Mietmangel und Auszug!

Moderator: FDR-Team

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MOBI2019
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Mietmangel und Auszug!

Beitrag von MOBI2019 »

Hallo, ich bin neu hier und habe folgendes Problem:
Mein Wohn und Schlafzimmer befinden sich im Dachgeschoß in einem Anbau. Dessen Dach ist schon seit längerem marode und der Vermieter will schon seit ca. 3 Jahren dieses Dach neu Decken lassen. Nun kam jetzt schon 2 mal bei Regen und Sturm Wasser an meiner Wohnzimmerwand an 3 Stellen heruntergelaufen von der Decke. Genau dort, wo das Dach vom Anbau an die äußere Hauswand angrenzt. Mittlerweile bildete sich auch im Flur ein Riss an der decke wo es ebenfalls tropft, wenn es regnet. Ich rief dem Vermieter schon mehrmals an und informierte ihn über den Mangel. Er gab mir jedesmal zur Antwort, das er einen Dachdecker beauftragt hätte und ob dieser nicht dagewesen wäre.? Sagte im dann, das er zu 100% dann eine rechnung erhalten hätte, wenn ein DD da gewesen wäre! Und er erwähnte beim letzten Telefonat, das da wohl früher schon ein kleines Loch im Dach an der Hauswand war! Ich sagte ihm,wenn er das doch weiß, warum er es dann nicht schon längst abgedichtet hat! Der Vermieter kam sich noch nichtmal den Mangel anschauen. Nun habe ich keine Lust mehr hier zu wohnen,bis die Decke im Wohnzimmer durch Feuchtigkeit herunter fällt( alte Holzdecke Bj.1960) Da es dem vermieter scheinbar egal ist wie sein Haus langsam verfällt. Kann ich die Umzugskosten auf den Vermieter übertragen, da es ja fast schon unzumutbares Wohnen ist?


wie ist die Rechtslage?

lottchen
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Re: Mietmangel und Auszug!

Beitrag von lottchen »

MOBI2019 hat geschrieben: Kann ich die Umzugskosten auf den Vermieter übertragen, da es ja fast schon unzumutbares Wohnen ist?
Solange es dort nur "fast" unzumutbares Wohnen ist und kein "richtiges" unzumutbares Wohnen - nein. Kommt eben darauf an, wie hoch die Beeinträchtigungen sind.
Der Mieter könnte die Miete mindern. Schließlich gibt es einen Mangel. Da die Wohnung aber offenbar nicht unbewohnbar ist gibt es keinen Grund für eine fristlose Kündigung und keinen Grund, die Umzugskosten vom Vermieter zu verlangen.
Ich empfehle, Beiträge unserer Forentrolle BäckerHD, FelixSt und Dieter_Meisenkaiser konsequent zu ignorieren!

Etienne777
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Re: Mietmangel und Auszug!

Beitrag von Etienne777 »

Wenn ich Sie richtig verstanden habe, könnten Sie nicht einmal BEWEISEN, daß Sie den Vermieter über die Mängel informiert haben. Abgemahnt haben Sie ihn vermutlich auch noch nicht, schon gar nicht belegbar. Was machen Sie, wenn es hart auf hart kommt und der Vermieter abstreitet, von den Mängeln gewußt zu haben? Bei einer solchen Ausgangslage schon darüber nachzudenken, Schadensersatzansprüche geltend zu machen, ist mutig.

Natürlich bleibt es einem Mieter unbenommen, fristgerecht oder ggf. auch außerordentlich zu kündigen, ggf. könnten auch Umzugskosten ersatzfähig werden. Aber ohne Beweis für die Mängelrüge usw., wird das nichts.
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winterspaziergang
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Re: Mietmangel und Auszug!

