Arzneimittel-Verweigerung der Mutter !?

Recht in der Ehe, eheliches Güterrecht, Adoptionsrecht, Kinderrechte, Sorgerecht, Unterhaltsrecht, Recht des Versorgungsausgleichs

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Minchen014
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Arzneimittel-Verweigerung der Mutter !?

Beitrag von Minchen014 » 13.09.14, 18:16

Hallo :wink: ,

Kurz über mich: Wohne in NRW, bin 18 Jahre alt (hoffe mal bin im Jugendforum noch richtig !?) und lebe derzeit noch bei meinen Eltern Daheim.

Wünsche mir Rat über folgende Situation:

Und zwar bin ich seit 1nem Jahr in Ärztlicher Behandlung.

Unter anderem erhalte ich gegen meine Schlafstörungen ein Medikament, das ich auf Rezept einnehmen kann.
Es handelt sich hierbei um ein Mittel mit Abhängigkeitspotenzial, das bei mir unter Ärztlicher Aufsicht!!! und Verschreibung angewendet wird.
  • Nun ist meine Mutter der Meinung, ich nehme es länger als auf der Packungsbeilage genannten Zeit (was mein Psychiater weiß, und das Nutzen-Risiko-Verhältnis kennt, und es bei mir angezeigt ist auch über die "normale Zeit" hinaus zu nehmen),
    und hat die Packung mir weggenommen und weggeschlossen!

    Eigentlich kein großes Problem,weiß ich ja selbst - zum Arzt und neues Rezept...etc,
    nur kann sie mir nicht immer wieder mein Medikament wegnehmen !?
    Wenn es im Zimmer bei mir ist, sucht sie alles ab und behält es ein.

    Mit ihr darüber zu sprechen hab ich 1000fach versucht,da wird sie hysterisch und denkt sie wäre im Recht und sagt ich hätte Pech und ich wäre selbst Schuld da ich sie schon 14 Tage am Stück abends genommen hab !? Erklärt hab ich ihr das auch schon x-fach das wenn mein Arzt das für nötig hält das es dann auch über die 14 Tage hinaus verschrieben werden darf.

    <<Sie wolle nicht diskutieren, die Tabletten bleiben weg!

    Nun möchte ich nicht unbedingt zu meinem Psychiater und jedes mal nach nem neuen Rezept fragen (kommt sehr nach missbrauch rüber) und die Situation erklären ist mir sehr unangenehm,
    und mit meiner Mutter zu reden bzw zu Streiten kann ich einfach nicht mehr!!! :(

    Ich find das überhaupt nicht in Ordnung, ich leide sehr unter dem Schlafmangel und schaffe kaum tägliche Aufgaben :cry: , wo ich von ihr ja noch zusätzlich Druck gemacht bekomme, und da ich diesen Monaten auch noch meine prakt. Führerscheinprüfung hab, wäre Schlaf wichtig.
    Mein Vater hält sich da raus und vermeidet näturlich den Streit zwischen meiner Mutter und mir.

    Ich meine da ich Volljährig bin und die Tabletten selbst bezahle, und sie vom Arzt verschrieben sind, darf sie mir die doch nicht einfach wegnehmen wie es ihr passt oder sonst wie über die Medikation entscheiden, oder ??

    Zumal sie sagt das ich zwar Volljährig bin, aber solange ich noch Zuhause wohne - sie bestimmen kann das ich die nehme oder nicht (nach der 14 Tagen Einnahme),
    ich weiß einfach nicht mehr was ich machen soll !?
    Klingt bestimmt nach einer Bagatelle, ist aber wichtig für mich :?
    Mehrere Bekannte/Freunde haben mir schon geraten mal zur Polizei zu gehen, da sie das garnicht dürfte und noch so rechthaberisch dabei ist :roll:
    Und sorry für den langen Text...alles nicht so einfach zu erklären für mich :oops:



    Kann mir vielleicht bitte einer die Rechtslage erklären/erläutern ???

    Wie gesagt:

    - vom Arzt abgeklärt
    - bin Volljährig
    - zahle dieses Medikament selbst

    Wäre für jede Antwort/Hilfe sehr Dankbar !!!

    Lg Minchen

Dipl.-Sozialarbeiter
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Re: Arzneimittel-Verweigerung der Mutter !?

