Ende der Gerechtigkeit als Ideal?

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istdasso?
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Ende der Gerechtigkeit als Ideal?

Beitrag von istdasso? » 09.12.14, 09:06

Es ist sicher so, dass man Ideale auch daran erkennt, dass sie nicht zu erreichen sind. Manchmal ist es ggf. auch so, das man, je näher man ihnen kommt, erkennt, das es sie so garn nicht gibt.....

Etwas anderes ist es dann aber auf dem Weg aufzugeben oder gar mit dem Argument das es "Gerechtigkeit" objektiv nicht gibt jede Ungerechtigkeit quasi zu legitimieren..

Ich will den Gedanken mal so motivieren:

Zunächst ist la jeder in seinem Handeln selbst sein Richter, der Maßstäbe an das anlegt was er tut und warum er es tut - es wohnt ihm sozusagen eine Ethik inne.
Diese innere Ethik mag sich an einem Normensystem orientieren bei dem bestimmte Werte individuell eine Rolle spielen: Sozusagen die eigenen Moralvorstellungen.

Neben dieser Innenwelt zur Kontrolle der Handlungen des Einzelnen gibt dann halt das äußere Gesetz, das gesellschaftliche Rechtssystem mit Normen und Sanktionen.

Nun treten diese beiden Kontrollinstanzen aber auch miteinander in Interaktion.Dies tun sie wiederum auf mindestens zwei Arten:

Zum Einen sanktioniert das äußere Recht natürlich das Individuum, wenn , ich sag mal, der innere Kompass den 'falschen' Weg weist - zum Anderen wird aber auch das äßere Recht getragen von den Individuen, die sein Geschäft erledigen sozusagen den Organen der Rechtspflege.

Soviel zur Vorrede.

Was passiert aber nun, wenn dieser "innere Kompass" seine Richtung ändert oder gar seine Funktion einbüßt bzw. auf kurzsichtigen Egoismus zeigt - z.B weil der "Zeitgeist" das so propagiert.

Also der Zeiger quasi z.B. vom kategorische Imperativ zum "wenn jeder an sich denkt, ist an alle gedacht" umschwenkt... und das ibei einer Vielzahl von Menschen?

Was passiert dann mit dem äußeren Recht - auch ohne das nur ein Gesetz angerührt wird - was passiert mit der Rechtsprechung?
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Ich habe den Eindruck wir haben einen Punkt erreicht an dem sich bereits einiges an Orientierung aufgelöst hat und wer nach irgendwelchen nicht rein egoistischen Grundsätzen handelt bereits einen systematischen Nachteil erfährt. Es ist sogar oft doch schon soweit, dass der, der sich auch nur an die äußeren Gesetze hält zum Scheitern verurteilt ist - einfach weil es in der allgemeinen Orientierungslosigkeit zum Wettbewerbenachteil wird.

Was ist z.B.heute ein belebte Beleidigung? Du Opfer!

Oder erfährt nicht der geschickte Betrüger heute gradezu Bewunderung (wenn er einen nicht gerade selbst erwischt hat)?
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Re: Ende der Gerechtigkeit als Ideal?

Beitrag von webelch » 09.12.14, 09:25

Zumindest diese Beispiele helfen nicht weiter
istdasso? hat geschrieben:Was ist z.B.heute ein belebte Beleidigung? Du Opfer!
Das war früher "Du Pfeffersack!"
istdasso? hat geschrieben:Oder erfährt nicht der geschickte Betrüger heute gradezu Bewunderung (wenn er einen nicht gerade selbst erwischt hat)?
So ähnlich wie früher Robin Hood oder Ronnie Biggs.

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Re: Ende der Gerechtigkeit als Ideal?

Beitrag von istdasso? » 09.12.14, 09:49

Naja - Beispiele sind ohnehin immer so eine Sache...

Aber nehmen wir mal als historisch belegtes Phänomen dem Ablasshandel im 15.Jh. Hier war zwar einer kleinen Oberschicht ggf. klar, das damit u.a eine riesen Kirche in Rom gebaut wird - und nicht viel mehr passier....

