Abberufung / Kündigung Hausverwaltung, Haftung

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MarkusToe
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Re: Abberufung / Kündigung Hausverwaltung, Haftung

Beitrag von MarkusToe » 30.01.18, 14:01

die Gemeinschaft kann beschließen dem Verwalter aus wichtigem Grund fristlos zu kündigen und die Bestellung zum gleichen Zeitpunkt zu beenden.
Reagiert der Verwalter nicht binnen 4 Wochen darauf, ist das "durch"....

Selbst so durchexerziert.....

webmaster76
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Re: Abberufung / Kündigung Hausverwaltung, Haftung

Beitrag von webmaster76 » 30.01.18, 14:38

MarkusToe hat geschrieben:die Gemeinschaft kann beschließen dem Verwalter aus wichtigem Grund fristlos zu kündigen und die Bestellung zum gleichen Zeitpunkt zu beenden.
Reagiert der Verwalter nicht binnen 4 Wochen darauf, ist das "durch"....

Selbst so durchexerziert.....
Dann sollte die ETG aber tatsächlich wichtige Gründe haben, die eine fristlose Kündigung rechtfertigen. Ich bin der Meinung, dass es besser ist, den Vertrag in beiderseitigem Einvernehmen aufzulösen. Zieht da der Verwalter nicht mit, wird er sich wohl mit einer fristlosen Kündigung auch nicht einfach so zufrieden geben. Vielleicht kann man ihm ja auch sein Entgegenkommen ein wenig finanziell versüßen. Ist immer noch billiger und schneller wie Monate lang vor Gericht zu streiten.

Außerdem: die ETG ist dann erstmal verwalterlos. Und einen neuen Verwalter zu finden, der eine ETG mit einem "schwebend abgesetzten Vorverwalter" annimmt dürfte auch nicht so leicht sein. I.d.R. fragt ein interessierter Verwalter die Gegebenheiten im Vorfeld ab und lässt bei solchen heißen Geschichten die Finger weg, wenn er vernünftig agiert. Und das schon zweimal, wenn die ETG gerade gegen den Vorverwalter vor Gericht steht.

Stan78
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Re: Abberufung / Kündigung Hausverwaltung, Haftung

Beitrag von Stan78 » 30.01.18, 19:09

Danke für die Rückmeldung.

Natürlich ist eine einvernehmliche Auflösung grundsätzlich die bessere Alternative, nicht nur hier, sondern in eigentlich jedem Fall in dem ein Vertragsverhältnis beendet werden soll. Dass ein "finanzielles Versüßen" sicher nicht in Frage kommt, erschließt sich aus dem Eingangs beschriebenen Sachverhalt und der Tatsache, dass auch noch Schadensersatzansprüche gegen den Verwalter im Raum stehen, da durch dessen Versäumnisse erhebliche Schäden entstanden sind.

Ob ein "verwalterloser Zustand" entsteht hat aber nichts mit der Frage zu tun, wie man mit dem alten Verwalter auseinander geht. Angebote alternativer Verwalter hat man natürlich vor der Eigentümerversammlung eingeholt, auf der Sitzung auf der man ggf. die Abwahl des alten Verwalters und eine - einvernehmliche oder einseitig fristlose - Kündigung des Vertrages beschließt wird man gleichzeitig beschließen, das Angebot eines anderen Verwalters anzunehmen und diesen einzusetzen. Idealerweise lädt man den neuen Verwalter zu dieser Sitzung auch als Gast ein.
Natürlich gibt es bei einem einseitigen Wechsel potentielle Probleme (Übergabe von Unterlagen und Konten / Rücklagen), eine verwalterlose Zeit droht aber nicht, wenn man seine Hausarbeiten vorher macht.

webmaster76
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Re: Abberufung / Kündigung Hausverwaltung, Haftung

