Drei Klassen - zwei Lehrer

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michael61s
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Re: Drei Klassen - zwei Lehrer

Beitrag von michael61s » 19.03.18, 07:19

Roderik hat geschrieben: Unfälle können beim Sport jederzeit passieren
Stimmt, es kommt aber darauf an ob die Vorschriften eingehalten wurden.
Und das kann man in diesem Fall wohl verneinen.
Roderik hat geschrieben: Beim Unfall des Mädchens kann ich per se keine Schuld der Lehrkräfte erkennen.
Fehlende Hilfestellung bei der Übung. Und das kann man sehr deutlich unterstellen.
In NRW:
https://www.schulsport-nrw.de/fileadmin ... Inhalt.pdf
Die Lehr- oder Fachkraft muss
• die oder den Übenden sichern können. Sie muss bei einer anzunehmenden Fehlsteuerung im Bewegungsablauf jederzeit eingreifen können, damit die
Bewegung verletzungsfrei beendet werden kann,

• helfen können, damit eine Übung durch aktive Unterstützung gelingt,
• bei allen Übungsversuchen entscheiden, ob Schülerinnen und Schüler eine bestimmte Übungsschwierigkeit mit oder ohne Sichern bzw. Hilfe turnen können,
Ist dies mit zwei Lehrkräften bei drei Geräten einzuhalten?
Wohl kaum.
Roderik hat geschrieben: Würde man die GUV so auslegen wie Sie, dürfte keine Lehrkraft, die bei klarem Verstand ist, von sich aus jemals wieder Sportunterricht erteilen wollen.
Das es zu Sportunfällen kommen kann ist normal.
Die Frage der Unfallkasse wird aber immer nach dem Ablauf seien.

Und diese Konstellation Reck, Schwebebalken, Trampolin und Basketball, da bleibe ich mal bei deiner Wortwahl kann „bei klaren Verstand“ nicht nachvollzogen werden.
Da kann man schon von grob Fahrlässig sprechen.

michael61s
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Re: Drei Klassen - zwei Lehrer

Beitrag von michael61s » 19.03.18, 07:43

Charon- hat geschrieben:
michael61s hat geschrieben:An allen drei Geräten Reck, Schwebebalken, Trampolin hat eine Person für mögliche Hilfestellungen bereit zu stehen.
Charon- hat geschrieben: Diese Aussage findet sich wo in den verlinkten Quellen? .
Die Formulierung lautet auch anders,
Sie muss bei einer anzunehmenden Fehlsteuerung im Bewegungsablauf jederzeit eingreifen können, damit die Bewegung verletzungsfrei beendet werden kann.
Dies funktioniert aber nur, wenn bei einem Gerät eine Lehrkraft steht.
Auch ist durch den Lärmpegel in der Halle es schwierig mit dem Übenden verbal zu kommunizieren.
Charon- hat geschrieben: Schreiende Leute sind leiser als ein Ballspiel?
Ich unterstelle hier, dass die Schalldämmung der Sporthalle in Decke und Wänden gut ist.
Charon- hat geschrieben: Lärmbereiche bestehen erst bei Tagesexpositionspegel von mehr als 85 db(A)...
[/quote] Ja, aber in der Richtline der GUVV wird gut die Funktionsweise des Gehör und die Arbeitsweise seiner Hilfsmittel beschrieben. Und die Hilfsmittel fangen schon bei weniger als 85 dB an die Verstärkung herunter zu regeln, damit der Betroffene keine schmerzen im Ohr durch das Hilfsmittel bekommt. Und den genauen Lärmpegel, dem die Schüler mit Handicap ausgesetzt waren, kann man nicht beurteilen. Deswegen meine vorsichtige Schätzung.

winterspaziergang
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Re: Drei Klassen - zwei Lehrer

