Sehr hoher Krankenversicherungsbeitrag (700,- € mtl.)

Moderator: FDR-Team

FM
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Re: Sehr hoher Krankenversicherungsbeitrag (700,- € mtl.)

Beitrag von FM » 13.12.17, 19:31

Evariste hat geschrieben:
FM hat geschrieben: Sie sagt nur, sie "zahlt selbst den beitrag an die Krankenkasse". Das ist bei frw. Versicherten schon richtig. Aber als Arbeitnehmer bekommen sie eben die ca. Hälfte des Beitrages vom Arbeitgeber zusätzlich zum Gehalt ausbezahlt. Dass der Arbeitgeber den Gesamtbeitrag selbst an die KK überweist kann man zwar vereinbaren, davon ist aber eher abzuraten und es wäre die Abweichung vom Normalfall.
Das ist mir jetzt völlig neu. Ich bin freiwillig in der GKV versichert, seitdem ich vor ca. 28 Jahren ins Berufsleben eingetreten bin und bisher hat immer mein jeweiliger AG an die KK überwiesen und nicht ich.
Da hast Du Glück gehabt, dass der Arbeitgeber das auch wirklich gemacht hat. Denn als frw. Versicherter bist Du selbst der Beitragsschuldner (gilt nur für KV und PV). Wenn der AG deinen Beitragsanteil zwar vom Gehalt einbehält und seinen Zuschuss nicht an dich auszahlt, kommen Mahnung und Vollstreckungsmaßnahmen der KK an dich persönlich. Das Argument "das Geld hat doch der AG" muss die KK dann nicht interessieren, denn der AG handelt nur als dein Bote.

Ich rate davon ab. Auch ein jahrzehntealtes Großversandhaus in Fürth, eine bekannte Berliner Fluggesellschaft und eine einst sehr mächtige New Yorker Investmentbank sind schon pleite gegangen. Kleinere Unternehmen noch weitaus öfter. Gut, beim Land Hessen steht das nicht unmittelbar bevor, aber die Republik Griechenland, der Bundesstaat Kalifornien und das Deutsche Reich von 1919 wissen auch, was eine Staatspleite ist. Bis dahin wäre die AOK aber auch untergegangen ;)

SusanneBerlin
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Re: Sehr hoher Krankenversicherungsbeitrag (700,- € mtl.)

Beitrag von SusanneBerlin » 13.12.17, 20:19

@winterspaziergang
Mobbingopfer hat geschrieben:Um es in aller Deutlichkeit nochmals zu sagen:
Die ( also die Lehrerin) zahlt selbst die 700,-€ direkt an die Kasse.
AG zahlt 317,00 € AG-Anteil an Lehrerin
Lehrerin überweist 678,60 Euro an KK
Grüße, Susanne

winterspaziergang
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Re: Sehr hoher Krankenversicherungsbeitrag (700,- € mtl.)

Beitrag von winterspaziergang » 13.12.17, 23:29

SusanneBerlin hat geschrieben:@winterspaziergang
Mobbingopfer hat geschrieben:Um es in aller Deutlichkeit nochmals zu sagen:
Die ( also die Lehrerin) zahlt selbst die 700,-€ direkt an die Kasse.
AG zahlt 317,00 € AG-Anteil an Lehrerin
Lehrerin überweist 678,60 Euro an KK
:idea: Danke! Damit ist die Frage allerdings total unverständlich.

Irreführend war folgendes
Arbeitgeber zahlt aktuell monatlich einen Zuschuss von 317,00 €
- Lehrerin zahlt selbst aktuell einen Betrag von 678,60 €
- ...
Frage nochmals: Ist ein derartig hoher selbst zu leistender Betrag von 678,60 € möglich ?
Der selbst zu leistende Beitrag ist gar nicht 678,60 sondern 361,60 Euro. Steht vielleicht auch schon irgendwo.
Schlechter verdienende Arbeitnehmer bezahlen mehr.
Prozentual mehr. Absolut gesehen, bezahlen sie nach wie vor deutlich weniger.

windalf
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Re: Sehr hoher Krankenversicherungsbeitrag (700,- € mtl.)

Beitrag von windalf » 14.12.17, 08:15

Weil mein Gehalt von Anfang an über der Entgeltgrenze lag. Damals wurden Uniabsolventen in manchen Branchen noch gute Gehälter gezahlt, mittlerweile scheint das mehr und mehr zur Ausnahme zu werden...
Im Moment ist das doch eher umgekehrt. Ohne richtig Geld in die Hand zu nehmen, kannst du keinen Uniabsolventen mehr einstellen. Die sind sonst schneller weg als du gucken kannst. Der Arbeitsmarkt ist nahezu leergefegt (ich spreche von MINT-Fächern)...
Prozentual mehr. Absolut gesehen, bezahlen sie nach wie vor deutlich weniger.
Man muss vielleicht ja auch mal sehen, dass es sich hierbei um eine Versicherungsleistung handelt (an der man nicht freiwillig teilnimmt). Die mag zwar noch eine soziale Umverteilungskomponente haben aber irgendwann steht dem Beitrag ja sonst keine Leistung mehr gegenüber. Sonst muss man da eine Steuer draus machen und dem Beitrag nicht eine Leistung gegenüberstellen...
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Zitat Karsten: Das beweist vor Allem, dass es windalf auch nicht gibt.

