Ich habe den Durchblick verloren

Moderator: FDR-Team

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derbeste13
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Ich habe den Durchblick verloren

Beitrag von derbeste13 » 29.11.13, 19:40

Ein nettes Hallo an alle hier im Forum.
Ich wollte mich eigentlich ganz problemlos hier im Forum über die Summe erkundigen die ein Beamter
der mit 49 in die DDU geschickt wurde zuverdienen kann. Er ist seit 15 Jahren Beamter. Eine andere Verwendung hatte der Dienstherr leider nicht für den Beamten
Ich habe zwar die zutreffenden Klauseln hier im Forum gefunden bräuchte aber bitte eine kurze Erläuterung: Hier der Auszug dazu : für Ruhestandsbeamte, die wegen Dienstunfähigkeit, die nicht auf einem Dienstunfall beruht, oder nach § 52 Abs. 1 und 2 des Bundesbeamtengesetzes in den Ruhestand getreten sind, bis zum Ablauf des Monats, in dem die Regelaltersgrenze nach § 51 Abs. 1 und 2 des Bundesbeamtengesetzes erreicht wird, 71,75 vom Hundert der ruhegehaltfähigen Dienstbezüge aus der Endstufe der Besoldungsgruppe, aus der sich das Ruhegehalt berechnet, mindestens ein Betrag in Höhe von 71,75 vom Hundert des Eineinhalbfachen der jeweils ruhegehaltfähigen Dienstbezüge aus der Endstufe der Besoldungsgruppe A 4, zuzüglich des jeweils zustehenden Unterschiedsbetrages nach § 50 Abs. 1 sowie eines Betrages von monatlich 450 Euro zuzüglich des zweifachen dieses Betrages innerhalb eines Kalenderjahres.

Was bedeutet das in Euro?? Darf der Beamte jetzt den Betrag zwischen 1400- 2100 also 700 dazu verdienen?? Was bedeutet ein Betrag von 71,75 vom Hundert des Eineinhalbfachen in Euro?? Bitte seid so nett und erklärt mir das bitte!!

Vielen Dank an Euch im Voraus

mecki111
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Re: Ich habe den Durchblick verloren

Beitrag von mecki111 » 05.12.13, 13:06

Hallo,

die Differenz zwischen dem Bruttoruhegehalt und der von Ihnen geschilderten Höchstgrenze kann als Erwerbseinkommen verdient werden, ohne dass es zur Kürzung beim Ruhegehalt kommt. Die Höchstgrenze ist natürlich je nach anzuwendendem Versorgungsrecht (Bund oder ein Land) unterschiedlich, was aber nach einem Blick in das richtige Gesetz und die entsprechenden Besoldungstabellen bei Anwendung der Grundrechenarten leicht zu ermitteln ist.
Wer ganz sicher gehen will, fragt bei der Zahlstelle der Versorgungsbezüge nach.

Viele Grüße

mecki111

Elysabet
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Re: Ich habe den Durchblick verloren

Beitrag von Elysabet » 14.02.14, 13:31

Richtig kompliziert wird es, wenn eine Beamtin eigene Ansprüche hat, Dienstunfähigkeitspension erhält und dann Witwe eines Beamten wird und dadurch auch noch Witwenpension erhält. In einer solchen Situation, die festsetzende Versorgungsstelle nach der nun geltenden Höchstgrenze für einen Zuverdienst zu befragen, erfordert Geduld und die Fähigkeit, selbst zu recherchieren. Offenbar gibt es dafür keine eindeutige Rechtslage, mir konnte nicht einmal ein Rechtsanwalt für Beamtenrecht dazu richtige Auskunft geben.

Nutz
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Re: Ich habe den Durchblick verloren

Beitrag von Nutz » 14.02.14, 15:41

Toll fand ich in meinen Praktikumszeiten den Sachbearbeiter auf dem Sozialamt, der die Frage nach "wie viel darf ich hinzuverdienen" mit "so viel sie wollen" beantwortet hat.

Recht hat er.

Elysabet
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Re: Ich habe den Durchblick verloren

Beitrag von Elysabet » 23.02.14, 18:52

Das stimmt natürlich auch wieder *kicher. Aber ich kann es total verstehen, wenn man als pensionierter Beamter gerne wissen möchte, ab welchem Hinzuverdienst es zu Kürzungen in der Pension kommt. Umsonst will niemand arbeiten und die Pension ist schließlich keine Sozialleistung, sondern das Ergebnis abgeleisteter Dienstjahre.

Nordlicht14
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Re: Ich habe den Durchblick verloren

Beitrag von Nordlicht14 » 24.02.14, 00:15

Nein!

