Seniorenwohnung Betreut Wohnen Kündigung

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indubio
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Re: Seniorenwohnung Betreut Wohnen Kündigung

Beitrag von indubio »

Spezi hat geschrieben:Der Mietvertrag ist also keinesfalls von dem Abschluss der Betreuungsvertrages abhängig.
Ich sehe das schon so, dass der Mietvertrag an den Abschluss eines Betreuungsvertrags gebunden ist. Ich meine, das bereits auch schon so gepostet zu haben.
freemont hat geschrieben:Selbstverständlich ist der Betreuungsvertrag Bedingung.
Der Betreuungsvertrag wird nach wie vor erfüllt, deshalb sehe ich dieses
freemont hat geschrieben:Der TE kann sich ja verklagen lassen, wenn erst die Kündigung erfolgt ist.
nicht so.
Außerdem müsste dann doch "der TE" gegen die Kündigung klagen und nicht umgekehrt, oder?

Bei dieser Antwort
freemont hat geschrieben:Die Erlaubnis zur Untervermietung dürfte der Vermieter hier mit Fug und Recht verweigern.
verstehe ich den Zusammenhang nicht.

winterspaziergang
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Re: Seniorenwohnung Betreut Wohnen Kündigung

Beitrag von winterspaziergang »

indubio hat geschrieben:
freemont hat geschrieben:Selbstverständlich ist der Betreuungsvertrag Bedingung.
Der Betreuungsvertrag wird nach wie vor erfüllt, deshalb sehe ich dieses
Man zahlt für eine Betreuung im Betreuten Wohnen, während die alten Leute in der stationären Vollpflege sind? :shock:
indubio hat geschrieben:
freemont hat geschrieben:Der TE kann sich ja verklagen lassen, wenn erst die Kündigung erfolgt ist.
nicht so.
Außerdem müsste dann doch "der TE" gegen die Kündigung klagen und nicht umgekehrt, oder?
richtig
indubio hat geschrieben:Bei dieser Antwort
freemont hat geschrieben:Die Erlaubnis zur Untervermietung dürfte der Vermieter hier mit Fug und Recht verweigern.
verstehe ich den Zusammenhang nicht.
Wenn man seine Wohnung nicht nutzt, aber nicht aufgeben möchte, kann man sie untervermieten. Im Gegensatz zur Untervermietung von einzelnen Zimmern, muss der Vermieter einer Untervermietung (genauer, Gebrauchsüberlassung) der ganzen Wohnung aber nicht zustimmen. Im Gegenzug kann der Mieter erleichtert kündigen, was bei Zeitmietverträgen regelmäßig ein Vorteil ist.

Trifft aber für den hier gegebenen Fall nicht zu bzw. die Senioren können ihre Wohnung nicht dem Angehörigen untervermieten, da der Vermieter dem nicht zustimmen muss.

freemont
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Re: Seniorenwohnung Betreut Wohnen Kündigung

Beitrag von freemont »

indubio hat geschrieben:...
freemont hat geschrieben:Der TE kann sich ja verklagen lassen, wenn erst die Kündigung erfolgt ist.
nicht so.
Außerdem müsste dann doch "der TE" gegen die Kündigung klagen und nicht umgekehrt, oder?
...
Nach der Kündigung folgt die Räumungsklage des Vermieters.

Streitwert ist die Jahresmiete. Es kann sein, daß auch noch Schadensersatz dazu kommt, weil kein neuer Betreuungsvertrag über die Wohnung abgeschlossen werden kann, so lange sie nicht geräumt wird.

Das wird man dann sehen, wie teuer das wird. Rechtlich, wirtschaftlich, sozial gesehen eine unsinnige, unverständliche Aktion. Verklagt werden die Mieter/Betreuten/Pfleglinge. Vielleicht macht es ja nachdenklich, daß Rechtsstreitigkeiten eine hohe psychische Belastung bedeuten. Gerade der Gesundheit von alten Menschen ist das nicht zuträglich.

