Kindesunterhalt bei Wechselmodell

Recht in der Ehe, eheliches Güterrecht, Adoptionsrecht, Kinderrechte, Sorgerecht, Unterhaltsrecht, Recht des Versorgungsausgleichs

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Megazicklein
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Kindesunterhalt bei Wechselmodell

Beitrag von Megazicklein » 13.11.18, 12:31

Liebes Forum,

Wie verhält es sich, wenn die getrennten Eltern, unverheiratet das Wechselmodell beim Umgang mit dem Kind pflegen. Steht der KM trotzdem Unterhalt anteilig für das Kind zu?
Die KM bekommt das Kindergeld, zahlt allerdings die Betreuung und das Essensgeld alleine. Unterhalt für das Kind, will der KV nicht zahlen, er meint er muss nicht. Die KM arbeitet aber auch nur halbtags wegen dem Kind und verdient einiges weniger.


Danke,
Grüße
Claudia

winterspaziergang
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Re: Kindesunterhalt bei Wechselmodell

Beitrag von winterspaziergang » 13.11.18, 13:39

Megazicklein hat geschrieben: Wie verhält es sich, wenn die getrennten Eltern, unverheiratet das Wechselmodell beim Umgang mit dem Kind pflegen. ...Die KM arbeitet aber auch nur halbtags wegen dem Kind und verdient einiges weniger.
:?:
wie wird das WM umgesetzt? wie alt ist das Kind?

Megazicklein
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Re: Kindesunterhalt bei Wechselmodell

Beitrag von Megazicklein » 13.11.18, 13:40

Der Junge ist 6 und im wöchentlichen Wechsel.....wobei der Papa sich jetzt schon nicht dran hält, ist aber ein anderes Thema.

SusanneBerlin
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Re: Kindesunterhalt bei Wechselmodell

Beitrag von SusanneBerlin » 13.11.18, 15:10

Megazicklein hat geschrieben:Der Junge ist 6 und im wöchentlichen Wechsel.....wobei der Papa sich jetzt schon nicht dran hält, ist aber ein anderes Thema.
Wieso anderes Thema? Wenn der Vater den Jungen z.B. nur 1 Woche im Monat betreut, kann doch von einem Wechselmodell keine Rede sein, dann ist das Wechselmodell gescheitert und der Muttersteht der volle Unterhalt zu.

Scheint mir nur eine Ausrede des Vaters zu sein, dass er angeblich Wechselmodell machen will (da er sich von Anfang an nicht daran hält) um sich vor dem Unterhalt zu drücken.

Das Wechselmodell ist nicht einklagbar, der Unterhalt schon. Ich würde mich beim Jugendamt beraten lassen, wieviel der Mutter zusteht.
Grüße, Susanne

Megazicklein
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Re: Kindesunterhalt bei Wechselmodell

Beitrag von Megazicklein » 13.11.18, 15:28

Termin beim Jugendamt ist gemacht, zur Regelung des Umgangs.

Er ist normal eine Woche bei Mama, dann eine Woche bei Papa, immer im Wechsel. Nun kam schon, das er bis gestern beim Papa war,anstatt nur bis Sonntag. Und nun kommt der Papa und will ihn am Samstag schon wieder, da dort der Kleine auf einem Geburtstag eingeladen sei. Also wieder keine ganze Woche bei der Mama.

Ihr Ex behauptet, er müsse ihr eventuell Unterhalt zahlen, und sie ihm dann aber auch. Die Kosten für Betreuung und Essen sind schon Höher als das Kindergeld, die Mutter zahlt das alleine. Der Ex meint auch, er kann sich ja sonst die Wohnung nicht mehr leisten.

SusanneBerlin
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Re: Kindesunterhalt bei Wechselmodell

Beitrag von SusanneBerlin » 13.11.18, 15:41

Ist der Junge in der Papa-Woche nicht im Hort? MMn. sollten die Betreuungskosten geteilt werden. Und die Wohnung wird doch eh gekündigt (anderer thread).
Grüße, Susanne

Megazicklein
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Re: Kindesunterhalt bei Wechselmodell

Beitrag von Megazicklein » 13.11.18, 15:48

Ja er geht nach der Schule in die Betreuung, also müsste das geteilt werden. Kindergeld dann auch geteilt? Hatte irgendwo mal gelesen, da demjenigen der weniger verdient ein Ausgleich fürs Kind zusteht, finde es aber nicht mehr

winterspaziergang
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Re: Kindesunterhalt bei Wechselmodell

Beitrag von winterspaziergang » 13.11.18, 16:13

Megazicklein hat geschrieben:Ja er geht nach der Schule in die Betreuung, also müsste das geteilt werden. Kindergeld dann auch geteilt? Hatte irgendwo mal gelesen, da demjenigen der weniger verdient ein Ausgleich fürs Kind zusteht, finde es aber nicht mehr
bei einem echten Wechselmodell macht das keinen Sinn. Die Halbtagstätigkeit des einen Elternteils ist dann ja frei gewählt.

ralph12345
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Re: Kindesunterhalt bei Wechselmodell

Beitrag von ralph12345 » 13.11.18, 16:52

Beim Wechselmodell wird der Unterhaltsbedarf des Kindes nach der Düsseldorfer Tabelle festgelegt, indem das addierte Einkommen beider Elternteile zu Grunde gelegt wird. Dann zahlt jeder Elternteil anteilig nach Einkommen. Wenn z.B. A 4000€, B 6000€ verdient, zahlt A 40%, B60% des Barunterhaltes. Da das vermutlich nicht auf einem Kinderkonto landet, muss die Summe dann wieder hälftig auf beide Elternteile aufgeteilt werden, so dass beide mit 50% des Unterhaltes für das Kind haushalten können. Im Ergebnis muss B also 10% des Unterhaltes an A zahlen.

Die Kinderbetreuungskosten für Kindergarten, Schulhort etc. teilt man dann tunlichst 50:50.

Kindergeld kann man aufteilen und dann mit den o.a. 10% verrechnen.

Wenn das Kind keine 50% der Zeit mehr bei der Mutter ist sondern nur noch 40%, kann der Vater das Wechselmodell berechtigt bestreiten und dann ist die Mutter unterhaltspflichtig. Also Vorsicht!

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