Bzgl der Selbstständigkeit als Nebenerwerb - Beratung durch

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linlin
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Bzgl der Selbstständigkeit als Nebenerwerb - Beratung durch

Beitrag von linlin » 24.04.19, 17:08

Hallo liebe Community, sind denn bei der Einschätzung der Situation in selbständigen Tätigkeit (neben dem Angestelltenverhältnis) noch anfänglich extra Gespräche mit der Krankenkasse - bezüglich der Einschätzung und Radierung dir die Krankenkasse sinnvoll. Es geht hier um die Einschätzung und Veranschlagung bzgl der Beiträge

FM
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Re: Bzgl der Selbstständigkeit als Nebenerwerb - Beratung du

Beitrag von FM » 24.04.19, 17:42

linlin hat geschrieben:Hallo liebe Community, sind denn bei der Einschätzung der Situation in selbständigen Tätigkeit (neben dem Angestelltenverhältnis) noch anfänglich extra Gespräche mit der Krankenkasse - bezüglich der Einschätzung und Radierung dir die Krankenkasse sinnvoll. Es geht hier um die Einschätzung und Veranschlagung bzgl der Beiträge
Noch mal auf Deutsch? Was radiert die Kasse?

linlin
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Re: Bzgl der Selbstständigkeit als Nebenerwerb - Beratung du

Beitrag von linlin » 27.04.19, 10:34

hallo FM


vorweg ein großes Sorry für den kaum lesbaren bzw. schwer verständlichen Text. Hab das auf dem Handy in Eile getippt - und das Autokorrektursystemen
hat daraus dann das gemacht was schwer verständlich ist.

es geht um die Frage nach dem Sich-Selbständig-Machen - bei gleichzeitiger Beibehaltung eines Angestellten-Verhältnisses.
Die Frage ist die - ob denn in dem Eintaxieren u. Einordnen in die ein oder andere Klasse oder sagen wir besser "kategorie" bei der Versicherung man vorab mit der 'Kasse
sprechen soll...

Die Frage ist die: ist die Einstufung denn eine Frage der Darstellung u. der Deklarierung - dessen wie viele stunden man selbstständig arbeitet in der Woche!?

vgl zum gesamten Zusammenhang:

Der Link zu einem verwandten Thread: viewtopic.php?f=34&t=282369

- Wenn man als hauptberuflich Selbständig eingestuft werden, zahlt man mindestens den Mindestbeitrag.
- Wenn man als nebenberuflich selbständig eingestuft werden, zahlt man wie bisher nur die Arbeitnehmeranteile aus der sozialversicherungspflichtigen Angestelltentätigkeit, die der Arbeitgeber an die Sozialversicherungen abführt.

und du, FM schreibst hierzu folgendes:

Zur Definition der Hauptberuflichkeit gibt es schon lange "Grundsätzliche Hinweise zum Begriff der hauptberuflich selbstständigen Erwerbstätigkeit vom 23. Juli 2015" des GKV-Spitzenverbandes, die allerdings nicht verbindlich und in vielen Punkten wenig überzeugend sind, teils auch der Rechtsprechung widersprechen.

Die Problematik, dass bei Pflichtversicherten weniger Einkommen mit Beiträgen belastet wird als bei freiwillig Versicherten, ist allgemeiner. Da die Kranken- und Pflegeversicherung sich anders als die Arbeitslosen- und Rentenversicherung nicht ein bestimmtes Einkommen versichern sondern die Person, wäre auch bei Pflichtversicherten die Erfassung des gesamten Einkommens notwendig, ähnlich wie beui der Einkommensteuer. Bei Rentnern geschieht das teilweise. Aber es gab auch den Fall des Studenten, der ein Modehaus mit etlichen Angestellten geerbt hatte als Alleineigentümer. Weil er selbst nicht da arbeitete (also nicht erwerbstätig war), konnte er weiterhin zum billigen Studententarif versichert sein.

Das verzerrt auch den Wettbewerb: wer an der Volkshochschule mit Honorarvertrag unterrichtet und davon überwiegend lebt, muss volle Beiträge bezahlen. Wer einen anderen Hauptberuf hat und es nebenbei macht, kann die Preise unterbieten.


Zusammenfassend: die Frage geht nach der Unterscheidung in Selbstständig bzw. dem Grad einer Beschäftigung im Angestelltenverhältnis neben einer Selbstständigkeit. Es gibt ja auch die Formen von Selbstständigkeit wie z.B. Selbstständig und daneben noch 50 bis 80 oder noch mehr Prozent im Angestelltenverhältnis.

in diesem Sinne hat man ja bisher immer die folgende Unterscheidung aufgemacht:

- Wenn man als hauptberuflich Selbständig eingestuft werden, zahlt man mindestens den Mindestbeitrag.
- Wenn man als nebenberuflich selbständig eingestuft werden, zahlt man wie bisher nur die Arbeitnehmeranteile aus der sozialversicherungspflichtigen Angestelltentätigkeit, die der Arbeitgeber an die Sozialversicherungen abführt.