Beitrag von Dipl.-Sozialarbeiter » 13.09.14, 18:31

Der § 2 BGB ist recht eindeutig, aber diese Bestimmung verhindert nicht, dass sich Eltern auch über volljährige Kinder Sorgen machen (vgl. § 1618a BGB).

SusanneBerlin
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Re: Arzneimittel-Verweigerung der Mutter !?

Beitrag von SusanneBerlin » 13.09.14, 20:26

Abseits vom rechtlichen: nicht mit Mutter diskutieren - Medikamente mitnehmen wenn man das Zimmer verlässt und fertig.
Grüße, Susanne

SusanneBerlin
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Re: Arzneimittel-Verweigerung der Mutter !?

Beitrag von SusanneBerlin » 13.09.14, 20:30

Allerdings wenn ich da "praktische Führerscheinprüfung" lese - ich würde denn Arzt Fragen, ob du unter Einfluss dieses Medikaments Autofahren darfst.
Grüße, Susanne

Newbie2007
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Re: Arzneimittel-Verweigerung der Mutter !?

Beitrag von Newbie2007 » 13.09.14, 21:08

Da hier keiner zu den rechtlichen Aspekten so richtig Stellung nehmen mag:
Minchen014 hat geschrieben: Ich meine da ich Volljährig bin und die Tabletten selbst bezahle, und sie vom Arzt verschrieben sind, darf sie mir die doch nicht einfach wegnehmen wie es ihr passt oder sonst wie über die Medikation entscheiden, oder ??
Ja, das ist richtig.
Zumal sie sagt das ich zwar Volljährig bin, aber solange ich noch Zuhause wohne - sie bestimmen kann das ich die nehme oder nicht (nach der 14 Tagen Einnahme)
Das ist falsch.

Allerdings ist die Frage, wie man hier sein Recht durchsetzt.

Theoretisch könnten Sie Ihre Mutter anzeigen, aber dabei dürfte nicht viel herauskommen, und es würde zu einer weiteren Eskalation führen.

Zivilrechtlich haben Sie m. E. einen Unterlassungsanspruch, den Sie einklagen können.

Minchen014
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Re: Arzneimittel-Verweigerung der Mutter !?

Beitrag von Minchen014 » 13.09.14, 21:10

  • Dankeschön erstmal für die schnellen Antworten :wink: ,

    @Dipl.-Sozialarbeiter :

    wenn ich das jetzt richtig verstanden habe, darf sie mir meine Tabletten nicht wegnehmen, weil ich Volljährig bin und muss sie mir aushändigen!??

    Und das sie sich Sorgen macht,weiß ich ja.
    Hatte ja im Bericht erwähnt das ich 1000fach mit ihr versucht habe zu reden,was leider nicht möglich ist!
    Hab auch von mir aus das Gespräch gesucht und das Thema Sorgen angesprochen, und kann das auch nachvollziehen und hab ihr immer angeboten darüber zu sprechen.
    Allerdings finde ich persönlich es trotzdem nicht Rechtens, sprich: ich bin nicht der meinung sie könne mir einfach mein "Eigentum" vorenthalten oder "stehlen".
    Denn sie ist der Meinung und besteht darauf das sie es mir wegnehmen darf.

    Deswegen meine Frage (vielleicht war die vorherige Frage nicht richtig von mir formuliert :wink: ), ob sie es nun einfach einbehalten darf oder ich dazu berechtigt bin es wieder von ihr ausgehändig zu bekommen, wenn ja: was hätte ich für Möglichkeiten (freiwillig gibt sie es mir nicht wieder, und auch wenn es so wäre, war ihre Antwort "ist mir scheißegal, wenn es so ist - niemand kann mich zwingen das herauszugeben" ??
    Ist das wirklich so, oder kann "jemand" sie dazu verpflichten ???





    @SusanneBerlin: Danke für den Rat, nur wie gesagt durchsucht sie alles! Und abschließen meines Zimmers geht nicht, da ich eine Katze habe und deren Sachen auch bei mir stehen :wink:
    Hatte schon mal die Packung bei unserer Bekannten gelassen (die kennt meine Mutter und das Theater dies bezüglich) , da hat meine Mutter solange das Thema angesprochen und nachgehakt, bis sie die Packung hatte :evil: .

