,aber Erfassung fragwürd

Beitrag von FrauE. »

Danke Karli für die interessanten Ausführungen und Verlinkungen.

ICh glaube, der Anruf bei der IHK wird unumgänglich sein, zumal dann einige Fehlzeiten tatsächlich nicht korrekt angerechnet zu sein scheinen...

kuddelmuddel123
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Re: Azubi soll Fehlstunden nachholen,aber Erfassung fragwürd

Beitrag von kuddelmuddel123 »

Hallo,

was macht den die Zeiterfassung beim Ausstempeln ?
Wird da aus 16:02 auch 16:15 Uhr ?
Wenn ja, dann bekommt der AN durch "geschickte Gehenszeiten" Arbeitszeit geschenkt.

Ich hatte als AN früher solche Stempeluhren mit 6-Minuten-Rhythmus. Da war es so, dass sie morgens und abends gleich gearbeitet hat und man so Verluste vom Morgen am Abend quasi ausgeglichen hat,

VG, Kuddelmuddel

FrauE.
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Re: Azubi soll Fehlstunden nachholen,aber Erfassung fragwürd

Beitrag von FrauE. »

Nein Kuddelmuddel dann wäre es ja gerecht 8) -

In dem Fall springt die Zeit auf 16:00 Uhr zurück, da müsste er die Minuten vor der stechuhr verbringen und aufpassen, wann er sticht. Junior sticht sich oft erst um 16:50 aus, also 5 Minuten später und die werden nicht gezählt, weil Rücksprung auf 16:45h...

Als er sich beim Verschlafen um 7:18 eingestochen hat, sprang die Uhr auf 7:30 usw.

Was mich wundert: Er bekommt jeden Monat seine Gehaltsabrechnung und dazu einen Stundenzettel. Da sind die Zeitern haargenau drauf, der Chef kann also minutiös sehen, wann er kommt und geht. Meint aber, das sei irrelevant, weil die Uhr halt das wertet, was sie werten soll und somit soll er die Schwarz-auf-Weiß Fehlstunden nacharbeiten.

Ist etwas verfahren. Zuviel Stress will ich aber auch nicht machen, weil wir ehrlich froh sind, dass er überhaupt eine Ausbildung machen kann, die auch wirklich ordentliches Geld für ihn bringt und die macht ihm im Großen und Ganzen ja auch Spaß.

Nur wo fängt es an, wo hört es auf und so weit möchte ich die Dankbarkeit auch nicht gehen lassen, dass es ausufert...

mailo
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Re: Azubi soll Fehlstunden nachholen,aber Erfassung fragwürd

Beitrag von mailo »

Hallo,

diese Art der Zeitrechnung ist durchaus üblich im gewerblichen Bereich.

Ausserdem wird jetzt auch noch ein Verschlafen dazu erzählt.

-Es wir wohl noch das ein oder andere Mal mehr gewesen sein, das nun " das Fass zum Überlaufen" gebracht hat.

Wann beginnt denn der Azubi tatsächlich zu arbeiten, wenn er um 07:18 Uhr stempelt, obwohl von 07:00 Uhr an Arbeitszeit abgemacht ist?

Wenn es beim Azubi schon nicht klappt, was soll dann erst später passieren.

Zur Zuverlässigkeit gehört auch Pünktlichkeit! Und als Ausbilder hat man auch eine "Erziehungsfunktion".

FrauE.
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Re: Azubi soll Fehlstunden nachholen,aber Erfassung fragwürd

Beitrag von FrauE. »

Hallo mailo, grundsätzlich gebe ich Dir Recht, aber mal zurückhaltend bleiben mit Unterstellungen bitte!

In meinem ersten Post habe ich doch, wie ich meine genau beschrieben, wie die Fehlzeiten zusammen kamen - das einmalige Verschlafen wurde beim Betrieb nicht so tragisch gesehen, das passierte sogar den Chefs schon mal :P
Über eventuelle (und schon vorgekommene) Bahnverspätungen haben wir mit den Chefs schon mal gesprochen, da machen die auch keinen Stress, weil er einen sehr langen Anfahrtsweg hat, bestehen die auch nicht drauf, dass er noch früher fahren muss, um solche Risiken auszuschließen.

Die Frage war hier auch nicht, ob und wie der Azubi "erzogen" wird, sondern, ob es Rechtens ist, mehr Zeit nacharbeiten zu lassen, als eigentlich gezählt werden müsste.

Wenn er um 7:18 Uhr stempelt ist er 2 Minuten später an seiner Werkbank, weil natürlich erst nach dem Umziehen gestochen werden darf. Wenn man um diese 2 Minuten auch nicht diskutiert, hat er 20 Minuten nach zu arbeiten und eben nicht 30. Summiert sich irgendwann halt mal auf was weiß ich wieviel.

