Arzneimittel-Verweigerung der Mutter !?

Recht in der Ehe, eheliches Güterrecht, Adoptionsrecht, Kinderrechte, Sorgerecht, Unterhaltsrecht, Recht des Versorgungsausgleichs

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Dipl.-Sozialarbeiter
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Re: Arzneimittel-Verweigerung der Mutter !?

Beitrag von Dipl.-Sozialarbeiter » 15.09.14, 17:23

flokon hat geschrieben:...
Ich biete als rein rechtliche Antwort:

-Anzeige wegen Diebstahl
-Körperverletzung (?) wichtige ( :shock: ) Medikamente werden schließlich vorenthalten
-Unterlassungklage, um das Durchsuchen des Zimmers zu verhindern

Wer bietet mehr?
Ich biete nicht mehr, sondern gehe davon aus, dass hier keine StA ein Strafverfahren einleiten wird, denn:
  • "Ehe und Familie stehen unter dem besonderen Schutz des Staates."
Die Tochter wird m.E. nur dann den Privatklageweg beschreiten, wenn ihr das Suchtmittel wichtiger ist, als die Mutter. ;-)

dr-oetker
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Re: Arzneimittel-Verweigerung der Mutter !?

Beitrag von dr-oetker » 15.09.14, 17:44

@flokon:
1. In diesem Thread war zwar von Schlafmittel mit Suchtpotenzial, aber nie konkret von Benzodazepinen die Rede. Woher nehmen Sie diese Information? Nebenbei bemerkt, würde das nichts am Sachverhalt ändern.
2. Das Thema "Diebstahl" war bereits abgehandelt (nein, kein Diebstahl, da fehlende Aneignungsabsicht)

Und was die
Dipl.-Sozialarbeiter hat geschrieben:medizinsche Fragestellung
angeht, so hat der Facharzt doch ebendiese mit dem Verschreiben der Medikamente beantwortet ;)
Korrigiert mich einfach, wenn ich falsch liege ;)

flokon
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Re: Arzneimittel-Verweigerung der Mutter !?

Beitrag von flokon » 15.09.14, 18:09

dr-oetker hat geschrieben:@flokon:
1. In diesem Thread war zwar von Schlafmittel mit Suchtpotenzial, aber nie konkret von Benzodazepinen die Rede. Woher nehmen Sie diese Information? Nebenbei bemerkt, würde das nichts am Sachverhalt ändern.
2. Das Thema "Diebstahl" war bereits abgehandelt (nein, kein Diebstahl, da fehlende Aneignungsabsicht)
zu 1. :
Im Eingangspost steht sinngemäß:
"Mutter eignet sich die vom Psychiater verschriebenen, abhängig machenden Schlafmittel an und durchsucht dafür auch regelmäßig das Zimmer der volljährigen Tochter." Richtig?

Nun kommen wir zu meinem Ausschlussverfahren, dazu ist natürlich zu sagen ich bin absoluter Laie und spreche nur aus eigener bzw. familiärer Erfahrung.
Da explizit von Schlafmitteln gesprochen wird, schließe ich Antidepressiva und Neuroleptika aus.
Gleiches gilt für Baldrian und anderer homeopathischer Mittel.
Babiturate wohl hoffentlich nicht? :shock:
Blieben nach der Statistik an verschreibungspflichtigen Schlafmitteln Benzodiazepine und deren Nachfolger (z.B. Zolpidem). Ja Zolpidem ist kein Benzodiazepine, aber in der Wirkung recht ähnlich und laut Wiki z.B. genauso abhängig machend.



zu 2. :

Auch hier hab ich als Laie ins Blaue geraten. Für eine Anzeige für Diebstahl reicht es also nicht, dann eben Sachbeschädigung. Unser STGB wird schon irgendeinen Paragraphen für das Entwenden und (Hier rate ich dann zum letztenmal :lol: ) Entsorgen von den Medikamenten der volljährigen Tochter bereit stellen. Zum Glück muss man ja für eine Anzeige nur den Sachverhalt schildern und keine passenden Paragraphen bereit halten.

Wie schaut es aber mit der Körperverletzung aus und/oder der Unterlassung wegen der dauernden Zimmerkontrolle?

Dipl._Sozialarbeiters Meinung habe ich schon, wie ist Ihre dazu?

bdirk75
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Re: Arzneimittel-Verweigerung der Mutter !?

Beitrag von bdirk75 » 15.09.14, 18:22

Mist! Verklickt! Ich wollte doch gar nicht in ein Medizinerforum! :lachen:

Roni
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Re: Arzneimittel-Verweigerung der Mutter !?

Beitrag von Roni » 15.09.14, 19:06

flokon hat geschrieben:@ Roni: Benzodiazepine machen bei längere Anwendung immer abhängig.
das bestreite und bezweifle ich ja garnicht, aber wir wissen doch garnicht warum der Arzt die verordnet hat. Diese Medikamente sind ja bei gewissen Erkrankungen notwendig, deshalb werden die ja hergestellt und verordnet.