Evariste
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Re: Sehr hoher Krankenversicherungsbeitrag (700,- € mtl.)

Beitrag von Evariste » 14.12.17, 09:05

FM hat geschrieben: Da hast Du Glück gehabt, dass der Arbeitgeber das auch wirklich gemacht hat.
Mag ja sein, dass da ein Restrisiko im Falle einer Insolvenz besteht, da muss man als AN halt aufpassen. Es ist m. W. trotzdem der Normalfall, dass der AG die Beiträge abführt.

Evariste
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Re: Sehr hoher Krankenversicherungsbeitrag (700,- € mtl.)

Beitrag von Evariste » 14.12.17, 09:23

windalf hat geschrieben:
Weil mein Gehalt von Anfang an über der Entgeltgrenze lag. Damals wurden Uniabsolventen in manchen Branchen noch gute Gehälter gezahlt, mittlerweile scheint das mehr und mehr zur Ausnahme zu werden...
Im Moment ist das doch eher umgekehrt. Ohne richtig Geld in die Hand zu nehmen, kannst du keinen Uniabsolventen mehr einstellen. Die sind sonst schneller weg als du gucken kannst. Der Arbeitsmarkt ist nahezu leergefegt (ich spreche von MINT-Fächern)...
Dazu gibt es ja immer wieder lustige Diskussionen bei (Wortsperre: Name).de, ob das wirklich so ist, oder ob die Firmen einfach nur zu wenig zahlen wollen, und deswegen niemanden finden. Jedenfalls wachsen die Bäume auch für MINT-Absolventen nicht in den Himmel.

Einstiegsgehälter für Informatiker (Master - Diplom oder gar Bachelor ist niedriger):
1. Quartil: 41.968 €
Median: 46.422 €
3. Quartil: 51.423 €
(Quelle: karriereletter.de)

Zum Vergleich, die Entgeltgrenze lag 2017 bei 52.200 €.

windalf
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Re: Sehr hoher Krankenversicherungsbeitrag (700,- € mtl.)

Beitrag von windalf » 14.12.17, 10:17

Naja bei uns bekommt man mindestens 60k zum Einstieg (und das wird auch relativ schnell mehr). Dafür muss man dann aber auch seine Seele verkaufen und viel Reisen. Das wollen die meisten halt nicht.
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Zitat Karsten: Das beweist vor Allem, dass es windalf auch nicht gibt.

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Re: Sehr hoher Krankenversicherungsbeitrag (700,- € mtl.)

Beitrag von Evariste » 14.12.17, 13:07

windalf hat geschrieben: Dafür muss man dann aber auch seine Seele verkaufen und viel Reisen.
Also umgerechnet auf eine 40-Stunden-Woche dann wahrscheinlich weniger als 50.000...

8)

windalf
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Re: Sehr hoher Krankenversicherungsbeitrag (700,- € mtl.)

Beitrag von windalf » 14.12.17, 13:15

Evariste hat geschrieben:
windalf hat geschrieben: Dafür muss man dann aber auch seine Seele verkaufen und viel Reisen.
Also umgerechnet auf eine 40-Stunden-Woche dann wahrscheinlich weniger als 50.000...

8)
Das zum Start ganz sicher. Das wird aber sehr schnell mehr (wenn man denn das erste halbe Jahr übersteht, und wenn man ehrlich ist, ist man da immer noch überbezahlt. Da kostet man nur und spielt eher wenig ein)

Von diesen Jobs gibt es ziemlich viele. Die will nur keiner machen... Hinzu kommt, dass eher weniger feststeht was man macht. Der Kunde beauftragt einen. Wenn man in dem Ganzen immer unbedingt etwas großes Sinnstiftendes sehen möchte, dann muss man schon Glück mit dem Projekt haben. Ein selbstfahrendes Auto wird da nicht direkt gebaut. Das wollen aber auch viele Absolventen. In jedem Falle hat man es als Absolvent im Moment nur dahingehend schwer, dass man die Qual der Wahl hat. Ein Luxusproblem. Zumindest um zum Thema zurück zu kommen, könnte man sich als Berufseinsteiger direkt privat krankenversichern, wenn man nicht (indirekt) 700 EUR in die GKV einzahlen möchte...
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Zitat Karsten: Das beweist vor Allem, dass es windalf auch nicht gibt.

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Re: Sehr hoher Krankenversicherungsbeitrag (700,- € mtl.)

