Korrektur falsch berechneter Mietanteile in Wohngemeinschaft

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TroubleInParadise
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Korrektur falsch berechneter Mietanteile in Wohngemeinschaft

Beitrag von TroubleInParadise »

Liebe Mitforisten,

zu folgendem "Szenario" würde ich gerne eure Meinung hören:
In einer Studenten-WG, bestehend aus vier Parteien, sind alle Bewohner Hauptmieter und jeder erhält bei Einzug einen Mietvertrag, in dem sowohl der Gesamtmietbetrag als auch die individuelle Miete, berechnet vom Vermieter nach genutzten Quadratmetern, festgelegt sind. Mieter A hat ein 24m² großes Doppel-Zimmer, die Mieter B und C ein jeweils 17m² großes Zimmer, und Mieter D ein 12m² großes Zimmer. Dazu kommt anteilig die gemeinschaftlich genutzte Wohnfläche.

Mieter D möchte nun ausziehen, kündigt fristgerecht beim Vermieter, und es beginnt die Suche nach einem neuen Mitbewohner. Beim gemeinsamen Verfassen der Anzeige für das frei werdende Zimmer fallen den Bewohnern Unstimmigkeiten bei den individuellen Mieten auf, die vorher wohl nie jemand bemerkt hat. Während die Mieten für B und C korrekt nach Quadratmetern berechnet zu sein scheinen, zahlte der ausziehende Mieter D für seine 12m² wohl immer knapp 30€ monatlich zu viel, Mieter A für sein großes Doppel-Zimmer hingegen monatlich knapp 30€ zu wenig.
Da es ohnehin sehr schwierig ist, das kleine und zur Straße ausgerichtete Zimmer kurz vor den Semesterferien zu vermieten, und die restlichen Mitbewohner im Falle eines temporären Leerstandes für die Miete dieses Zimmers zusätzlich aufkommen müssen, steht nun die Frage im Raum, diese Fehlberechnung beim Vermieter zu reklamieren. Es geht den Parteien hierbei NICHT um eine eventuelle Rückerstattung/Nachzahlung/wasauchimmer, sondern um Fairness gegenüber einem neuen Mieter und darum, das freie Zimmer zukünftig für potentielle Interessenten attraktiver zu machen, um längeren Leerstand zu vermeiden, den die anderen wie gesagt finanziell mittragen müssen.
Nun meldet besonders Mieter A Bedenken an dieser Reklamation an, da er befürchtet, am Ende der benachteiligte Part in dieser Geschichte zu sein, da die Fehlberechnung zu seinen Gunsten ausfiel. Natürlich ist er ebenso wie alle anderen Bewohner bei Unterzeichnung seines Mietvertrages davon ausgegangen, dass die vom Vermieter berechneten Mietanteile stimmen und ist jetzt nicht sonderlich erfreut über die Aussicht, zukünftig eventuell 30€ monatlich mehr zahlen zu müssen. Dem gegenüber steht das (finanzielle) Interesse der gesamten Gemeinschaft, das Zimmer besser "an den Mann" zu bringen, sowie eine faire Behandlung des zukünftigen Mieters in Zimmer D.

Wie ist nun die Rechtslage?
Kann die Miete für Zimmer D gemindert werden und Mieter A gleichzeitig auf den in seinem Mietvertrag benannten, niedrigeren Betrag bestehen?
Oder kann der Vermieter auf die in allen vier Mietverträgen benannte Gesamtmiete bestehen und von Mieter A zusätzlich 30€ monatlich verlangen, wenn er die Miete für Zimmer D der geringen Größe entsprechend anpasst?

Vielen Dank im Voraus für jeglichen Input!
Trouble in Paradise

hambre
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Re: Korrektur falsch berechneter Mietanteile in Wohngemeinsc

Beitrag von hambre »

Sind A, B, C und D nun alle gemeinsam Hauptmieter der gesamten Wohnung oder habe sie jeweils einen einzelnen Mietvertrag?

