Tiefgarage Sonderbauverordnung NRW

Öffentliches und privates Baurecht, Bebauungsrecht, Nachbarrecht

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Tiefgarage Sonderbauverordnung NRW

Beitrag von Verpflichteter » 02.03.17, 12:14

Hallo

in der Sonderbauverordnung § 122 (5) beschreibt "Oberirdische Garagen".
Demnach wäre einen Tiefgarage eine solche die nicht oberirdisch ist.
https://recht.nrw.de/lmi/owa/br_vbl_det ... d_id=16083


Man stelle sich einen Gelände mit leichter Hanglage vor.
Vor dem Grundstück verläuft die öffentliche Straße auf einer Höhenlinie.
Die Zufahrt zur Garage liegt ca. 10 cm höher als das Straßenniveau.
Die Garage ist in den Hang hinein gebaut und liegt mit ihrer Rückwand vollständig im Erdreich.
Oberkante der Garage sei 2,59 m über Fußboden.
Das Mittel wäre also 1,295m

Nun soll die Garage hinten jedoch an eine senkrechte Felswand von 10m Höhe grenzen, somit wäre die Garage einen Tiefgarage.
Nun greift § 138
in der Nähe jedes Treppenraumes einer notwendigen Treppe über Wandhydranten an einer nassen Steigleitung für die Feuerwehr verfügen
Problem ist nun, es gibt überhaupt keine Treppen oder Treppenräume weil der Zugang zur Garage ebenerdig ist.

Rückt man die Garage jedoch 2m von der senkrechten Felswand ab wird sie wieder oberirdisch.

Verstehe ich das so richtig?

MfG
uwe

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Re: Tiefgarage Sonderbauverordnung NRW

Beitrag von ktown » 02.03.17, 13:44

Primär muss man die Fragen Beantworten:
Um was für eine Garage handelt sich es? Groß-, Mittel- oder Kleingarage
Handelt es sich um eine offene oder eine geschlossene Garage?
Alles, was ich schreibe, ist meine private Meinung.

Gesetze sind eine misslungene Kreuzung aus dem Alphabet und einem Labyrinth.
"Durch Heftigkeit ersetzt der Irrende, was ihm an Wahrheit und an Kräften fehlt" Zitat Goethe

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Re: Tiefgarage Sonderbauverordnung NRW

Beitrag von Verpflichteter » 02.03.17, 15:17

Offen und groß.

MfG
uwe

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Re: Tiefgarage Sonderbauverordnung NRW

Beitrag von ktown » 02.03.17, 18:01

Wie kann eine unterirdische Garage offen sein?
Sie kennen den § 122 Abs. 3 und 5 SBauVO?
Alles, was ich schreibe, ist meine private Meinung.

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Re: Tiefgarage Sonderbauverordnung NRW

Beitrag von Verpflichteter » 02.03.17, 19:48

Ich bitte um Entschuldigung, geistiger Aussetzer, soll natürlich geschlossen heißen.

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Re: Tiefgarage Sonderbauverordnung NRW

Beitrag von Verpflichteter » 02.03.17, 20:03

ktown hat geschrieben:Wie kann eine unterirdische Garage offen sein?
Sie kennen den § 122 Abs. 3 und 5 SBauVO?
Aber zur Frage, so eine Garage sei zur Vereinfachung der Rechnung 3m hoch.

Der oberste Meter ragt aus dem Boden und ist offen >>> § 122 Abs. 3 .... somit offene Garage
Die unteren 2 Meter sind im Boden >>>> " 122 Abs. 5 ..... nicht oberirdische Garage

Voilà ... offene Tiefgarage...

MfG
uwe

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Re: Tiefgarage Sonderbauverordnung NRW

Beitrag von ktown » 02.03.17, 22:01

Nö. Weil es zu den Eingangshöhen nicht passt.
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Re: Tiefgarage Sonderbauverordnung NRW

Beitrag von Verpflichteter » 02.03.17, 22:37

ktown hat geschrieben:Nö. Weil es zu den Eingangshöhen nicht passt.
Steht wo?

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Re: Tiefgarage Sonderbauverordnung NRW

Beitrag von ktown » 03.03.17, 10:49

Wie soll eine Garage
Verpflichteter hat geschrieben:ca. 10 cm höher als das Straßenniveau
liegen und gleichzeitig
Verpflichteter hat geschrieben:Die unteren 2 Meter sind im Boden
Somit wäre zumindestens die Front zur Straße komplett über dem Geländeniveau. Das
Verpflichteter hat geschrieben:Oberkante der Garage sei 2,59 m über Fußboden.
passt meines Erachtens nicht mit dem
Verpflichteter hat geschrieben:Der oberste Meter ragt aus dem Boden ......Die unteren 2 Meter sind im Boden
zusammen. Einmal haben wir 2,59m Höhe und dann plötzlich 3m.
Da
Verpflichteter hat geschrieben: leichter Hanglage
kann also aus
Verpflichteter hat geschrieben:liegt ca. 10 cm höher als das Straßenniveau
nicht plötzlich
Verpflichteter hat geschrieben:Die unteren 2 Meter sind im Boden
werden.

Irgendwie fehlen hier Infos oder in dem theoretischen Fall ist ein gedanklicher Widerspruch.
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Re: Tiefgarage Sonderbauverordnung NRW

Beitrag von Verpflichteter » 03.03.17, 15:54

Hallo,

die drei Meter hohe Tiefgarage die auch gleichzeitig einen offene sein soll beruht rein auf Phantasie um zu zeigen, dass es offene Tiefgaragen geben könnte.