Beitrag von vikingz » 15.12.17, 19:11

Evariste hat geschrieben:
FM hat geschrieben: Da hast Du Glück gehabt, dass der Arbeitgeber das auch wirklich gemacht hat.
Mag ja sein, dass da ein Restrisiko im Falle einer Insolvenz besteht, da muss man als AN halt aufpassen. Es ist m. W. trotzdem der Normalfall, dass der AG die Beiträge abführt.
Off-Topic sind wir ja längst, falls nicht noch eine erhellende Ergänzung zu den richtigen Antworten kommt.

Ich kenne zwar kein Verhältnis, halte den freiwillig versicherten "Firmenzahler" aber auch eher für den Normalfall, für den also der Arbeitgeber den Beitrag überweist.

Ich würde allerdings wie FM auch davon abraten, zumindest, wenn man sich mit der Materie nicht auskennt. Es gibt natürlich vermeintlich bombensichere Arbeitgeber, öffentlicher Dienst beispielsweise.

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Re: Sehr hoher Krankenversicherungsbeitrag (700,- € mtl.)

Beitrag von Stefanie145 » 16.12.17, 06:02

vikingz hat geschrieben:Ich kenne zwar kein Verhältnis, halte den freiwillig versicherten "Firmenzahler" aber auch eher für den Normalfall, für den also der Arbeitgeber den Beitrag überweist.

Ich würde allerdings wie FM auch davon abraten, zumindest, wenn man sich mit der Materie nicht auskennt. Es gibt natürlich vermeintlich bombensichere Arbeitgeber, öffentlicher Dienst beispielsweise.
Dem kann ich zustimmen, ich würde die Firmenzahler auch mit 80 bis 90 % einschätzen. Dass nicht 100 % Firmenzahler sind, liegt an den Arbeitgebern, da es einige Arbeitgeber gibt, die keine Firmenzahler haben möchten, mir fällt auch spontan ein Landesbesoldungsamt (nicht Hessen) ein, welches alle freiwillig versicherte Arbeitnehmer als Selbstzahler führt.

Problematisch wird es halt, wenn der Arbeitgeber den Firmenzahlerbeitrag außerhalb der Insolvenz nicht an die Krankenkasse abführt. Bei den hier genannten großen Insolvenzen habe ich kein Problem mitbekommen, die Beiträge wurden bis zur vorl. Insolvenz durch die Arbeitgeber gezahlt, ab der vorläufigen Insolvenzeröffnung erhalten die freiwillig versicherten Arbeitnehmer den Arbeitgeberzuschuss über das Insolvenzgeld.
Sofern Arbeitgeber den Firmenzahlerbeitrag regelmäßig zu spät zahlen, werden die Arbeitnehmer durch die Krankenkasse in der Regel als Selbstzahler umgestellt, in diesem Zusammenhang werden die Arbeitnehmer dann auch angeschrieben.
Von daher denke ich, dass das Risiko einzuschätzen ist, weshalb ich die Firmenzahlervariante nicht verteufel. Als freiwillig versicherter Arbeitnehmer wäre mir persönlich die Firmenzahlervariante vermutlich auch lieber, schon da man dann weniger Aufwand hat und einem die hohen Beiträge nicht Monat für Monat auf dem Kontoauszug vor Augen geführt werden.


Zu dem Fall hier, die Beiträge der Lehrerin sind wie gesagt im normalen Bereich für freiwillig versicherte Arbeitnehmer, welches die Jahresarbeitsentgeltgrenze überschreiten. Die Lehrerin bekommt rund 50 % der zu zahlenden Beiträge von ihrem Arbeitgeber erstattet (Arbeitgeberanteil). Es wäre natürlich schön, wenn die Beiträge günstiger sind, nur muss der medizinische Fortschritt der letzten 50 Jahre auch finanziert werden.

windalf
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Re: Sehr hoher Krankenversicherungsbeitrag (700,- € mtl.)

Beitrag von windalf » 16.12.17, 09:10

Zu dem Fall hier, die Beiträge der Lehrerin sind wie gesagt im normalen Bereich für freiwillig versicherte Arbeitnehmer, welches die Jahresarbeitsentgeltgrenze überschreiten. Die Lehrerin bekommt rund 50 % der zu zahlenden Beiträge von ihrem
Arbeitgeber erstattet (Arbeitgeberanteil). Es wäre natürlich schön, wenn die Beiträge günstiger sind, nur muss der medizinische Fortschritt der letzten 50 Jahre auch finanziert werden.
Der Hauptgrund für die Beitragshöhe ist wohl eher, dass einige weniger viele Teure finanzieren (müssen)...
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Zitat Karsten: Das beweist vor Allem, dass es windalf auch nicht gibt.

Evariste
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Re: Sehr hoher Krankenversicherungsbeitrag (700,- € mtl.)

Beitrag von Evariste » 16.12.17, 10:43

windalf hat geschrieben: Der Hauptgrund für die Beitragshöhe ist wohl eher, dass einige weniger viele Teure finanzieren (müssen)...
???

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