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recht.de • Thema anzeigen - Tiny House in Deutschland
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 Betreff des Beitrags: Tiny House in Deutschland
BeitragVerfasst: 22.02.18, 12:51 
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In der letzten Zeit lese ich öfter Berichte zu kleinen Häusern, sog. Tiny Houses, ein Trend aus den VSA, der auch hierzulande auf gewisses Interesse stößt. Mir gehen zu diesem Thema einige Fragen durch den Kopf. Existieren bspw. Mindestanforderungen, die der Gesetzgeber an ein Wohngebäude stellt, konkret:
1.) Dürfte man sich bspw. mit einem "m-ch" begnügen?
2.) Angenommen, der Bebauungsplan schreibt vor "wie Nachbarbebauung" und die Umgebung besteht aus "200m²- Palästen". Dürfte dann eine "50m²- Hütte" auf dem Nachbargrundstück errichtet werden, sofern die Bestimmungen des Bebauungsplans hinsichtlich Dachform, Farb- und Materialwahl, usw. eingehalten werden? Oder muß man genauso groß klotzen?
3.) Wäre es genehmigungsfähig, sich ein Grundstück mit mehreren Leuten zu teilen und im Baufenster mehrere Mikrohäuser zu errichten, vorausgesetzt die Summe der Einzelflächen der Häuser bleibt unter dem Grenzwert des Bebauungsplans?


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 Betreff des Beitrags: Re: Tiny House in Deutschland
BeitragVerfasst: 22.02.18, 13:20 
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Zu 1: Solange die Vorgaben der öffentlich-rechtlichen Belange sowie die EnEV eingehalten werden. Weiso nicht?
zu 2: Dies kann nie pauschal beantwortet werden, da dies immer einer Einzelfallbetrachtung bedarf und grundsätzlich mit der örtlichen Baubehörde bzw. einem Architekten beraten werden sollte.
zu 3: Wenn die öffentlich rechtlichen Belange wie z.B. die Abstandflächen eingehalten werden, sollte solch einem Vorhaben eigentlich nichts entgegen stehen.

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Alles, was ich schreibe, ist meine private Meinung.
Gesetze sind eine misslungene Kreuzung aus dem Alphabet und einem Labyrinth.
"Durch Heftigkeit ersetzt der Irrende, was ihm an Wahrheit und an Kräften fehlt" Zitat Goethe


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 Betreff des Beitrags: Re: Tiny House in Deutschland
BeitragVerfasst: 22.02.18, 14:14 
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Ich würde ein solches "Tiny House" eher in Richtung "Fliegende Bauten" klassifizieren wollen und bedürfen einer Ausführungsgenehmigung (AG).
Wo solche Ausführungsgenehmigten Bauten abgestellt/aufgestellt werden dürfen, wird im öffentlichen Raum einer "Genehmigung" bedürfen.
Wer so etwas schon mal beantragt hat, der weiss auch um die Vorgaben (z.B. der genaue Aufstellort/Abstandsfläche/Aufbauzeiten/Aufstellzeitraum u.s.w)
Für die (AG) helfen Sachverständige (z.B. TÜV o.ä.) die auf Statik/Normen/Richtlinien/Prüfergebnisse zurückgreifen.


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 Betreff des Beitrags: Re: Tiny House in Deutschland
BeitragVerfasst: 22.02.18, 14:21 
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ktown hat geschrieben:
Zu 1: Solange die Vorgaben der öffentlich-rechtlichen Belange sowie die EnEV eingehalten werden. Weiso nicht?

Nunja, ich bin z.B. beim Wikpediaartikel Wohnung über den Hinweis
Wikipedia hat geschrieben:
Die Wohnfläche muss mindestens 23 Quadratmeter (m²) betragen.
gestolpert. Allerdings wird dies dort mit dem § 181 Bewertungsgesetz begründet, das sich nach meinem Verständnis eher mit der steuerlichen Erfassung beschäftigt. Nur heißt das ja nicht daß nicht in irgendeinem anderen Gesetz die Käfighaltung von Menschen untersagt sein könnte. :mrgreen:

ktown hat geschrieben:
zu 2: Dies kann nie pauschal beantwortet werden, da dies immer einer Einzelfallbetrachtung bedarf und grundsätzlich mit der örtlichen Baubehörde bzw. einem Architekten beraten werden sollte.

M.a.W. es könnte in Einzelfällen durchaus möglich sein. Mir ist nämlich die Formulierung "wie Nachbarbebauung" unklar, ob das nur bedeutet, daß, wenn in der Nachbarschaft nur Einfamilienhäuser stehen, dann eben kein 4-Geschösser dazwischen soll, oder ob das auch grundsätzlich Abweichungen nach unten ausschließt.

Besten Dank soweit.