Meine Eingangsfrage hat einen realen Hintergrund.
Man stelle sich ein Grundstück vor 80m lang und 30m breit (tief).
Entlang der vorderen 80 m Grundstücksgrenze verläuft die Straße auf gewachsenem Boden.
Links ist die tiefste Stelle der Straße, die Staße steigt nach rechts entlang der 80m um 1,5 m an.
Links an der tiefsten Stelle steigt das Grundstück nach hinten entlang der 30m Grundstücksgrenze um 6 m an.
Rechts nur noch um 3,5m.


Nun wird eine Garage errichtet. Dazu wird der Boden abgetragen.
Rechts ist die Zufahrt bei einer Höhe 1,6m = 10 cm über der Straßenhöhe.
An der hinteren Grundstücksgrenze grenzt die Garage in einer Länge von 60m ( 60 x 15 ) an.
Wenn der Baukörper der Garage nun 3 m hoch ist über der Bodenplatte, wird die Garage auf der Rückseite vom Gelände überragt.

Damit liegt der Fußboden an der Rückwand um rund 4 m unter Geländeoberfläche.
Zu Straßenseite an der Vorderwand liegt der Fußboden jedoch rund 0,75m über Geländeoberfläche.
(4m +(-0,75m))/2 =1,625m somit mehr als die 1,3m nach §122 >>> Tiefgarage


Errichtet man ein Gebäude wird ein "Nullpunkt" festgelegt. Im Flachland ist das recht einfach, dort wo sich Regenwurm und Schnecke guten Tag sagen.
Dieser Nullpunkt legt unter anderem fest wie hoch das Gebäude werden darf, Anzahl der möglichen überirdischen Geschoße.
Sind 4 oberirdische Geschosse zulässig sind auf einer Tiefgarage noch vier Wohngeschoße möglich.
Ist es jedoch eine oberirdische Garage nur noch drei.

Jetzt wird vor der Garage ein Wohnhaus errichtet. Ebenfalls auf dem Höhenniveau 1,5m.
Man geht also ebenerdig in die Tiefgarage, so wie man auch ebenerdig in die Garage fährt.
Tief ist die Garage nur weil sie in den Hang hinein gebaut ist nach Deklaration.

Jetzt kommt der § 138, der
in der Nähe jedes Treppenraumes einer notwendigen Treppe
Feuerlöscheinrichtungen fordert. Es gibt jedoch keine Treppenräume weil ja alles ebenerdig ist.

Wäre die Gebäude/Garagenkonstellation im Flachland kämen die Hydranten nicht zum Tragen.

Das ist der Hintergrund der Frage.

MfG
uwe

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Re: Tiefgarage Sonderbauverordnung NRW

Beitrag von ktown » 05.03.17, 19:57

Also ich habe das mal kurz in meiner CAD-Software angerissen und muss ihnen sagen, dass die Garage das Mittel aus §122 Abs. 5 bei weitem überragt und daher nicht als oberirdische Garage definiert wird. Schon auf der optimalsten linken Seite erreichen sie bei 7m Gebäudetiefe die kritischen 1,30m. Von der rechte Seite wollen wir mal gar nicht sprechen. :wink:
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ralph12345
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Re: Tiefgarage Sonderbauverordnung NRW

Beitrag von ralph12345 » 07.03.17, 11:44

An was macht sich denn die notwendige Treppe fest, wenn das Ding ohne weitere Umstände von außen ohne Treppe zu betreten ist?

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Re: Tiefgarage Sonderbauverordnung NRW

Beitrag von Verpflichteter » 07.03.17, 12:08

ralph12345 hat geschrieben:An was macht sich denn die notwendige Treppe fest, wenn das Ding ohne weitere Umstände von außen ohne Treppe zu betreten ist?
Das ist die Zielrichtung meiner Frage.

Wenn man gedanklich die Geländeneigung verringert, wird irgendwann aus der unterirdischen eine oberirdische Garage, ohne dass sich an der "Bauphysik" irgend etwas ändert.

Die Brandschutzausrüstung der Garage hängt also in diesem Beispiel davon ab, wie hoch das Erdreich an der Garagenrückwand ist und nicht wie die Brandgefahr zu beurteilen ist.
Unterirdische Mittel- und Großgaragen müssen in allen Geschossen in der Nähe jedes Treppenraumes einer notwendigen Treppe über Wandhydranten an einer nassen Steigleitung für die Feuerwehr verfügen (Wandhydrant Typ F)
Gibt es keine notwendigen Treppen, gibt es auch keine in der Nähe befindlichen Treppenräume.
Somit gibt es keinen Ort an dem ein Wandhydrant angebracht werden müsst.

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Re: Tiefgarage Sonderbauverordnung NRW

Beitrag von ktown » 07.03.17, 12:20

Verpflichteter hat geschrieben:Die Brandschutzausrüstung der Garage hängt also in diesem Beispiel davon ab, wie hoch das Erdreich an der Garagenrückwand ist und nicht wie die Brandgefahr zu beurteilen ist.
Nö sie ist davon abhängig, wie einfach erstens eine natürliche Entrauchung möglich, durch Querlüftung und zweitens inwieweit Personen ins Freie gelangen können.
Es mag Grenzbereiche geben, wo es Auslegungssache des zuständigen Fachingenieurbüros und der Feuerwehr gibt, aber in ihrem beschriebenen Fall ist es definitiv keiner.
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