Hund gekauft, nun krank!

Recht rund ums Tier

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blueangel283
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Hund gekauft, nun krank!

Beitrag von blueangel283 » 03.02.14, 15:24

Käufer A
Verkäufer B

Guten Tag liebe Foris,
ich habe eine Frage und hoffe ihr könnt sie beantworten.

Mal angenommen A hat vor zwei Tagen einen 3 Jahren alten Hund besichtigt, er wurde auf eine Allergie hingewiesen und das sonst keine Krankheiten bekannt wären. Er nahm den Hund mit und zahlte B 550 Euro.

Heute war A beim Tierarzt, dieser Stelle an dem Knochenbau des Hundes Krankheiten fest. Diese wurden von B nicht genannt, auf Nachfrage teilte B mit dass ihm dieses nicht bekannt war.

Muss B den Hund zurück nehmen?
Kann A den Verkäufer B zu Tierarztkostenerstattungen zwingen?
Was passiert wenn B den Hund nicht zurück nehmen will?

Wie ist die Rechtslage?

pOtH
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Re: Hund gekauft, nun krank!

Beitrag von pOtH » 03.02.14, 16:27

Ist der Verkäufer privat od. gewerblich?
Gibt es einen schriftlichen Kaufvertrag u. wurde darin die Gewährleistung ausgeschlossen?
Gibt es einen mündlichen Kaufvertrag u. hat der Verkäufer die Gewährleistung unter Zeugen ausgeschlossen?

blueangel283
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Re: Hund gekauft, nun krank!

Beitrag von blueangel283 » 03.02.14, 16:30

Verkäufer ist privat
es wurde kein Kaufvertrag geschrieben
Der Hund wurde sich angeschaut, der Preis wurde gezahlt und das Tier wurde mitgenommen.
Der Verkäufter sagte in Anwesendheit des Käufers (keine weiteren Anwesenden) "Es ist nur eine Allergie bekannt sonst sind keine Krankheiten bekannt". Von Gewährleistung wurde nicht gesprochen.

WIe ist die Rechtslage?

hws
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Re: Hund gekauft, nun krank!

Beitrag von hws » 03.02.14, 17:06

blueangel283 hat geschrieben:"...sonst sind keine Krankheiten bekannt".
Damit sollte der Drops gelutscht sein. Es sei denn, sie können nachweisen, daß der Verkäufer doch was von anderen Krankheiten gewußt hat.
Wenn der Verkäufer sich nicht zufällig im Kollegenkreis/Hundeschule anders geäußert hat (und man das nachweisen kann) oder man zufällig eine andere Diagnose des Tierarztes hat (auch wieder beweisbar) ... War's das.

hws

webelch
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Re: Hund gekauft, nun krank!

Beitrag von webelch » 03.02.14, 18:03

der meinung würde ich mich anschliessen wollen.

wenn hier nichts abweichendes geregelt wurde, dürfte der hund "gekauft wie gesehen" sein.

der verkäufer hat keine mängel verschwiegen. sie waren ihm schlicht nicht bekannt.

Elektrikör
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Re: Hund gekauft, nun krank!

Beitrag von Elektrikör » 03.02.14, 18:34

Hallo,

aber wenn über Gewährleistung nicht gesprochen wurde, dann sollte sie doch greifen, oder?

Schließlich wurde sie nicht ausgeschlossen



MfG
Alles hier von mir geschriebene stellt meine persönlichGanzFürMichAlleineMeinung dar
Falls in einer Antwort Fragen stehen, ist es ungemein hilfreich, wenn der Fragesteller diese auch beantwortet

webelch
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Re: Hund gekauft, nun krank!

Beitrag von webelch » 03.02.14, 18:43

da es sich um einen hund und gerade kein kfz handelt, würde ich eher davon ausgehen, dass es der lebenserfahrung entspricht, dass die gewährleistung durch nicht erwähnen ausgeschlossen ist. dies dürfte gerade bei einem solchen tierhandel per handschlag zu vermuten sein.

0Klaus
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Re: Hund gekauft, nun krank!

Beitrag von 0Klaus » 03.02.14, 21:36

Also wenn die Gewährleistung nicht erwähnt ist, würde ich nicht einfach einen konkludenten Gewährleistungsausschluss annehmen, zumal hier der Preis bei über 500 EUR gelegen hatte. Der objektive Dritte würde dies zumindest aus der Aussage, dass keine Krankheiten bekannt sind nicht ableiten. Mit der Aussage bringt man lediglich zum Ausdruck, dass nicht bekannt ist, dass bei der Tierhaltung besondere Sachverhalte zu beachten sind (zB Medikamente). Zu berücksichtigen wird dies möglicherweise nur beim Schadenersatz (§ 280 ff BGB) sein, hier könnte man aus der Aussage ableiten, dass dem Verkäufer kein Vertretenmüssen trifft, weil er die Krankheit ohne ärztliche Untersuchung nicht hätte erkennen müssen.

