Verschwiegenheitsklausel und Wissenschaftsbetrug

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kabu
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Verschwiegenheitsklausel und Wissenschaftsbetrug

Beitrag von kabu » 05.09.12, 08:24

Hallo zusammen,

ich habe folgendes Problem: Ich habe an einer privaten, jedoch staatlich akkreditierten Hochschule 2011 mit einer Promotion in BWL begonnen und in diesem Jahr abgebrochen.

Nun zu einem der vielen Gründe für meinen Abbruch:
- ich habe quasi als Ghostwriter für meinen Professor schreiben müssen:
a) Ein Paper, welches dann auch in einem renommierten deutschen BWL-Journal erschienen ist. Als Autor wurde ich nicht genannt jedoch mein Professor (der mich
beim Schreiben "betreut" hat), und ein weiterer Professor, der mit der Erstellung nichts zu tun hatte. Auch stammen von mir die Briefe, die im Review-Prozess an
die Prüfer gingen und die überarbeiteten Fassungen.
b) Ein englisches Lehrbuch, welches allein im Namen meines Professors erscheinen sollte, jedoch noch nicht erschienen ist.

Nun zu meinen Fragen, darf ich öffentlich über beide Vorfälle sprechen oder verletze ich damit die Verschwiegenheitsklausel, die in meinem Arbeitsvertrag stand?
Wo liegen die Grenzen der Geheimhaltung?

Im Prinzip würde ich gern beim Rektor besagter Universität mein Ghostwritertum melden. Mit welchen Konsequenzen müsste ich bei einer Selbstanzeige rechnen?
ZUm anderen liegt mir an den Texten, die ich für das Lehrbuch geschrieben habe (wie gesagt bis dato unveröffentlicht). Habe ich irgendwelche Rechte an "meinen" Texten?

Ich hoffe, ihr könnt mir helfen. Ich würde gerne handeln, kann jedoch die Folgen nicht abschätzen. Wie ist die Rechtslage?
Vielen Dank vorab,
Kabu

SeeD
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Re: Verschwiegenheitsklausel und Wissenschaftsbetrug

Beitrag von SeeD » 07.09.12, 11:49

Hier klingt ein Gang zum Anwalt sehr sinnvoll, da man sich im Zweifelsfall viel Ärger ersparen kann und keiner hier den Inhalt der Verschwiegenheitsklausel kennt....
Interessierter Laie

Feser
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Re: Verschwiegenheitsklausel und Wissenschaftsbetrug

Beitrag von Feser » 20.12.12, 09:07

Zur Orientierung hilft möglicherweise: Ghostwriter und Recht.

matthias.
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Re: Verschwiegenheitsklausel und Wissenschaftsbetrug

Beitrag von matthias. » 20.12.12, 09:13

Gut man kann jetzt nen bundsweiten Wissenschaftsskandal anzetteln, weil das was du beschreibst dürfte bei sehr vielen Doktoranden so üblich sein. Als Doktorand ist man halt der Sklave seines Profs. Das ist zwar Sch. und sicher auch nicht überall und immer so aber weit verbreitet. Was nicht heißt dass es korrekt ist!

Also wenn würde ich auch zuerst zum Anwalt gehen, sonst trittst du ohne Absicherung jemand auf die Füße der jemand kennt, der deinen jetzigen Chef kennt usw usw..

MfG
Matthias

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