Beitrag von winterspaziergang » 19.03.18, 08:35

michael61s hat geschrieben:
Roderik hat geschrieben: Unfälle können beim Sport jederzeit passieren
Stimmt, es kommt aber darauf an ob die Vorschriften eingehalten wurden.
Und das kann man in diesem Fall wohl verneinen.
Roderik hat geschrieben: Beim Unfall des Mädchens kann ich per se keine Schuld der Lehrkräfte erkennen.
Fehlende Hilfestellung bei der Übung. Und das kann man sehr deutlich unterstellen.
...
Die Lehr- oder Fachkraft muss
• die oder den Übenden sichern können. Sie muss bei einer anzunehmenden Fehlsteuerung im Bewegungsablauf jederzeit eingreifen können, damit die
Bewegung verletzungsfrei beendet werden kann,

• helfen können, damit eine Übung durch aktive Unterstützung gelingt,
• bei allen Übungsversuchen entscheiden, ob Schülerinnen und Schüler eine bestimmte Übungsschwierigkeit mit oder ohne Sichern bzw. Hilfe turnen können,
Ist dies mit zwei Lehrkräften bei drei Geräten einzuhalten?
Wohl kaum.
Heißt das, dass heutzutage und anders als im geschilderten Fall, beim Gerätesport zwei Lehrkräfte vor Ort sind?
Bei der Hilfestellung also anders als früher nicht die anderen anwesenden Schüler mit einbezogen werden dürfen?
oder darf heutzutage kein Gerätesport mehr gemacht werden?

michael61s
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Re: Drei Klassen - zwei Lehrer

Beitrag von michael61s » 19.03.18, 11:38

winterspaziergang hat geschrieben:Heißt das, dass heutzutage und anders als im geschilderten Fall, beim Gerätesport zwei Lehrkräfte vor Ort sind?
Bei der Hilfestellung also anders als früher nicht die anderen anwesenden Schüler mit einbezogen werden dürfen?
oder darf heutzutage kein Gerätesport mehr gemacht werden?
Nein, und selbstredend können und sollen auch immer noch Schüler zur Unterstützung eingesetzt werden.
Aber der Lehrer ist verantwortlich.
Eine Lehrkraft kann sich nur auf einen Schüler konzentrieren, wenn es darum geht Fehler im Ansatz zu erkennen und entsprechende Hilfestellung zu geben. Diese Verantwortung kann die Lehrkraft nicht delegieren.

In diesem Fall ist das Ausschlaggebende die Zusammensetzung der Sportgeräte und dem Ballspiel.

In einer Unterrichtstunde einer Klasse kann selbst verständlich durch unterschiedliche Geräte parallel geübt werden. Dort kennt die Lehrkraft auch alle Schüler, und kann auf mögliche Handicaps eingehen. Es gibt ja Übungen an Geräten die ungefährlich sind. Die Mischung macht es. Und da wo es gefährlich ist, da ist die Lehrkraft.
Also mit der richtigen Planung alles kein Problem.

Kurt Knitz
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Re: Drei Klassen - zwei Lehrer

Beitrag von Kurt Knitz » 20.03.18, 06:45

Wenn man eine begrenzte Zahl von Instruktoren und eine große Zahl von Menschen hat, die man zu körperlicher Bewegung bringen möchte, kann man das mit einer Choreographie zu Musik ziemlich gut hinbekommen, wie die zahlreichen Zumba-Studios, viele Ferienclubs und beispielsweise auch der Leiter dieses Gefängnisses zeigen: https://www.Internetmusikbörse [Name geändert].com/watch?v=9OawiTae0bA

Ich habe einen Verwandten, der seit einem Unfall beim Geräteturnen im Schulsport eine bleibende Bewegungseinschränkung im Arm hat.

Natürlich kann man sich auch beim Tanzen ein Bein brechen, bei Breakdance-Versuchen sicherlich sogar das Genick. Aber wofür ist das Geräteturnen im Schulsport gut außer dass man eine Begründung für die Anschaffung teurer, sperriger Geräte hat?