Beitrag von webmaster76 » 31.01.18, 09:52

Stan78 hat geschrieben:Dass ein "finanzielles Versüßen" sicher nicht in Frage kommt, erschließt sich aus dem Eingangs beschriebenen Sachverhalt und der Tatsache, dass auch noch Schadensersatzansprüche gegen den Verwalter im Raum stehen, da durch dessen Versäumnisse erhebliche Schäden entstanden sind.
Aus dem Eingangspost ging hervor, dass sich beim Verwalter beschwert wurde, es wurde insistiert, der Verwalter sollte Angebote einholen etc. Ich konnte nichts dazu finden, dass konkrete Beschlüsse gefasst wurden, die der Verwalter nicht umgesetzt hat. Gibt es diese nicht, auf welcher Basis möchte man dann den Verwaltervertrag erfolgreich fristlos beenden? Da sehe ich aus den bisherigen Informationen eigentlich nur die verspäteten Abrechnungen. Ob das alleine reicht ist fraglich.
Ebenso hinsichtlich des Schadensersatzes. Der Verwalter war da wohl über die Mängel informiert, die Eigentümer aber über das Gutachten auch. Doch ohne konkreten Auftrag = Beschluss muss der Verwalter nicht tätig werden.

Fehlen nun die Voraussetzungen für die fristlose Kündigung des Verwaltervertrags, kann der Verwalter seine Vergütung bis zur ordentlichen Kündigung bzw. Auslaufen des Vertrags einfordern (auch wenn die ETG ihn von allen Pflichten entbindet). In diesem Fall wäre es überlegenswert ihm eine Summe x für die Vertragsauflösung anzubieten anstatt am Ende den vollen Betrag (u.U. inkl. Gericht und Anwalt) bezahlen zu müssen.

Stan78
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Re: Abberufung / Kündigung Hausverwaltung, Haftung

Beitrag von Stan78 » 01.03.18, 20:15

Hypothetischer Fortgang des Sachverhalts:

Der Verwalter läd, von den Eigentümern aufgefordert, zu einer Eigentümerversammlung und setzt den gestalten Antrag "Verwalterabwahl" mit auf die Tagesordnung. Ebenso die Hausgeldabrechnung, die inzwischen 11 Monate nach Ende des Wirtschaftszeitraums doch angefertigt wurde.

Der Verwalter stellt zunächst die Abrechnung vor, die die Eigentümer auch genehmigen.
Dann stellt er den Antrag auf Entlastung der Verwaltung. Diesen lehnen die Eigentümer einstimmig ab.
Daraufhin erklärt der Verwalter, dass er die Versammlung abbricht. Er erklärt, er habe einen Rechtsanspruch auf Entlastung, die Verwaltertätigkeit würde er weiter ausüben, ob es den Eigentümern passt oder nicht. Ein einzelner Eigentümer bleibt noch beim Verwalter und diskutiert längere Zeit mit diesem. Die übrigen Eigentümer setzten die Sitzung an anderer Örtlichkeit unter Leitung des Beirates fort. Dort wird die Abwahl des Verwalters sowie die Kündigung des Vertrages einstimmig beschlossen, wobei der oben genannte Eigentümer fehlt. Das vorliegende Vertragsangebot eines anderen Verwalters wird einstimmig angenommen.

Wie wären folgende Fragen zu beantworten:
1. Darf der Verwalter die Sitzung abbrechen, wenn die Eigentümer ihn nicht entlasten? Wenn nein, hat das irgendwelche Rechtsfolgen?
2. Können die Eigentümer die Sitzung wie beschrieben fortführen und rechtskräftige Beschlüsse fällen oder hätte der Beirat neu laden müssen, mit entsprechenden Fristen?
3. Hat das Fehlen eines einzelnen Eigentümers bei der Fortsetzung der Versammlung Konsequenzen? Die notwendige Anzahl an Eigentümern zur Beschlussfähigkeit war durchgängig gegeben.

Grüße,
Stan

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