Das ist das Ergebnis des reinen Alimentationsgedankens im Beamtenrecht, und nicht von "abgeleisteten Dienstjahren", und damit Sozialleistung.

Elysabet
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Re: Ich habe den Durchblick verloren

Beitrag von Elysabet » 25.02.14, 13:05

wow, harte Worte von dir, Nordlicht. Viel Ahnung hast du nicht vom Beamtenrecht, oder? Die Höhe der Pension richtet sich nach der Anzahl der abgeleisteten Dienstjahre und nach dem letzten Bruttogehalt - vereinfacht ausgedrückt. Sozialleistung für Ruhestandsbeamte gibt es übrigens nicht. Das weiß kaum jemand: ein Beamter hat keinerlei Recht auf Sozialhilfe!

Papageno23
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Re: Ich habe den Durchblick verloren

Beitrag von Papageno23 » 10.06.15, 22:41

Ein Beamter hat sehr wohl das Recht Sozialhilfe zu beantragen. In diese Situation kann ein Beamter kommen, der noch keine Pensionsansprüche erworben hat. Dies ist in den ersten 5 Jahren seiner Beamtenzeit der Fall.

rauhfaser
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Re: Ich habe den Durchblick verloren

Beitrag von rauhfaser » 24.06.15, 20:10

Papageno23 hat geschrieben:Ein Beamter hat sehr wohl das Recht Sozialhilfe zu beantragen. In diese Situation kann ein Beamter kommen, der noch keine Pensionsansprüche erworben hat. Dies ist in den ersten 5 Jahren seiner Beamtenzeit der Fall.
Falsch, denn in diesem Fall ist der "Beamte" gar kein "Beamter" sondern "Beamter auf Probe".

Hans Speicher
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Re: Ich habe den Durchblick verloren

Beitrag von Hans Speicher » 25.06.15, 12:05

Rauhfaser irrt.

Natürlich ist man als Beamter auf Probe auch Beamter i. S. der Versorgungsgesetze - nur entsteht i.d.R. kein Anspruch auf Versorgung, sofern die gesetzliche "Wartezeit" von 5 Jahren nicht erfüllt ist (Ausnahme Dienstbeschädigung).

Im Ergebnis also, kein Anspruch auf Versorgung nur Anspruch auf Nachversicherung in der gesetzlichen Rentenversicherung und bei Erreichen der gesetzlichen Altersgrenze ev. Rentenanspruch - sofern hier die gesetzlichen Wartezeiten erfüllt sind.

Gibt es weder aus der Quelle 1 keine Versorgung noch aus der Quelle 2 eine Rente - ja dann muss wohl der Topf der Sozialhilfe bluten.

Hans

Papageno23
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Re: Ich habe den Durchblick verloren

Beitrag von Papageno23 » 04.05.17, 19:40

rauhfaser hat geschrieben:
Papageno23 hat geschrieben:Ein Beamter hat sehr wohl das Recht Sozialhilfe zu beantragen. In diese Situation kann ein Beamter kommen, der noch keine Pensionsansprüche erworben hat. Dies ist in den ersten 5 Jahren seiner Beamtenzeit der Fall.
Falsch, denn in diesem Fall ist der "Beamte" gar kein "Beamter" sondern "Beamter auf Probe".
Falsch, denn die Zeit als Beamter auf Probe beträgt in einigen Ämtern 2 Jahre, die Zeit ohne Pensionsberechtigung aber 5.

Hans Speicher hat es viel schöner dargestellt. Raufaser braucht aber einfache und kurze Sätze. :devil:

Dieter_Meisenkaiser
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Re: Ich habe den Durchblick verloren

Beitrag von Dieter_Meisenkaiser » 04.05.17, 20:17

Papageno23 hat geschrieben:Hans Speicher hat es viel schöner dargestellt. Raufaser braucht aber einfache und kurze Sätze. :devil:
Wieder andere brauchen zwei Jahre.

Herrmann112
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Re: Ich habe den Durchblick verloren

Beitrag von Herrmann112 » 27.06.17, 14:39

Eine Frage möchte ich hierzu gerne anhängen:

A Beamter in Hamburg und wird DU-Mindestpension erhalten, A ist verheiratet, wird es zur Mindestpension auch einen
anteiligen Familienzuschlag geben, sprich die Mindestpension sich geringfügig erhöhen?

Papageno23
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Re: Ich habe den Durchblick verloren

Beitrag von Papageno23 » 07.12.18, 19:50

Ja.

Tom Ate
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Re: Ich habe den Durchblick verloren

Beitrag von Tom Ate » 26.12.18, 08:46

Dazu verdienen darf er unbegrenzt viel!
Jedoch würden dann seine Bezüge gekürzt.

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