PS: Die bekannte Internet-Adresse mit y am Anfang und outube am Ende ist keine Musikbörse, sondern eine (Video-) Suchmaschine.

winterspaziergang
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Re: Drei Klassen - zwei Lehrer

Beitrag von winterspaziergang » 20.03.18, 07:46

Kurt Knitz hat geschrieben:Aber wofür ist das Geräteturnen im Schulsport gut außer dass man eine Begründung für die Anschaffung teurer, sperriger Geräte hat?
Spontan überlegt: Training der Koordination, Gleichgewicht, Muskeltraining, Körperspannung...
Ich habe einen Verwandten, der seit einem Unfall beim Geräteturnen im Schulsport eine bleibende Bewegungseinschränkung im Arm hat.
das ist keine statistisch irgendwie verwertbare Erfahrung

fragenfueralle
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Re: Drei Klassen - zwei Lehrer

Beitrag von fragenfueralle » 23.03.18, 13:57

Es ist schon erschreckend:
da wird seitenlang Energie verpulvert, dem Opa Günter klar zu machen, dass er auf dem Holzweg sein soll. Und ohne dass sich einer vor den Griff in die Tastatur mal die Mühe gemacht hat nachzudenken, ob nicht vielleicht doch über 70 Schüler beim Schulsport mehr als bloß 2 Aufsichtspersonen bedürfen, werden alle möglichen Register gezogen, vom Versagen der Schule abzulenken.

Einzig hilfreich für eine Diskussion ist hier nur der Link von michael61s zu den Bestimmungen für den Schulsport.

Der Rest ist Scheingefecht.
Günter Schemkes hat geschrieben:
Unter Androhung von härtesten Strafen hat nun der Klassenlehrer zu einer Klassenkonferenz eingeladen.

Nun das war der mündliche Nebensatz, der die Einladung begleitet hat.
Nun, die Lehrer sind sich den Bestimmungen für den Schulsport wohl bewusst. Und auch, dass sie Scheiße gebaut haben (mit entsprechendem Schaden). Da versucht der Klassenlehrer jetzt so laut zu brüllen, um vom Schulversagen abzulenken und Opa Günter von der Bahn.

Netter Versuch.
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Nur wenige hinterlassen Eindrücke.

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Eierkopf
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Re: Drei Klassen - zwei Lehrer

Beitrag von Eierkopf » 24.03.18, 01:12

fragenfueralle hat geschrieben: Einzig hilfreich für eine Diskussion ist hier nur der Link von michael61s zu den Bestimmungen für den Schulsport.
Ich hatte nicht vor, mich zum Verlauf der Beiträge inhaltlich zu äußern.
Wer auch immer "fragenfueralle" sein mag, den ignoranten Beitrag von Michael61s als maßgebend hervorzuheben, ist neben der Spur.
Michael61s in unsachlicher und irriger, aber sachbezogen den Eindruck eines Kenners schulrechtlicher Fragen erweckend, ist doch wohl wenig glaubwürdig, wenn er einen Fragesteller aus NS mit einem Hinweis auf die Veröffentlichung von Sicherheitshinweisen von Frau Löhrmann aus NRW zu unterstützen versucht. Dies geht fehl. Ebenso wie ein vermeintliches Zitat von ihm, welches in der Verlinkung nicht verifiziert werden kann. Was soll das?

Einige Gedanken zu Opa G.