Da in jedem Exemplar wohl eine von dem jeweiligen Mieter eigetragene Miete eingetragen ist, vermute ich letzteres.
Wenn alle gemeinsam Hauptmieter wären, hätte der Vermieter auch gar kein Mitspracherecht daran, wie die Gesamtmiete auf die einzelnen Mieter aufgeteilt wird.

Erst, wenn geklärt ist, ob es einen Hauptmietvertrag gibt mit allen Mietern gemeinsam oder ob jeder Mieter einen separaten Mietvertrag hat, kann man die Rechtslage vernünftig beurteilen. Aber egal, zu welchem Ergebnis man dabei kommt, kann die Rechtslage nicht so sein, wie sie in der Fragestellung durchscheint.

Terse
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Re: Korrektur falsch berechneter Mietanteile in Wohngemeinsc

Beitrag von Terse »

Es könnte aber auch einfach nur ein Berechnungsproblem sein.

Ich nehme an, ihr habt einfach die Gesamtmiete ins Verhältnis zu der Größe der jeweiligen Zimmer gesetzt und so die Einzelmiete berechnet.

Des weiteren nehme ich an, dass der Vermieter die Quadratmeter der gemeinsam benutzen Fläche durch 4 geteilt hat und diesen Wert plus die Größe der Zimmer mit dem Quadratmeterpreis multipliziert hat und so die Einzelmiete festgelegt hat.
So könnte die Differenz entstanden sein.

Ihr sollte die Werte damit noch mal nachrechnen, ehe ihr euch mit dem Vermieter streitet.

lottchen
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Re: Korrektur falsch berechneter Mietanteile in Wohngemeinsc

Beitrag von lottchen »

Der Vermieter kann doch in seine Verträge reinschreiben was er will. Es kann doch auch jeder der 4 Einzelmieter einen anderen m²-Preis zahlen (auch wenn das nicht klug ist). Das verbietet doch niemand, solange das kein Wucher ist.
Die Vertragsgestaltung verstehe ich auch nicht ganz. Offenbar gibt es 4 einzelne Verträge. Und jeder Mieter kann daher auch einzeln kündigen. Haftet auch nur für seinen Mietanteil und nicht für die Miete der anderen drei mit. Richtig? Warum sollen dann die anderen 3 Mieter für das 4.Zimmer zahlen, wenn es nicht vermietet wird?
Ich empfehle, Beiträge unserer Forentrolle BäckerHD, FelixSt und Dieter_Meisenkaiser konsequent zu ignorieren!

winterspaziergang
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Re: Korrektur falsch berechneter Mietanteile in Wohngemeinsc

Beitrag von winterspaziergang »

TroubleInParadise hat geschrieben:Liebe Mitforisten,

zu folgendem "Szenario" würde ich gerne eure Meinung hören:
In einer Studenten-WG, bestehend aus vier Parteien, sind alle Bewohner Hauptmieter und jeder erhält bei Einzug einen Mietvertrag, in dem sowohl der Gesamtmietbetrag als auch die individuelle Miete, berechnet vom Vermieter nach genutzten Quadratmetern, festgelegt sind. Mieter A hat ein 24m² großes Doppel-Zimmer, die Mieter B und C ein jeweils 17m² großes Zimmer, und Mieter D ein 12m² großes Zimmer. Dazu kommt anteilig die gemeinschaftlich genutzte Wohnfläche.
Ein Mietvertrag und jeder erhält eine Abschrift mit seinem Anteil oder vier Mietverträge und Aufteilung nach Zimmer?
Wie ist nun die Rechtslage?
Kann die Miete für Zimmer D gemindert werden und Mieter A gleichzeitig auf den in seinem Mietvertrag benannten, niedrigeren Betrag bestehen?
kommt auf die o.a. Frage an

TroubleInParadise
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Re: Korrektur falsch berechneter Mietanteile in Wohngemeinsc

Beitrag von TroubleInParadise »

