gibt es ein Testament?

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Altbauer
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gibt es ein Testament?

Beitrag von Altbauer » 24.05.18, 13:18

Herr A erfährt vom Ableben seiner Tante.
Da die Tante unverheiratet ist und kinderlos verstarb, gehört Herr A zu den gesetzlichen Erben.

Herr A will das Erbe ausschlagen.
Ihm ist nicht bekannt, ob die Tante ein Testament gemacht hat.
Es erscheint ihm wichtig, dies zu klären, da andernfalls ja die Ausschlagungsfrist von 6 Wochen schon läuft!


Frage: Wird er vom zuständigen Nachlassgericht Auskunft bekommen, ob ein Testament beim Gericht
hinterlegt ist? (Falls eines vorhanden ist, wird der Inhalt ohnehin erst bei der Eröffnung des Testaments
bekannt gegeben)

Jdepp
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Re: gibt es ein Testament?

Beitrag von Jdepp » 24.05.18, 13:52

Die Auskunft wird er bekommen wenn er schriftlich anfragt. Wie lange die Antwort dauert steht in den Sternen. Wenn A eh sicher ist ausschlagen zu wollen, sollte er einfach ausschlagen und gut ist.

SusanneBerlin
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Re: gibt es ein Testament?

Beitrag von SusanneBerlin » 24.05.18, 13:56

Da die Tante unverheiratet ist und kinderlos verstarb, gehört Herr A zu den gesetzlichen Erben.
Nur dann wenn die Eltern der Tante tot sind und der Elternteil von A, der ein Geschwister der verstorbenen Tante ist, ebenfalls vor der Tante starb.
Herr A will das Erbe ausschlagen.
Ihm ist nicht bekannt, ob die Tante ein Testament gemacht hat.
Es erscheint ihm wichtig, dies zu klären, da andernfalls ja die Ausschlagungsfrist von 6 Wochen schon läuft!
Die Ausschlagungsfrist beginnt erst zu laufen, wenn A von seiner Erbeneigenschaft erfahren hat. Sollten also noch andere Personen in der Erbfolge vor A sein, ist A erst dann Erbe, wenn die anderen ausschlagen.
Frage: Wird er vom zuständigen Nachlassgericht Auskunft bekommen, ob ein Testament beim Gericht
hinterlegt ist? (Falls eines vorhanden ist, wird der Inhalt ohnehin erst bei der Eröffnung des Testaments
bekannt gegeben)
Nach meiner Erfahrung bekommt man wenn es kein Testament gibt, keine Antwort vom Nachlassgericht. Es kann ja jederzeit noch ein Testament auftauchen, das Nachlassgericht kann also nicht zusichern, dass es kein Testament gibt. Entweder man gehört zum Kreis der Berechtigten, dann erhält man eine Abschrift. Oder man erhält eben keine Abschrift.

Die Testamentseröffnung dauert sowieso länger als 6 Wochen. Herr A tut also gut daran, innerhalb der Ausschlagungsfrist seine Ausschlagung zu erklären wenn er nicht Erbe werden will.
Grüße, Susanne

Altbauer
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Re: gibt es ein Testament?

Beitrag von Altbauer » 24.05.18, 15:31

SusanneBerlin hat geschrieben:Nur dann wenn die Eltern der Tante tot sind und der Elternteil von A, der ein Geschwister der verstorbenen Tante ist, ebenfalls vor der Tante starb.
Richtig. Gehen wir mal in diesem Falle auch davon aus.
SusanneBerlin hat geschrieben:Nach meiner Erfahrung bekommt man wenn es kein Testament gibt, keine Antwort vom Nachlassgericht. Es kann ja jederzeit noch ein Testament auftauchen, das Nachlassgericht kann also nicht zusichern, dass es kein Testament gibt
dazu:
Altbauer hat geschrieben:Wird er vom zuständigen Nachlassgericht Auskunft bekommen, ob ein Testament beim Gericht
hinterlegt ist?
Herr A fragt also, ob dem Gericht ein Testament vorliegt.
Jdepp hat geschrieben:Wenn A eh sicher ist ausschlagen zu wollen, sollte er einfach ausschlagen und gut ist.
Dann kann es ihm passieren, dass danach das Testament (beim Gericht hinterlegt) eröffnet wird, und Herr A als Erbe vorgesehen ist.
Dann muss er wohl nochmal ausschlagen, oder ?
Und kostet nochmal Gebühren!

SusanneBerlin
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Re: gibt es ein Testament?

Beitrag von SusanneBerlin » 24.05.18, 15:44

Dann muss er wohl nochmal ausschlagen, oder ?
Ja.
Und kostet nochmal Gebühren!
Ob man ein zweites Mal Gebühren zahlt weiß ich nicht.Die Ausschlagungsgebühr bei überschuldetem Erbe beträgt 30 ,€.
Grüße, Susanne

Jdepp
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Re: gibt es ein Testament?

Beitrag von Jdepp » 24.05.18, 17:49

Nein er muss dann nicht nochmal ausschlagen, da er in seiner ersten Ausschlagung idR angeben wird aus jedem Berufungsgrund auszuschlagen.

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