Arbeitsunfall und doch Krankenversicherungskarte

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Terence Spencer
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Arbeitsunfall und doch Krankenversicherungskarte

Beitrag von Terence Spencer » 14.01.17, 13:31

Hallo,

jemand hat in der Nacht von Freitag auf Samstag einen Arbeitsunfall und geht in die Notfallaufnahme. Dort erhält er die Erstversorgung und am Montag geht er zu einem D-/BG-Arzt.

Dieser meldet diesen Arbeitsunfall der zuständigen BG.

Jetzt hat derjenige in der Nacht seinen Krankenversichertenkarte nicht dabei gehabt und soll die innherhalb der nächsten zehn Tage nachreichen, sonst bekommt er für die Untersuchung des Arztes in der Notfallaufnahme eine Rechnung, die er selbst bezahlen muss.

Jetzt findet derjenige seine Krankenversichertenkarte aber nicht.

Aber der D-/BG-Arzt hat doch diesen Unfall der BG als Arbeitsunfall gemeldet, also auch rückwirkend von Montag bis Freitag/Samstag. D. h., die Krankenkasse dürfte doch mit all dem überhaupt nichts zu schaffen haben, oder!? D. h., einzig die BG ist zuständig und übernimmt sämtliche Kosten, oder!?

Welche Kosten könnten evtl. auf den Verunfallten zukommen?

Danke + Grüße

ratlose mama
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Re: Arbeitsunfall und doch Krankenversicherungskarte

Beitrag von ratlose mama » 14.01.17, 14:12

Normalerweise klären die KK und die BG das dann untereinander.

Wenn die Karte nicht aufzufinden ist, dann hilft ei nAnruf bei der KK mit der Bitte die Versicherung per Fax dem Krankenhaus zu bestätigen bzw. einen Nachweis über die Versicherung inkl. Der Versichertennummer zu schicken, die man dann auch vorlegen kann.

Oder dem Krankenhaus nochmal erklären, dass das ganze ein Arbeitsunfall war und sie das entsprechend klären sollen.

Ansonsten gibts halt eine Privatrechnung, die je nach Satz und Umfang der Leistung durchaus teuer ausfallen kann

FM
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Re: Arbeitsunfall und doch Krankenversicherungskarte

Beitrag von FM » 14.01.17, 14:37

Ob es ein Arbeitsunfall ist und unter die Leistungspflicht der Unfallversicherung fällt, entscheidet die Berufsgenossenschaft. Diese Entscheidung liegt wohl noch nicht vor.

Evariste
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Re: Arbeitsunfall und doch Krankenversicherungskarte

Beitrag von Evariste » 14.01.17, 16:26

ratlose mama hat geschrieben: Ansonsten gibts halt eine Privatrechnung, die je nach Satz und Umfang der Leistung durchaus teuer ausfallen kann
Was mich interessieren würde, angenommen, der Verunfallte ist nicht versichert (oder privat versichert, was hier auf das Gleiche hinauslaufen dürfte), darf dann das Krankhaus in so einem Fall einfach eine Privatrechnung erstellen? Ich hoffe doch nicht...

maiklewa
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Re: Arbeitsunfall und doch Krankenversicherungskarte

Beitrag von maiklewa » 14.01.17, 17:45

FM hat geschrieben:Ob es ein Arbeitsunfall ist und unter die Leistungspflicht der Unfallversicherung fällt, entscheidet die Berufsgenossenschaft. Diese Entscheidung liegt wohl noch nicht vor.
Ich selbst hatte vor einem Jahr leider auch einen Arbeitsunfall. War vorm Wochenende. Bin ins Krankenhaus, dem Arzt das geschildert, der mir gesagt, dass das die Voraussetzungen eines Arbeitsunfalls erfüllt. Die haben wohl so ne Art Checkliste bzw. auch die Erfahrung und das Wissen, was ein BG-Fall ist und was nicht. Auch, wenn vielleicht das letzte Wort die BG hat, würde wohl kein Arzt sagen, dass es ein BG-Fall ist, wenn es keiner ist. Die gehen da auch auf Nummer sicher. Konkret: ich war in einer Spedition als Fahrer tätig und habe eine Gitterbox gezogen, dabei ausgerutscht und auf den Rücken gefallen, Rückenschmerzen, Prellung. Durch das Ausrutschen und Hinfallen, wars ein Arbeitsunfall. Hätte ich mir beim Ziehen der Gitterbox meinen Rücken nur verrenkt, wäre es kein BG-Fall gewesen. Wenn dein D-Arzt gesagt hat, dass es ein BG-Fall ist, dann kannste dir zu 99,99 % sicher sein, dass es auch einer ist. Und dieser BG-Fall wird dann vom D-Arzt rückwirkend so eingestuft. Der D-Arzt bekommt vom Arzt aus der Notaufnahme einen Arztbericht, aus dem die Gründe und die Diagnosen ja auch deutlich hervorgehen.

SusanneBerlin
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Re: Arbeitsunfall und doch Krankenversicherungskarte

Beitrag von SusanneBerlin » 14.01.17, 17:54

Terence hat geschrieben:jemand hat in der Nacht von Freitag auf Samstag einen Arbeitsunfall und geht in die Notfallaufnahme. Dort erhält er die Erstversorgung und am Montag geht er zu einem D-/BG-Arzt.

Dieser meldet diesen Arbeitsunfall der zuständigen BG.

Jetzt hat derjenige in der Nacht seinen Krankenversichertenkarte nicht dabei gehabt und soll die innherhalb der nächsten zehn Tage nachreichen, sonst bekommt er für die Untersuchung des Arztes in der Notfallaufnahme eine Rechnung, die er selbst bezahlen muss.
Der Verunfallte hätte in der Notaufnahme bereits sagen müssen, dass es sich um einen Arbeitsunfall handelt. Hat er das nicht gemacht? Dann würde ich das schleunigst nachholen.
Grüße, Susanne

Terence Spencer
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Re: Arbeitsunfall und doch Krankenversicherungskarte

Beitrag von Terence Spencer » 14.01.17, 18:09

SusanneBerlin hat geschrieben:Der Verunfallte hätte in der Notaufnahme bereits sagen müssen, dass es sich um einen Arbeitsunfall handelt. Hat er das nicht gemacht? Dann würde ich das schleunigst nachholen.
Tut mir Leid. Ich war mir sicher, dass ich das geschrieben habe. Das wurde in der Notaufnahme gleich zu Beginn gesagt.

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