Ersatz nach Paketverlust

Transportrecht, Speditionsrecht, Gefahrgut-Transportrecht, Versandrecht

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MarkusToe
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Ersatz nach Paketverlust

Beitrag von MarkusToe » 30.04.19, 14:29

Der Dienstleister A hat ein Paket verloren, Wert 490 EUR
Versand war versichert.
A hat Eidesstattliche Versicherung verlangt und bekommen, Paket nicht da.
A hat zugegeben Paket nicht auffindbar
Jetzt sind trotz Fristsetzung wieder 2 Wochen ins Land gegangen.... Nichts...
Man bekommt nur den Kundenservice ans Telefon, an die angeblich vorhandene Versicherung
Wird man nicht durchgestellt.

Reichen die 2 Wochen als Frist oder muss noch eine neue gesetzt werden mit Androhung Anwalt?
Gruß Markus

FM
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Re: Ersatz nach Paketverlust

Beitrag von FM » 30.04.19, 15:43

Zwei Wochen sind jetzt nicht gerade fürchterlich lang.

Falls eine Frist festgelegt ist, dürfte diese in den AGB zu finden sein. Muss man halt nachschauen, die müssen ja spätestens bei Aufgabe des Paketes zugänglich sein.

ktown
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Re: Ersatz nach Paketverlust

Beitrag von ktown » 30.04.19, 15:49

Wenn man bedenkt, dass Ostern noch dazwischen war, dann sind 2 Wochen sehr wenig.
Alles, was ich schreibe, ist meine private Meinung.

Gesetze sind eine misslungene Kreuzung aus dem Alphabet und einem Labyrinth.
"Durch Heftigkeit ersetzt der Irrende, was ihm an Wahrheit und an Kräften fehlt" Zitat Goethe

MarkusToe
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Re: Ersatz nach Paketverlust

Beitrag von MarkusToe » 30.04.19, 16:44

In den AGB steht nichts dazu...
Schaden anerkannt... 13.4. ....
Dann funkstille....

cherokee
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Re: Ersatz nach Paketverlust

Beitrag von cherokee » 02.05.19, 07:51

Auf was wartet man denn jetzt? Der Verlust wurde anerkannt, jetzt fordert man den Schaden ersetzt. Da muss man sich nicht erst an die Versicherung wenden. Man setzt den Paketdienstleister per Einwurfeinschreiben in Verzug. Danach, wenn nicht weiter passiert, übergibt man den Fall einem versierten RA und muss sich damit nicht mehr rumärgern.

MarkusToe
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Re: Ersatz nach Paketverlust

Beitrag von MarkusToe » 06.05.19, 14:56

Jetzt wollen die eine EK Rechnung von mir als Versender haben..

Das kann denen doch Wurst sein wofür ich Sachen eingekauft habe die ich wieder privat verkaufe....

Bin ich als Privatverkäufer hier überhaupt zuständig?, Muss den ganzen Schmus nicht der Empfänger machen?

ktown
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Re: Ersatz nach Paketverlust

Beitrag von ktown » 06.05.19, 15:05

MarkusToe hat geschrieben:Das kann denen doch Wurst sein wofür ich Sachen eingekauft habe die ich wieder privat verkaufe....
dann sind sie kein Privater Verkäufer mehr.
MarkusToe hat geschrieben:Bin ich als Privatverkäufer hier überhaupt zuständig?
Wer hat den Dienstleister beauftragt?
MarkusToe hat geschrieben:Muss den ganzen Schmus nicht der Empfänger machen?
Nö.
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MarkusToe
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Re: Ersatz nach Paketverlust

Beitrag von MarkusToe » 06.05.19, 18:57

ktown hat geschrieben:
MarkusToe hat geschrieben:Das kann denen doch Wurst sein wofür ich Sachen eingekauft habe die ich wieder privat verkaufe....
dann sind sie kein Privater Verkäufer mehr..
??? Wie. Ich kann mir doch etwas kaufen und dann wieder verkaufen ohne Händler zu sein....
ktown hat geschrieben:
MarkusToe hat geschrieben:Bin ich als Privatverkäufer hier überhaupt zuständig?
Wer hat den Dienstleister beauftragt
Versand habe ich gemacht

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Re: Ersatz nach Paketverlust

Beitrag von ktown » 06.05.19, 19:41

Typische Anzeichen für einen gewerblichen Handel:

• Sie kaufen Artikel, um Sie wieder zu verkaufen.
ist zwar nur Einer. Aber ruckzuck kommt das Eine zum Anderen. :wink:
und zwischen
MarkusToe hat geschrieben: ??? Wie. Ich kann mir doch etwas kaufen und dann wieder verkaufen ohne Händler zu sein....
und
MarkusToe hat geschrieben: Das kann denen doch Wurst sein wofür ich Sachen eingekauft habe die ich wieder privat verkaufe....
ist meines Erachtens ein himmelweiter Unterschied.
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cherokee
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Re: Ersatz nach Paketverlust

Beitrag von cherokee » 07.05.19, 07:21

Der Schaden der entstanden ist ist nunmal nur der EK einer Sache, nicht der Mehrwert, für den man eine Sache eventuell "privat" verkauft hat. ;-) selbst als Händler bekommt man nur den EK und nicht den entgangenen Gewinn.

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Re: Ersatz nach Paketverlust

Beitrag von MarkusToe » 07.05.19, 08:58

Ich denke wir reden hier von einem Versandgeschäftnach nach 447 BGB.

Da geht die Ware und damit alles weitere an den Käufer über nach Übernahme der Ware durch den Versanddienstleister...
Oder wurde ich hier falsch informiert?

ktown
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Re: Ersatz nach Paketverlust

Beitrag von ktown » 07.05.19, 09:10

Die Schwierigkeit hier ist, dass rein aus dem Vertrag Verkäufer vs. Käufer nur der Käufer einen Schaden hat. Dieser hat aber kein Vertrag mit dem Dienstleister und kann daher nichts von diesem fordern. Der Verkäufer müsste seine Ansprüche an den Käufer abtreten.
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Re: Ersatz nach Paketverlust

Beitrag von Froggel » 07.05.19, 12:14

MarkusToe hat geschrieben:Ich denke wir reden hier von einem Versandgeschäftnach nach 447 BGB.
Es gibt den Gefahrenübergang des Verlustes auf den Käufer nur dann, wenn es sich wirklich um einen Privat- und nicht um einen Gebrauchsgüterkauf eines Käufers von einem Unternehmen handelt. Die Grenzen sind da nicht so leicht zu ziehen, wie man (als Verkäufer) vielleicht meint. Und wenn der Anschein erweckt wird, dass es sich um einen gewerblichen Verkauf handelt, weil der Verkäufer schon mehrere Artikel selbst erworben und dann wieder mit Gewinn verkauft hat, geht die Haftung automatisch auf den Verkäufer über. Wobei nicht einmal eine Gewinnerzielungsabsicht für einen gewerblichen Verkäufer sprechen muss, sondern schon rein die Anzahl und/oder Art und Weise der Waren, die verkauft werden. Vor Gericht hätte der Verkäufer dann eher schlechte Karten, will er sich auf Privatverkauf berufen.

Einmal abgesehen davon hat ktown damit recht, dass Ansprüche an das Versandunternehmen nur der Versender anmelden kann. Die Abtretung der Ansprüche gegen den Versender ist für den privaten Verkäufer eine vertragliche Nebenpflicht, wenn der Käufer nicht anders an sein Geld herankommt. In dem Fall kann er ja nachweisen, wie viel er für die Ware bezahlt hat. Damit wäre diese Summe vom Versandunternehmen zu ersetzen.
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