Es gibt Aspekte zur Situation, in der sich zwei Lehrkräfte nach Ausfall eines Kollegen gefunden haben mögen.
Sie haben die Trennwände entfernt und sich entschlossen, die Aufsicht über drei Klassen zu führen.
Die Auswahl der Sportinhalte lässt gewiss hinterfragen, ob zugleich betreuungsintensive Aktivitäten wie Trampolinspringen und Geräteturnen realisierbar sind. Basketball spielen ist ein zu vernachlässigender Selbstläufer.
Es wird nicht weiter thematisiert, in wie weit in den Sportbereichen mit erhöhtem Eingriffsbedarfs einer Fachkraft Auflagen erfolgten, welche das Anforderungsprofil der Akteure betreffent, die SchülerInnen auf der Grundlage erlernter Handlungprofile gemäß der Vorgaben Sicherheits- oder Hilfeleistungen in der Lage gewesen wären zu leisten. Dies gehört im übrigen zur Zielsetzung eines Fachunterrichts. Die SchülerInnen sollten befähigt werden, ihre Mitschüler begleitend und helfend zu unterstützen, Bewegungsvermögen zu entwickeln und auszugestalten.
Es erscheint nirgendwo der Hinweis darauf, ob die situatiuonsbezogene Aufgabenstellung für die Schüler der Wahrnehmung der Aufsichtspflicht zutäglich wäre oder sein könnte.
Zu Opa G:
15 min dauernde Schlägerei? No go! Irgend etwas ist nicht stimmig in der Schuilderung Ihres Enkels. Warum auch immer. Dann sollten auch noch Schülrinnnen davon einer Lehrkraft berichtet haben, ohne weiteres Handeln. Da stimmt etwas nicht.
Vorherige Auseinadersetzungen zwischen den Jungs lassen sich erahnen. Sie zusammen als Schüler verschiedener Klassenstufen ans Reck zu lassen könnte gegebenfalls hinterfragt werden.
Dennoch bleibt über alles der Vorwurf der möglichen Körperverletzung. Dies alleine ist hier tragend und gegebenenfalls zu sanktionieren.
Ich verstehe nicht ganz den Hinweis von Kurt Knitz auf die möglicherweise erzieherische Wirkung eines Verweises von der Schule. Das ist schon eine relativ scharfe Maßnahme, die als eine der möglichen den Betroffenen in der Regel nicht gering zu treffen vermag, wie gefordert.
Vielleicht könnte ich auch noch einen Gedanken zum Geräteturnen als früherem Unterrichtsgegenstand des Sportunterrichts wiedergeben. Bezogen auf NRW gibt es diesen Sportartenbezug nicht mehr.
Aber immerhin kan man bei der Ausführung spezifischer Abläufe den Körper in Dynamik, Struktur und Koordination in seiner Dreidimensionalität erleben.
Dies in Frage zu stellen verwundert. Sollte ich etwa das körperliche Erleben der Rolle vorwärts Englisch Unterricht erfahren?
Statistisch gesehen sterben jährlich im Zusammenhang mit Schule zwischen 16 und 24 Personen. Dies im Vergleich zu einer Person, welche nach einem Sportunfall eine Bewegungseinschränkung hat.
Welches Handeln resultiert daraus? Ich schicke mein Kind nicht mehr in die Schule?
Na ja
Ich hoffe, Opa G versteht die Konferenz so, wie sie aus Verpflichtung einberufen wurde. Schläger sind zu sanktionieren. Aber in angemessener Form und auf der Grundlage des geltenen Rechts.

Gruß
Ei

fragenfueralle
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Re: Drei Klassen - zwei Lehrer

Beitrag von fragenfueralle » 24.03.18, 03:53

Eierkopf hat geschrieben:... Sicherheitshinweisen von Frau Löhrmann aus NRW zu unterstützen
Den Link aus den Seiten des niedersä. Kulturministeriums zum RdErl Bestimmungen für den Schulsport gab es bereits. Und auf den ist hier noch keiner wirklich eingegangen.
Eierkopf hat geschrieben:...., ist neben der Spur....
Neben der Spur ist Ihre verfehlte Beurteilung zu michael61s' Beiträgen.

Sie ignorieren völlig, dass beinahe ausnahmslos alle Teilnehmer der Diskussion sich mit Übereifer und ellenlangen Beiträgen auf das Verhalten des Enkels von Opa Günter stürzten und sich der eigentlichen Thematik kaum stellen: 77 Schüler aus 3 Klassen werden von 2 Lehrkräften im Rahmen eines gemeinsamen Sportunterrichtes beaufsichtigt. Könnte da vielleicht doch ein Versagen der Aufsichtsführung durch den Mangel an Aufsichtspersonen vorgelegen haben?

