Rüpel im Strassenverkehr

Straftaten und Ordnungswidrigkeiten, Straf- und Ordnungswidrigkeitenverfahren

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Zafilutsche
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Rüpel im Strassenverkehr

Beitrag von Zafilutsche » 25.06.19, 12:05

Gestern fuhr ein E-Bike Fahrer mit geschätzten 40 bis 45 km/h durch einen verkehrsberuhigten Bereich. (also statt der Schrittgeschwindigkeit!)
Mal davon abgesehen, dass Radfahrer nur ganz selten von der Polizei angehalten werden, aber was würde dem Radler bei einer Radarmessung drohen? Ein Fahrverbot wäre als Sanktionsmöglichkeit doch verwehrt?
Unerkannt wäre der doch im wahrsten Sinne über alle Berge entkommen!
Unser Verkehrsminister möchte gerne noch mehr Rechte für Radfahrer einräumen, aber sieht die Wahrheit nicht so aus, dass schon heute ständig die Radfahrer sich an keine Regel halten?
Bei rot über die Ampel. Stoppschilder sind nur für Autofahrer. Verkehrte Strassenseite wird ständig benutzt. Mit dem Handy in der einen Hand wird gefahren und Ampelkreuzungen sind immer bei Rotlicht zu kreuzen.
(Und wehe einer sagt was:).
Warum gibt es keine Registrierungs- und Kennzeichnungspflicht für Fahrräder/E-Bikes?
Ferner warum zahlen die keine Steuern/Pflichtversicherungsbeiträge? Immerhin sind der Bau und die Unterhaltung eines Radwegenetzes mit Kosten verbunden. Wer wenn nicht die Radfahrer soll das bezahlen?
Vielleicht ein Fahrrad pickerl?

SusanneBerlin
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Re: Rüpel im Strassenverkehr

Beitrag von SusanneBerlin » 25.06.19, 12:23

Ein Fahrverbot wäre als Sanktionsmöglichkeit doch verwehrt?
Warum nicht? Würde sich aber nur auf Fahrzeuge beziehen, für die man eine Fahrerlaubnis benötigt.

Ein "Verbot des Fahradfahrens" (mit/ohne elekrische Unterstützung) ist derzeit nicht möglich.
Bei rot über die Ampel. Stoppschilder
Dafür können auch Radfahrer mit einem Bußgeld sanktioniert werden und in größeren Städten wird das auch regelmäßig gemacht.
Zuletzt geändert von SusanneBerlin am 25.06.19, 12:26, insgesamt 1-mal geändert.
Grüße, Susanne

Froggel
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Re: Rüpel im Strassenverkehr

Beitrag von Froggel » 25.06.19, 12:26

Zafilutsche hat geschrieben:
25.06.19, 12:05
Gestern fuhr ein E-Bike Fahrer mit geschätzten 40 bis 45 km/h durch einen verkehrsberuhigten Bereich. (also statt der Schrittgeschwindigkeit!)
Rechtlich gesehen dürfen Motoren die Bikes nur bis 25 km/h unterstützen. Alles, was darüber ist, fährt der Fahrer also selbst, dementsprechend könnte das also auch ein normaler Radfahrer sein, der den Motor nicht beansprucht und damit trotzdem zu schnell fährt. Eine Gefährdung durch einen Radfahrer, der mit unangepasster Geschwindigkeit fährt, kann ihn 30 Euro kosten.
Zafilutsche hat geschrieben:
25.06.19, 12:05
aber sieht die Wahrheit nicht so aus, dass schon heute ständig die Radfahrer sich an keine Regel halten?
Zu verallgemeinernd. Oft verhalten sich Radfahrer so, wie sie sich auch als Autofahrer verhalten, d.h. dass sie oftmals auch als Autofahrer noch bei rot rüberfahren, obwohl sie hätten bremsen können, dass sie an Stoppschildern nicht halten und auch mit dem Handy in der Hand telefonieren, obwohl heute die Möglichkeit besteht, eine Freisprechanlage zu nutzen. Das ist alles Fehlverhalten, das ich täglich im Straßenverkehr beobachten kann. Ich kann nicht behaupten, dass Radfahrer im Allgemeinen da viel schlimmer sind. Sie sind nur einfach schwerer zu kriegen.
Zafilutsche hat geschrieben:
25.06.19, 12:05
Ferner warum zahlen die keine Steuern/Pflichtversicherungsbeiträge? Immerhin sind der Bau und die Unterhaltung eines Radwegenetzes mit Kosten verbunden.
Weil die Schädigungen durch Radfahrer erheblich geringer sind als die von Autos verursachten. Je mehr Autofahrer ihren Wagen stehen lassen und mit dem Rad fahren, desto weniger Umweltbelastung entsteht, die teuer beseitigt werden muss. Dementsprechend ist der Ausbau eines guten Radwegenetzes eine Sache, von der alle profitieren (auch diejenigen, die sich über Fahrradrüpel im Straßenverkehr beschweren :wink: )
Ich bin kein Jurist.
- alle Angaben ohne Gewähr -

SusanneBerlin
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Re: Rüpel im Strassenverkehr

Beitrag von SusanneBerlin » 25.06.19, 12:36

Zafilutsche hat geschrieben:Bei rot über die Ampel. Stoppschilder. Verkehrte Strassenseite wird ständig benutzt.
Dafür können auch Radfahrer mit einem Bußgeld sanktioniert werden und in größeren Städten führt die Verkehrsüberwachung auch regelmäßig Aktionen gegen Radfahrer durch.