Hallo zusammen,

erstmal vielen Dank für die schnellen Antworten. Ich sehe auch, dass ich mich etwas missverständlich ausgedrückt habe. Es sind alle Parteien Hauptmieter, aber es existiert nicht ein Mietvertrag in einzelner Ausführung, in dem alle unterschrieben haben und der jedes Mal neu von allen ausziehenden/bleibenden/einziehenden Personen unterzeichnet wird, wenn eine Partei wechselt. (Ich habe nun schon in einigen WGs gewohnt und kenne es eigentlich nur so, es gibt halt bei jedem Mitbewohnerwechsel quasi nen komplett neuen Vertrag)
Jeder bekommt bei Einzug ein eigenes Exemplar für seine Unterlagen, in dem neben der Gesamtmiete auch nochmals der eigene Anteil vermerkt ist. Dieser wird nur vom einziehenden Mieter und vom Vermieter unterschrieben. Vorne drauf steht Wohnraummietvertrag zwischen [Vermieter] und [Mieter] sowie "WG-Mitbewohner (Siehe Anlage)". Außerdem enthält der Mietvertrag den Paragraphen Personenmehrheit als Mieter: "Sind mehrere Personen Mieter [...], so haften sie für alle Verpflichtungen aus dem Mietverhältnis als Gesamtschuldner". Soweit alles klar.

In der Anlage sind dann Kaltmiete und Nebenkosten pro Mieter aufgeschlüsselt, natürlich anteilig nach genutztem Wohnraum. Also Zimmergröße plus 1/4 der gemeinschaftlich genutzten Fläche (= 30m², also nochmal 7,5 m² pro Person). Alles sehr genau mit prozentualem Anteil pro Mieter und bis auf zwei Nachkommastellen und so weiter. Sprich der Vermieter hat sich schon Mühe gegeben, das Ganze sehr genau zu berechnen und nachvollziehbar darzulegen. Umso merkwürdiger, dass die Zahlen halt an diesen zwei Stellen überhaupt nicht zusammengehen. Bevor ich mich jetzt umständlich erklären muss, einfach mal ein paar nackte Zahlen laut Mietvertrag.

Mieter A (24m² Doppelzimmer)
Kaltmiete 157 €
NK 81 €
Gesamtmiete 238 €

Mieter B & C (jeweils 17m²)
Kaltmiete 142 €
NK 63 €
Gesamtmiete 205 €

Mieter D (12m²)
Kaltmiete 142€
NK 52 €
Gesamtmiete 194 €

Ich denke ab hier kann dann jeder verstehen, warum wir uns so wundern. Und es ist auch ersichtlich, dass der jeweilige Nebenkostenanteil mit der Zimmergröße deutlich steigt, sprich der Vermieter hat seinen Berechnungen sehr wohl die unterschiedlichen Zimmergrößen zugrunde gelegt und nicht willkürlich durch 4 geteilt. Warum dann aber für Mieter D die gleiche Kaltmiete veranschlagt wurde wie für Mieter B und C, das versteht keiner. Wir haben das Ganze jetzt mehrfach durchgerechnet, bei einer Wohnungsgröße von genau 100m² hat der Fehlerteufel da zum Glück wenig Chancen. Für Mieter B und C kommen genau die 205€ raus, die sich laut der Zahlen im Mietvertrag ergeben. Die andern beiden schlagen halt komplett aus, und das müsste uns der Vermieter doch erklären können. Mir ist bekannt, dass der Quadratmeterpreis mit steigender Zimmer-/Wohnungsgröße häufig etwas sinkt, aber doch nicht so extrem?
Ich bin jetzt weder Mieter A noch Mieter D. Aber ich denke ihr könnt die Motivation nachvollziehen, Zimmer D zu einem fairen Preis anbieten zu wollen, da der Wohnungsmarkt unserer Stadt viele deutlich größere Zimmer zum ähnlichen Preis hergibt (der ein oder andere Münchner ist eben evtl. in Ohnmacht gefallen :mrgreen: ). Wenn jemand (wie bei uns in der GLEICHEN Wohnung) 17m² für 205€ haben kann, bezahlt er nicht 194€ für 12m². Und die anderen drei bleiben ewig auf den Kosten des leeren Zimmers sitzen. :|

hambre
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Re: Korrektur falsch berechneter Mietanteile in Wohngemeinsc

Beitrag von hambre »

Soweit alles klar.
Nein, nicht wirklich. Eher verstärkt das die Unklarheiten.

