Kriegsdienstverweigerung im Kriegsfall?

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xatro
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Kriegsdienstverweigerung im Kriegsfall?

Beitrag von xatro » 14.06.15, 12:07

Sehr geehrte Damen und Herren,

ist eine Kriegsdienstverweigerung im Kriegsfall noch wirksam? Ich kann mir nicht vorstellen, dass bei der derzeitigen Demokratiebeugung eine Kriegsdienstverweigerung noch Bestand hat. Und der Kriegsfall, bzw. Verteidigungsfall ist uns näher als der andauernde Frieden. Zu welchem Dienst werden Kriegsdienstverweigerer herangezogen, wenn überhaupt?

Inwiefern ist denn eine Kriegsdienstverweigerung von 1997 noch relevant, wenn es jetzt die Berufsarmee gibt? Ist sie dann relevant, wenn der Volkssturm wie 1945 berufen wird?

Wie ist die Rechtslage?

Danke, Xatro

PurpleRain
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Re: Kriegsdienstverweigerung im Kriegsfall?

Beitrag von PurpleRain » 14.06.15, 12:40

xatro hat geschrieben:ist eine Kriegsdienstverweigerung im Kriegsfall noch wirksam?
Selbstverständlich, gerade dann.
xatro hat geschrieben:Ich kann mir nicht vorstellen, dass bei der derzeitigen Demokratiebeugung eine Kriegsdienstverweigerung noch Bestand hat.
Ich kann nicht verstehen was Sie unter dem Begriff "Demokratiebeugung" verstehen.
xatro hat geschrieben:Und der Kriegsfall, bzw. Verteidigungsfall ist uns näher als der andauernde Frieden.
Können Sie das etwas genauer Ausführen?
xatro hat geschrieben:Zu welchem Dienst werden Kriegsdienstverweigerer herangezogen, wenn überhaupt?
Im Friedensfall zur Altenpflege oder ähnlichen sozialen Diensten. Im Verteidigungsfall dürften sie mit Klappspaten, aber ohne Waffe, die Schützengräben ausheben.
xatro hat geschrieben:Inwiefern ist denn eine Kriegsdienstverweigerung von 1997 noch relevant, wenn es jetzt die Berufsarmee gibt?
Wenn Sie jetzt fragen, ob jemand, der 1997 den Kriegsdienst verweigert hat, jetzt Berufssoldat werden kann, so lautet die Antwort: Ja - Stichwort Gesinnungswandel.
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questionable content
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Re: Kriegsdienstverweigerung im Kriegsfall?

Beitrag von questionable content » 14.06.15, 12:43

Art 12a GG ist nach wie vor in Kraft.
Few people are capable of expressing with equanimity opinions which differ from the prejudices of their social environment. Most people are even incapable of forming such opinions.

Dipl.-Sozialarbeiter
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Re: Kriegsdienstverweigerung im Kriegsfall?

Beitrag von Dipl.-Sozialarbeiter » 14.06.15, 13:26

questionable content hat geschrieben:Art 12a GG ist nach wie vor in Kraft.
... und auch Art. 4 III GG (als Ergänzung). ;-)

Newbie2007
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Re: Kriegsdienstverweigerung im Kriegsfall?

Beitrag von Newbie2007 » 14.06.15, 13:29

[quote="PurpleRain"
Im Verteidigungsfall dürften sie mit Klappspaten, aber ohne Waffe, die Schützengräben ausheben.
[/quote]

Ich hoffe doch nicht.

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Re: Kriegsdienstverweigerung im Kriegsfall?

Beitrag von PurpleRain » 14.06.15, 13:59

Newbie2007 hat geschrieben:Ich hoffe doch nicht.
Das war eine etwas dramatisierende Darstellung, da nach militärischer Sicht, ohne Waffe niemand, etwas an der Kampflinie zu suchen hat.
Das sollte nur hervorheben, dass im Verteidigungsfall auch die Kriegsdienstverweigerer Dienst zu leisten haben, beispielsweise im Sanitäts- oder Nachschubbereich und sich nicht daheim vor den PC hocken und Counter Strike: Global Offensive spielen können.
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Re: Kriegsdienstverweigerung im Kriegsfall?

Beitrag von all-in » 14.06.15, 15:25

Das sollte nur hervorheben, dass im Verteidigungsfall auch die Kriegsdienstverweigerer Dienst zu leisten haben, beispielsweise im Sanitäts- oder Nachschubbereich und sich nicht daheim vor den PC hocken und Counter Strike: Global Offensive spielen können.
Eine Abwandlung von CS spielen ja bereits die Drohnenpiloten.

Soweit mir bekannt könne KDV im Verteidigungsfall aber nur zu einem Zivildienst einberufen und keinesfalls zu militärnahen Tätigkeiten herangezogen werden. Sollen diejenigen welche unbedingt Krieg spielen wollen mal schön selber zusehen, wie sie ihre verstümmelten Kameraden flicken.

PurpleRain
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Re: Kriegsdienstverweigerung im Kriegsfall?