Spezi
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Re: Seniorenwohnung Betreut Wohnen Kündigung

Beitrag von Spezi »

Selbstverständlich ist der Betreuungsvertrag Bedingung.
Aber nicht für die Gültigkeit des Mietvertrages. Der Text:
"Der Mieter verpflichtet sich mit dem Betreuungsträger quote]

ist genau so (nur) eine Verpflichtung wie die "Der Mieter ist verpflichtet die Schönheitsreparaturen auszuführen" oder "die Kosten für Bagatellschäden zu tragen", oder , oder.

weder aus der Verpflichtung einen Betreuungsvertrag abzuschließen, noch aus der Verpflichtung Schönheitsreparaturen auszuführen, oder die kleinen Schäden zu tragen ergibt sich eine Abhängigkeit von der Gültigkeit des Vertrages. Dazu hätte die Klausel heißen müssen:

Der Vertrag erlangt erst Wirksamkeit wenn der Mieter mit dem Betreuungsträger einen Betreuungsvertrag abschließt.

So lautet die Klausel aber nicht. Der Vermieter könnte den Abschluss erzwingen, genauso wie er die Durchführung von Schönheitsreparaturen erzwingen könnte.
Hier wurde ja aber der Betreuungsvertrag abgeschlossen.
Gruß Spezi

freemont
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Re: Seniorenwohnung Betreut Wohnen Kündigung

Beitrag von freemont »

Spezi hat geschrieben:
Selbstverständlich ist der Betreuungsvertrag Bedingung.
Aber nicht für die Gültigkeit des Mietvertrages. Der Text:
"Der Mieter verpflichtet sich mit dem Betreuungsträger quote]

ist genau so (nur) eine Verpflichtung wie die "Der Mieter ist verpflichtet die Schönheitsreparaturen auszuführen" oder "die Kosten für Bagatellschäden zu tragen", oder , oder.
...
Das ist doch völlig unstrittig.

Deshalb muss gekündigt werden, weil der Mietvertrag wirksam ist. Bei der Lage ist es so, daß ein "berechtigtes Interesse", sozusagen Betriebsbedarf der Einrichtung vorliegt. Die Kündigung ist möglich.

Die ganze Gemengelage, alle vertraglichen Absprachen in ihrer Wechselwirkung, ist nach den §§ 133, 157 BGB einem objektiv sinnhaften Ergebnis zuzuführen. Es verbietet sich Bruchstücke herauszugreifen und allein daraus das Ergebnis abzuleiten.

Spezi
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Re: Seniorenwohnung Betreut Wohnen Kündigung

Beitrag von Spezi »

Bei der Lage ist es so, daß ein "berechtigtes Interesse", sozusagen Betriebsbedarf der Einrichtung vorliegt. Die Kündigung ist möglich.
Betriebsbedarf als Kündigungsgrund ?
§ 576 - 576 b BGB passen aber auch nicht.

Weil die Wohnung zur Zeit nicht genutzt wird ist das doch kein Kündigungsgrund.
Ist denn 100% sicher dass sie nie wieder von einem der Bewohner bezogen werden kann ?
Gruß Spezi

freemont
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Re: Seniorenwohnung Betreut Wohnen Kündigung

Beitrag von freemont »

Spezi hat geschrieben:...

Weil die Wohnung zur Zeit nicht genutzt wird ist das doch kein Kündigungsgrund.
Ist denn 100% sicher dass sie nie wieder von einem der Bewohner bezogen werden kann ?

So ist das Leben, so läuft es oft.

Das Geschäftsmodell Seniorenresidenz, Betreutes Wohnen, Pflege usf. würde gar nicht funktionieren, wenn die Bewohner mit den Wohnungen tun und lassen können was sie möchten. Die Betreuungsleistungen sind spezifisch örtlich zugeschnitten, Wege- und Rüstzeiten sind da nicht vorgesehen.

Das ist ein berechtigtes Interesse für die Kündigung, das ist auch Jedem klar, der sich da einmietet. Das wird auch in der Begründung der Kündigung nachzulesen sein, das wird nicht der erste Fall in der Einrichtung sein.

Bei denen, die händeringend einen Platz suchen stößt das Alles auf wenig Verständnis.

indubio
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Re: Seniorenwohnung Betreut Wohnen Kündigung