Dafür, dass es einen Hauptmietvertrag mit 4 Mietern gibt, spricht:
- Als Mieter sind jeweils über die Anlage auch die drei anderen Mieter genannt
- Es gibt 5 (hoffentlich) übereinstimmende Willenserklärungen, eigentlich sogar 8, denn der Vermieter hat seine Willenserklärung 4x abgegeben

Dagegen, dass es einen Hauptmietvertrag mit 4 Mietern gibt, spricht:
- Es gibt keinen Master, d.h. einen Mietvertrag, den alle unterschrieben haben oder zu dem wenigstens diejenigen, die nicht unterschrieben haben ihre Zustimmung erklärt haben.
- Der Vermieter hat die Einzelmieten und die Aufteilung der Nebenkosten festgelegt offenbar ohne Beteiligung der Mieter
- Ein Mietvertrag kommt nur mit demjenigen zustande, der ihn auch unterschreibt
- Keinem der 4 Mieter liegt eine Zustimmungserklärung der 3 anderen Mieter vor
- Es gibt bei jedem Mitbewohnerwechsel quasi einen komplett neuen Vertrag

Aber nehmen wir einmal an, dass es sich wie von Dir angenommen um einen gemeinsamen Hauptmietvertrag handelt, dann hat das folgende Konsequenzen
- D kann nicht alleine kündigen (!!!). Er muss vielmehr den Austritt aus dem Mietvertrag beantragen und benötigt dafür die Zustimmung der anderen 3 Mieter. Die können ihre Zustimmung davon abhängig machen, dass D einen Nachmieter stellt.
- Es ist alleinige Sache der Mieter, wie sie die Miete und die Nebenkosten untereinander aufteilen, daher ist es Unsinn die Frage hier so zu stellen, wie sie gestellt wurde.
- Alle Mieter haften gesamtschuldnerisch, also nicht nur für ein leer stehendes Zimmer, sondern auch dann wenn ein Mitmieter nicht zahlt oder Schäden anrichtet
- Wenn sie der Entlassung von D aus dem Mietvertrag zustimmen ohne dass ein Nachmieter gefunden wird, dann können sie das freie Zimmer auch untervermieten, d.h. der neuen Mieter wird nicht in den Mietvertrag aufgenommen

Nehmen wir an, es würde sich um 4 getrennte Mietverträge handeln, dann hat das folgende Konsequenzen
- Es ist nicht Sache der verbleibenden 3 Mieter sich um einen Nachmieter zu kümmern
- Der Vermieter ist frei in seiner Entscheidung, welche Miete er für das frei werdende Zimmer verlangt. Die neue Miete hat keine Auswirkung auf die Mieter der übrigen Mieter
- Es ist daher Unsinn, die Frage hier so zu stellen

Und jetzt bin ich auf die Meinung der anderen Forenuser zu der Frage gespannt, ob es sich um einen einheitlichen Mietvertrag oder um 4 getrennte Mietverträge handelt.

Spezi
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Re: Korrektur falsch berechneter Mietanteile in Wohngemeinsc

Beitrag von Spezi »

Zur Aufklärung:
Was heißt:
Dazu kommt anteilig die gemeinschaftlich genutzte Wohnfläche.
genau ?
Wird jedem der 4 Mieter ein Viertel dieser Fläche zugerechnet oder ein Anteil entsprechend seiner eigenen Wohnfläche im Verhältnis zu der Gesamtfläche ?
Gruß Spezi

freemont
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Re: Korrektur falsch berechneter Mietanteile in Wohngemeinsc

Beitrag von freemont »

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Zuletzt geändert von freemont am 21.06.17, 22:06, insgesamt 1-mal geändert.

freemont
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Re: Korrektur falsch berechneter Mietanteile in Wohngemeinsc

Beitrag von freemont »

TroubleInParadise hat geschrieben:...