    Und zur praktische Führerscheinprüfung, danke für den Hinweis :wink: hab das direkt im vorhinein angesprochen und nachgefragt und muss dementsprechend die Tablette etwas früher nehmen und dann ist das unproblematisch :) , hatte auch Sorgen und fänd es nicht grad toll wenn man unter Einfluss von Schlaftabletten Fährt :wink:

Minchen014
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Re: Arzneimittel-Verweigerung der Mutter !?

Beitrag von Minchen014 » 13.09.14, 21:20

Erstmal Vielen Dank an Newbie2007 für die hilfreiche Stellungsnahme :D !

Und ich denke das hilft mir auf jeden Fall weiter :wink: ,
wie gesagt, vielleicht hatte ich mich falsch ausgedrückt :roll: !?
Ich denke damit hat sich aber meine Frage beantwortet & ich hab was dazu gelernt :idea: :D !



Lg minchen

Elektrikör
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Re: Arzneimittel-Verweigerung der Mutter !?

Beitrag von Elektrikör » 13.09.14, 21:23

Hallo,

es sollte aber klar sein, daß du erstmal auch kein Recht darauf hast, bei deiner Mutter zu wohnen


MfG
Alles hier von mir geschriebene stellt meine persönlichGanzFürMichAlleineMeinung dar
Falls in einer Antwort Fragen stehen, ist es ungemein hilfreich, wenn der Fragesteller diese auch beantwortet

Newbie2007
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Re: Arzneimittel-Verweigerung der Mutter !?

Beitrag von Newbie2007 » 13.09.14, 22:45

Elektrikör hat geschrieben:Hallo,
es sollte aber klar sein, daß du erstmal auch kein Recht darauf hast, bei deiner Mutter zu wohnen
Die Mutter hat aber auch kein Recht, die Tochter hinauszuwerfen, weil sie sich an die Anweisungen ihres Arztes hält. Jedenfalls wäre die Drohung mit einem solchen Rauswurf eine Straftat (§240 StGB, Nötigung). In der Praxis aber schwer nachzuweisen.

Dipl.-Sozialarbeiter
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Re: Arzneimittel-Verweigerung der Mutter !?

Beitrag von Dipl.-Sozialarbeiter » 14.09.14, 06:50

Newbie2007 hat geschrieben:
Elektrikör hat geschrieben:Hallo,
es sollte aber klar sein, daß du erstmal auch kein Recht darauf hast, bei deiner Mutter zu wohnen
Die Mutter hat aber auch kein Recht, die Tochter hinauszuwerfen, weil sie sich an die Anweisungen ihres Arztes hält. Jedenfalls wäre die Drohung mit einem solchen Rauswurf eine Straftat (§240 StGB, Nötigung). In der Praxis aber schwer nachzuweisen.
Natürlich kann die Mutter das volljährige Kind aus der Wohnung verweisen. Mit Nötigung hat das nichts zu tun.
Art. 6 GG hat geschrieben:(1) Ehe und Familie stehen unter dem besonderen Schutze der staatlichen Ordnung.
Die staatliche Gewalt hält sich weitestgehend aus innerfamiliären Konflikten des Alltags heraus. Hierzu gehört sicherlich auch die Meinungsverschiedenenheiten bei suchtmachenden Stoffen.

Wenn das volljährige Kind nicht damit einverstanden ist, dass sich seine Mutter nicht co-abhängig machen will, muss das Kind eben ausziehen.
Minchen014 hat geschrieben:Unter anderem erhalte ich gegen meine Schlafstörungen ein Medikament, das ich auf Rezept einnehmen kann.
Es handelt sich hierbei um ein Mittel mit Abhängigkeitspotenzial, das bei mir unter Ärztlicher Aufsicht!!! und Verschreibung angewendet wird.
Was ist dem Kind wichtiger?

a) das Medikament oder

b) die Mutter

Dipl.-Sozialarbeiter
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Re: Arzneimittel-Verweigerung der Mutter !?