Beitrag von PurpleRain » 14.06.15, 15:31

all-in hat geschrieben:Soweit mir bekannt könne KDV im Verteidigungsfall aber nur zu einem Zivildienst einberufen und keinesfalls zu militärnahen Tätigkeiten herangezogen werden.
Wo könnte eine solche Regelung stehen? Es geht ja nicht um den Kriegsdienst allgemein, sondern nur um den Kriegsdienst mit der Waffe.
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Re: Kriegsdienstverweigerung im Kriegsfall?

Beitrag von Gata » 14.06.15, 15:32

all-in hat geschrieben:
Soweit mir bekannt könne KDV im Verteidigungsfall aber nur zu einem Zivildienst einberufen und keinesfalls zu militärnahen Tätigkeiten herangezogen werden. Sollen diejenigen welche unbedingt Krieg spielen wollen mal schön selber zusehen, wie sie ihre verstümmelten Kameraden flicken.
Könnte sich dann jemand, der nicht mehr in die Wehrpflichtzeit gehört, jetzt auch irgendwo als Kriegsdienstverweigerer melden? Für den Fall der Fälle...

Dipl.-Sozialarbeiter
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Re: Kriegsdienstverweigerung im Kriegsfall?

Beitrag von Dipl.-Sozialarbeiter » 14.06.15, 15:41

Gata hat geschrieben:...
Könnte sich dann jemand, der nicht mehr in die Wehrpflichtzeit gehört, jetzt auch irgendwo als Kriegsdienstverweigerer melden? Für den Fall der Fälle...
Siehe Kriegsdienstverweigerung. ;-)

Gata
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Re: Kriegsdienstverweigerung im Kriegsfall?

Beitrag von Gata » 14.06.15, 15:43

Danke für den Link!
Ich muss ja zugeben, dass ich niemals mit der Möglichkeit gerechnet hätte, dass man sich das unter Umständen heutzutage überlegen sollte.
(wobei ich auch zugebe - ja, sehr naiv- dass ich bis dato immer dachte, wenns denn soweit ist, ziehen die alles ein, was noch 2 Arme und 2 Beine hat)

dann werde ich mal meine Söhne entsprechend informieren.... traurig, traurig.

PurpleRain
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Re: Kriegsdienstverweigerung im Kriegsfall?

Beitrag von PurpleRain » 14.06.15, 15:57

Gata hat geschrieben:dann werde ich mal meine Söhne entsprechend informieren.... traurig, traurig.
Ich würde sowas eher als asoziales Verhalten qualifizieren: Die Vorteile unserer FDGO genießen, aber wenn es darum geht, diese zu verteidigen, sich einfach verpissen. :cry:
"Das ganze Problem mit der Welt ist, dass Dummköpfe und Fanatiker der Richtigkeit ihrer Sicht immer so sicher, weise Menschen aber so voller Zweifel sind." Bertrand Russel

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Re: Kriegsdienstverweigerung im Kriegsfall?

Beitrag von Gata » 14.06.15, 16:21

Das bezeichnen Sie als asozial?
Wie verpisst man sich bitteschön, wenn man im Fall der Fälle Dienst an den betroffenen Menschen macht?
Wenn Sie lieber Menschen abknallen, ist das Ihre Sache - es muss sich aber nicht jeder so verhalten. Ich empfinde halt Rumballerer als asozial. Jedem das Seine.
Aber solche Sätze kennt man ja... es gab wohl auch viele Amerikaner, die genauso sprachen - bis es sie selbst erwischt hat.

Im Übrigen meine ich mit "traurig, traurig": es ist schon sehr traurig, dass man heutzutage überhaupt an den Kriegsfall denken muss!

Bevor Sie jemanden als asozial bezeichnen, sollten sie die Hintergründe kennen. Meine Söhne sind jedenfalls alles andere als asozial

khmlev
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Re: Kriegsdienstverweigerung im Kriegsfall?

Beitrag von khmlev » 14.06.15, 16:27

PurpleRain hat geschrieben:
Gata hat geschrieben:dann werde ich mal meine Söhne entsprechend informieren.... traurig, traurig.
Ich würde sowas eher als asoziales Verhalten qualifizieren: Die Vorteile unserer FDGO genießen, aber wenn es darum geht, diese zu verteidigen, sich einfach verpissen. :cry:
Wehrdienstverweigerer verpissen sich nicht, sondern leisten auch im Spannungs- und Verteidigungsfall ihren Beitrag. Einfach einmal Artikel 12a GG und § 1 (2) Kriegsdienstverweigerungsgesetz lesen.
Gruß
khmlev
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Re: Kriegsdienstverweigerung im Kriegsfall?

Beitrag von webelch » 14.06.15, 17:00

PurpleRain hat geschrieben:Ich würde sowas eher als asoziales Verhalten qualifizieren: Die Vorteile unserer FDGO genießen, aber wenn es darum geht, diese zu verteidigen, sich einfach verpissen. :cry:
Endlich wieder ein neuer Bewohner für meine Ignore-Liste...

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