Der - auch wohlhabende- Mann auf der Straße kaufte aber diese Zertifikate, weil die Angst vor dem Fegefeuer durchaus real war. Ich vermute mal jetzt ganz dreist, das diese Angst durchaus eine Rolle gespielt haben mag, wenn jemand den Drang empfand zu stehlen oder zu betrügen. Damals gab es z.B ja auch nicht so etwas wie eine Polizei - mal schauen wie das heute ohne Polizei ausgehen würde.

Oder nehmen wir eine Welt wo nur 1% der Menschen überhaupt schreiben können - wieviele Geschäfte wurden wohl 'per Handschlag' besiegelt?
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Re: Ende der Gerechtigkeit als Ideal?

Beitrag von Tastenspitz » 09.12.14, 10:02

istdasso? hat geschrieben:wieviele Geschäfte wurden wohl 'per Handschlag' besiegelt?
Die meisten Geschäfte heutzutage werden ebenfalls mündlich geschlossen. Sogar ohne Handschlag.
istdasso? hat geschrieben:die Angst vor dem Fegefeuer durchaus real war.
Heute hat man Angst wenn das Smartphone kein Netz hat. :mrgreen:
Wer für generelle Geschwindigkeitsbegrenzungen auf Autobahnen ist, hebe bitte den rechten Fuß.
Für individuelle Rechtsberatung bitte "ALT" und "F4" auf der Tastatur gleichzeitig drücken.

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Re: Ende der Gerechtigkeit als Ideal?

Beitrag von istdasso? » 09.12.14, 10:12

Tastenspitz hat geschrieben:
istdasso? hat geschrieben:wieviele Geschäfte wurden wohl 'per Handschlag' besiegelt?
Die meisten Geschäfte heutzutage werden ebenfalls mündlich geschlossen. Sogar ohne Handschlag.
..
Nun gut - aber nach meinen Beobachtungen liegt das daran, dass man heute beim Handschlag aufpassen muss, dass hinterher noch alle Finger da sind! :christmas
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Re: Ende der Gerechtigkeit als Ideal?

Beitrag von webelch » 09.12.14, 10:13

istdasso? hat geschrieben:Der - auch wohlhabende- Mann auf der Straße kaufte aber diese Zertifikate, weil die Angst vor dem Fegefeuer durchaus real war. Ich vermute mal jetzt ganz dreist, das diese Angst durchaus eine Rolle gespielt haben mag, wenn jemand den Drang empfand zu stehlen oder zu betrügen. Damals gab es z.B ja auch nicht so etwas wie eine Polizei - mal schauen wie das heute ohne Polizei ausgehen würde.
Sollte sich das Fegefeuer damals tatsächlich vermindernd auf die Zahl der Diebstähle und Betrugsdelikte ausgewirkt haben, waren die Kirchenfürsten recht schlau. In den USA, einem Land mit drakonischen Haftstrafen für kleinste Vergehen und sogar der Todesstrafe, funktioniert die Abschreckung jedenfalls nicht.

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Re: Ende der Gerechtigkeit als Ideal?

Beitrag von istdasso? » 09.12.14, 10:29

webelch hat geschrieben:
istdasso? hat geschrieben:Der - auch wohlhabende- Mann auf der Straße kaufte aber diese Zertifikate, weil die Angst vor dem Fegefeuer durchaus real war. Ich vermute mal jetzt ganz dreist, das diese Angst durchaus eine Rolle gespielt haben mag, wenn jemand den Drang empfand zu stehlen oder zu betrügen. Damals gab es z.B ja auch nicht so etwas wie eine Polizei - mal schauen wie das heute ohne Polizei ausgehen würde.
Sollte sich das Fegefeuer damals tatsächlich vermindernd auf die Zahl der Diebstähle und Betrugsdelikte ausgewirkt haben, waren die Kirchenfürsten recht schlau. In den USA, einem Land mit drakonischen Haftstrafen für kleinste Vergehen und sogar der Todesstrafe, funktioniert die Abschreckung jedenfalls nicht.
Genau! Aber sie verkennen den wirklichen Mechanismus!