Mieter A (24m² Doppelzimmer)
Kaltmiete 157 €
NK 81 €
Gesamtmiete 238 €

Mieter B & C (jeweils 17m²)
Kaltmiete 142 €
NK 63 €
Gesamtmiete 205 €

Mieter D (12m²)
Kaltmiete 142€
NK 52 €
Gesamtmiete 194 €
...
Wenn man das auf den qm umrechnet ergibt sich:

A) 6,54 EUR/qm, 3,37 NK/qm
B, C) 8,35 EUR/qm, 3,70 NK/qm
D) 11,83 EUR/qm, 4,33 NK/qm

Irgendetwas stimmt da nicht, das betrifft allerdings auch B und C.

Wenn sich A - C einig sind wird das dem Vermieter egal sein wie das neu aufgeteilt wird So lange er unverändert seine Gesamtmiete erhält. Korrekt wäre jedenfalls, wenn jeder so etwa 8,33 EUR/qm Kalt-Miete bezahlt.

Für A bedeutet das rd. 43 EUR/Monat mehr als bisher.

Ich rate mal, dass der allererste A damals Hauptmieter war, der an die Anderen untervermietet hat. Die wussten damals nicht, wieviel er zahlt, das hat er ausgenutzt. Im Lauf der Jahre ist dann im Zuge der Meterwechswl die heutige Gesamtschuldner-WG entstanden.

Im Innenverghältnis, wer der WG-ler zahlt welchen Anteil, gilt § 426 BGB. Ich glaube nicht, dass man A ggf. zwingen kann einer Änderung zuzustimmen. Am besten wäre es, das bei Gelegenheit umzusetzen, wenn A auszieht.

TroubleInParadise
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Re: Korrektur falsch berechneter Mietanteile in Wohngemeinsc

Beitrag von TroubleInParadise »

Nochmals danke für die vielen Antworten, als juristischer Laie muss man das Ganze erst mal irgendwie verarbeiten.

Das hier
Dafür, dass es einen Hauptmietvertrag mit 4 Mietern gibt, spricht:
- Als Mieter sind jeweils über die Anlage auch die drei anderen Mieter genannt
- Es gibt 5 (hoffentlich) übereinstimmende Willenserklärungen, eigentlich sogar 8, denn der Vermieter hat seine Willenserklärung 4x abgegeben

Dagegen, dass es einen Hauptmietvertrag mit 4 Mietern gibt, spricht:
- Es gibt keinen Master, d.h. einen Mietvertrag, den alle unterschrieben haben oder zu dem wenigstens diejenigen, die nicht unterschrieben haben ihre Zustimmung erklärt haben.
- Der Vermieter hat die Einzelmieten und die Aufteilung der Nebenkosten festgelegt offenbar ohne Beteiligung der Mieter
- Ein Mietvertrag kommt nur mit demjenigen zustande, der ihn auch unterschreibt
- Keinem der 4 Mieter liegt eine Zustimmungserklärung der 3 anderen Mieter vor
- Es gibt bei jedem Mitbewohnerwechsel quasi einen komplett neuen Vertrag
hat mich jetzt am meisten ins Grübeln gebracht.
In meiner letzten WG waren wir definitiv alle Hauptmieter, es gab nur einen Master, den alle unterschrieben haben und der jedes Mal neu aufgesetzt und von der austretenden, der eintretenden und den bleibenden Parteien unterschrieben werden musste, wenn es einen Mitbewohner-Wechsel gab. Wenn jemand gekündigt hat, haben alle diese Kündigung unterschrieben. Die Mietanteile haben die Bewohner ausgerechnet und jeden Monat auf ein gemeinsames WG-Konto überwiesen, von dem dann die volle Miete in einem Rutsch an den Vermieter ging. Also alles so, wie es sein soll.
In dieser WG gibt es tatsächlich keinen Master, die einzelnen Mietanteile wurden den Mietern bereits ausgerechnet im Vertrag präsentiert und jeder überweist seinen Betrag einzeln direkt an den Vermieter. Und Mieter D konnte jetzt einfach so seine Kündigung beim Vermieter einreichen, ohne dass die anderen Parteien da etwas unterschrieben hätten. Klingt alles nach einzelnen Mietverträgen, und trotzdem sollen wir laut
Personenmehrheit als Mieter: "Sind mehrere Personen Mieter [...], so haften sie für alle Verpflichtungen aus dem Mietverhältnis als Gesamtschuldner"
als Gemeinschaft für den eventuellen Mietausfall haften. Irgendwas ist da doch nicht ganz richtig. :|