Es ist auch allgemeine Verkehrsauffassung, auch unter Verbrauchern, dass man die Gewährleistung ausdrücklich ausschließen muss. Das beginnt bei Kfz-Verträgen und geht über den privaten Kauf bei Internetauktionshaus [Name geändert].

Lediglich bei geringfügigen, symbolischen Entgelten wird man einen Gewährleistungsausschluss annehmen können.
mfg
Klaus

blueangel283
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Re: Hund gekauft, nun krank!

Beitrag von blueangel283 » 03.02.14, 22:39

Vielen Dank für die vielen Antworten!
Verkäufer hat dem Käufer 550 zurück gezahlt. Käufer besitzt den Hund weiterhin und widmet sich nun den Tierärzten

Cesar01
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Re: Hund gekauft, nun krank!

Beitrag von Cesar01 » 13.03.14, 21:54

blueangel283 hat geschrieben:Vielen Dank für die vielen Antworten!
Verkäufer hat dem Käufer 550 zurück gezahlt. Käufer besitzt den Hund weiterhin und widmet sich nun den Tierärzten
Käufer sieht seinen Hund aber schon als mehr als nur einen Gegenstand an den man bei "Defekt" wieder "umtauscht" oder?

(Denn wenn der Hund wirklich so krank ist werden die 550 Euro auf Dauer nicht reichen, Hunde leben eine Weile...)

DerKoch
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Re: Hund gekauft, nun krank!

Beitrag von DerKoch » 13.03.14, 22:12

Auch wenn es sich schon lange erledigt hat.

Ich sehe überhaupt nicht warum hier ein Gewährleistungsfall vorliegen sollte, selbst wenn man davon ausgeht dass die vollen 2 Jahre Gewährleistung zu gewähren sind.

Der Hund ist doch im Moment gar nicht "kaputt" und er wird vermutlich auch in den nächsten 2 Jahren nicht in seiner Funktionsweise beeinträchtigt sein.
Es kommt auf das raus dass kein Mensch sagen kann ob der Hund während seines Lebens überhaupt je an einer Krankheit des Knochenbaus leiden wird.

Wenn es so wäre dass man Waren die gar nicht kaputt sind aber vielleicht irgendwann kaputt gehen im Rahmen der Gewährleistung zurück geben kann, dann könnte man ja alles zurückgeben was man innerhalb der letzten 2 Jahre gekauft hat denn schließlich geht alles irgend wann kaputt.

Cesar01
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Re: Hund gekauft, nun krank!

Beitrag von Cesar01 » 14.03.14, 01:05

Ich kann verstehen, dass ein Tier vor dem Gesetz als "Sache" gilt, finde es trotzdem ein bisschen "pervers" wie einige hier mit dem Thema "Tier als Verkaufsgegenstand der defekt sein könnte" umgehen....

Es kann keiner voraussagen ob das Tier später krank wird, das ist vollkommen richtig.
Nur sollte man, wenn man ein LEBEWESEN wie einen Gegenstand betrachtet und daran die entsprechenden Erwartungen hegt sich überhaupt eins anschaffen?

Ich glaube wenn ein Tier unter diesen Maßstäben beurteilt wird kann es nur enttäuschen, egal ob es heute oder in 5 Jahren krank wird.
Und dann wäre es besser sich selbst und dem Tier was garantiert den Kürzeren ziehen wird sobald es nicht mehr richtig "funktioniert" das Ganze zu ersparen.

Cesar01
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Re: Hund gekauft, nun krank!

Beitrag von Cesar01 » 14.03.14, 03:58

PS:

Ich kann trotz Allem natürlich verstehen das A sein Geld wiederhaben will, meine Aussage bezog sich auf die Formulierung das er das Tier dann ggf. auch nicht haben will wenn es "defekt" ist.
Ein Tier ist eben doch ein Lebewesen.

DerKoch
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Re: Hund gekauft, nun krank!

Beitrag von DerKoch » 14.03.14, 04:55

Cesar01 hat geschrieben:PS:

Ich kann trotz Allem natürlich verstehen das A sein Geld wiederhaben will,
Ich nicht, kann ich gar nicht verstehen. Warum auch?

hws
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Re: Hund gekauft, nun krank!

Beitrag von hws » 14.03.14, 11:56

DerKoch hat geschrieben:Ich nicht, kann ich gar nicht verstehen. Warum auch?
Wir sind im Rechtsforum. Da werden die rechtlichen Sachverhalte ohne Emotionen und Tierliebe diskutiert. (in einem Tierforum wäre es genau umgekehrt.)

hws

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