Interessant hierzu fand ich tatsächlich Karlis Ausführungen auch was den Jugendarbeitschutz angeht, da wirklich die 8 Stunden öfter mal überschritten werden. Auch die Führung des Berichtsheftes wird in der Freizeit erledigt und wird nicht weiter wahr genommen...

Wahrscheinlich müssen wir nochmal das Gespräch suchen uind die Ausbilder fragen, wie das in Zukunft aussehen soll.

karli
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Re: Azubi soll Fehlstunden nachholen,aber Erfassung fragwürd

Beitrag von karli »

FrauE. hat geschrieben:das einmalige Verschlafen wurde beim Betrieb nicht so tragisch gesehen, das passierte sogar den Chefs schon mal
Es könnte Fatal sein, anzunehmen, daß der Azubi zu spät kommen darf, weil der Chef das auch tut! :?
FrauE. hat geschrieben:Über eventuelle (und schon vorgekommene) Bahnverspätungen haben wir mit den Chefs schon mal gesprochen, da machen die auch keinen Stress, weil er einen sehr langen Anfahrtsweg hat, bestehen die auch nicht drauf, dass er noch früher fahren muss, um solche Risiken auszuschließen.
Einen Anspruch aufs Zuspätkommen gibt es sicher nicht.
Wie und wie pünktlich man zur Arbeit kommt ist das Problem des Arbeitnehmers und weder das der Bahn, noch das des Arbeitgebers.
Für beides wäre möglicherweise eine Abmahnung gerechtfertigt gewesen.
Über den Daumen gepeilt scheint doch der Arbeitgeber recht großzügig mit solchen Verfehlungen umzugehen.
FrauE. hat geschrieben:Die Frage war hier auch nicht, ob und wie der Azubi "erzogen" wird, sondern, ob es Rechtens ist, mehr Zeit nacharbeiten zu lassen, als eigentlich gezählt werden müsste.
Manchmal ist es nicht immer sinnvoll jeden Furz auf die Goldwaage zu legen.
Wenn man selbst kleinlich, ganz genau aufrechnet, sollte man damit rechnen, daß die Gegenseite das auch tut.
FrauE. hat geschrieben:Wenn er um 7:18 Uhr stempelt ist er 2 Minuten später an seiner Werkbank, weil natürlich erst nach dem Umziehen gestochen werden darf.
Hier könnten kleinlich Argumente auch noch unzutreffend sein!
Es ist sicher nicht selbstverständlich, daß das Umziehen zur Arbeitszeit zählt, sondern eher die Ausnahme.
FrauE. hat geschrieben:Interessant hierzu fand ich tatsächlich Karlis Ausführungen auch was den Jugendarbeitschutz angeht, da wirklich die 8 Stunden öfter mal überschritten werden. Auch die Führung des Berichtsheftes wird in der Freizeit erledigt und wird nicht weiter wahr genommen...
Ist sicher richtig und möglicherweise auch so durchsetzbar, allerdings wäre mir wichtiger, daß mein Nachwuchs sich nicht durch unnötige Querelen im Ausbildungsbetrieb unbeliebt macht und dort deshalb keine schöne Zeit mehr hätte.
Bissl Diplomatie wäre hier sicher Zweckdienlicher als sich auf ein Machtgerangel mit dem Ausbildenden einzulassen.
Wenn du kritisiert wirst, dann mußt du irgend etwas richtig machen, denn man greift nur denjenigen an, der den Ball hat. (Bruce Lee)
Achtung: Meine Beiträge können Meinungsäusserungen, Denkanstösse, sowie Spuren von Ironie und Sarkasmus enthalten.

Tastenspitz
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Re: Azubi soll Fehlstunden nachholen,aber Erfassung fragwürd

Beitrag von Tastenspitz »

FrauE. hat geschrieben:wie das in Zukunft aussehen soll.
Ganz einfach. Der Azubi wird minutengenau abgerechnet und wenn er drei mal zu spät gekommen ist, fliegt er nach der 3. Abmahnung raus.
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Stephan1
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Re: Azubi soll Fehlstunden nachholen,aber Erfassung fragwürd

Beitrag von Stephan1 »

Ich find das ganze sehr albern. Der Betrieb wird sich nicht bereichern, weil Ihr Sohn mal 40 Minuten mehr arbeitet. Der Schaden durch das ständige Zuspätkommen dürfte um einiges höher sein. Sagen Sie Ihrem Sohn, er soll sich nicht so anstellen und die Zeiten gefälligst liebend gerne nacharbeiten. Damit helfen sie ihm mehr als wenn sie sich auf seine Seite stellen. Der Betrieb ist sehr kulant was Zuspätkommen anbelangt, in anderen Betrieben hätte Ihr Sohn schon längst die Papiere bekommen. Da interessiert es nicht, ob der Zug Verspätung hat oder ob Stau war. Von daher...

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