Beispiele:
https://www.rbb24.de/panorama/beitrag/2 ... eger-.html

https://taz.de/!5123324/?goMobile2=1557792000000

https://www.sueddeutsche.de/muenchen/ra ... -1.4451451

https://m.faz.net/aktuell/rhein-main/fr ... 04571.html

https://www.merkur.de/bayern/meta-radfa ... 99084.html
Grüße, Susanne

winterspaziergang
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Re: Rüpel im Strassenverkehr

Beitrag von winterspaziergang » 25.06.19, 12:52

Froggel hat geschrieben:
25.06.19, 12:26
Oft verhalten sich Radfahrer so, wie sie sich auch als Autofahrer verhalten, d.h. dass sie oftmals auch als Autofahrer noch bei rot rüberfahren, obwohl sie hätten bremsen können, dass sie an Stoppschildern nicht halten und auch mit dem Handy in der Hand telefonieren, obwohl heute die Möglichkeit besteht, eine Freisprechanlage zu nutzen. Das ist alles Fehlverhalten, das ich täglich im Straßenverkehr beobachten kann. Ich kann nicht behaupten, dass Radfahrer im Allgemeinen da viel schlimmer sind. Sie sind nur einfach schwerer zu kriegen.
Etwas verharmlosend beschrieben. Zum Glück sieht man nur selten Autofahrer, die bei deutlich rot, während alle anderen Verkehrsteilnehmer an der Ampel stehen bleiben, rechts/links vorbei über rot und munter über die Kreuzung fahren, selten, dass sie an Stoppschildern nicht halten, obwohl die Straße stark frequentiert ist und einfach weiterfahren, eben jene Kreuzung bei rot befahren, während die fahrberechtigten Fahrzeuge die Straße befahren usw.

Radfahrer (nicht alle, aber allgemein) missachten viel deutlicher Verkehrsregeln und sind nicht schwerer zu kriegen. Es passiert ihnen trotz schlimmerem Ignorieren von Verkehrsregeln nichts, weil die Autofahrer auf sie achten und die Missachtung der Regeln durch Radfahrer tolerieren müssen (man kann ja schlecht nicht abbremsen, auch wenn da ein I... meint, er müsse trotz rot und anfahrender Autos betont locker über die Kreuzung fahren)

Townspector
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Re: Rüpel im Strassenverkehr

Beitrag von Townspector » 25.06.19, 13:14

Die wenigsten Radfahrer sind sich zudem der Tatsache bewusst, dass ihre Sterblichkeitsrate im Geschwindigkeitsbereich zwischen 20 und 40 km/h mangels externer Knautschzone unwesentlich höher :ironie: liegt als die eines Autofahrers.
Gedenksignatur - Gewidmet dem unbekannten Anwalt
In dankbarer Erinnerung an all jene namenlosen, stets laut angekündigten Rechtsvertreter,
die jedoch heldenhaft nie in meinem Dienstzimmer erschienen sind oder tapfer nichts von sich hören ließen.

hawethie
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Re: Rüpel im Strassenverkehr

Beitrag von hawethie » 25.06.19, 14:46

Ein Fahrverbot wäre als Sanktionsmöglichkeit doch verwehrt?
Warum nicht? Würde sich aber nur auf Fahrzeuge beziehen, für die man eine Fahrerlaubnis benötigt.
Ein FV gibt es mW nur, wenn die OWi mit einem Kfz begangen wurde...
Was du nicht willst, das man dir will, das will auch nicht -
was willst denn du.

SusanneBerlin
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Re: Rüpel im Strassenverkehr

Beitrag von SusanneBerlin » 25.06.19, 15:26

hawethie hat geschrieben:
25.06.19, 14:46
Ein Fahrverbot wäre als Sanktionsmöglichkeit doch verwehrt?
Warum nicht? Würde sich aber nur auf Fahrzeuge beziehen, für die man eine Fahrerlaubnis benötigt.
Ein FV gibt es mW nur, wenn die OWi mit einem Kfz begangen wurde...
Da ich einmal von einem Fall von Entziehung der Fahrerlaubnis wegen mehrfacher Benutzung des Fahrrads (und dabei Erwischtwerden) mit > 1,6 Promille gehört habe, dachte ich ein FV wäre ebenfalls möglich.