Zu den anderen Fragen bzw Anmerkungen:
Wird jedem der 4 Mieter ein Viertel dieser Fläche zugerechnet oder ein Anteil entsprechend seiner eigenen Wohnfläche im Verhältnis zu der Gesamtfläche?
Ersteres, die gemeinschaftlich genutzte Fläche beträgt 30m², es kommen also bei jedem Mieter nochmal 7,5m² dazu. Das finden wir auch ok und nachvollziehbar so, da Küche, Balkon, Flur und Bäder schließlich von allen gleichermaßen genutzt werden, unabhängig von den Zimmergrößen. Ergo bezahlt Mieter A insgesamt 31,5m² der gesamten Wohnung, Mieter B und C jeweils 24,5m² und Mieter D 19,5m².
Korrekt wäre jedenfalls, wenn jeder so etwa 8,33 EUR/qm Kalt-Miete bezahlt.
Das kommt auch ziemlich genau hin (allerdings warm), wir haben das ja wie gesagt bis aufs Komma ausgerechnet. Die Warmmiete pro m² beläuft sich auf 8,37 €. Ergibt gerundet bei den oben genannten Zahlen (31,5 / 24,5 / 19,5) für
Mieter A: 264 €
Mieter B: 205 €
Mieter C: 205 €
Mieter D: 163 €
Also schon ein ordentlicher Unterschied zu dem, was bei A und D im Mietvertrag steht.
Ich rate mal, dass der allererste A damals Hauptmieter war, der an die Anderen untervermietet hat. Die wussten damals nicht, wieviel er zahlt, das hat er ausgenutzt. Im Lauf der Jahre ist dann im Zuge der Meterwechswl die heutige Gesamtschuldner-WG entstanden.
Das wäre möglich. Die aktuelle Konstellation ist noch recht jung (Mieter A zwei Jahre, Mieter B und D neun Monate, Mieter C zwei Monate), die eigentliche WG besteht natürlich schon deutlich länger. Wir kennen alle nur das jetzige Modell und wissen auch nicht, obs je anders war. Dennoch fände ich es reichlich schräg, wenn der Vermieter diese Angaben ohne Weiteres übernommen und an die kommenden Mieter weitergegeben hätte, wo sonst alles so feinsäuberlich aufgedröselt ist. Ich denke eher, dass er das selbst ausgerechnet und sich da irgendwo ein Denkfehler, Verschreiber, Verrechner oder sonstwas eingeschlichen hat.
Dass bisher niemandem aufgefallen ist, dass das mit Abstand kleinste Zimmer der Wohnung im Vergleich zu den anderen, wirklich günstigen Zimmern echt teuer ist, kann ich nur als abenteuerlich bezeichnen, da reicht ja ein Blick in den Mietvertrag um sich zu fragen, warum die Kaltmiete bei B, C und D gleich sein soll. Nun wurde das Zimmer wohl bisher immer zu Semesterbeginn frei und da wird es einem ja ungeachtet von Größe und Preis aus der Hand gerissen, aber zum jetzigen Zeitpunkt, wo es ohnehin kaum Interessenten gibt, ist dieses überteuerte Zimmer echt ein riesiges Ärgernis. :roll:
Im Innenverghältnis, wer der WG-ler zahlt welchen Anteil, gilt § 426 BGB. Ich glaube nicht, dass man A ggf. zwingen kann einer Änderung zuzustimmen. Am besten wäre es, das bei Gelegenheit umzusetzen, wenn A auszieht.
An dieser Stelle wäre zu sagen, dass Mieter A jetzt natürlich nicht super begeistert ist, aber durchaus sehr vernünftig und ob der drohenden Nachteile für alle drei verbleibenden Mieter im Notfall bereit, sich da dem Interesse der Allgemeinheit zu beugen - aber eben nur, wenn es rechtlich nicht anders geht. Wahrscheinlich wird Mieter A tatsächlich nächstes Jahr ausziehen, da er sein Studium beendet, aber die Entscheidung, die Miete pro Zimmer neu zu berechnen, müsste jetzt fallen. Jeder Monat, den das Zimmer nicht vermietet wird, kostet A, B und C je 75€ (zur o.g. Miete kommen Strom, Internet und Rundfunkgebühr noch dazu). Das sieht er natürlich auch, und ebenso, dass alle der wenigen Bewerber für das Zimmer bis jetzt abgesagt haben, da sie für das gleiche Geld etwas größeres gefunden haben. Nun wird das Zimmer mit neuem Preis weder größer noch leiser, aber wir hoffen trotzdem, dass 163€ ein schlagendes Argument für eine Person sind, die wirklich aufs Geld gucken muss.

