14tägiger Umgang so nicht mehr möglich?

Recht in der Ehe, eheliches Güterrecht, Adoptionsrecht, Kinderrechte, Sorgerecht, Unterhaltsrecht, Recht des Versorgungsausgleichs

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Olihase
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14tägiger Umgang so nicht mehr möglich?

Beitrag von Olihase » 22.11.18, 15:23

Hallo Zusammen,
anbei folgender Fall mit der Frage, wie dies rechtlich gesehen wird:

Vater (XX) holt sein Kind seit 7 Jahren freitags um 13 Uhr alle 14 Tage sowie die Hälfte der Ferien zu sich.

Es gibt keinerlei Beschluss, alles wurde im Einvernehmen besprochen und durchgeführt.

Die Entfernung von zuhause beträgt 180km einfach, ca. 2 Stunden einfache Fahrtzeit. Kind 8 Jahre jung, dritte Klasse. Vater zahlt regelmäßig Unterhalt.

Mutter arbeitet im Schichtdienst Krankenhaus, welches sie auf genau diese 14 Tage ausgerichtet hat ab Freitag 13 bis 21 Uhr , Samstag und Sonntag 06.00 - 14.15 Uhr.

Vater hat ab 01.04. eine leitende Funktion XX mit mehreren hundert MitarbeiterInnen, Vollzeit mit 40 Stunden an einem anderen Ort als derzeit. Von dort sind es nun 244km einfache Fahrt und 3 Stunden einfache Fahrtzeit.

Es ist ihm nicht mehr möglich, alle 14 Tage zu fahren, da er am Freitag ebenfalls seine Arbeitszeit bis 17 Uhr ableisten muss und das Kind nun erst um 20 Uhr abholen könnte, sodass man um 22 Uhr zuhause wäre. Das Kind wird Sonntagnachmittag zurückgebracht.

Alles in allem sind dies 788km bei 1,5 Tagen, welche das Kind beim Vater wäre - dabei 9 Stunden reine Fahrzeit. 1

Diese Rahmenbedingungen erlauben dem Vater der Mutter mitzuteilen, dass dies aus seiner Sicht 14tägig ab dann nicht mehr möglich ist.

Vater bietet an, das Kind statt alle zwei Wochen dann alle drei Wochen sowie in den Ferien zu holen. Er würde Überstunden aufbauen, damit er alle drei Wochen nicht arbeiten muss sondern um 11 Uhr fahren kann, sodass er um 13 Uhr das Kind, nach der Schule, abholen kann. Mutter weigert sich, dies anzunehmen und zwingt Vater mündlich, er müsse dann für eine Betreuung des Kindes bezahlen, wenn er es nicht abholen kann. Einigung nicht möglich, Vater möchte Beratungsgespräch beim Jugendamt, Ergebnis ob dies zustande kommt und was dort rauskommt offen.

Bleibt nur der Gang zum Familiengericht, wenn die Mutter dies nicht annehmen kann?

Vielen Dank!
Zuletzt geändert von ktown am 22.11.18, 15:32, insgesamt 1-mal geändert.
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windalf
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Re: 14tägiger Umgang so nicht mehr möglich?

Beitrag von windalf » 22.11.18, 15:54

So vom Prinzip her.

Wenn das Vater Unterhalt (in angemessener Höhe) zahlt, besteht keine Verpflichtung zusätzlich etwas für die Betreuung des Kindes zu zahlen. Das ist dann Problem der Mutter.

Umgekehrt kann die Mutter den Umgang natürlich ungemein erschweren egal wie legal oder illegal das im Ergebnis dann ist...

Holt denn immer der Vater das Kind ab und bringt es wieder zurück. Üblich ist eigentlich, dass man sich diese Fahrten teilt (oder aber man kann natürlich auch sagen es muss der machen, der die Entfernung verursacht hat)
...fleißig wie zwei Weißbrote
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Zitat Karsten: Das beweist vor Allem, dass es windalf auch nicht gibt.

Olihase
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Re: 14tägiger Umgang so nicht mehr möglich?

Beitrag von Olihase » 22.11.18, 16:00

windalf hat geschrieben:So vom Prinzip her.

Wenn das Vater Unterhalt (in angemessener Höhe) zahlt, besteht keine Verpflichtung zusätzlich etwas für die Betreuung des Kindes zu zahlen. Das ist dann Problem der Mutter.

Umgekehrt kann die Mutter den Umgang natürlich ungemein erschweren egal wie legal oder illegal das im Ergebnis dann ist...