Dazu aber nur leere Statements wie
-Es ist nicht zu erkennen, dass die Lehrer überfordert waren
-...man hat immer noch nicht verstanden, dass auch ein Lehrer in einer kleineren Klasse dies [Prügelei] übersehen könnte
.
Wunschdenken
-wenn alle Schüler sich den Regeln entsprechend verhalten
-Man könnte...von drei Klassen erwarten, dass sie sich in einer solchen Situation besonders rücksichtsvoll und "brav" verhalten
.
Scheinargumente
- eine pausenlose Aufsicht ist nicht notwendig
freche Vermutungen
- Schüler..., die offenbar sofort auf jeden losgehen
-Drang Ihres Enkels sich zu prügeln

etc. etc.
und natürlich das beliebte Scheingefecht zum streitbaren Enkel, anstatt ernsthaft zu diskutieren und einen Fragesteller aufzuklären, ob eine Aufsichtsführung unter den bekannten Bedingungen so hätte stattfinden dürfen. Ich denke da vor allem an die Aufstellung eines Trampolins dessen Benutzung allein schon 50% der zur Verfügung stehenden geeigneten Aufsichtskräfte in Anspruch nimmt und die anderen Sportgeräte, die womöglich nicht allein nur durch Schüler beaufsichtigt werden dürfen.

Ich habe sowieso Schwierigkeiten mir vorzustellen, wie man auf ein so schmales Brett kommen kann, einen derartigen Sportunterricht anzubieten, anstatt dann den Sportunterricht für die betreffende Klasse ausfallen zu lassen und sie für diese Zeit auf andere Klassen aufzuteilen.
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michael61s
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Re: Drei Klassen - zwei Lehrer

Beitrag von michael61s » 24.03.18, 17:20

Eierkopf hat geschrieben:Michael61s in unsachlicher und irriger, aber sachbezogen den Eindruck eines Kenners schulrechtlicher Fragen erweckend, ist doch wohl wenig glaubwürdig, wenn er einen Fragesteller aus NS mit einem Hinweis auf die Veröffentlichung von Sicherheitshinweisen von Frau Löhrmann aus NRW zu unterstützen versucht.
Dann nehmen wir doch mal folgendes:
Übrigens, nur weil Frau Löhrmann die Richtlinien der GUV nochmal als Erlass veröffentlicht hat, bedeutet dies ja nicht, dass dies nicht der GUV entspricht.
Es gibt sicherlich in den anderen Bundesländern vergleichbares.
GUV-SI 8048
Während der Gerätturnstunden finden in der Halle keine Ballspiele statt.
Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung | http://www.sichere-schule.de
https://www.sichere-schule.de/media/pdf ... lsport.pdf
Realisation der Aufgabenstellungen wird durch Aufsicht führende Person ständig beobachtet und bewertet, damit sie ggf. sofort eingreifen kann
Diese Richtlinien gelten Bundesweit.
Ich frage mich immer wieder, warum einige Forumsteilnehmer nicht akzeptieren können, dass auch Lehrkräfte Fehler machen.
Eierkopf hat geschrieben:15 min dauernde Schlägerei? No go! Irgend etwas ist nicht stimmig in der Schuilderung Ihres Enkels. Warum auch immer.
Letztlich kommt es auf die Zeit gar nicht an, da bei einer vernünftigen Aufsicht, und weniger Lärm durch den Ballsport es gar nicht zu der Situation gekommen wäre.
Eierkopf hat geschrieben: Warum auch immer. Dann sollten auch noch Schülrinnnen davon einer Lehrkraft berichtet haben, ohne weiteres Handeln. Da stimmt etwas nicht.
Frei nach dem Motto, was nicht seien darf ist auch nicht so gewesen.
Ihre Unterstellung ist sicherlich sehr sachbezogen. :)
Diese Aussage ist sogar schlüssig.
Günter Schemkes hat geschrieben: Ein Mädchen benötigte Versorgung nach einer verünglückten Übung, die andere Lehrkraft gab Hilfestellung am Trampolin
Da kann man sich nicht noch um Streitende Jugendliche kümmern.
Und warum wurde der Sportunterricht nicht komplett eingestellt während der Versorgung?
Da wurde ein zwei Geräten geturnt ohne Aufsicht, und das Basketballspiel lief auch noch.
Das nenne ich doch mal die „perfekte“ Aufsicht nach GUV.

Eierkopf hat geschrieben:Basketball spielen ist ein zu vernachlässigender Selbstläufer.
Der aber auch der Aufsicht bedarf.
In ihrer Argumentation vernachlässig Sie außerdem das Schüler mit Förderbedarf Hören in der Sporthalle sind.
Günter Schemkes hat geschrieben:In der Klasse meines Enkels hat noch ein weiteres Kind des Förderstatus "Hören"
Ich bin mal gespannt, wie das ausgeht.