hambre
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Re: Korrektur falsch berechneter Mietanteile in Wohngemeinsc

Beitrag von hambre »

Personenmehrheit als Mieter: "Sind mehrere Personen Mieter [...], so haften sie für alle Verpflichtungen aus dem Mietverhältnis als Gesamtschuldner"
Das ist eine Standardklausel, die in (fast) jedem Mietvertrag zu finden ist, auch in Mietverträgen, bei denen es offensichtlich keine Personenmehrheit gibt. Daraus kann man daher nicht ableiten, dass es sich um einen einheitlichen Mietvertrag für alle 4 Mieter handelt.
Bei Abweichungen im Wortlaut => Einzelmietverträge

Sind denn die 4 Mietverträge überhaupt vom Wortlaut her identisch oder ist der Vermieter ggf. hingegangen und hat Klauseln in neueren Mietverträgen der Rechtsprechung des BGH angepasst (z.B. zu Schönheitsreparaturen)?
Die aktuelle Konstellation ist noch recht jung (Mieter A zwei Jahre, Mieter B und D neun Monate, Mieter C zwei Monate),
Gab es jeweils eine formelle Zustimmung der alten Mieter bei Aufnahme eines neuen Mieters oder wie genau lief das ab?
Wenn der Vermieter wie jetzt auch einfach die Kündigung des ausziehenden Mieters ohne Rückfrage bei den anderen Mieter akzeptiert hat, dann ist das ein klarer Hinweis darauf, dass es sich um Einzelverträge handelt.

Eigentlich müsste ja eine kleine Vertragsänderung ungefähr so aufgesetzt werden
Neuer Mieter X tritt mit allen Rechten und Pflichten an die Stelle des bisherigen Mieters Y in den Mietvertrag ein
Unterschrift Mieter A, B, C, X, Y, Vermieter


Wenn das nicht so oder so ähnlich erfolgt ist => Einzelmietverträge
Jeder Monat, den das Zimmer nicht vermietet wird, kostet A, B und C je 75€
Das würde ich bestreiten. Ein Leerstand geht zu Lasten des Vermieters, da es sich nach meiner Auffassung um Einzelmietverträge handelt. Außerdem sind es "nur" 65€.
Nun wird das Zimmer mit neuem Preis weder größer noch leiser, aber wir hoffen trotzdem, dass 163€ ein schlagendes Argument für eine Person sind, die wirklich aufs Geld gucken muss.
Dann fragt doch mal en Vermieter, ob es OK ist, wenn er (!) mit der Miete um 30€ runter geht oder ob er (!) lieber einen Leerstand hätte. Bei der Gelegenheit kann man ihn auch gleich fragen, ob er (!) denn schon einen Nachmieter hat und ob er überhaupt schon einen sucht. Auf die Reaktion bin ich gespannt.

