Unfall ohne Folgen ?

Moderator: FDR-Team

Me7z
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Unfall ohne Folgen ?

Beitrag von Me7z »

Guten Tag,

ich hatte am 05.08 diesen Jahres einen Verkehrsunfall mit unklarer Schuldfrage. Ich bin bei gelb in eine Kreuzung eingefahren, woraufhin mit auf Mitte Ende der Kreuzung jemand mit überhöhter Geschwindigkeit reingefahren ist.

Die Polizei hat den Unfall aufgenommen und innerhalb von wenigen Tagen einen Brief geschickt, auf welchem im meine Aussage wiedergegeben habe. Bin dann bei Versicherung und allem erstmal in Vorleistung(Vollkasko) getreten um schnellstmöglich wieder ein Auto zu haben. Seitdem habe ich nun nichts mehr von der Polizei , meiner Versicherung oder der anderen Versicherung gehört. Nun meine ich irgendwo mal gelesen zu haben das ein Unfall nach 3 Monaten verjährt, das wäre kommenden Samstag. Ist der Unfall dann verjährt , falls ja wie sieht es dann mit der Schuldfrage und dem weiteren Vorgehen aus ?
fodeure
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Re: Unfall ohne Folgen ?

Beitrag von fodeure »

Nein, ein Unfall verjährt nicjt nach drei Monazen. Nur eine damit im Zusammenhang stehende Owi.
Me7z
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Re: Unfall ohne Folgen ?

Beitrag von Me7z »

Die überhöhte Geschwindigkeit des anderen war aber doch eine Ordnungswidrigkeit oder nicht ?

Wie lange kann sich der Freund & Helfer denn mit der Klärung der Schuldfrage Zeit lassen ?
fodeure
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Re: Unfall ohne Folgen ?

Beitrag von fodeure »

Me7z hat geschrieben:Die überhöhte Geschwindigkeit des anderen war aber doch eine Ordnungswidrigkeit oder nicht ?
Möglich, aber das läßt sich nicht nachweisen. Das Einfahren in die Kreuzung bei Gelb dagegen schon.
Me7z hat geschrieben:Wie lange kann sich der Freund & Helfer denn mit der Klärung der Schuldfrage Zeit lassen ?
Er befaßt sich damit erst gar nicht, da es nicht seine Aufgabe ist. Die Schuldfrage wird zwischen den beteiligten Versicherungen geklärt, oder vor Gericht, wenn es zu keiner Einigung kommt.
hawethie
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Re: Unfall ohne Folgen ?

Beitrag von hawethie »

Nur mal so: wenn du wirklich bei gelb in eine Kreuzung einfährst, hast du die normalerweise verlassen, wenn die andere seite grün kriegt.
Was du nicht willst, das man dir will, das will auch nicht -
was willst denn du.
Aus Erfahrung: Krebsvorsorge schadet nicht.
Me7z
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Re: Unfall ohne Folgen ?

Beitrag von Me7z »

Das einfahren bei Gelb ist aber keine Straftat, da Gelb nicht Rot ist. Die Geschwindigkeit lässt sich anhand des Schadens sehr wohl nachweisen.
Ronny1958
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Re: Unfall ohne Folgen ?

Beitrag von Ronny1958 »

Und was meint der Gelbsünder damit erreichen zu können?
Das Bonner Grundgesetz ist unverändert in Kraft. Eine deutsche Reichsverfassung, eine kommissarische Reichs-Regierung oder ein kommissarisches Reichsgericht existieren ebenso wenig, wie die Erde eine Scheibe ist. (AG Duisburg 26.01.2006)
Deputy
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Re: Unfall ohne Folgen ?

Beitrag von Deputy »

Me7z hat geschrieben:Das einfahren bei Gelb ist aber keine Straftat, da Gelb nicht Rot ist.
Nein, aber es kann eine Ordnungswidrigkeit darstellen (TBNR 137006). Da Du beim Unfallgegner nur einem Verstoß gegen die Geschwindigkeit, aber keinen Rotlichtverstoß anführst, wird offensichtlich davon ausgegangen, dass der "grün" hatte. Dann musst Du im besten Fall ganz am Ende der Gelbphase in die Kreuzung eingefahren sein, womit die Ordnungswidrigkeit erfüllt wäre (ordnungsgemäße Geschwindigkeit von dir vorausgesetzt).

Die StVo sagt zu "gelb":
§ 37 StVO
(2) Wechsellichtzeichen haben die Farbfolge Grün – Gelb – Rot – Rot und Gelb (gleichzeitig) – Grün. Rot ist oben, Gelb in der Mitte und Grün unten.
1. An Kreuzungen bedeuten:
...
Gelb ordnet an: „Vor der Kreuzung auf das nächste Zeichen warten“.
Keines dieser Zeichen entbindet von der Sorgfaltspflicht.