Opa Günter
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Re: Drei Klassen - zwei Lehrer

Beitrag von Opa Günter » 24.03.18, 17:45

Das ist der Link zur Aufsichtspflicht in Niedersachsen.
Gefunden auf den Seiten des Kultusministeriums.
https://www.mk.niedersachsen.de/download/61315
Bestimmungen für den Schulsport
RdErl. d. MK v. 1.10.2011 - 34.6 - 52 100/1 - VORIS 22410
5. Sorgfalts- und Aufsichtspflicht
5.1 Allgemeines
5.1.1 Die mit dem Sport verbundenen Gefährdungen und Verletzungsrisiken sind möglichst zu verhindern
durch
− fachkompetente sorgfältige Planung und Durchführung des Unterrichts,
− besondere Beachtung der Aufsichtspflicht,
− notwendige Hilfestellungen und Sicherheitsmaßnahmen, für die auch geeignete Schülerinnen
und Schüler herangezogen werden können.
5.1.2 Im Schulsport können mit Zustimmung der Schulleiterin oder des Schulleiters auch Personen
mit Übungsleiter- bzw. Trainerlizenz oder sonstige geeignete Personen im Sinne von § 62 Abs.
2 NSchG zusätzlich mit der Wahrnehmung von Aufsichtspflichten betraut werden. Bei minderjährigen
Schülerinnen und Schülern ist das Einverständnis der Erziehungsberechtigten erforderlich.
5.1.3 Wenn Lehrkräfte durch besondere Umstände (z. B. Betreuung verletzter Schülerinnen und
Schüler) vorübergehend ihrer Aufsichtspflicht nicht nachkommen können, haben sie dafür zu
sorgen, dass eine andere geeignete Person (§ 62 Abs. 2 NSchG) die Aufsicht übernimmt
Für Nds gibt es also auch verbindliche Regelungen.

Ich bleibe dabei.
Die Dauer des Konfliktes zeigt mir, dass die Lehrer das Geschehen in der Halle nicht unter Kontrolle hatten.
Im Anschluss die Verantwortung dann nur bei den Kindern abladen zu wollen, das ist mir einfach zu wenig.
Roderik hatte die Formulierung "keine Gleichheit im Unrecht" verwendet. Der kann ich auch ein gutes Stück weit folgen. Getroffen hätten sich die Kinder zur Not auch auf dem Schulhof. Die Schlägerei und die Verletzung der Aufsichtspflicht wären demnach zwei unterschiedliche Paar Schuhe.
Einige Verletzungen und Schäden wären jedoch nicht aufgetreten, wenn die Kinder nach der Hälfte der Zeit getrennt worden wären.

Opa Günter

Eierkopf
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Re: Drei Klassen - zwei Lehrer

Beitrag von Eierkopf » 24.03.18, 23:30

michael61s hat geschrieben: Während der Gerätturnstunden finden in der Halle keine Ballspiele statt.
Das gilt gegebenenfalls bei der Aufsichtsführung durch eine Person.
michael61s hat geschrieben: https://www.sichere-schule.de/media/pdf ... lsport.pdf
Realisation der Aufgabenstellungen wird durch Aufsicht führende Person ständig beobachtet und bewertet, damit sie ggf. sofort eingreifen kann
Diese Richtlinien gelten Bundesweit.
Ich frage mich immer wieder, warum einige Forumsteilnehmer nicht akzeptieren können, dass auch Lehrkräfte Fehler machen.
Liest man Ihre Verlinkung, so fällt bereits auf der ersten Seite auf, dass auf vier Staionen geübt/trainiert wird. In einem solchen Fall ist eine aktive Aufsicht der Lehrkraft nicht möglich. Die Aufsicht führende Person kann und muss nur bei der aktiven Aufsicht die agierende Person beobachten. In den Formen der kontinuierllchen oder präventiven Aufsicht ist dies nicht vorgesehen oder erforderlich.

michael61s hat geschrieben:
Eierkopf hat geschrieben:Basketball spielen ist ein zu vernachlässigender Selbstläufer.
Der aber auch der Aufsicht bedarf.
In ihrer Argumentation vernachlässig Sie außerdem das Schüler mit Förderbedarf Hören in der Sporthalle sind.

