WEG-Rücklagen auf Treuhandkonto

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Stan78
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WEG-Rücklagen auf Treuhandkonto

Beitrag von Stan78 » 15.03.18, 17:52

Hallo,

eine WEG hat Zweifel an der Verwaltung der Rücklagen durch den Hausverwalter, unter anderem, weil der Hausverwalter dem Beirat nie fortlaufende Kontoauszüge vorlegt, sondern immer nur lückenhafte Bildschirmausdrucke aus seiner Konoverwaltungssoftware. Beim Versuch, selber einen aktuellen Kontoauszug zu erhalten, scheitern die Eigentümer daran, dass sowohl das Konto für die Rücklagen als auch das für die laufenden Zahlungen keine Konten auf den Namen der WEG sind, sondern auf den Namen des Hausverwalters laufen (wohl also THK).

Ist es richtig, dass dies eigentlich nicht mehr zulässig ist?
Falls ja, welche Möglichkeiten haben die Eigentümer um eine Änderung herbei zu führen. Auf reine Aufforderungen reagiert der Hausverwalter nicht.

Danke,
Stan

ISpeech
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Re: WEG-Rücklagen auf Treuhandkonto

Beitrag von ISpeech » 16.03.18, 07:53

Richtig. Siehe z.B. https://www.gevestor.de/details/verwalt ... 40503.html

Beschluss zur ETV aufnehmen lassen.

Stan78
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Re: WEG-Rücklagen auf Treuhandkonto

Beitrag von Stan78 » 16.03.18, 15:21

Danke, das ist sehr hilfreich.

Mal angenommen, die Verwaltung und die WEG sind zerstritten. Zu Versammlungen lädt der Verwalter nicht mehr, die WEG versucht vom Verwalter weg zu kommen und der Verwalter benutzt das Konto auch um Druck auf die Eigentümer auf zu bauen. (Er weigert sich, Konten und Informationen frei zu geben, bevor die Eigentümer finanziellen Forderungen seinerseits zustimmen.)
Hat man irgendwelche Möglichkeiten das Geld von dem Treuhandkonto frei zu bekommen oder zumindest Informationen zu kriegen, wenn der Verwalter nicht konstruktiv mitwirkt?

Grüße,
Stan

ISpeech
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Re: WEG-Rücklagen auf Treuhandkonto

Beitrag von ISpeech » 16.03.18, 16:05

Kommt der Verwalter der Informationspflicht nicht nach, Klage erheben. Verwalter auffprdern eine Eigentümerversammlung einzuberufen. Kommt er der Pflicht nicht nach, beruft der Beirat ein und kündigt den Verwalter fristlos. Ich würde Stimmen sammeln und überzeugen und einen Anwalt beauftragen. So einen Verwalter bekommt man ruck zuck weg.

Stan78
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Re: WEG-Rücklagen auf Treuhandkonto

Beitrag von Stan78 » 17.03.18, 14:46

ISpeech hat geschrieben:Verwalter auffprdern eine Eigentümerversammlung einzuberufen. Kommt er der Pflicht nicht nach, beruft der Beirat ein und kündigt den Verwalter fristlos.
Danke.
Das ist bereits geschehen. Der Verwalter hat zur Sitzung eingeladen und diese beim ersten Aufkommen von Gegenwind sofort wieder für beendet erklärt (um "den Eigentümern Zeit zum Nachdenken zu geben"), bevor es zu einer Abstimmung über die Verwalterwahl kommen konnte. Den anschließende Versuch einer eigenen Versammlung erkennt der Verwalter nicht an, schließlich wäre er ja der Pflicht zur Einladung nachgekommen, so dass der Beirat nicht einladen dürfe.
Ein Spielchen, das der Verwalter beliebig wiederholen könnte und dem mal letztlich wohl nur mit einer rechtlichen Auseinandersetzung beikommen kann. Wenn die Eigentümer schon mal irgendwie an das Hausgeld- und Rücklagenkonto kommen würden, würde das ihre Position natürlich verbessern. Aktuell kann der Verwalter auf Zeit spielen und einfach durch passive Verweigerung alles blockieren. Letztlich nutzt der Verwalter die Situation wohl aus, um den Eigentümern eine Abfindung ab zu pressen.
Auf der anderen Seite ist die falsche Kontenführung natürlich ein weiterer Grund zu Abberufung des Verwalters, wenn es denn zu einer juristischen Auseinandersetzung kommt.

Grüße,
Stan

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Re: WEG-Rücklagen auf Treuhandkonto

Beitrag von ISpeech » 17.03.18, 16:01

Ein Verwalter kann nicht einfach grundlos die Versammlung abbrechen, dann kann der Beirat laden und das Thema Verwalterabwahl und Kündigung aufnehmen. Ich würde echt einen Anwalt nehmen und den auf den Verwalter hetzen, das er nur nur noch winseln will. Wenn ein Verwalter nicht kapieren will, dass er in der Hierarchie unter den Eigentümern steht, dann hat er seinen Beruf verfehlt.

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Re: WEG-Rücklagen auf Treuhandkonto

Beitrag von khmlev » 17.03.18, 16:17

Stan78 hat geschrieben:Der Verwalter hat zur Sitzung eingeladen und diese beim ersten Aufkommen von Gegenwind sofort wieder für beendet erklärt (um "den Eigentümern Zeit zum Nachdenken zu geben"), bevor es zu einer Abstimmung über die Verwalterwahl kommen konnte. Den anschließende Versuch einer eigenen Versammlung erkennt der Verwalter nicht an,
Solange nicht alle Tagesordnungspunkte abgearbeitet sind, kann der Verwalter eine Versammlung nicht eigenmächtig beenden oder auflösen. Es bedarf hierzu immer eines Beschlusses der WEG-Versammlung. Erklärt der Verwalter ohne Beschluß die Versammlung für aufgelöst, können die Mitglieder einen Versammlungsleiter wählen, der die Versammlung wiedereröffnet bzw. fortführt. Einer erneuten Einladung bedarf es nicht.
Gruß
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Re: WEG-Rücklagen auf Treuhandkonto

Beitrag von Stan78 » 21.03.18, 12:47

Danke für die Rückmeldungen.

Angenommen der Verwalter bietet die Umstellung auf ein "offenes Geldmarktkonto" an, wäre dies eine geeignete Kontenform für eine WEG?


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Re: WEG-Rücklagen auf Treuhandkonto

Beitrag von khmlev » 21.03.18, 20:23

Eine andere Kontoführung als die Fremdkontoführung bedeutet eine Verletzung der dem Verwalter obliegenden Pflichten und berechtigt zur Abberufung des Verwalters aus wichtigen Grund (OLG Rostock ZMR 2010, 223). Sollten noch Konten als Treuhandkonten geführt werden, ist der Verwalter verpflichtet, diese unverzüglich durch Neuerrichtung eines Kontos auf den Namens der teilrechtsfähigen Wohnungseigentümergemeinschaft umtragen zu lassen.
BeckOK WEG/Baer WEG § 27 Rn. 128-135
Gruß
khmlev
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