Erwähnung Mahnschreiben in Krankenakte?

Patientenrechte, Arzthaftungsrecht, ärztliches Vergütungsrecht, Betäubungsmittelrecht, Apothekenrecht, Medikamentenversandrecht, Internet-Apotheke

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Hortensienbewunderin
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Erwähnung Mahnschreiben in Krankenakte?

Beitrag von Hortensienbewunderin » 16.02.19, 12:35

Hallo zusammen,

Frau X forderte bei einem Zahnarzt aus der Vergangenheit Krankenakten an. Sie erhielt diese auch, zwar NUR mit Abkürzungen - doch wozu gibt es Google?

In der Akte werden auch Mahnschreiben erwähnt fein säuberlich mit Datum.
Beispiel:
07.03.2017 ---- 1. Mahnung
22.03.2017 ---- 2. Mahnung usw.

Abgesehen davon, daß es beim aktuellen Zahnarzt -- sollte Frau x die Akte dort vorlegen - kein Vertrauensverhältnis schafft und die gesamte Behandlung beeinflussen kann:
Darf sowas in einer Krankenakte erwähnt werden?
Danke im voraus.

Lieben Gruß
Susanne

winterspaziergang
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Re: Erwähnung Mahnschreiben in Krankenakte?

Beitrag von winterspaziergang » 16.02.19, 20:23

Hortensienbewunderin hat geschrieben: Abgesehen davon, daß es beim aktuellen Zahnarzt -- sollte Frau x die Akte dort vorlegen - kein Vertrauensverhältnis schafft und die gesamte Behandlung beeinflussen kann:
Darf sowas in einer Krankenakte erwähnt werden?
Alle Notizen des Arztes, warum nicht. Er darf das natürlich nicht rausschicken, wenn ein anderer Arzt nach Befunden fragt.
Wenn Frau X aber beim neuen ZA die komplette Akte vorlegt, weiß der, dass sie nicht immer zur pünktlichen Zahlung ihrer Verpflichtungen neigt. Wie es das Vertrauensverhältnis beeinflusst, bleibt offen. Vielleicht ist der neue Zahnarzt ja selbst ein säumiger Schuldner und hat Verständnis.

FM
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Re: Erwähnung Mahnschreiben in Krankenakte?

Beitrag von FM » 16.02.19, 23:11

Die Schweigepflicht gilt auch zwischen (Zahn-)Ärzten. Der ZA darf die Akte also nicht seinem Kollegen übersenden, es sei denn die Patientin hätte das ausdrücklich erlaubt. Wenn sie es erlaubt hat, oder wenn sie gar selbst die Akte dem neuen Zahnarzt vorlegt, ist das völlig unbedenklich. Sie selbst darf natürlich entscheiden, dass der neue ZA alles erfährt.

Hortensienbewunderin
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Re: Erwähnung Mahnschreiben in Krankenakte?

Beitrag von Hortensienbewunderin » 19.02.19, 13:45

winterspaziergang hat geschrieben:
Hortensienbewunderin hat geschrieben: Abgesehen davon, daß es beim aktuellen Zahnarzt -- sollte Frau x die Akte dort vorlegen - kein Vertrauensverhältnis schafft und die gesamte Behandlung beeinflussen kann:
Darf sowas in einer Krankenakte erwähnt werden?
Alle Notizen des Arztes, warum nicht. Er darf das natürlich nicht rausschicken, wenn ein anderer Arzt nach Befunden fragt.
Wenn Frau X aber beim neuen ZA die komplette Akte vorlegt, weiß der, dass sie nicht immer zur pünktlichen Zahlung ihrer Verpflichtungen neigt. Wie es das Vertrauensverhältnis beeinflusst, bleibt offen. Vielleicht ist der neue Zahnarzt ja selbst ein säumiger Schuldner und hat Verständnis.
Hallo...
das hat nichts mit "Neigung der Zahlungsverpflichtungen " zu tun. Bei dem Zahnarzt mit Sitz in München wollte Frau X weitere Termine machen. Da sie fast 200 Km entfernt wohnt verband sie die letzten wahrgenommenen Termine immer mit 1 -2 Tage Aufenthalt dort. Zum Zeitpunkt der nächsten beiden Termine waren nur noch Zimmer zu horrenden Preisen zu haben ( Messezeit - das vier bis fünffache des Normalpreises). Da Frau X nicht Rockefeller ist sagte sie die Termine ab. Der Arzt wollte ein drittes Mal keinen Termin mehr vergeben. So, danach hat Frau X dann auch die Rechnung der ersten beiden Termine (Kieferhöhlen-OP und anschließende Eigenblutbehandlung da angeblich für die Heilung und das Immunsystem notwendig = 400 Euro) nicht mehr bezahlt. Weiberrache hat keine Grenzen :lachen:

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Re: Erwähnung Mahnschreiben in Krankenakte?

Beitrag von Hortensienbewunderin » 19.02.19, 13:51

Vielleicht ist der neue Zahnarzt ja selbst ein säumiger Schuldner und hat Verständnis.
Die Beinkleider des Sarkasmus sind im Schritt offen.

CDS
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Re: Erwähnung Mahnschreiben in Krankenakte?

Beitrag von CDS » 19.02.19, 14:03

"Hallo...
das hat nichts mit "Neigung der Zahlungsverpflichtungen " zu tun."

Womit denn sonst? Die Patientin entscheidet, nachdem sie selber die Weiterbehandlung verhindert hat, nach eigenem Gutdünken was dem behandelnden ZA jetzt an Honorar zusteht - und kommt zu dem Schluss "NIX".

winterspaziergang
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Re: Erwähnung Mahnschreiben in Krankenakte?

Beitrag von winterspaziergang » 19.02.19, 17:00

Hortensienbewunderin hat geschrieben:
winterspaziergang hat geschrieben:
Hortensienbewunderin hat geschrieben: Abgesehen davon, daß es beim aktuellen Zahnarzt -- sollte Frau x die Akte dort vorlegen - kein Vertrauensverhältnis schafft und die gesamte Behandlung beeinflussen kann:
Darf sowas in einer Krankenakte erwähnt werden?
Alle Notizen des Arztes, warum nicht. Er darf das natürlich nicht rausschicken, wenn ein anderer Arzt nach Befunden fragt.
Wenn Frau X aber beim neuen ZA die komplette Akte vorlegt, weiß der, dass sie nicht immer zur pünktlichen Zahlung ihrer Verpflichtungen neigt. Wie es das Vertrauensverhältnis beeinflusst, bleibt offen. Vielleicht ist der neue Zahnarzt ja selbst ein säumiger Schuldner und hat Verständnis.
Hallo...
das hat nichts mit "Neigung der Zahlungsverpflichtungen " zu tun.
stimmt, wenn man das folgende liest, ist das weitaus mehr
Bei dem Zahnarzt mit Sitz in München wollte Frau X weitere Termine machen. Da sie fast 200 Km entfernt wohnt verband sie die letzten wahrgenommenen Termine immer mit 1 -2 Tage Aufenthalt dort. Zum Zeitpunkt der nächsten beiden Termine waren nur noch Zimmer zu horrenden Preisen zu haben ( Messezeit - das vier bis fünffache des Normalpreises). Da Frau X nicht Rockefeller ist sagte sie die Termine ab. Der Arzt wollte ein drittes Mal keinen Termin mehr vergeben. So, danach hat Frau X dann auch die Rechnung der ersten beiden Termine (Kieferhöhlen-OP und anschließende Eigenblutbehandlung da angeblich für die Heilung und das Immunsystem notwendig = 400 Euro) nicht mehr bezahlt. Weiberrache hat keine Grenzen :lachen:
:roll: Die Dame sagt also Termine kurzfristig :?: ab, aus Gründen, die keine Rolle spielen, der Zahnarzt vergibt ihr keine neuen mehr und deswegen meint sie in Anspruch genommene Leistungen nicht bezahlen zu müssen.
Und hat jetzt die Frage, ob der ZA die Mahnung notieren darf.
Ja, darf er nach wie vor, egal wie teuer die Hotelkosten in München sind.

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