Beitrag von indubio »

winterspaziergang hat geschrieben:Man zahlt für eine Betreuung im Betreuten Wohnen, während die alten Leute in der stationären Vollpflege sind?
Das ist nun mal so, ich kann's nicht ändern. Wenn die Wohnung für die beiden Senioren beibehalten werden soll, kommt da nicht darum herum. Und das finde ich auch in Ordnung so.
winterspaziergang hat geschrieben:Wenn man seine Wohnung nicht nutzt, aber nicht aufgeben möchte, kann man sie untervermieten. Im Gegensatz zur Untervermietung von einzelnen Zimmern, muss der Vermieter einer Untervermietung (genauer, Gebrauchsüberlassung) der ganzen Wohnung aber nicht zustimmen. Im Gegenzug kann der Mieter erleichtert kündigen, was bei Zeitmietverträgen regelmäßig ein Vorteil ist.
Trifft aber für den hier gegebenen Fall nicht zu bzw. die Senioren können ihre Wohnung nicht dem Angehörigen untervermieten, da der Vermieter dem nicht zustimmen muss.
Verzeihung, mir ist vollkommen rätselhaft, wie hier eine Untervermietung konstruiert wird. Niemand will hier untervermieten, weder einzelne Räume noch die ganze Wohnung. Die Senioren würden nur gerne die Wohnung einfach beibehalten, aus - hoffentlich wenigstens für manche - nachvollziehbaren Gründen.
freemont hat geschrieben:Nach der Kündigung folgt die Räumungsklage des Vermieters.
Streitwert ist die Jahresmiete. Es kann sein, daß auch noch Schadensersatz dazu kommt, weil kein neuer Betreuungsvertrag über die Wohnung abgeschlossen werden kann, so lange sie nicht geräumt wird.
Das wird man dann sehen, wie teuer das wird. Rechtlich, wirtschaftlich, sozial gesehen eine unsinnige, unverständliche Aktion. Verklagt werden die Mieter/Betreuten/Pfleglinge. Vielleicht macht es ja nachdenklich, daß Rechtsstreitigkeiten eine hohe psychische Belastung bedeuten. Gerade der Gesundheit von alten Menschen ist das nicht zuträglich.
Die Kündigung ist noch nicht erfolgt, sondern angekündigt. Ich muss also damit rechnen, dass die Whg. gekündigt wird.
Für eine etwaige Schadenersatzforderung, weil kein neuer Betreuungsvertrag abgeschlossen werden könne, dafür sehe ich keinen Anlass. Es besteht doch ein Betreuungsvertrag, der weiterhin erfüllt wird!
Für die Senioren ist es aber auch nicht besonders förderlich für ihr gesundheitliches Wohlbefinden, zu erfahren, dass für ihren bisherigen Lebensbezug andere Räumlichkeiten gesucht und gefunden und aus- und wieder eingeräumt werden müssten, dann nämlich, wenn die angekündigte Kündigung tatsächlich ausgesprochen werden würde.
Bisher haben sich die Senioren (bzw. der betreuende Angehörige) auf die Zusage des Vermieters verlassen, die Whg könne so beibehalten werden. Dem Vermieter war die gegenwärtige Nutzung sogar nach eigenen Angaben vorteilhaft, weil die Räume regelmäßig gelüftet werden, Wasser und Abwasser betätigt werden (Wäsche waschen), aber die Wohnung weniger abgenutzt wird als durch ständiges Bewohnen.
Spezi hat geschrieben:
Selbstverständlich ist der Betreuungsvertrag Bedingung.
Aber nicht für die Gültigkeit des Mietvertrages. ...
Der Vermieter könnte den Abschluss erzwingen, genauso wie er die Durchführung von Schönheitsreparaturen erzwingen könnte.
Hier wurde ja aber der Betreuungsvertrag abgeschlossen.
Richtig. Die Senioren haben a) einen Mietvertrag mit dem Vermieter abgeschlossen und b) einen Betreuungsvertrag mit der Betreuungseinrichtung.
freemont hat geschrieben:Deshalb muss gekündigt werden, weil der Mietvertrag wirksam ist. Bei der Lage ist es so, daß ein "berechtigtes Interesse", sozusagen Betriebsbedarf der Einrichtung vorliegt. Die Kündigung ist möglich.
Die ganze Gemengelage, alle vertraglichen Absprachen in ihrer Wechselwirkung, ist nach den §§ 133, 157 BGB einem objektiv sinnhaften Ergebnis zuzuführen. Es verbietet sich Bruchstücke herauszugreifen und allein daraus das Ergebnis abzuleiten.
Wieso MUSS gekündigt werden?
Was hat der "Betriebsbedarf der Einrichtung" mit dem Vermieter zu tun? Einrichtung und Vermieter sind doch bitte zu unterscheiden.
Ein objektiv sinnvolles Ergebnis könnte doch auch darin bestehen, den bisherigen Lebensbezug der Senioren aufrecht zu erhalten.
Spezi hat geschrieben:Weil die Wohnung zur Zeit nicht genutzt wird ist das doch kein Kündigungsgrund.
Ist denn 100% sicher dass sie nie wieder von einem der Bewohner bezogen werden kann ?
Das ist in der Tat eher unwahrscheinlich. Es würde aber für die Senioren (und deren Betreuer) schon eine nicht unerhebliche Härte bedeuten, die Wohnung an einen anderen Ort umzuverlagern, sofern überhaupt etwas gefunden werden könnte.
Und - pardon, ich finde es auch etwas vorgriffig, den Senioren die weitere Nutzung ihrer Wohnung abzusprechen, nur weil sie noch nicht gestorben sind.
freemont hat geschrieben:Das ist ein berechtigtes Interesse für die Kündigung, das ist auch Jedem klar, der sich da einmietet. Das wird auch in der Begründung der Kündigung nachzulesen sein, das wird nicht der erste Fall in der Einrichtung sein.
Bei denen, die händeringend einen Platz suchen stößt das Alles auf wenig Verständnis.
Da die Kündigung noch nicht ausgesprochen wurde, kann eine Begündiung auchnicht nachgelesen werden. Was der Vermieter gesagt hat, ist das eine. Andererseits hat er gegenüber dem Angehörigen noch vor einigen Wochen zugestanden, dass die Whg weiterhin in dieser Form genutzt werden kann.
Um Aussagen darüber machen zu können, welche Nachfrage nach Seniorenwohnungen besteht, sollte man die Lage am Ort kennen. Der Bedarf scheint mir in der Region nicht höher zu sein als das Angebot. Der Vorwurf des Sozialschmarotzertums kann hier wohl nicht erhoben werden. Im Übrigen sind die Senioren beide noch am Leben.

