Hundehaltung per Beschluss verbieten

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Starwars2001
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Hundehaltung per Beschluss verbieten

Beitrag von Starwars2001 » 26.02.19, 14:41

A wohnt in einem MFH mit 7 Parteien. Kürzlich ist Familie B, welche einen Hund haben, ausgezogen.
Um hier zukünftig "einen Riegel vorzuschieben", beantragen mehrere Eigentümer die Hundehaltung grundsätzlich zu verbieten.
"Besuchshunde" ausgeschlossen.
A (kein Hund) ist der Meinung, dass ein solcher pauschaler Beschluss nicht zulässig ist.
Angenommen es wird folgender mehrheitlicher Beschluss gefasst: "Hundehaltung in Haus XY grundsätzlich verboten".
Besteht ausschließlich über eine Beschlussanfechtung die Möglichkeit, zukünftig ggf. doch einen Hund zu halten bzw. erst dann einen Hund zu halten, wenn ein entsprechender Beschluss gefasst wird?

webmaster76
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Re: Hundehaltung per Beschluss verbieten

Beitrag von webmaster76 » 26.02.19, 15:05

Die Hundehaltung kann mit einer Vereinbarung aller Eigentümer wirksam ausgeschlossen werden, siehe dazu:

https://www.gevestor.de/details/verbot- ... 45012.html

Der Beschlusstext sollte jedoch sorgfältig formuliert werden...

hambre
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Re: Hundehaltung per Beschluss verbieten

Beitrag von hambre » 26.02.19, 15:51

Der Beschlusstext sollte jedoch sorgfältig formuliert werden...
Ein Beschluss ist etwas anderes als eine Vereinbarung.

Verpflichteter
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Re: Hundehaltung per Beschluss verbieten

Beitrag von Verpflichteter » 26.02.19, 18:50

Hallo,

man beschließt eine entsprechende Vereinbarung zu treffen. :D

MfG
uwe

FM
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Re: Hundehaltung per Beschluss verbieten

Beitrag von FM » 26.02.19, 20:14

Wäre aber dumm seitens der Eigentümer da zuzustimmen, da sie damit die Vermietung oder den Verkauf ihrer Wohnung an Hundehalter verhindern. Und es kann ja durchaus sein, dass künftig ein Hundehalter das beste Angebot macht.

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Re: Hundehaltung per Beschluss verbieten

Beitrag von Verpflichteter » 26.02.19, 22:51

FM hat geschrieben:Wäre aber dumm seitens der Eigentümer da zuzustimmen, da sie damit die Vermietung oder den Verkauf ihrer Wohnung an Hundehalter verhindern. Und es kann ja durchaus sein, dass künftig ein Hundehalter das beste Angebot macht.
Alles relativ.
Es gibt Hotels die haben sich als hundefrei, raucherfrei oder kinderfrei am Markt positioniert.

MfG
uwe

webmaster76
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Re: Hundehaltung per Beschluss verbieten

Beitrag von webmaster76 » 27.02.19, 08:34

FM hat geschrieben:Wäre aber dumm seitens der Eigentümer da zuzustimmen, da sie damit die Vermietung oder den Verkauf ihrer Wohnung an Hundehalter verhindern. Und es kann ja durchaus sein, dass künftig ein Hundehalter das beste Angebot macht.
Das war auch mein Gedanke. Ist so eine Vereinbarung mal geschlossen, müsste sie am Ende auch wieder einstimmig geändert/zurückgezogen werden. Außerdem hat man da auch ganz schnell weitere Diskussionen an der Backe, z.B. ob man nicht gleich auch Katzen verbieten möchte usw. Weiter kann sich das Problem ergeben, dass "Besucherhunde" ausgeschlossen sind. Ab wann hält ein Eigentümer einen Hund? Was, wenn dieser oft in der Wohnung ist, jedoch behauptet wird, dass er ja nur zu Besuch ist?!?

Verpflichteter
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Re: Hundehaltung per Beschluss verbieten

Beitrag von Verpflichteter » 27.02.19, 09:28

Hallo,

dann eben doch nur einen Beschluss mit entsprechender Hausordnung.

Hätte eine gewisse Bindungswirkung, jedoch leichter zu ändern.

Wobei mich interessieren würde, wie weit man mit einer Vereinbarung gehen kann, z.B. Sondereigentum darf nur an Frauen verkauft werden und nur an Frauen vermiete werden und nur von Frauen bewohnt werden?

Auf die Frage nach dem Sinn einer solchen Vereinbarung kann man in Richtung Frauenkloster, Beginenhaus/hof, Frauenhaus denken.

MfG
uwe

Starwars2001
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Re: Hundehaltung per Beschluss verbieten

Beitrag von Starwars2001 » 01.03.19, 12:35

In der Hausordnung der fiktiven WEG steht folgendes zu Tierhaltung: "Tierhaltung kann nicht ausgeschlossen werden, solange hierdurch keine Belästigungen für Mitbewohner durch Lärm, Schmutz, Immissionen und Gefahren entstehen. Der Tierhalter ist verpflichtet, diese Belästigungen nicht entstehen zu lassen".

Frage: Kann durch Beschluss (welche Mehrheit ist hier notwendig) die bestehende Hausordnung "geändert" werden?


karli
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Re: Hundehaltung per Beschluss verbieten

Beitrag von karli » 01.03.19, 17:12

Könnte problematisch werden, beispielsweise falls eine Wohnung vom Eigentümer zukünftig vermietet wird und dieser versäumt, seinem Mieter die Hundehaltung wirksam zu untersagen oder falls es bereits einen Mieter gibt, dem die Hundehaltung nicht wirksam untersagt wurde.
Wenn du kritisiert wirst, dann mußt du irgend etwas richtig machen, denn man greift nur denjenigen an, der den Ball hat. (Bruce Lee)
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Lucky
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Re: Hundehaltung per Beschluss verbieten

Beitrag von Lucky » 21.03.19, 23:24

Die Hundehaltung kann nicht per Beschluss verboten werden, weil der Eigentümergemeinschaft hierzu die Beschlusskompetenz fehlt. Möglich wäre dieses Hundehaltungsverbot nur im Wege einer Vereinbarung aller (ausnahmslos aller) Eigentümer, bzw. als Regelung in der Teilungserklärung. Dann entfaltet das Hundehaltungsverbot Wirkung gegen alle Eigentümer, aber nicht gegen Mieter. Das könnte dann zum Problem werden.
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