Maklergebühren auch wenn Immobilie nicht verkauft wurde?

Recht der Residenten, Doppelbesteuerungsabkommen, ausländisches Immobilien- und Steuerrecht

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manet_monet
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Maklergebühren auch wenn Immobilie nicht verkauft wurde?

Beitrag von manet_monet » 05.09.14, 10:13

Guten Tag,

ich habe eine Frage zum Immobilienverkauf in Italien und der Forderung der Maklercourtage. Entschuldigt wenn ich etwas ausholen muss:

A hat eine ETW in Italien und möchte diese verkaufen. Es meldet sich ein Makler (ohne Zutun von A) dass ein Käufer da wäre. Er wird mit dem potentiellen Käufer ein Vorvertrag (compromessa) abgeschlossen, in dem sämtliche Zahlungen terminiert sind. Die finale Zahlung und der Notarvertrag soll im Februar 2014 erfolgen. Doch der Käufer vertröstet A ständig mit allen möglichen Ausflüchten, zahlt statt der im Vertrag angegebenen Summen nur ca 15% des Gesamtbetrage. Im August 2014, 6 Monate nach Stichtag zum Notartermin gesteht der Käufer dass er die Gesamtsumme nicht aufbringen kann, er müßte noch eine Hypothek auf die Immobilie aufnehmen. Dies will A natürlich nicht und erklärt den Vorvertrag (auch im Hinblick auf die verfallenen Fristen) für hinfällig und will dem Käufer die Anzahlung (caparra) zurück geben (obwohl die mW nach italienischem Recht A zufallen würde). Es wird ein kurzer Vertrag zwischen A und dem Käufer aufgesetzt der die Aufhebung des Kaufvertrages beinhaltet.

Nun hat der Makler von beiden Parteien bei damaligem Vorvertragsabschluß eine anteilige Gebühr in jeweiliger Höhe von 2000€ verlangt. Dies wurde mündlich kommuniziert, es gibt hierzu keine schriftlichen Unterlagen. Da der Vertrag nun aber nicht zu Stande käme, aber dennoch Ausgaben da seien, will der Makler jeweils nochmals 2000€ haben.

Währende der ganzen 10 Monate seit Vorvertrag 09/13 bis Ende Vorvertrag 08/14 sind von dem Makler keinerlei Unterstützungen oder sonstige Bemühungen ersichtlich gewesen, die Immobilie zu verkaufen bzw sich für A einzusetzen um den Käufer zur Zahlung zu bewegen. Die Anzahlung in 09/13 wurde ohne Datum, Briefkopf und Hinweis wer unterschrieben hat an A übergeben.

Und nun die Frage:
Muß A nochmals zahlen, auch wenn der Vertrag gar nicht zu Stande kam oder kann er sogar die gezahlten 2000€ zurück verlangen (ggfs mit Abschlag für Aufwände)?

Vielen Dank fürs Durchlesen und ggfs eine Rückmeldung!

khmlev
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Re: Maklergebühren auch wenn Immobilie nicht verkauft wurde?

Beitrag von khmlev » 05.09.14, 11:42

manet_monet hat geschrieben:... A hat eine ETW in Italien und möchte diese verkaufen.
Zunächst wäre zu klären, ob überhaupt Deutsches Recht Anwendung findet und zum anderen wäre zu klären, was im Makler und/oder Kaufvertrag bzgl. der Provision des Maklers für den Fall der Aufhebung des Kaufvertrages vereinbart wurde.

Was die Aufhebung des Kaufvertrags angeht sollte im Übrigen geprüft werden, ob diese nach italienischen Recht überhaupt wirksam erfolgt ist, da nur privatschriftlich.
Gruß
khmlev
- out of order -

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