Privatermittlungen und Polizei

Recht der Gefahrenabwehr

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Haderlump
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Privatermittlungen und Polizei

Beitrag von Haderlump » 03.06.14, 09:56

Angenommen,
jemand beschädigt ein KFZ.
Die Polizei ermittelt noch.

Kann das Opfer selber versuchen den Täter zu ermitteln oder eine Detektei dazu beauftragen?

Gibt es da Konflikte oder ähnliches mit der Polizei oder Staatsanwaltschaft?

Gibt es dazu Gesetzestexte?

VG
"Wenn die Rechte auch nur eines einzigen Bürgers beschnitten werden, dann ist das ein Fehler, unter dem wir alle leiden." J. R.

Weber80
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Re: Privatermittlungen und Polizei

Beitrag von Weber80 » 03.06.14, 10:12

Ich denke, das kommt darauf an, was du dir unter einer eigenen Ermittlung vorstellst. Verletzt du Personenrechte, nein. Kommst du irgendwie an einen Nachweis ran, wie der Schaden entstanden ist, hat die Polizei sicher nichts dagegen, wenn du ihr Arbeit abnimmst. Aber was stellst du dir denn da vor?

Haderlump
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Re: Privatermittlungen und Polizei

Beitrag von Haderlump » 03.06.14, 10:24

Z.B.: Einen "Köder" im gesetzlichen Rahmen aufstellen und warten, bis der Täter das KFZ beschädigt um diesen dann
gemäß § 127 Strafproßezordnung vorläufig festzunehmen. Der Köder, das KFZ, steht wie immer ohne Wertsachen usw am Straßenrand.

oder man könnte natürlich auch Anwohner befragen, was natürlich wenig bringt.
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Tom Ate
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Re: Privatermittlungen und Polizei

Beitrag von Tom Ate » 03.06.14, 14:39

Natürlich darf man ermitteln. Man darf nur nicht hoheitlich tätig werden, also keine Zeugen laden, keine Durchsuchungen, keine Beschlagnahme etc

Deputy
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Re: Privatermittlungen und Polizei

Beitrag von Deputy » 06.06.14, 19:37

Haderlump hat geschrieben:Z.B.: Einen "Köder" im gesetzlichen Rahmen aufstellen und warten, bis der Täter das KFZ beschädigt um diesen dann
gemäß § 127 Strafproßezordnung vorläufig festzunehmen. Der Köder, das KFZ, steht wie immer ohne Wertsachen usw am Straßenrand.
Das ist mW nicht unproblematisch, da das als Einwilligung zur Sachbeschädigung verstanden werden kann, wenn ich das noch richtig im Kopf habe - und damit gibts dann keine Sachbeschädigung.

Die gleiche Problematik gibts bei der Diebesfalle.
Haderlump hat geschrieben:oder man könnte natürlich auch Anwohner befragen, was natürlich wenig bringt.
Das wäre unproblematisch.

Haderlump
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Re: Privatermittlungen und Polizei

Beitrag von Haderlump » 07.06.14, 07:40

Das ist mW nicht unproblematisch, da das als Einwilligung zur Sachbeschädigung verstanden werden kann, wenn ich das noch richtig im Kopf habe - und damit gibts dann keine Sachbeschädigung.
Wenn man sein KFZ regulär abstellt, dann ist das doch keine Einladung/Einwilligung zur Sachbeschädigung.
Dann müsste man doch alle Fahrzeuge von der Straße entfernen.
Ich denke, dass es das nur gibt, wenn man im Auto einen Laptop oder ein Handy offen liegen hat und dann darauf wartet, dass das jemand nimmt.
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Re: Privatermittlungen und Polizei

Beitrag von Michael A. Schaffrath » 14.07.14, 13:31

Deputy hat geschrieben:Das ist mW nicht unproblematisch, da das als Einwilligung zur Sachbeschädigung verstanden werden kann, wenn ich das noch richtig im Kopf habe - und damit gibts dann keine Sachbeschädigung.
Sehe ich anders.

Erstens will der Fallensteller ja nicht, daß die Sache beschädigt wird, er will den Täter stellen. Die Beschädigung nimmt er nur in Kauf, allerdings kaum billigend.

Zweitens ist für den Täter nicht erkennbar, daß der Fallensteller mit einer Beschädigung der Sache einverstanden ist, sodaß sich auch aus dieser Richtung keine Exkulpation ergeben kann.

Somit ergibt sich weder aus der subjektiven Sicht des Fallenstellers noch aus der des Täters eine Einwilligung des Fallenstellers in eine Beschädigung, damit ist und bleibt es eine Straftat.

(Ansonsten wäre es nach dieser absurden Sichtweise auch eine Einwilligung in einen Einbruch, wenn ich eine Alarmanlage anschaffe.)

Das gleiche gilt mutatis mutandis für die Diebesfalle.
DefPimp: Mein Gott
Biber: Nö, war nur M.A.S. Aber hier im Forum ist das schon ziemlich dicht dran.

Chabos wissen, wer der M.A.S. ist.

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Re: Privatermittlungen und Polizei

Beitrag von Deputy » 14.07.14, 19:47

Ich meine das so im Kopf zu haben, dass bei der Diebesfalle allenfalls ein versuchter Diebstahl in Frage kommt, weil der Besitzer der Diebesfalle ja bewusst haben will, dass die Diebesfalle gestohlen wird. Das ist wenn mich nicht alles täuscht sogar BGH-Rechstprechung.

Und dann liegt es nicht so fern, dass der BGH das bei einer Sachbeschädigung ähnlich sehen würde.

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