nachgerückter Erbe in Erbengemeinschaft

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Myself123
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nachgerückter Erbe in Erbengemeinschaft

Beitrag von Myself123 » 14.05.18, 11:38

Hallo,
ich wäre für ein paar Tipps und Ratschläge wirklich sehr dankbar.

Folgende "Fakten"
- Kind verliert Eltern,
- Jahre später verstirbt die Großmutter dieses Kindes (Mutter des Kindvaters)
- Kindsvater hat drei weitere Geschwister

(Enkel)kind rückt somit in der Erbfolge an die Stelle des Sohnes und wird gleichberechtigte Miterbin der Erbengemeinschaft.

Nun ist es aber so das seit Jahren kein wirklicher Kontakt stattgefunden hat.
Die Verstorbene hinterlässt ein Haus.
Haus wurde von zwei der Kindsvater-Geschwister mit der Erblasserin bis zum Tod bewohnt
Enkelkind der Verstorbenen wurde in keiner Weise über Nachlass informiert o.ä.
selbstverständlich ist die Existenz bekannt

Wie formuliert das Kind am besten eine Nachfrage um in Erfahrung zu bringen welcher Nachlass besteht?!
Es müssen doch auch Grundbucheintragungen geändert werden oder nicht? Hier wäre doch das Kind ebenfalls zu benennen in meinem Verständnis.

Für Ratschläge wäre ich wirklich sehr dankbar.

ExDevil67
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Re: nachgerückter Erbe in Erbengemeinschaft

Beitrag von ExDevil67 » 14.05.18, 11:48

Myself123 hat geschrieben: Nun ist es aber so das seit Jahren kein wirklicher Kontakt stattgefunden hat.
Die Verstorbene hinterlässt ein Haus.
Und woher will der mögliche Miterbe das wissen, wenn er selber eingesteht das seit Jahren kein wirklicher Kontakt besteht?
Zu Lebzeiten kann ich mit meinem Vermögen machen was ich will, also auch z.B. an 2 meiner Kinder verschenken.

matthias.
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Re: nachgerückter Erbe in Erbengemeinschaft

Beitrag von matthias. » 14.05.18, 11:51

Myself123 hat geschrieben: Es müssen doch auch Grundbucheintragungen geändert werden oder nicht? Hier wäre doch das Kind ebenfalls zu benennen in meinem Verständnis.

Es gibt halt viele Leute die einfach alles laufen lassen. Wenn der Grundbucheintrag nicht geändert wird, kommt auch nicht die Polizei und sagt: Dududu.
:-(
Aber ja es müsste.

Wenn einer der Erben einen Erbschein beantragt, müsste er den erbberechitgten Enkel auch angeben. Wenn ein Testament besteht, müsste man eine Abschrift vom Gericht erhalten.


Hat man denn nicht mit irgendjemand noch etwas Kontakt? Bzw. kam mit irgendjemand einigermaßen aus?

Wurde man nicht von der Beerdigung benachrichtigt?

Letztlich wird nichts darum herum führen, die Sache gegenüber einem seiner Onkel/Tanten ganz offen anzusprechen (anrufen).

Myself123
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Re: nachgerückter Erbe in Erbengemeinschaft

Beitrag von Myself123 » 14.05.18, 12:14

vielen lieben Dank vorab für die Antworten!!!


ja, das der Weg über die Tanten/Onkel geht ist einleuchtend.

Da aber nicht auszuschließen bzw. naheliegend ist, das es reine Berechnung ist das Enkelkind nicht zu informieren, geht es mehr um
eine überlegte Nachfrage und Ratschläge der Formulierung etc.

Einen Rechtstreit im Sinne von Auflösung der Erbengemeinschaft muß man ja nicht direkt anstreben.

Rein theoretisch und aus meinem Verständnis ist das Enkelkind ja ab Zeitpunkt des Todes ebenso Miteigentümer des Nachlasses.
Zu einer Auskunftspflicht bzw. Nachlassaufstellung sind die Miterben nicht verpflichtet.
Das Haus wurde zwischenzeitlich renoviert und eine Vermietung der Einliegerwohnung angestrebt. Ob und inwieweit dies der Fall ist, ist unbekannt wie andere wirtschaftliche Fakten auch.

Nein, es wurde auch nicht zur Beerdigung eingeladen, ebenso wenig wurde das Enkelkind in der Todesanzeige benannt, die
Enkelkinder der Geschwister hingegen schon.

Das jeder zu Lebzeiten mit seinem Geld machen kann was er will, ist wohl selbsterklärend. Allerdings hat es unter bestimmten Umständen halt auch erbrechtliche Auswirkungen.

fragenfueralle
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Re: nachgerückter Erbe in Erbengemeinschaft

Beitrag von fragenfueralle » 14.05.18, 13:18

Myself123 hat geschrieben:... geht es mehr um
eine überlegte Nachfrage und Ratschläge der Formulierung etc.....
Im Netz habe ich folgenden Ratgeber gefunden, sicherlich gibt es weitere Quellen:
http://www.erbrecht-ratgeber.de/erbrech ... eerbt.html
http://www.erbrecht-ratgeber.de/erbrech ... ft_11.html

Demnach scheint der Erbe zunächst erstmal auf sich gestellt zu sein, da Staat und Gericht sich "nahezu vollkommen zurückhalten".
Der Erbe ist aber Rechtsnachfolger des Erblassers und natürlich auch berechtigt, erforderliche Auskünfte beispielsweise bei Banken einzuholen. Der Erbe weist seine Erb-Berechtigung mit einem Erbschein nach:
http://www.erbrecht-ratgeber.de/erbrech ... ragen.html

Ich vermute, dass man um eine Kontaktaufnahme mit den anderen Erbberchtigten kaum herumkommt, da doch recht detaillierte Informationen erforderlich sind, um seine Berechtigung zum Erhalt eines Erbscheines nachzuweisen.
Myself123 hat geschrieben:...Da aber nicht auszuschließen bzw. naheliegend ist, das es reine Berechnung ist das Enkelkind nicht zu informieren, ...
Das bewusste Nichtbenennen eines Erbberechtigten könnte allerdings in letzter Konsequenz als Unterschlagung (§ 246 StGB) bewertet werden (ausserdem: "Bereits der Versuch der Unterschlagung ist strafbar"):
http://www.erbrecht-ratgeber.de/erbrech ... recht.html
[size=75]Viele Menschen hinterlassen Spuren.
Nur wenige hinterlassen Eindrücke.

Manche aber hinterlassen nur beim Eindrücken Spuren.[/size]

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