Die Sorgfaltspflicht kommt insbesondere zum Tragen, wenn man bei einem Lichtzeichen einfährt, bei dem man eigentlich anhalten müsste (=gelb). Je länger dieses Zeichen schon gezeigt wurde, desto größer ist die Sorgfaltspflicht.
Me7z hat geschrieben:Die Geschwindigkeit lässt sich anhand des Schadens sehr wohl nachweisen.
Möglicherweise, wenn ein entsprechendes Gutachten zum Unfallhergang erstellt wird. Ein Gutachten zum Unfallschaden reicht da nicht aus. Bei so einem Unfall ist so ein Gutachten eher ungewöhnlich, zumal der Gutachter die ganze Sache dann eigentlich schon vor Ort hätte aufnehmen müssen.
Me7z
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Re: Unfall ohne Folgen ?

Beitrag von Me7z »

Ja meine Geschwindigkeit lag im Rahmen des erlaubten, ca 45 km/h. DIe Kreuzung ist 3 Spurig & gegen ende der dritten Spur fuhr mir der Unfallgegner mit ca 20 km/h zu schnell hinten seitlich auf das Heck, nun kann man ja davon ausgehen das der Unfall so nie passiert wäre wenn nicht die deutlich überhhöhte Geschwindigkeit des anderen gewesen wäre.
Ronny1958
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Re: Unfall ohne Folgen ?

Beitrag von Ronny1958 »

Ebenso wäre der Unfall nie passiert, wenn Sie bei Gelb stehen geblieben wären. Wie wollen Sie die 20 KM/ h ermittelt haben wollen?

Hättehätte Fahrradkette....

Die Schuld oder Nichtschuld wird nur ein Gutachter klären können. Siehe den Beitrag vor Ihrem letzten.

Ebenso könnte ein Gericht zur Quotenregelung 50/ 50 kommen.
Das Bonner Grundgesetz ist unverändert in Kraft. Eine deutsche Reichsverfassung, eine kommissarische Reichs-Regierung oder ein kommissarisches Reichsgericht existieren ebenso wenig, wie die Erde eine Scheibe ist. (AG Duisburg 26.01.2006)
locarno

Re: Unfall ohne Folgen ?

Beitrag von locarno »

@Me7z

Es handelt sich um einen Fall der Aufteilung einer (Haftpflicht-)Schadensquote, da Sie ja vorgeblich "bei gelb" in eine Kreuzung eingefahren sind, was wohl nicht ganz den Regeln des Strassenverkehrs entspricht. Denkt man sich dieses Einfahren weg, so wäre gar kein Schaden entstanden, also trifft Sie eine Teilschuld. Allerdings hat auch der andere Beteiligte ganz offensichtlich seine Fahrweise nicht der Situation angepasst, womöglich könnte der Schaden geringer sein, wenn es beide Seiten nicht ganz so eilig gehabt hätten. Damit ist auch der andere Hobbyrennfahrer mit einer Schuldquote beteiligt.

Das Ergebnis ist ein gegenseitiger Schadenersatzanspruch in (noch) unbestimmter Höhe. Es ist möglich, das die Versicherungen sich nicht einigen, es auch möglich, eigentlich ja wahrscheinlich, dass ein Verfahren eröffnet wird. Sie können sich unter dem Aktzeichen des Polizeiprotokolls bei der Polizeidienststelle erkundigen, ob der Fall beim Staatsanwalt liegt und wer dort ggf. Ansprechpartner ist. Dann haben Sie Gewissheit.

Wie teilt ein Gericht den Haftpflichtschaden auf? Eine Aufteilung der Verkehrshaftungspflicht ist reinstes (feinstes) Richterrecht und daher nicht aus der StVO zu ermitteln, und schon gar nicht durch Googlen. Im Jahre 1988 wurde deshalb erstmals eine Tabelle erstellt, an der sich Verkehrsrechtler orientieren können und sollen, wenn es gilt Quoten zu ermitteln. Eingang in diese List finden alle Urteile, die rechtskräftig geworden sind und zu einer Aufteilung der Haftung geführt haben. Diese Tabelle wird jährlich überarbeitet und ist für jedermann käuflich zu erwerben; die sog. Münchner Tabelle ist im Beck'schen Verlag erhältlich und beantwortet alle Fragen, die sich aus Ihrer Schilderung ergeben und weit darüber hinaus. Bevor Sie beginnen, den Wälzer zu studieren, müssen Sie sich allerdings noch fragen, ob die Tabelle in Ihrem Fall überhaupt anwendbar ist. Dafür gibt es ein Prüfungsschema, das Sie zunächst auf Ihren "Wunschfall" anwenden müssen. Das sollten Sie aber einen RA überlassen, der das nicht zum ersten Mal macht.

Außerdem sind Sie ja, genauer: Ihre Vollkasko, die einen Erstattungsanpruch hat, in Vorleistung getreten, und zwar zu 100 % des eigenen Schadens. Dieser Schaden würde vom Gericht korrigiert werden, und zwar vermutlich nach unten, da Sie ja vermutlich nicht allein schuld sind. Es gesellen sich noch weitere Ansprüche dazu, die Ihnen der Fachanwalt auf Anfrage erklärt.