Ich hatte ja schon geschrieben dass es auch einige Schmerzmittel gibt die Opiate sind und ebenso abhängig machen können. Aber auch hier gibt es Gründe weshalb die verschrieben werden.

bdirk75
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Re: Arzneimittel-Verweigerung der Mutter !?

Beitrag von bdirk75 » 15.09.14, 19:17

Wollt ihr jetzt allen Ernstes ausdiskutieren was alles abhängig machen kann/könnte?

Weiter weg von der ursprünglichen Frage kann man ja fast nicht mehr sein!

ratlose mama
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Re: Arzneimittel-Verweigerung der Mutter !?

Beitrag von ratlose mama » 15.09.14, 19:28

Am besten geht die junge Dame mal zum JA. Diese können auch jungen Erwachsenen helfen, beraten und ggf. ihr dabei helfen eine eigene Wohnung und Unterhalt zu bekommen

dr-oetker
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Re: Arzneimittel-Verweigerung der Mutter !?

Beitrag von dr-oetker » 15.09.14, 19:42

flokon hat geschrieben:zu 1. : ... Ausschlussverfahren
Danke
Babiturate wohl hoffentlich nicht? :shock:
Und wenn doch, wärs auch egal, was das Wegnehmen betrifft.
zu 2. :
dann eben Sachbeschädigung. Unser STGB wird schon irgendeinen Paragraphen für das Entwenden und (Hier rate ich dann zum letztenmal :lol: ) Entsorgen von den Medikamenten der volljährigen Tochter bereit stellen. Zum Glück muss man ja für eine Anzeige nur den Sachverhalt schildern und keine passenden Paragraphen bereit halten.
Sie müssen hier gar nicht raten, sondern nur den Thread lesen, da auch das schon thematisiert war (Wegwerfen = Sachbeschädigung / nicht-Wegwerfen = Herausgabeanspruch durch die Tochter)

Zum Thema Körperverletzung:
Ja, m.E. begeht die Mutter hier eine Körperverletzung (durch Unterlassen).

siehe z.B. http://www.br.de/nachrichten/mittelfran ... e-100.html Hier geht es zwar um ein jüngeres Kind (Schutzbefohlenes), das sich seine Medikamente nicht selber besorgen konnte, aber das Vergehen bleibt in der Essenz das gleiche.
Korrigiert mich einfach, wenn ich falsch liege ;)

flokon
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Re: Arzneimittel-Verweigerung der Mutter !?

Beitrag von flokon » 15.09.14, 21:43

Die Mutter ist gegen die Therapieform. Wir wissen aber nicht ob sie generell gegen eine Therapie ist.
Die Tochter ist Volljährig.

Der Vergleich mit der Sekte, passt also u.U. nicht ganz.

Diebstahl also nicht, aber dann Unterschlagung (bei nicht Entsorgung)?

Unrechtlich (sry :oops: ):
Je nach Tochter-/Mutterbeziehung sollte die Tochter das Gespräch mit dem Psychiater suchen und die Mutter zu einem gemeinsamen Termin mitnehmen.
Vll hilft ein Gespräch zu dritt der Mutter zu verstehen, wieso die Tochter die Medikamente benötigt.

Sollte das nicht gehen Gespräch mit dem Psychiater und dem Jugendamt und einen Auszug vorbereiten.

Roni
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Re: Arzneimittel-Verweigerung der Mutter !?

Beitrag von Roni » 16.09.14, 11:08

Sollte das nicht gehen Gespräch mit dem Psychiater und dem Jugendamt und einen Auszug vorbereiten.
ob da das JA der richtige Ansprechpartern wäre, sie ist doch volljährig ?

flokon
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Re: Arzneimittel-Verweigerung der Mutter !?

Beitrag von flokon » 16.09.14, 11:15

Roni hat geschrieben:
Sollte das nicht gehen Gespräch mit dem Psychiater und dem Jugendamt und einen Auszug vorbereiten.
ob da das JA der richtige Ansprechpartern wäre, sie ist doch volljährig ?
Soweit ich weiß gibt es bei der Jugendhilfe auch Hilfen für Volljährige.
Ansonsten gibt es dort hoffentlich Wegweiser für die zuständigen Ansprechpartner.

Newbie2007
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Re: Arzneimittel-Verweigerung der Mutter !?

