Verzichtserklärung / Trennungsunterhalt

Recht in der Ehe, eheliches Güterrecht, Adoptionsrecht, Kinderrechte, Sorgerecht, Unterhaltsrecht, Recht des Versorgungsausgleichs

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missr6
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Verzichtserklärung / Trennungsunterhalt

Beitrag von missr6 » 19.02.18, 17:13

Folgender Fall:

Ehefrau hat eine Affäre und zieht im Herbst 2017 zum neuen Mann (ist bis dato aber noch nicht umgemeldet).

Ehemann will sich nun scheiden lassen von Ehefrau (insg. 8 Jahre verheiratet). Es gibt eine gemeinsame Tochter (16 J.), die mit dem Ehemann in einem Haus wohnt.

Es gibt weiterhin ein Haus (Ehemann steht alleine im Grundbuch, wurde während der Ehe von der Mutter des Ehemanns an ihn übertragen) und ein Sparbuch (läuft auf Ehemann, seine privaten Ansparungen aus Gehältern), alle Anschaffungen im Haus bzw. das Haus betreffend wurden vom Mann getätigt. Mann verdient 3600 Euro netto, die Frau 1500 Euro netto.

Nach ersten eigenen Recherchen steht der Ehefrau wohl Trennungsunterhalt zu, wenn sie diesen einfordert (bisher nicht geschehen) - ist dies richtig, obwohl sie bereits bei ihrem neuen Partner lebt und dort einen ähnlich wenn nicht gleich hohen Lebensstandard hat wie während der Ehe? Kann man die Ehefrau auffordern sich umzumelden?

Wie lange müsste der Trennungsunterhalt gezahlt werden? Bis zur Scheidung oder auch darüber hinaus?

Was wäre, wenn die Ehefrau eine Verzichtserklärung unterschreibt, dass sie auf sämtliche Güter usw. verzichtet bzw.
was würde im umgekehrten Fall passieren, wenn sie diese NICHT unterschreibt, was käme auf den Ehemann im Nachhinein zu?

Danke für Eure Antworten!

lottchen
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Re: Verzichtserklärung / Trennungsunterhalt

Beitrag von lottchen » 20.02.18, 14:58

missr6 hat geschrieben: Nach ersten eigenen Recherchen steht der Ehefrau wohl Trennungsunterhalt zu, wenn sie diesen einfordert (bisher nicht geschehen) - ist dies richtig, obwohl sie bereits bei ihrem neuen Partner lebt und dort einen ähnlich wenn nicht gleich hohen Lebensstandard hat wie während der Ehe?
Richtig, sie muss ihn einfordern, erst ab da ist zu zahlen. Im Gegenzug kann der Mann z.B. aber auch Unterhalt für die Tochter fordern wenn diese voll bei ihm lebt und kein Wechselmodell gelebt wird. Er muss keinen Unterhalt zahlen, wenn die Frau in einer verfestigten Lebensgemeinschaft lebt. Dafür dürfte hier ca. 1 Jahr gemeinsamer Haushalt mit dem neuen Partner reichen, gemeinsames Auftreten bei Familienfeiern, gemeinsames Kind usw.
missr6 hat geschrieben: Kann man die Ehefrau auffordern sich umzumelden?
Sicher. Man kann sich auch selber an die Meldebehörde wenden und mitteilen, dass Frau X seit Tag Y nicht mehr an der bisherigen Adresse anzutreffen ist. Woher will der Mann aber wissen, dass sie sich nicht umgemeldet hat?
missr6 hat geschrieben: Wie lange müsste der Trennungsunterhalt gezahlt werden? Bis zur Scheidung oder auch darüber hinaus?
Trennungsunterhalt bis zur Scheidung. Danach ggf. nachehelicher Unterhalt. Letzteres dürfte hier eher nicht zum Tragen kommen wenn die neue Beziehung weitergeführt wird.
missr6 hat geschrieben: Was wäre, wenn die Ehefrau eine Verzichtserklärung unterschreibt, dass sie auf sämtliche Güter usw. verzichtet bzw.
was würde im umgekehrten Fall passieren, wenn sie diese NICHT unterschreibt, was käme auf den Ehemann im Nachhinein zu?
Warum sollte die Frau sowas machen? Beide werden sich zur Scheidung ohnehin einigen müssen, wer was vom Hausstand behält, wer welches Auto, wem welches Geld zusteht. Auch wenn der Mann alles bezahlt hat heißt es nicht zwingend, dass ihm alles zusteht. Der Zugewinn muss berechnet werden...Entweder man setzt sich zusammen und einigt sich oder man schaltet die Anwälte ein und lässt diese verhandeln, dann kostet das eine Stange Geld zusätzlich.
Ich empfehle, Beiträge unserer Forentrolle BäckerHD, FelixSt und Dieter_Meisenkaiser konsequent zu ignorieren!

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