Wann verjährt ein Verkehrsunfall? Nie, denn er ist nichts anderes als ein Lebensumstand. Sie meinen sicher, "wann verjährt ein Schadenersatzanspruch, der sich aus einem Verkehrsunfall ergeben könnte?" Das regelt in diesem Fall das Buch der Schuldverhältnisse des BGB (z.B. §195), aber damit müssen Sie sich (noch) gar nicht beschäftigen, denn wenn ein Verfahren eingeleitet wird, geht es darum, überhaupt festzustellen, wer, was, von wem bekommt und in welcher Höhe. Ein Verfahren hemmt die Verjährung, d.h. sie hat noch nicht begonnen oder wird unterbrochen, wenn das Verfahren beginnt. Daraus folgt sofort, dass es unerheblich ist, wann sie endet. Erst, wenn die Haftpflichtquote feststeht, alle Ansprüche auch durchsetzbar sind und niemand zahlt, erst dann kann man damit beginnen sich zu fragen, wie lange man sich das noch gefallen lassen muss.

Ich hoffe, das Sie nicht ernsthaft an das 3-Monats-Verjährungsmärchen geglaubt und sich einfach einen provokanten Spass damit erlaubt haben. Denken Sie einmal daran, jemand führe einen anderen über den Haufen (lies:zum Krüppel oder zu Tode) oder er löscht eine ganze Familie aus. Möchten Sie in einer Bananenrepublik leben, wo man dann einfach für drei Monate in Ausland abtaucht und dann weiter töten/schädigen darf? Solch einen Unsinnn sollte man reflektierter betrachten. Sie könnten der nächste Schwerverletzte sein.
ThoWe
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Re: Unfall ohne Folgen ?

Beitrag von ThoWe »

Verständnisfrage..
-Fahrer A fährt bei (gerade noch) gelb in die Kreuzung ein.
-Fahrer B der gerade grün bekommen hat beschleunigt bis zur Kreuzungsmitte schon auf x+20 km/h, wobei ich x mit 50 km/h annehme?

hm
lerchenzunge
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Re: Unfall ohne Folgen ?

Beitrag von lerchenzunge »

@ThoWe
ohne Anspruch darauf, dass es hier so war, so ist doch denkbar, dass B nicht vorher an der Kreuzung stand, sondern mit zB. x+20 auf die Kreuzung zufuhr und auf den Lichtzeichenwechsel hin spekulierte (zB. die Strecke kannte und dank "Grüner Welle" wusste, wann im Takt die Ampel umspringt) und daher mit hoher Geschwindigkeit ungebremst so auf die Ampel zugefahren ist, dass er mit x+20 beim Grünwerden der Ampel in die Kreuzung eingefahren ist.
Ich kenne jedenfalls auf meiner "Stammstrecke" die Ampelabläufe und weiss, wo es nicht lohnt zu beschleunigen, weil man an der nächsten Ampel sowieso warten muss, weil die "Grüne Welle" nicht existiert oder nachläuft, und wo die grüne Welle gut funktioniert, sodass man ohne Bremsen auf die rote Ampel mit normaler Geschwindigkeit zufahren kann, weil man weiss, dass sie pünktlich umschaltet. Und so mag es auch Fälle geben (an solchen Spielchen beteilige ich mich nicht), wo ein Fahrer weiss, dass die "Grüne Welle" vorläuft, dh. wenn er von der vorangehenden Ampel aus über die zulässige Streckengeschwindigkeit beschleunigt, gerade "pünktlich" zum Lichtzeichenwechsel an der nächsten Ampel ankommt.
locarno

Re: Unfall ohne Folgen ?

Beitrag von locarno »

ThoWe hat geschrieben:Verständnisfrage..
-Fahrer A fährt bei (gerade noch) gelb in die Kreuzung ein.
-Fahrer B der gerade grün bekommen hat beschleunigt bis zur Kreuzungsmitte schon auf x+20 km/h, wobei ich x mit 50 km/h annehme?

hm
A hat gelb, dann folgt rot. Daraus folgt: B hatte noch nicht grün, erst nachdem A rot hatte, einen Augenblick später, schaltet die andere Ampel auf grün!

Ergebnis: beide Fahrzeuge hätten stehen müssen; A bei gelb; B bei rot.
Hans Ulg
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Re: Unfall ohne Folgen ?

Beitrag von Hans Ulg »

locarno hat geschrieben: Denken Sie einmal daran, jemand führe einen anderen über den Haufen (lies:zum Krüppel oder zu Tode) oder er löscht eine ganze Familie aus. Möchten Sie in einer Bananenrepublik leben, wo man dann einfach für drei Monate in Ausland abtaucht und dann weiter töten/schädigen darf? Solch einen Unsinnn sollte man reflektierter betrachten. Sie könnten der nächste Schwerverletzte sein.
Nein, wir leben nicht in einer Bananenrepublik - bei uns hat der Fahrer nach 3 Monaten den Führerschein schon wieder zurück erhalten.
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