§823 BGB ...

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Baumschubser
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§823 BGB ...

Beitrag von Baumschubser » 12.03.19, 06:40

... regelt die Pflicht zur Leistung eines Schadenersatzes im Falle einer vorsätzlichen oder fahrlässigen Beschädigung des Eigentums Dritter. Dieses Bedeutet doch im Umkehrschluss, dass ich alles Beschädigen kann, zumindestens das Risiko eines Schadens billigend in Kauf nehmen kann, solange ich es mir nur leisten kann.
Zum Beispiel : "Ich lege Dachziegel auf das Dach und behaupte das Dach sei gedeckt - wenn die Ziegel herrunterfallen ist mir das herzlich egal, dann bezahle ich halt den Schaden."
Hat der Gesetzgeber gegen dieses Prinzip einen Riegel eingebaut, den er vorschieben kann? Falls ja, welchen?
Danke für Eure Antworten, Grüße vom Baumschubser.

SusanneBerlin
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Re: §823 BGB ...

Beitrag von SusanneBerlin » 12.03.19, 07:19

Dieses Bedeutet doch im Umkehrschluss, dass ich alles Beschädigen kann, zumindestens das Risiko eines Schadens billigend in Kauf nehmen kann, solange ich es mir nur leisten kann.
Dummheit ist zwar nicht strafbar, aber Sachbeschädigung.
Grüße, Susanne

hambre
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Re: §823 BGB ...

Beitrag von hambre » 12.03.19, 07:52

Der § 823 BGB regelt lediglich die Schadenersatzansprüche. Die strafrechtliche Seite findet man im StGB.
Dummheit ist zwar nicht strafbar,
Doch, wenn jemand dadurch verletzt wird, dann handelt es sich um fahrlässige Körperverletzung (§ 229 StGB).

ktown
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Re: §823 BGB ...

Beitrag von ktown » 12.03.19, 08:35

hambre hat geschrieben:Der § 823 BGB regelt lediglich die Schadenersatzansprüche. Die strafrechtliche Seite findet man im StGB.
Dummheit ist zwar nicht strafbar,
Doch, wenn jemand dadurch verletzt wird, dann handelt es sich um fahrlässige Körperverletzung (§ 229 StGB).
Warum ist es fahrlässige Körperverletzung, wenn man sich dabei verletzt? :wink:
Alles, was ich schreibe, ist meine private Meinung.

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SusanneBerlin
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Re: §823 BGB ...

Beitrag von SusanneBerlin » 12.03.19, 08:48

@ktown: Hat Ihnen im RL schon mal jemand (also jemand anders, nicht Sie selber) gesagt, dass Ihre "witzigen" Zwischenbemerkungen nicht lustig sind, oder gehen Sie dieser Gewohnheit nur online nach?
Grüße, Susanne

ktown
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Re: §823 BGB ...

Beitrag von ktown » 12.03.19, 08:55

SusanneBerlin hat geschrieben:@ktown: Hat Ihnen im RL schon mal jemand (also jemand anders, nicht Sie selber) gesagt, dass Ihre "witzigen" Zwischenbemerkungen nicht lustig sind, oder gehen Sie dieser Gewohnheit nur online nach?
Na es ist doch schon einmal gut, dass es als Witz erkannt wurde.
Ansonsten sollte man manche Dinge auch sportlich nehmen. Auch ich habe schon so einige Male Formulierungen benutzt die in zwei Richtungen verstanden werden konnten.
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cmd.dea
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Re: §823 BGB ...

Beitrag von cmd.dea » 25.03.19, 08:29

Baumschubser hat geschrieben:Dieses Bedeutet doch im Umkehrschluss, dass ich alles Beschädigen kann, zumindestens das Risiko eines Schadens billigend in Kauf nehmen kann, solange ich es mir nur leisten kann.
§ 823 BGB ist eine Norm des Zivilrechts und dort konkret des Schadensrechts. Dessen Zweck besteht darin, eingetretene Schäden und hiermit verbundene Vermögenseinbußen einen wirtschaftlichen Ausgleich zuzuführen. Nicht mehr und nicht weniger.
Zum Beispiel : "Ich lege Dachziegel auf das Dach und behaupte das Dach sei gedeckt - wenn die Ziegel herrunterfallen ist mir das herzlich egal, dann bezahle ich halt den Schaden."
Das ist möglich, birgt aber zumindest das Risiko nicht nur einer fahrlässigen Körperverletzung wenn nicht gar Tötung. Wenn demjenigen die möglichen Konsequenzen seiner Tat bewusst sind (was hier nicht so fernliegt), kommt sogar billgendes in Kauf nehmen und damit bedingter Vorsatz zu Sachbeschädigung, Körperverletzung und Totschlag in Betracht (ob und wie das nachgewiesen wird, ist natürlich eine andere Frage, wird aber bei - wie hier wohl angenommen - mehrfachen Handelns schnell in Betracht kommen).
Hat der Gesetzgeber gegen dieses Prinzip einen Riegel eingebaut, den er vorschieben kann? Falls ja, welchen?
Was meinen Sie konkret mit "Riegel"?

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