winterspaziergang
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Re: Seniorenwohnung Betreut Wohnen Kündigung

Beitrag von winterspaziergang »

indubio hat geschrieben:
winterspaziergang hat geschrieben:Man zahlt für eine Betreuung im Betreuten Wohnen, während die alten Leute in der stationären Vollpflege sind?
Das ist nun mal so, ich kann's nicht ändern. Wenn die Wohnung für die beiden Senioren beibehalten werden soll, kommt da nicht darum herum. Und das finde ich auch in Ordnung so.
was es nicht alles gibt... :shock:
Verzeihung, mir ist vollkommen rätselhaft, wie hier eine Untervermietung konstruiert wird. Niemand will hier untervermieten, weder einzelne Räume noch die ganze Wohnung. Die Senioren würden nur gerne die Wohnung einfach beibehalten, aus - hoffentlich wenigstens für manche - nachvollziehbaren Gründen.
Mir ist rätselhaft, wie man einen Zusammenhang nicht verstehen kann, in dem eine Aussage getroffen wurde. Wenn man den Abschnitt liest, auf den ich Bezug nehme, versteht man die Ausführungen zur Untermiete. Dass der Fragesteller hier untervermieten möchte, wurde nirgends geschrieben, also auch nicht konstruiert.

Klar ist nachvollziehbar, dass die Senioren die Wohnung gern behalten wollen, auch wenn sie nach menschlichem Ermessen vermutlich nie wieder dort werden wohnen können. Da Sie aber nicht im "Forum für Verständnis", sondern im Deutschen Recht geschrieben haben, kommen keine Ausführungen zum Verständnis. Es wird die Rechtslage genannt oder diskutiert.

indubio hat geschrieben: Für die Senioren ist es aber auch nicht besonders förderlich für ihr gesundheitliches Wohlbefinden, zu erfahren, dass für ihren bisherigen Lebensbezug andere Räumlichkeiten gesucht und gefunden und aus- und wieder eingeräumt werden müssten, dann nämlich, wenn die angekündigte Kündigung tatsächlich ausgesprochen werden würde.
nachvollziehbar. Man darf vermuten, dass es für das gesundheitliche Wohlbefinden der Senioren auch nicht förderlich ist, pflegebedürftig und im Heim zu sein- wer will das schon und wer fühlt sich damit wohl nicht mehr selbstständig sein zu können. Das ist das Leben leider und man wird rechtlich nicht jedem gerecht werden können.