Zafilutsche hat geschrieben:
Ich würde ein solches "Tiny House" eher in Richtung "Fliegende Bauten" klassifizieren wollen und bedürfen einer Ausführungsgenehmigung (AG).
Wo solche Ausführungsgenehmigten Bauten abgestellt/aufgestellt werden dürfen, wird im öffentlichen Raum einer "Genehmigung" bedürfen.
Wer so etwas schon mal beantragt hat, der weiss auch um die Vorgaben (z.B. der genaue Aufstellort/Abstandsfläche/Aufbauzeiten/Aufstellzeitraum u.s.w)
Für die (AG) helfen Sachverständige (z.B. TÜV o.ä.) die auf Statik/Normen/Richtlinien/Prüfergebnisse zurückgreifen.

Ein Tiny House ist nicht zwingend mobil. In den VSA ist dies zwar aufgrund einer Gesetzeslücke üblich, um div. Bauvorschriften zu umgehen, aber es gibt auch fest mit dem Untergrund verbundene Exemplare.


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 Betreff des Beitrags: Re: Tiny House in Deutschland
BeitragVerfasst: 22.02.18, 14:38 
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Zafilutsche hat geschrieben:
Ich würde ein solches "Tiny House" eher in Richtung "Fliegende Bauten" klassifizieren wollen und bedürfen einer Ausführungsgenehmigung (AG).
Das scheitert schon daran, dass dauerhaft darin gewohnt wird. Dabei ist es unerheblich, ob Räder daran sind oder nicht. Sie gelten als bauliche Anlagen, unabhängig von Größe und Bauart und der Möglichkeit, sie von einem Ort zum anderen zu bewegen. Sie bedürfen dann keiner Baugenehmigung, wenn sie an ständig wechselnden Orten stehen würden (sie das Beispiel der Unterkünfte von fahrendem Volk).

Hier mal was zum lesen.

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 Betreff des Beitrags: Re: Tiny House in Deutschland
BeitragVerfasst: 22.02.18, 15:07 
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Danke für die Hinweise. Ich hatte versehentlich Tiny_House_Movement eingegeben. Da waren Rollen drunter! :oops:


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 Betreff des Beitrags: Re: Tiny House in Deutschland
BeitragVerfasst: 23.02.18, 10:26 
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Viele Bebauungspläne schreiben lediglich die maximale Bebauung vor, aber keine Mindestgröße für ein Haus. Genehmigungsfrei wird's aber vermutlich nicht, das ist in der Regel an daran geknüpft, dass kein Aufenthaltsraum besteht, (Gargen, Gartenschuppen u.ä.), das greift hier nicht.

Der Plan mehrere Mikrohäuser auf einem Grundstück abzusetzen wird eventuell dadurch vereitelt, dass der B-Plan die Anzahl der Wohneinheiten beschränkt. Einzelhausbebauung ist dann eine Wohneinheit, egal wie klein die ist. Wenn die Stadt Wohnraum schaffen will und da mehr erlaubt, mit dem Ziel, da große Mietwohnungen zu schaffen, kann ich mir nicht vorstellen, dass da nicht alles ausgeschöpft wird, um die Verschwendung von Bauland durch solche Minihäuser zu vermeiden. Im Zweifelsfall verkauft die Stadt das Grundstück nur an Investoren mit konkreten Plänen, die vertraglich abgesichert werden.

Im Ergebnis darf man am Ende vermutlich sein eigenes einzelnes Minihaus auf dem eigenen Grundstück errichten.


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 Betreff des Beitrags: Re: Tiny House in Deutschland
BeitragVerfasst: 26.02.18, 10:12 
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Wohnort: Region München
Bebauungspläne setzen meist nur Höchstmaße (zu Höhe, Grungsfläche usw.) fest, da ist es eher unkritisch. Manchmal wird aber die Zahl der Gebäude geregelt, das würde dann mehrere kleine Bauten Beschränken.
Die einzelnen Häuschen müssen aber grundsätzlich auch die Anforderungen an "normale" Häuser beachten; insbes. Abstandsflächen und Brandschutzabstände.
In früheren Bauordnungen war noch eine Mindestgröße für Aufenthaltsräume geregelt.
Wenn es keinen Bebauungsplan gibt, greift meist §34 BauGB wonach sich Bauten nach Art und Maß in die Umgebung einfügen müssen. Diese Regelung gilt grundsätzlich nicht nur nach oben, sondern auch nach unten... es schadet also nicht, sich mit dem Bauamt abzustimmen....

Gerade in den Gegenden, wo wegen der hohen Preise eine große Nachfrage nach kleinen (günstigen) Wohnungen besteht, sind oft auch die Grundstückspreise so, das es nicht rentabel ist, mehrere so kleine Bauten auf ein großes Grundstück zu bauen, wenn ansonsten ggf ein Mehrfamilienhaus möglich wäre.


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