Die Frage ist jetzt diese - Es ist mitnichten so, dass jetzt diesbezüglich __nicht mehr__ unterschieden wird!? Ist es demzufolge dann also immer noch relevant, ob jemand

nebenberuflich selbständig eingestuft wird; oder ...
hauptberuflich Selbständig eingestuft wird;

In diesem Zusammenhang hat man ja dann bisher auch eine Gewichtung vorgenommen: Für die Gewichtung zwischen selbständiger und nichtselbständiger Tätigkeit war das Arbeitseinkommen relevant,
für die Beitragsbemessung dann aber auch andere Einkommensarten. vgl. § 2 EStG zur Definition der Begriffe und § 15 SGB IV zur Anwendung im SV-Recht.
Die Meinung des GKV-Spitzenverbandes, auch bei 30 Std./Woche könne noch Nebenberuflichkeit vorliegen, galt bis dato zumindest als relativ gewagt:

Zitat: wann eine hauptberuflich selbständige Erwerbstätigkeit nach einer der genannten Vorschriften vorliegt, hatte der Senat bisher nicht zu entscheiden. Im Sinne des § 240 Abs 4 Satz 2 SGB V ist sie in der Regel jedenfalls dann gegeben, wenn die selbständige Erwerbstätigkeit mehr als halbtags ausgeübt wird.

vgl. auch hierzu: https://www.prinz.law/urteile/bundessoz ... 1994-01-10


Also FM - ich denke und hoffe dass es mitr gelungen ist, deutlich zu machen worum es geht: es geht um die Frage nach dem Sich-Selbständig-Machen - bei gleichzeitiger Beibehaltung eines Angestellten-Verhältnisses. Die Frage ist die - ob denn in dem Eintaxieren u. Einordnen in die ein oder andere Klasse oder sagen wir besser "kategorie" bei der Versicherung man vorab mit der 'Kasse sprechen soll...

Gibt es denn hier Spielräume - gibt es hier moegliche Verhandlungen - so dass man eben dann so eingestuft wird wie es einem günstig scheint?

-Aufs Ganze gesehen:
Vielen Dank nochmals für Eure Beiträge u. für dieses tolle Forum.

Viele Grüße linlin

FM
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Re: Bzgl der Selbstständigkeit als Nebenerwerb - Beratung du

Beitrag von FM » 27.04.19, 11:36

Die Krankenkassen haben dazu meist vorgefertigte Fragebögen, die sie dem Versichertem zusenden. Aber wie das bei Fragebögen so ist, passen sie oft nicht wirklich für die individuelle Situation. Deshalb kann es durchaus sinnvoll sein, der Krankenkasse den Sachverhalt ausführlicher zu schildern. Das kann man in Form von "Sprechen" machen, ich würde aber schriftlich bevorzugen.

Übrigens ist die erste Anlaufstelle der Arbeitgeber, denn der muss entscheiden, ob er seinen Beschäftigten von der GKV und SPV abmeldet bzw. gar nicht erst anmeldet. Deshalb muss auch der Beschäftigte seinem Arbeitgeber entsprechende Auskünfte erteilen, § 28o SGB IV. Entscheidungsbefugt ist aber die Krankenkasse als Einzugsstelle (§ 28h SGB IV). Sie kann auch zu einem anderen Ergebnis kommen als der Arbeitgeber. Ist der Versicherte anderer Meinung als der Arbeitgeber, kann er dies der Einzugsstelle mitteilen und somit eine Überprüfung veranlassen. Gegen den Bescheid der Einzugsstelle können sowohl der Arbeitgeber als auch der Versicherte Widerspruch erheben und klagen (und der jeweils andere ist zu beteiligen).

linlin
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Re: Bzgl der Selbstständigkeit als Nebenerwerb - Beratung du

Beitrag von linlin » 27.04.19, 22:25

hallo u. guten Abend FM

Vielen Dank für die rasche Antwort mit den vielen Informationen. Das ist alles sehr sehr hilfreich.