Ein Basketballspiel bedarf jedoch meist nur der kontunuierlichen Aufsicht.
Schüler mit Förderbedarf Hören stellen in der fiktiven Situation kein besonderes Aufsichtsproblem dar.
Günter Schemkes hat geschrieben:Das ist der Link zur Aufsichtspflicht in Niedersachsen.
https://www.mk.niedersachsen.de/download/61315

Hier steht auch:
Sind die Schülerinnen und Schüler zu freiem und eigenverantwortlichem Sporttreiben in der
Lage und daran gewöhnt, so können einzelne Gruppen im Rahmen der Binnendifferenzierung
auch ohne ständige Aufsicht der Lehrkraft tätig sein. Die Lehrkraft behält jedoch die Gesamtverantwortung.

Ich möchte nicht den Eindruck erwecken, Fehler von Lehrkräften zu beschönigen. Diese gilt es gegebenenfalls ernsthaft abwägend zu beurteilen.

Zur Konferenz sollte Opa G, der nicht für sich selbst eine Teilnahme erzwingen kann, auf jeden Fall seinem Enkel anraten, einen Lehrer des Vertrauens, der sich gewiss finden lässt, mit in die Konferenz zu nehmen. Dieser ist im Detail über das Geschehen in der angesprochenen Sportstunde zu informieren. Auch wäre hilfreich, wenn er Kenntnis von Vorkommnissen hätte, die sich im Vorfeld in Pausen oder anderen Anlässen im Zusammentreffen mit den Schülern der Jgst 9 ergeben haben.
Verlassen sollte man sich auch nicht auf eine Beurteilung durch den Eltern- oder Schülervertreter in der Konferenz, da diese auch nicht zur Stimmabgabe gezwungen werden können, aber gegebenenfalls könnte sich ihr Abstimmungsverhalten ungewollt negativ auswirken.

Gruß
Ei

michael61s
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Re: Drei Klassen - zwei Lehrer

Beitrag von michael61s » 25.03.18, 07:38

Eierkopf hat geschrieben:Das gilt gegebenenfalls bei der Aufsichtsführung durch eine Person.
Das steht wo?
Der Grund für das kombinationsverbot liegt woanders. Z.B. Ball Richtung Turngerät / Trampolin, Kommunikationsfehler durch Lärm. Frag mal ein Übungsleiter oder Jugendleiter der beim Sportverein ausgebildet wurde.
Eierkopf hat geschrieben: Ein Basketballspiel bedarf jedoch meist nur der kontunuierlichen Aufsicht.
Wie will eine Aufsicht die Regeln kontrollieren und gleichzeitig Sportgeräte?
Selbst wenn ein Schüler Schiedsrichter macht, gibt es da immer Diskussionen und streit.
https://de.wikipedia.org/wiki/Basketball#Spielregeln
Eierkopf hat geschrieben:Schüler mit Förderbedarf Hören stellen in der fiktiven Situation kein besonderes Aufsichtsproblem dar.
Das ist zwar richtig, aber es spielt bei der Organisation des Sportunterricht eine Rolle.
Eierkopf hat geschrieben:Ich möchte nicht den Eindruck erwecken, Fehler von Lehrkräften zu beschönigen.
Den Eindruck konnte ein Leser aber sehr wohl bekommen.

Eierkopf hat geschrieben:Verlassen sollte man sich auch nicht auf eine Beurteilung durch den Eltern- oder Schülervertreter in der Konferenz, da diese auch nicht zur Stimmabgabe gezwungen werden können, aber gegebenenfalls könnte sich ihr Abstimmungsverhalten ungewollt negativ auswirken.
Das Verhalten des Elternvertreters kann und sollte in einem Gespräch vorher ausgelotet werden.