Für das Wohlbefinden anderer Senioren ist nämlich nicht förderlich in einer nicht behinderten/seniorengerechten Wohnung zu leben und vielleicht in einen Stadtteil umziehen zu müssen, während im eigenen eine Wohnung als Möbellager benutzt wird.
indubio hat geschrieben:Bisher haben sich die Senioren (bzw. der betreuende Angehörige) auf die Zusage des Vermieters verlassen, die Whg könne so beibehalten werden. Dem Vermieter war die gegenwärtige Nutzung sogar nach eigenen Angaben vorteilhaft, weil die Räume regelmäßig gelüftet werden, Wasser und Abwasser betätigt werden (Wäsche waschen), aber die Wohnung weniger abgenutzt wird als durch ständiges Bewohnen.
wenn man sich einig wird, ist doch alles ok
indubio hat geschrieben:Wieso MUSS gekündigt werden?
Was hat der "Betriebsbedarf der Einrichtung" mit dem Vermieter zu tun? Einrichtung und Vermieter sind doch bitte zu unterscheiden.
Ein objektiv sinnvolles Ergebnis könnte doch auch darin bestehen, den bisherigen Lebensbezug der Senioren aufrecht zu erhalten.
welcher Lebensbezug? Die Senioren sind doch in stationärer Vollpflege. Was man hier aufrecht hält ist die Hoffnung, wieder zurück zu können, was menschlich verständlich ist. Es könnte aber je nach Vertrag und Auslegung dazu führen, dass das nicht reicht, um die Wohnung dauerhaft zu halten.
Spezi hat geschrieben:Weil die Wohnung zur Zeit nicht genutzt wird ist das doch kein Kündigungsgrund.
Ist denn 100% sicher dass sie nie wieder von einem der Bewohner bezogen werden kann ?
indubio hat geschrieben:Das ist in der Tat eher unwahrscheinlich. Es würde aber für die Senioren (und deren Betreuer) schon eine nicht unerhebliche Härte bedeuten, die Wohnung an einen anderen Ort umzuverlagern, sofern überhaupt etwas gefunden werden könnte.
Und - Pardon, ich finde es auch etwas vorgriffig, den Senioren die weitere Nutzung ihrer Wohnung abzusprechen, nur weil sie noch nicht gestorben sind.
Na also. Es soll eine Härte sein, eine Wohnung, die gar nicht mehr notwendig ist, umzuverlagern, um einen nicht mehr vorhandenen Lebensbezug aufrecht zu erhalten.

Und bleiben Sie doch bitte sachlich: Es geht nicht darum, den alten Leuten die Wohnung abzusprechen, weil sie noch nicht gestorben sind, sondern um die Frage, ob der Vermieter aus den Umständen und rechtlichen Gründen kündigen kann.

indubio hat geschrieben:Um Aussagen darüber machen zu können, welche Nachfrage nach Seniorenwohnungen besteht, sollte man die Lage am Ort kennen. Der Bedarf scheint mir in der Region nicht höher zu sein als das Angebot
und das weiß man als Angehöriger woher?
indubio hat geschrieben:Der Vorwurf des Sozialschmarotzertums kann hier wohl nicht erhoben werden. Im Übrigen sind die Senioren beide noch am Leben.
nein, kann er nicht, wurde auch nicht. Nur weil man hier keine Wunschantworten liest, die einem- nebenbei- ja auch genauso wenig helfen könnten, wie das Festhalten an einer Wohnung, die man aus gesundheitlichen Gründen nie wieder bewohnen wird, muss man anderen nicht Unsachlichkeit unterstellen.

nach ca. 10 vergeblichen Versuchen, das Doppelzitat rauszubekommen, hab ich die Antwort nun fett geschrieben :?

GS
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Re: Seniorenwohnung Betreut Wohnen Kündigung

Beitrag von GS »

Hallo zusammen

...fassend lese ich aus den ca. 70 Beiträgen, darunter ca. die Hälfte Erwiderungen des TE, folgende zwei sich widersprechende Sachverhalte heraus:
1)
Es gibt einen Vermieter, der eine Kündigung angekündigt hat - quasi damit "droht", diese aber noch nicht schriftlich erteilt hat, also hinauszögert.
2)
Gleichzeitig findet dieser Vermieter das Verhältnis geradezu ideal: Die Mieter sind solvent, überaus solvent offenbar, die Miete kommt pünktlich rein, die Wohnung wird benutzt, aber nicht verwohnt, das Wasser steht nicht in der Leitung ab, kein Dreck, kein Lärm, kein Gestank, keine nächtlichen Notarzteinsätze. Was will man mehr als Vermieter?

Und dennoch will der kündigen? Das kann nicht sein, siehe 2.) Außer er müsste kündigen, weil irgendeine Konstellation ihn dazu zwingt, zumindest putativ.