VG LinLin

linlin
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Re: Bzgl der Selbstständigkeit als Nebenerwerb - Beratung durch

Beitrag von linlin » 27.08.19, 19:35

hallo und guten Abend,

nun noch eine kleine Frage am Rande _ diese dient zur Bewertung des Ganzen: es wird hier alles konkreter - und die Gespräche auf Firmenebene sind auch schon angelaufen.


ich will das nach der Lean-Startup-Methode gründen. (vgl. Eric Ries - Lean Startup)
Bei der Lean-Startup-Methode geht es darum, mit möglichst schlanken Prozessen einen Produkt-Launch zu starten. Anstelle einer langen Konzipierung ist das Ziel, so schnell wie möglich einen Prototyp ("minimum viable product") oder eine Beta-Version an den Markt zu bringen. Der Produktzyklus - der soll so kurz wie nur möglich gehalten werden, sodass mithilfe des Kundenfeedbacks schnell auf Wünsche oder Änderungen reagiert werden kann. Der Grundgedanke des Lean Startup Ansatzes ist es kleine Produktinkremente zu entwickeln, diese (potentiellen) Kunden zur Verfügung zu stellen und das Feedback in die weitere Entwicklung einfließen zu lassen. Damit erreicht man eine frühe Evaluierung der Ideen und eine konsequente Orientierung am Markt.
Was hieraus sich für den atuellen Thread und für diese hier diskutierten Dinge ggf. relevant und interessant werden koennte ist der Umstand dass ich das Projekt in den ersten 6 bis 8 Mon praktisch als non-profit Projekt betreibe. Also
Anmeldung bei der IHK und Entrag im Handelsregister - mithin eine volle Gründung einer UG - aber im Verfahren u. im Verlauf der nächsten 6 bis 8 Monate will ich - mit dieser Anmeldung u. Firmierung kein Geld verdienen .

Frage: spielt dies denn dann bei den o.g. Fragen eine Rolle - etwa auch in der Bewertung durch die Sozialgesetzgebung u. in der Bewertung durch die Krankenkasse!?

Der Begriff Lean-Startup stammt aus dem englischen Sprachraum, wobei „Lean“ mit „schlank“ ins Deutsche übersetzt werden kann. Der Lean-Startup-Ansatz beschreibt eine Unternehmensgründung oder auch einen Produkt-Launch, bei dem mit möglichst wenig Kapital ein erfolgreiches Unternehmen gegründet werden kann. Der Fokus liegt hierbei nicht etwa auf einer langen Vorab-Planung, sondern vielmehr auf Learning-by-doing durch das frühzeitige „An den Markt bringen“ des Produktes oder der Dienstleistung. Die Elemente der Lean-Startup-Theorie sind hierbei der interaktive Produkt-Launch, ein sehr kurzer Produktentwicklungs-Zyklus und, als wichtiges Element, das Kunden-Feedback. Das Feedback zu dem jungen Produkt ermöglicht das messbare Lernen bezüglich der Kundenwünsche und der Bedürfnisse des Marktes. Die gewonnenen Erkenntnisse führen dann wiederum zu einem weiteren Produktentwicklungs-Zyklus. Doch was genau beinhaltet der inzwischen populäre Begriff Lean-Startup eigentlich genau und woher stammt er?

Freue mich, wenn hier nochmals einer reinguckt und ggf. noch einen Tipp geben kann.

Vielen Dank schon jetzt - und viele Grüße

linlin

SusanneBerlin
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Re: Bzgl der Selbstständigkeit als Nebenerwerb - Beratung durch

Beitrag von SusanneBerlin » 27.08.19, 20:13

Sie holen in Ihren Beiträgen immer unnötig weit aus um einen (rechtlich gesehen) trivialen Sachverhalt zu schildern. Vielleicht wären Sie mit einem Gründerforum, wo man sich für solche Details interessiert, besser bedient.

Ob man nach dem "Lean"-Konzept gründet oder nach einem anderen, interessiert weder die Krankenkasse noch das Finanzamt.

Dass in ein Start-up in den ersten Jahren mehr Geld reingesteckt wird als Gewinn rauskommt, ist (auch für das Finanzamt!) ein bekanntes und übliches Phänomen, das keiner Erklärung bedarf.

Solange die Angestelltentätigkeit der Hauptberuf ist und mit der UG kein Gewinn erwirtschaftet wird, fallen für die selbständige Tätigkeit weder Steuern, noch Sozialversicherungsbeiträge an.
Grüße, Susanne

ktown
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Re: Bzgl der Selbstständigkeit als Nebenerwerb - Beratung durch

Beitrag von ktown » 27.08.19, 20:19

Da hier eh keine Rechtsberatung erlaubt ist, mache ich hier zu.
Alles, was ich schreibe, ist meine private Meinung.

Gesetze sind eine misslungene Kreuzung aus dem Alphabet und einem Labyrinth.
"Durch Heftigkeit ersetzt der Irrende, was ihm an Wahrheit und an Kräften fehlt" Zitat Goethe

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