Beitrag von winterspaziergang »

MOBI2019 hat geschrieben: Mein Wohn und Schlafzimmer befinden sich im Dachgeschoß in einem Anbau. Dessen Dach ist schon seit längerem marode und der Vermieter will schon seit ca. 3 Jahren dieses Dach neu Decken lassen. ... Nun habe ich keine Lust mehr hier zu wohnen,bis die Decke im Wohnzimmer durch Feuchtigkeit herunter fällt( alte Holzdecke Bj.1960) Da es dem vermieter scheinbar egal ist wie sein Haus langsam verfällt.
oder er hat das Geld nicht. Ein ganzes Dach neu zu decken, geht leicht gut fünfstellig.
Kann ich die Umzugskosten auf den Vermieter übertragen, da es ja fast schon unzumutbares Wohnen ist?
nein. wie schon gesagt, "fast unzumutbar" ist nicht "unzumutbar" und selbst die rechtlich wirksame Möglichkeit einer fristlosen Kündigung geht nicht automatisch mit der Zahlung von Umzugskosten einher, sondern entlastet den Mieter lediglich von der Kündigungsfrist.

Etienne777
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Re: Mietmangel und Auszug!

Beitrag von Etienne777 »

Wenn ein Vermieter durch grob pflichtwidriges Verhalten Zustände entstehen oder fortbestehen läßt, die einen Verbleib des Mieters in der Mietsache unzumutbar machen, dann haftet der VM selbstverständlich auch für Schäden, die dem Mieter aus der Verletzung der Vermieterpflichten resultieren, beispielsweise die Umzugskosten.
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lottchen
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Re: Mietmangel und Auszug!

Beitrag von lottchen »

Ich habe gerade mit einer ähnlichen Sache zu tun. Wenn ich das Thema dann noch wiederfinde kann ich ja mal berichten, was das Gericht dazu gesagt hat :D .
Ich empfehle, Beiträge unserer Forentrolle BäckerHD, FelixSt und Dieter_Meisenkaiser konsequent zu ignorieren!

winterspaziergang
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Re: Mietmangel und Auszug!

Beitrag von winterspaziergang »

Etienne777 hat geschrieben:Wenn ein Vermieter durch grob pflichtwidriges Verhalten Zustände entstehen oder fortbestehen läßt, die einen Verbleib des Mieters in der Mietsache unzumutbar machen, dann haftet der VM selbstverständlich auch für Schäden, die dem Mieter aus der Verletzung der Vermieterpflichten resultieren, beispielsweise die Umzugskosten.
Richtig: wenn...

Dass er grundsätzlich nicht haftet, steht nirgends.

Etienne777
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Re: Mietmangel und Auszug!

Beitrag von Etienne777 »

winterspaziergang hat geschrieben:Dass er grundsätzlich nicht haftet, steht nirgends.
So wie auch nirgends steht, daß dort stünde, daß er grundsätzlich nicht haftet. :mrgreen:
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webmaster76
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Re: Mietmangel und Auszug!

Beitrag von webmaster76 »

Da jegliche Kommunikation offensichtlich telefonisch (und damit nicht nachweisbar) erfolgte, könnte der Mieter sogar selbst schadensersatzpflichtig werden, siehe

http://anwalt-im-netz.de/mietrecht/anzeigepflicht.html

MOBI2019
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Re: Mietmangel und Auszug!

Beitrag von MOBI2019 »

Also, der Vermieter war nach schriftlicher Androhung von Mietminderung evtl. Auszug da! Er begutachtete dann mal den Schaden und versprach, das er einen Dachdecker informieren würde sich der Sache anzunehmen. Zumindest die Löcher zu reparieren! Ich gab ihm dann eine Frist von 2 Wochen.( Unter beisein eines Zeugen!) Zudem am nächsten tag auch schriflich per Einschreiben.

Etienne777
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Re: Mietmangel und Auszug!

Beitrag von Etienne777 »

Fristen müssen, um wirksam gesetzt zu sein,

1.) angemessen sein

2.) zu einem kalendermäßig bestimmten Datum ablaufen.

Also setzt man eine Frist nicht mit der Angabe "2 Wochen", sondern z. B. mit "bis 25.03.2019". Ob hier 2 Wochen angemessen wären, steht auf einem anderen Blatt, denn es ist durch den Bauboom aktuell sehr schwierig bis unmöglich, Handwerker so kurzfristig zu gewinnen. In vielen Bauhandwerken sind die Firmen auf Monate ausgebucht.
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