Warum so ein Tamtam um ein ungelegtes Ei, indubio?

In dubio warte doch die Kündigung erst mal ab. Wenn diese die betreffende rechtliche oder vertragliche Grundlage anführt, kann man sich immer noch damit auseinandersetzen. Direkt beim Fachanwalt oder auch hier im Forum, Beitragsrunde 71-140.

Popcorn liegt schon bereit.

Grüße von
Gerhard
Dies ist keine Linksberatung und erst recht keine Rechtsberatung - wie käme ich dazu? Einzig verbindlicher Ratschlag: Lesen Sie von links oben nach rechts unten.

indubio
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Re: Seniorenwohnung Betreut Wohnen Kündigung

Beitrag von indubio »

GS hat geschrieben:Und dennoch will der kündigen?
Der Vermieter hat einen Interessenten, der die Whg gerne mieten möchte.

GS
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Re: Seniorenwohnung Betreut Wohnen Kündigung

Beitrag von GS »

ChrisR im #2:
Hat der Vermieter angegeben, aus welchem Grund er kündigen will?
Immerhin - jetzt endlich, mit #71, haben wir auch das Kündigungsmotiv des Vermieters erfahren.

Ist der Interessent eventuell noch pflegeleichter oder geht es eher um eine höhere Monatsmiete?
Dies ist keine Linksberatung und erst recht keine Rechtsberatung - wie käme ich dazu? Einzig verbindlicher Ratschlag: Lesen Sie von links oben nach rechts unten.

Jutta
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Re: Seniorenwohnung Betreut Wohnen Kündigung

Beitrag von Jutta »

Hallo,
also ich habe bisher nur still mitgelesen und mich nicht geäußert, da die große Mehrheit wohl davon ausgeht, dass der Vermieter berechtigt ist zu kündigen.

Aber ich habe mich mal mit einem Bekannten unterhalten, der eine solche Wohnung mit Betreuung als Geldanlage erworben hat. Und in dessen Anlage ist es tatsächlich so, dass es ganz normale Mietverträge abgeschlossen werden. Dass es die Betreuungsmöglichkeit gibt und da die Wohnung altergerecht ist, verhilft dem Bekannten dazu, dass er eine höhere Miete verlangen kann, als für "normale" Wohnungen. Er hat aber keinen Vertrag oder sonstiges mit dem, der die Betreuung anbietet. Er hat auch die Wohnung vom Bauträger gekauft und nicht von dem Betreuer.

Man müßte wohl genau wissen, wie das im Falle der hier diskutierten Wohnung ist. Ich kann mir Konstellationen vorstellen, wo eine Vermieterkündigung zulässig ist und auch wo es eben nicht geht.

Ich finde den Vorschlag gut, auf die Kündigung zu warten und dann zu schauen, welche Begründung da angeführt wird. Weil ohne Begründung kündigen kann er nicht und mit der Begründung kann man dann nach der Berechtigung für die Kündigung schauen.
Gruß
Jutta

winterspaziergang
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Re: Seniorenwohnung Betreut Wohnen Kündigung

Beitrag von winterspaziergang »

Jutta hat geschrieben:Hallo,
also ich habe bisher nur still mitgelesen und mich nicht geäußert, da die große Mehrheit wohl davon ausgeht, dass der Vermieter berechtigt ist zu kündigen.
nein, es wurde darauf Bezug genommen, dass je nach Vermietung eine Konstellation rechtlich denkbar ist, unter der der VM berechtigt kündigen könnte. Darauf hat der TE immer wieder neue Überlegungen ein- und vorgebracht, auf die dann auch immer wieder eingegangen wurde.
Man müßte wohl genau wissen, wie das im Falle der hier diskutierten Wohnung ist. Ich kann mir Konstellationen vorstellen, wo eine Vermieterkündigung zulässig ist und auch wo es eben nicht geht.
genau- und so steht auf Seite 1 und auf jeder weiteren Seite auch
Ich finde den Vorschlag gut, auf die Kündigung zu warten und dann zu schauen, welche Begründung da angeführt wird. Weil ohne Begründung kündigen kann er nicht und mit der Begründung kann man dann nach der Berechtigung für die Kündigung schauen.
so ist es. Alle denkbaren Möglichkeiten durchzuspielen, während man den Vertrag nicht kennt und noch gar keine Kündigung hat, die angreifbar wäre- oder nicht- bringt in der Tat nichts.

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