Beitrag von Dipl.-Sozialarbeiter » 14.09.14, 07:00

Minchen014 hat geschrieben:...
@Dipl.-Sozialarbeiter :

wenn ich das jetzt richtig verstanden habe, darf sie mir meine Tabletten nicht wegnehmen, weil ich Volljährig bin und muss sie mir aushändigen!??

Und das sie sich Sorgen macht,weiß ich ja.
Hatte ja im Bericht erwähnt das ich 1000fach mit ihr versucht habe zu reden,was leider nicht möglich ist!
Hab auch von mir aus das Gespräch gesucht und das Thema Sorgen angesprochen, und kann das auch nachvollziehen und hab ihr immer angeboten darüber zu sprechen.
Allerdings finde ich persönlich es trotzdem nicht Rechtens, sprich: ich bin nicht der meinung sie könne mir einfach mein "Eigentum" vorenthalten oder "stehlen".
Denn sie ist der Meinung und besteht darauf das sie es mir wegnehmen darf.
...
Die Mutter braucht nicht tatlos zuzuschauen, wie ihr volljähriges Kind Tablettenabhängig wird (vgl. § 1618a BGB).

Süddeutsche hat geschrieben:Der Hausarzt verschreibt ein Schlafmittel. Funktioniert wunderbar - bis die kleinen Helfer selbst zum Problem werden. Etwa 1,5 Millionen Deutsche sind medikamentenabhängig. Wie schnell Patienten in die Sucht abrutschen können, wird häufig unterschätzt. ...

Dipl.-Sozialarbeiter
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Re: Arzneimittel-Verweigerung der Mutter !?

Beitrag von Dipl.-Sozialarbeiter » 14.09.14, 07:05

Newbie2007 hat geschrieben:Da hier keiner zu den rechtlichen Aspekten so richtig Stellung nehmen mag:
...
Das Ganze ist m.E. kein rechtliches, sondern ein medizinisches Problem. Wenn Eltern ihr volljähriges Kind vor einer Sucht bewahren möchten, wird dies auch rechtlich möglich sein (vgl. aber Haus- und Familiendiebstahl).

edy
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Re: Arzneimittel-Verweigerung der Mutter !?

Beitrag von edy » 14.09.14, 11:35

Hallo ,

Ich würde der Mutter empfehlen, beim nächsten Artztbesuch die Tochter
zu begleiten, und selbst mit dem Arzt zu sprechen.

Ich denke das dürfte weniger "peinlich" sein, als gerichtlich vorzugehen.

lg
edy
Ein freundliches "Hallo" setzt sich auch in Foren
immer mehr durch.

Newbie2007
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Re: Arzneimittel-Verweigerung der Mutter !?