Beitrag von Newbie2007 » 16.09.14, 12:05

Dipl.-Sozialarbeiter hat geschrieben:
flokon hat geschrieben:...
Ich biete als rein rechtliche Antwort:

-Anzeige wegen Diebstahl
-Körperverletzung (?) wichtige ( :shock: ) Medikamente werden schließlich vorenthalten
-Unterlassungklage, um das Durchsuchen des Zimmers zu verhindern

Wer bietet mehr?
Ich biete nicht mehr, sondern gehe davon aus, dass hier keine StA ein Strafverfahren einleiten wird, denn:
  • "Ehe und Familie stehen unter dem besonderen Schutz des Staates."
Die Tochter wird m.E. nur dann den Privatklageweg beschreiten, wenn ihr das Suchtmittel wichtiger ist, als die Mutter. ;-)
Ich habe den Originalpost so verstanden, dass es der Tochter nicht primär darum geht, wie sie die Mutter anzeigen, verklagen oder was auch immer kann.

Sondern sie ist angesichts unterschiedliche Aussagen von verschiedener Seite (Mutter: "ich darf das, solange Du bei mir wohnst"; andere: "ruf die Polizei") verunsichert und will eigentlich nur wissen, wie denn nun die tatsächliche Rechtslage ist. Und die Rechtslage ist eben nicht so, wie die Mutter es darstellt hat (@Sozialarbeiter: beachten Sie, dass die Mutter ihr Recht auf Wegnahme laut Sachverhalt gerade nicht damit begründet, dass sie sich Sorgen um die Tochter macht - von wegen §1618a BGB -, sondern sie begründet das damit, dass die Tochter bei ihr wohnt, was so definitiv falsch ist). Genau darum ging es mir.

Diese Klarstellung der Rechtslage ist m. E. auch "zielführend", weil sie die Tochter in die Lage versetzt, der Mutter als Gleichberechtigte entgegenzutreten, was eine Vorausetzung für jeden erfolgreichen Dialog ist (auch und gerade dann, wenn tatsächlich eine Suchtproblematik vorliegen sollte). Und es soll ab und zu auch Leute geben, die sich an Recht und Gesetz auch dann halten, wenn sie nicht von Polizei und Gerichten dazu gezwungen werden...

Nicht zielführend finde ich es dagegen, hier so zu tun, als dürfte die Mutter, weil sie Mutter ist, quasi alles, solange sie dabei nur in guter Absicht handelt. Dies ist die Unwahrheit, und die Unwahrheit kann niemals die Basis für eine echte Lösung irgendeines Problems sein.

Last but not least, verweise ich noch einmal auf mein (absichtlich oder unabsichtlich missverstandenes) Beispiel mit der Wegnahme der Zigaretten. Ja, die Mutter kann der Tochter verbieten, in der Wohnung zu rauchen. Sie kann ihr vielleicht auch verbieten, ausserhalb der Wohnung zu rauchen und ihr für den Fall der Zuwiderhandlung mit dem Rauswurf drohen (hier wird man möglicherweise, anders als bei einer medizinisch verordneten Medikation, die Rechtswidrigkeit der Drohung verneinen). Sie darf dieses Verbot aber nicht eigenmächtig durchsetzen, indem sie der Tochter die "Suchtmittel" einfach wegnimmt - oder gar Dritte solange unter Druck setzen, bis sie ihr die für die Tochter verwahrten "Suchtmittel" aushändigen.

Dipl.-Sozialarbeiter
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Re: Arzneimittel-Verweigerung der Mutter !?

Beitrag von Dipl.-Sozialarbeiter » 16.09.14, 16:34

@Newbie2007,

zu einem Konflikt gehören bekanntlich immer min. 2 Personen - hier sind es Tochter und Mutter. Der Sachverhalt wird nur (einseitig) von der Tochter dargestellt. Es fehlen die Argumente der Mutter.

Die Tochter hat die Möglichkeit, den Konflikt

a) durch einen Richter,

b) einen Familientherapeuten oder

c) durch den Psychiater klären zu lassen.

Bliebe nur noch zu klären, wem die Wohnung gehört und wer die innerfamiliären Regeln aufstellt.

Meist gilt doch: "Solange Du die Füße unter ....". ;-) oder auch :devil:

Dipl.-Sozialarbeiter
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Re: Arzneimittel-Verweigerung der Mutter !?

Beitrag von Dipl.-Sozialarbeiter » 16.09.14, 16:36

ratlose mama hat geschrieben:Am besten geht die junge Dame mal zum JA. Diese können auch jungen Erwachsenen helfen, beraten und ggf. ihr dabei helfen eine eigene Wohnung und Unterhalt zu bekommen
Ich fürchte hier eher, dass das Jugendamt nichts machen wird.

Dipl.-Sozialarbeiter
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Re: Arzneimittel-Verweigerung der Mutter !?

Beitrag von Dipl.-Sozialarbeiter » 16.09.14, 16:38

Roni hat geschrieben:
flokon hat geschrieben:Sollte das nicht gehen Gespräch mit dem Psychiater und dem Jugendamt und einen Auszug vorbereiten.
ob da das JA der richtige Ansprechpartern wäre, sie ist doch volljährig ?
Siehe § 41 SGB VIII.

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