Holt denn immer der Vater das Kind ab und bringt es wieder zurück. Üblich ist eigentlich, dass man sich diese Fahrten teilt (oder aber man kann natürlich auch sagen es muss der machen, der die Entfernung verursacht hat)
Seit 7 Jahren zahlt der Vater regelmäßig und in angemessener Höhe Unterhalt (dieser wurde vom Jugendamt, aber ohne Beschluss, alle zwei Jahre neu berechnet) und holt das Kind dort immer ab, da die Mutter dann sofort zum Arbeiten beginnt. Zudem wird das Kind auch immer sonntags wieder vom Vater zurückgebracht, da die Mutter entweder bis 14.30 Uhr arbeitet oder von Samstag auf Sonntag Nachtdienst hat, damit sie dann noch schlafen kann vom Nachtdienst, bis das Kind um 15 Uhr gebracht wird.
Getrennt hat sich der Vater vor 7 Jahren, die Mutter hat jedoch für sich entschlossen, dort hin zu ziehen mit dem Kind.

ExDevil67
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Re: 14tägiger Umgang so nicht mehr möglich?

Beitrag von ExDevil67 » 22.11.18, 16:21

Ja wenn die Eltern sich nicht einigen könne bleibt nur eine gerichtliche Regelung. Wobei der Vater nicht erwarten sollte das er sein Wunschmodell zu 100% auf dem Wege durchgedrückt bekommt. Warum soll es nur nach seinen Arbeitszeiten gehen?

Hertha1892
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Re: 14tägiger Umgang so nicht mehr möglich?

Beitrag von Hertha1892 » 22.11.18, 18:00

ExDevil67 hat geschrieben:Ja wenn die Eltern sich nicht einigen könne bleibt nur eine gerichtliche Regelung. Wobei der Vater nicht erwarten sollte das er sein Wunschmodell zu 100% auf dem Wege durchgedrückt bekommt. Warum soll es nur nach seinen Arbeitszeiten gehen?
Weil der Umgang des Vaters nicht zu Zeiten ausgeurteilt wird, wo er durch Arbeit verhindert ist.

Die Mutter kann die Umgangszeit zum Arbeiten nutzen, aber der Vater muss keinen Umgang ausüben, damit die Mutter arbeiten kann bzw. dann auch nicht für die Betreuung die Kosten tragen. Das ist ein Problem, das der Betreuungselternteil selbst lösen muss.

Umgang dient der Beziehungspflege zwischen Kind und Vater und nicht dem Freizeit- oder dem Betreuungsbedürfnis der Mutter.

Grüße Hertha1892

Old Piper
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Re: 14tägiger Umgang so nicht mehr möglich?

Beitrag von Old Piper » 23.11.18, 07:11

windalf hat geschrieben: Üblich ist eigentlich, dass man sich diese Fahrten teilt (oder aber man kann natürlich auch sagen es muss der machen, der die Entfernung verursacht hat)
Das wäre schön...
Üblich ist es, dass die Umgangskosten der trägt, der den Umgang wahrnimmt. Ausnahme kann im Einzelfall sein, dass derjenige, der eine größere Entfernung verursacht, die Bring- und Holkosten trägt oder sich zumindest daran beteiligt.
MfG
Old Piper
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Behörden- und Gerichtsentscheidungen sind zwar oft recht mäßig, aber meistens rechtmäßig.

ralph12345
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Re: 14tägiger Umgang so nicht mehr möglich?

Beitrag von ralph12345 » 23.11.18, 13:42

Der Elternteil (hier die Mutter), bei dem das Kind lebt, ist für die Betreuung zuständig. Das schließt die Betreuung nach der Schule ein, zur Not im Hort, wenn die Mutter das brauch, um ihre Arbeitszeit ausgestalten zu können. Das schließt die finanzielle Thematik ebenso ein, wie die Organisation des ganzen.

Der andere Elternteil (hier der Vater) hat ein Umgangsrecht. Das ist keine Pflicht, sich an der Betreuung durch die Mutter zu beteiligen dergestalt dass die Mutter zeitlich mit der Arbeit klar kommt.
Das Umgangsrecht kann nicht verweigert werden, nur weil die Uhrzeiten der Mutter nicht passen.


Umgekehrt braucht aber auch die Mutter keine Verrenkungen machen, damit der Vater das Umgangsrecht möglichst bequem ausüben kann. Am Umgang mitwirken im Sinne von Autofahrten braucht die Mutter nicht, ebensowenig muss sie ihre Arbeitszeiten anpassen. Sie muss halt dann die Betreuung des Kindes sicherstellen in den Zeiten, wo der Vater nicht übernimmt.

Olihase
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Re: 14tägiger Umgang so nicht mehr möglich?

Beitrag von Olihase » 24.11.18, 11:18

Danke für ihre Antworten.
Dann bleibt wohl hier nur die Festlegung dessen durch ein Familiengericht, auch wenn das nach so vielen Jahren des immer gut gegangen seins sehr schade ist.

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