freemont
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Re: Korrektur falsch berechneter Mietanteile in Wohngemeinsc

Beitrag von freemont »

TroubleInParadise hat geschrieben:...
An dieser Stelle wäre zu sagen, dass Mieter A jetzt natürlich nicht super begeistert ist, aber durchaus sehr vernünftig und ob der drohenden Nachteile für alle drei verbleibenden Mieter im Notfall bereit, sich da dem Interesse der Allgemeinheit zu beugen - aber eben nur, wenn es rechtlich nicht anders geht.
....
Das ist doch eine ausbaufähige Ausgangslage.

Wenn das in M spielt, greift das bei einem WG-Zimmer wahrscheinlich nicht, aber trotzdem zum argumentieren die Mietpreisbremse, § 556d BGB. Ggf. darf also bei Neuvermietung die Miete nur 10% über dem Mietspiegelwert liegen.

Das Einfachste wäre doch, dass sich A -C den Schaden qotenmäßig teilen und die 40 EUR für D finanzieren, bis A auszieht. Dann müssten jetzt gleich im neuen Vertrag mit D die neuen Quoten festgelegt werden. Dem Vermieter wird es egal sein.

Dann sollte man bloß noch dese Übereinkunft kurz zu Papier bringen, A- C müssen unterzeichnen, "einverstanden2. Und die Dauerauftrge müssen entsprechend angepasst werden. Kann aber sein, dass A das Examen nicht schafft. dann würde der Zustand länger andauern, das muss man sehen.

Jeder Monat Leerstand kostet 194 EUR, das steht jedenfalls fest. Und die Fluktuation wird extrem hoch sein, wenn D weiter 12 EUR zu zahlen hätte.

hambre
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Re: Korrektur falsch berechneter Mietanteile in Wohngemeinsc

Beitrag von hambre »

@freemont

Deiner Antwort entnehme ich, dass Du ausschließt, dass es sich um Einzelmietverträge handeln könnte.
Kannst Du das begründen.

freemont
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Re: Korrektur falsch berechneter Mietanteile in Wohngemeinsc

Beitrag von freemont »

hambre hat geschrieben:@freemont

Deiner Antwort entnehme ich, dass Du ausschließt, dass es sich um Einzelmietverträge handeln könnte.
Kannst Du das begründen.
Alle sind es hier zufrieden. Die WG funktioniert, insbesondere der Mieterwechsel. Einzige Ausnahme ist die ungerechte Miethöhe. Weshalb sie hier partout völlig unnötigen Streit mit dem Vermieter vom Zaun brechen wollen erschliesst sich mir nicht.
Jeder bekommt bei Einzug ein eigenes Exemplar für seine Unterlagen, in dem neben der Gesamtmiete auch nochmals der eigene Anteil vermerkt ist. Dieser wird nur vom einziehenden Mieter und vom Vermieter unterschrieben. Vorne drauf steht Wohnraummietvertrag zwischen [Vermieter] und [Mieter] sowie "WG-Mitbewohner (Siehe Anlage)". Außerdem enthält der Mietvertrag den Paragraphen Personenmehrheit als Mieter: "Sind mehrere Personen Mieter [...], so haften sie für alle Verpflichtungen aus dem Mietverhältnis als Gesamtschuldner".
Es ist eben eine studentische WG, wie zigtausend andere auch. Dazu gibt es eine mindestens 30 Jahre alte, sehr gefestigte Rechtsprechung, hier sind ein paar Urt. gelistet:

http://www.mietrechtslexikon.de/a1lexik ... schaft.htm

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