Opa Günter
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Re: Drei Klassen - zwei Lehrer

Beitrag von Opa Günter » 25.03.18, 12:40

Eierkopf hat geschrieben:
Günter Schemkes hat geschrieben:Das ist der Link zur Aufsichtspflicht in Niedersachsen.
https://www.mk.niedersachsen.de/download/61315

Hier steht auch:
Sind die Schülerinnen und Schüler zu freiem und eigenverantwortlichem Sporttreiben in der
Lage und daran gewöhnt, so können einzelne Gruppen im Rahmen der Binnendifferenzierung
auch ohne ständige Aufsicht der Lehrkraft tätig sein. Die Lehrkraft behält jedoch die Gesamtverantwortung.
Ob die Klassen eigenverantwortlich Sporttreiben können, das können wir beide nicht beurteilen. Dass die Klassen an diese Situation nicht gewöhnt waren ergibt sich aus der Situation.
Eierkopf hat geschrieben:
Ich möchte nicht den Eindruck erwecken, Fehler von Lehrkräften zu beschönigen. Diese gilt es gegebenenfalls ernsthaft abwägend zu beurteilen.
Es gibt für beide Seiten belastende und entlastende Argumente.
Wenn die entlastenden Argumente der Schüler für die Klassenkonferenz jedoch kein Thema sein sollen, dann hätte Justitia nur eine Waagschale. Das wäre für Oldenburg eine Besonderheit.
... oder im Schulapperat gängige Praxis?
Eierkopf hat geschrieben:
Zur Konferenz sollte Opa G, der nicht für sich selbst eine Teilnahme erzwingen kann, auf jeden Fall seinem Enkel anraten, einen Lehrer des Vertrauens, der sich gewiss finden lässt, mit in die Konferenz zu nehmen. Dieser ist im Detail über das Geschehen in der angesprochenen Sportstunde zu informieren. Auch wäre hilfreich, wenn er Kenntnis von Vorkommnissen hätte, die sich im Vorfeld in Pausen oder anderen Anlässen im Zusammentreffen mit den Schülern der Jgst 9 ergeben haben.
Verlassen sollte man sich auch nicht auf eine Beurteilung durch den Eltern- oder Schülervertreter in der Konferenz, da diese auch nicht zur Stimmabgabe gezwungen werden können, aber gegebenenfalls könnte sich ihr Abstimmungsverhalten ungewollt negativ auswirken.

Gruß
Ei
Ich habe meine Teilnahme nicht erzwungen. Meine Tochter hat beim Klassenlehrer nachgefragt und der hat es gern gestattet.
Wir werden auf den Eltern- oder Schülervertreter keinen Einfluss ausüben.
Ich kann deren Aufgabe in der Konferenz auch nicht einschätzen. Sind diese Vertreter für meine Familie dabei oder um die Meinung der Mehrzahl der Eltern zu vertreten. Das könnte in der Spitze bedeuten, dass diese Vertreter gar nicht unsere Interessen vertreten dürfen.

Opa Günter

Stan78
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Re: Drei Klassen - zwei Lehrer

Beitrag von Stan78 » 25.03.18, 18:09

Vielleicht noch mal ein Tipp für die Konferenz:
Ein langwieriges Ausdiskutieren möglicher Abläufe des Sachverhaltes, wie es hier im Forum geschieht, wird es da nicht geben. Eine Klassenkonferenz ist keine Gerichtsverhandlung, bei der Ankläger und Verteidiger aufeinander treffen, Zeugen befragen, etc.

Der Klassenlehrer wird die Konferenz eröffnen und den Sachverhalt so erläutern, wie er sich für ihn darstellt. Dann bekommen erst der Schüler und ggf. anschließend noch die Eltern die Möglichkeit, sich zum Vorgang zu äußern. Man tut gut daran, hier nicht den Versuch einer Grundsatzdiskussion loszutreten, sondern sich kurz zu fassen und sein Bedauern zum Ausdruck zu bringen. Wenn man dann noch ansprechen möchte, dass auch die Gesamtsituation mit der Aufsicht unglücklich gewesen ist, kann man das machen. Ob es hilfreich ist, kann von hier aus keiner beurteilen. Dann verlassen die direkten Beteiligten die Konferenz für die Beratung und im Anschluss wird nur noch das Ergebnis mitgeteilt.

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