Beitrag von Newbie2007 » 14.09.14, 15:17

Dipl.-Sozialarbeiter hat geschrieben:
Newbie2007 hat geschrieben:
Elektrikör hat geschrieben:Hallo,
es sollte aber klar sein, daß du erstmal auch kein Recht darauf hast, bei deiner Mutter zu wohnen
Die Mutter hat aber auch kein Recht, die Tochter hinauszuwerfen, weil sie sich an die Anweisungen ihres Arztes hält. Jedenfalls wäre die Drohung mit einem solchen Rauswurf eine Straftat (§240 StGB, Nötigung). In der Praxis aber schwer nachzuweisen.
Natürlich kann die Mutter das volljährige Kind aus der Wohnung verweisen. Mit Nötigung hat das nichts zu tun.
Bitte nochmal genau lesen, was ich geschrieben habe. Der Rauswurf an sich wäre keine Straftat, aber die Drohung könnte eine sein. Der Rauswurf ist offensichtlich ein empfindliches Übel, und der Einsatz einer derartigen Drohung, die Tochter dazu zu bringen, die vom Arzt verordneten(!) Medikamente nicht mehr zu nehmen, erfüllt grundsätzlich den Tatbestand der Rechtswidrigkeit (§240 Abs. 2 StGB). Daran würden übrigens auch die (sicher vorhandenen) guten Absichten der Mutter nichts ändern.
Art. 6 GG hat geschrieben:(1) Ehe und Familie stehen unter dem besonderen Schutze der staatlichen Ordnung.
Die staatliche Gewalt hält sich weitestgehend aus innerfamiliären Konflikten des Alltags heraus. Hierzu gehört sicherlich auch die Meinungsverschiedenenheiten bei suchtmachenden Stoffen.
Hier geht es nicht um blosse Meinungsverschiedenheiten. Sowohl Diebstahl als auch Nötigung können auch innerhalb einer Familien- und Hausgemeinschaft strafrechtlich verfolgt werden, der Diebstahl allerdings nur auf Antrag.
Wenn das volljährige Kind nicht damit einverstanden ist, dass sich seine Mutter nicht co-abhängig machen will, muss das Kind eben ausziehen.
Offensichtlich interpretieren Sie da was in den Sachverhalt hinein. Nur so kann man das folgende erklären:
Was ist dem Kind wichtiger?
a) das Medikament oder
b) die Mutter
Oder würden sie auch so argumentieren, wenn die Mutter dem volljährigen Kind untersagt, sich impfen zu lassen, oder wenn eine Angehörige der Zeugen Jehovas von ihrer Tochter verlangt, eine Patientenverfügung zu unterzeichnen, die im Falle eines Unfalls eine Bluttransfusion untersagt? In beiden Fällen natürlich mit den besten Absichten...
Dipl.-Sozialarbeiter hat geschrieben:
Süddeutsche hat geschrieben:Der Hausarzt verschreibt ein Schlafmittel. Funktioniert wunderbar - bis die kleinen Helfer selbst zum Problem werden. Etwa 1,5 Millionen Deutsche sind medikamentenabhängig. Wie schnell Patienten in die Sucht abrutschen können, wird häufig unterschätzt. ...
Ja. Aber laut Sachverhalt wurden die Schlafmittel nicht vom Hausarzt, sondern von einem Psychiater verschrieben.

Man kann hier sicher alle möglichen Vermutungen aufstellen, die haben aber mit der rechtlichen Seite wenig bis nichts zu tun. Wir kennen die Details nicht, und müssen darauf vertrauen, dass ein Facharzt weiß, was er tut.

Dipl.-Sozialarbeiter
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Re: Arzneimittel-Verweigerung der Mutter !?

Beitrag von Dipl.-Sozialarbeiter » 14.09.14, 15:31

Newbie2007 hat geschrieben:...
Bitte nochmal genau lesen, was ich geschrieben habe. Der Rauswurf an sich wäre keine Straftat, aber die Drohung könnte eine sein. ...
Wenn der Rauswurf an sich keine Straftat ist, dann kann die Drohung damit auch keine Straftat sein.
Newbie2007 hat geschrieben: Sowohl Diebstahl als auch Nötigung können auch innerhalb einer Familien- und Hausgemeinschaft strafrechtlich verfolgt werden, der Diebstahl allerdings nur auf Antrag.
Diebstahl setzt voraus, dass eine Aneignungsabsicht seitens der Mutter besteht.
§ 242 StGB hat geschrieben:(1) Wer eine fremde bewegliche Sache einem anderen in der Absicht wegnimmt, die Sache sich oder einem Dritten rechtswidrig zuzueignen, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft. ...
Ich glaube kaum, dass die Mutter die Pillen selbst schlucken will.
Newbie2007 hat geschrieben:Offensichtlich interpretieren Sie da was in den Sachverhalt hinein. Nur so kann man das folgende erklären:
Was ist dem Kind wichtiger?
a) das Medikament oder
b) die Mutter
Oder würden sie auch so argumentieren, wenn die Mutter dem volljährigen Kind untersagt, sich impfen zu lassen, oder wenn eine Angehörige der Zeugen Jehovas von ihrer Tochter verlangt, eine Patientenverfügung zu unterzeichnen, die im Falle eines Unfalls eine Bluttransfusion untersagt? In beiden Fällen natürlich mit den besten Absichten...
Bleiben Sie doch einfach bei dem Kosum der legalen Drogen. Über die Tablettensucht und Schlaftabletten brauchen wir doch nicht wirklich zu diskutieren.
Newbie2007 hat geschrieben:Ja. Aber laut Sachverhalt wurden die Schlafmittel nicht vom Hausarzt, sondern von einem Psychiater verschrieben.
Wer hier als "Dealer" :ironie: auftritt, ist doch egal. Schlafmittel machen nunmal abhängig. Da beißt die Maus keinen Faden ab.

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