Zugewinn und Nachehelicherunterhalt

Recht in der Ehe, eheliches Güterrecht, Adoptionsrecht, Kinderrechte, Sorgerecht, Unterhaltsrecht, Recht des Versorgungsausgleichs

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NWAG
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Zugewinn und Nachehelicherunterhalt

Beitrag von NWAG » 07.11.18, 21:10

Frau und Mann haben vor der Ehe gemeinsam ein Haus auf dem Grundstück der Frau gebaut,
Darlehensnehmer waren damals beide zu gleichen teilen, Haus war komplett finanziert.

Ein paar Jahre später wurde dann die Ehe geschlossen und weitere Jahre Später ein Kind geboren das Aktuell 9 Jahre alt ist.
In der Ehe wurde dann das Haus verkauft und ein weiteres Haus auf einen anderen Grundstück der Frau gebaut.

Schulden für das erste Haus wurden komplett durch den Erlös des Verkaufs gezahlt, das Restguthaben flos in das neue Haus und es wurde ein weiterer Kredit für das neue Haus abgeschlossen, Darlehensnehmer beide, wobei das Darlehen nur vom Mann abbezahlt wird da die Frau nur Halbtags wegen Kinderbetreuung arbeitet.
Sollte es jetzt zur Trennung, Scheidung kommen wird es zu einer Zugewinn und Unterhaltsfrage kommen.

Nach ersten groben Rechnungen ist der Zugewinn der Frau höher als der des Mannes, da das zweite Haus in der Ehe auf dem Grund der Frau gebaut worden ist aber dadurch als Zugewinn für beide Zählt, also wäre hier eine größere Geldsumme an den Mann zu zahlen.
Wenn jetzt aber die Frau Anspruch auf Nachehelichen Unterhalt stellt und diesen aus noch nicht erklärbaren Gründen zugesprochen bekommen würde, könnte dieser Anspruch mit dem Zugewinn verrechnet werden, somit das der Mann weniger Zugewinn bekommt dafür aber keinen Nachehelichenunterhalt zahlen müsste?

Oder kann die Frau sagen Zugewinn zahle ich nicht aus, weil mein Haus, verkaufen will ich nicht da ich mit Kind drin wohnen bleibe und Barvermögen habe ich auch nicht, auch die nächsten Jahre nicht weil ich jetzt die Schulden vom Haus alleine zahlen muss.

Wie ist hier die Rechtslage?

ralph12345
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Re: Zugewinn und Nachehelicherunterhalt

Beitrag von ralph12345 » 12.11.18, 10:34

Wenn der Zugewinn nicht ausgezahlt werden kann, weil in Form eines Hauses gebunden, kann man einen Hypothekenkredit aufnehmen z.B. Oder man kann das Haus verkaufen. Wie das geht, ist der Frau überlassen. Der Mann kann auf der Auszahlung bestehen, zur Not geht das Haus dann in die Zwangsversteigerung.
Natürlich kann man den Unterhalt mit dem Zugewinn verrechnen, wenn beide Parteien das wünschen. Ein Kollege von mir hat den Unterhalt auf einen Schlag mit dem geerbten Haus abbezahlt. DA geht viel, wenn man sich nur einig ist... Die Schwierigkeit wird darin liegen, den Unterhalt für die ferne Zukunft zu berechnen. Der ist ja abhängig vom Einkommen und das wiederum ändert sich gerne mal.

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