Die Abschreckung durch die 'Todesstrafe funktioniert nicht, weil das eine reine Drohung aus dem 'äußeren Rechtssystem ist. Dem versucht man sich zu entziehen - real wiken tut sie wenn es zu spät ist , als Sanktion eben.
Das Fegefeuer sitzt dem Menschen in jedem Moment im Nacken - und Gott sieht alles - als Schablone für das "schlechte Gewissen"..

"Gewissen" - kennt man das noch, oder muss man den Begriff heute erklären :mrgreen: - das ist mehr als die Angst erwischt zu werden :devil:
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Re: Ende der Gerechtigkeit als Ideal?

Beitrag von istdasso? » 09.12.14, 10:44

Allein die tägliche Dosis Nachrichten:

Für einen nicht völlig verblödeten Menschen sollte doch klar sein das in Politik und Wirschaft nur noch kaum verholhen getäuscht und manipuliert wird.

Allein was einzelnen Banken an Verstößen innerhalb kurzer Zeit vorgeworfen wird, geht auf keine Kuhhaut. Egakl wo. Man kann auch die Maut nehmen, die nix kostet oder oder oder..

Durch sowas stumpft man ab, weil irgendwann alles irgendwie schonmal da war.

Kommt dann ein kleiner Betrüger daher - kann man dem überhaupt noch böse sein?

Nein. Der soll halt das nächste mal aufpassen, dass er nicht erwischt wird :mrgreen:
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Re: Ende der Gerechtigkeit als Ideal?

Beitrag von Tastenspitz » 09.12.14, 10:48

Nur mal vorsichtig angefragt: Haben sie was geraucht? :shock:
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Re: Ende der Gerechtigkeit als Ideal?

Beitrag von istdasso? » 09.12.14, 11:31

Nein - aber können sie mir etwas empfehlen?
:arrow: Klar, man kann sich jetzt so anstellen als verstünde man nicht, was ich ausdrücken will - aber mehr Mühe gebe ich mir nicht mehr. Dafür ist der Anteil vorsätzlicher professioneller "Nichtversteher" hier zu hoch....

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Re: Ende der Gerechtigkeit als Ideal?

Beitrag von webelch » 09.12.14, 12:51

Mir fällt bei solch unterschwelliger Romantisierung der Vergangenheit immer nur ein: „Alle Tiere sind gleich,
aber manche sind gleicher.“

Das war schon immer so und wird auch immer so bleiben.

§nix
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Re: Ende der Gerechtigkeit als Ideal?

Beitrag von §nix » 09.12.14, 13:12

istdasso? hat geschrieben:...Der - auch wohlhabende- Mann auf der Straße kaufte aber diese Zertifikate, weil die Angst vor dem Fegefeuer durchaus real war.
:ironie:
Ist eben alles schon mal dagewesen, heute handeln wir mit Klimazertifikaten, der Erfolg könnte vergleichbar sein.
Vielen Dank im Voraus für freundliche, hilfreiche Antworten.

§nix
Ein Mensch wollt' immer recht behalten: So kam's vom Haar- zum Schädelspalten. Eugen Roth

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Re: Ende der Gerechtigkeit als Ideal?

Beitrag von ZetPeO » 09.12.14, 14:11


Allein was einzelnen Banken an Verstößen innerhalb kurzer Zeit vorgeworfen wird, geht auf keine Kuhhaut.
Tss, tss, tss…wir haben doch das die BaFin.
Und die decken alles auf, was sie finden wollen.
Und was sie nicht aufdecken wollte nicht gefunden werden.

Gr
ZetPeO

fragender123777
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Re: Ende der Gerechtigkeit als Ideal?

Beitrag von fragender123777 » 24.12.14, 09:38

Am Anfang Ihrer Betrachtungen steht eine begriffliche Ungenauigkeit: Sie fangen mit Gerechtigkeit an, ersetzen diesen Begriff aber später durch den Begriff Recht.

Daraus folgt, dass Sie alle Gesetze für gerecht halten?

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