Aber Sie haben recht, beim FV (§ 25 StVG) geht es immer um die "Verletzung der Pflichten eines Kraftfahrzeugführers".
Grüße, Susanne

fodeure
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Re: Rüpel im Strassenverkehr

Beitrag von fodeure » 25.06.19, 18:35

SusanneBerlin hat geschrieben:
25.06.19, 12:23
Ein "Verbot des Fahradfahrens" (mit/ohne elekrische Unterstützung) ist derzeit nicht möglich.
Doch, ist es und hat es auch schon gegeben.

SusanneBerlin
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Re: Rüpel im Strassenverkehr

Beitrag von SusanneBerlin » 25.06.19, 19:01

Zafilutsche hat geschrieben:Mal davon abgesehen, dass Radfahrer nur ganz selten von der Polizei angehalten werden,
Wie oft hat man denn als Autofahrer/Kradfahrer von einem mobilen Blitzer zu tun? Wo sich die fest aufgestellten Blitzer befinden erfährt man im Internet und über mobilen Blitzer informieren die privaten Radiosender.
Grüße, Susanne

FM
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Re: Rüpel im Strassenverkehr

Beitrag von FM » 25.06.19, 19:29

Zafilutsche hat geschrieben:
25.06.19, 12:05
Warum gibt es keine Registrierungs- und Kennzeichnungspflicht für Fahrräder/E-Bikes?
Ferner warum zahlen die keine Steuern/Pflichtversicherungsbeiträge? Immerhin sind der Bau und die Unterhaltung eines Radwegenetzes mit Kosten verbunden. Wer wenn nicht die Radfahrer soll das bezahlen?
Vielleicht ein Fahrrad pickerl?
Weil es dafür keine Rechtsgrundlage gibt. Alleine der Umstand dass andere Bürger sich darüber ärgern dass dem so ist reicht nicht für eine Besteuerung und Registrierung aus. Übrigens, das Kostenargument gilt auch für Fußgänger.

Natürlich kann der Bundestag das ändern. Und da er die Volksvertretung ist, kann man das auch fordern. Z.B. indem man sich an den Petitionsausschuss wendet oder an Fraktionen oder an einzelne Abgeordnete, z.B. die des eigenen Wahlkreises. Man kann den Abgeordneten und Parteien auch damit drohen, dass man sie nicht wählen wird, falls sie der Forderung nicht nachkommen.

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Re: Rüpel im Strassenverkehr

Beitrag von Zafilutsche » 26.06.19, 08:16

Jetzt hat mich der gleiche E-Biker in der 30er Zone rechts mit seinen 45 Sachen überholt. Natürlich ohne den nötigen Sicherheitsabstand einzuhalten. Ich muß wahrscheinlich noch dankbar sein, dass ich als Autofahrer nicht eine Anzeige bekomme, weil der "Sicherheitsabstand" nicht eingehalten worden ist. :twisted: Dem E-Biker interessiert scheinbar überhaupt nix. Mal fährt er über Gehwege und dann mal quer ne Abkürzung über nen Acker, um dann wieder die Fahrbahn zu kreuzen und das mit nem Affenzahn.
Ich fahre übrigens selbst leidenschaftlich gerne mit dem Rad, aber auf so eine Zunft kann die Radfahrgemeinde getrost verzichten.
Vielleicht sollte ich auch E-bike technisch aufrüsten und Gas geben, damit mich niemand von hinten überraschen kann. :devil:

Tastenspitz
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Re: Rüpel im Strassenverkehr

Beitrag von Tastenspitz » 26.06.19, 08:27

Ich würde der Sache etwas Zeit geben und auf Darwin setzen.
Wer für generelle Geschwindigkeitsbegrenzungen auf Autobahnen ist, hebe bitte den rechten Fuß.
Für individuelle Rechtsberatung bitte "ALT" und "F4" auf der Tastatur gleichzeitig drücken.

Zafilutsche
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Re: Rüpel im Strassenverkehr

Beitrag von Zafilutsche » 26.06.19, 10:50

Froggel hat geschrieben:
25.06.19, 12:26
Zafilutsche hat geschrieben:
25.06.19, 12:05
Gestern fuhr ein E-Bike Fahrer mit geschätzten 40 bis 45 km/h durch einen verkehrsberuhigten Bereich. (also statt der Schrittgeschwindigkeit!)
Rechtlich gesehen dürfen Motoren die Bikes nur bis 25 km/h unterstützen. Alles, was darüber ist, fährt der Fahrer also selbst, dementsprechend könnte das also auch ein normaler Radfahrer sein, der den Motor nicht beansprucht und damit trotzdem zu schnell fährt.
Hm- da der Verkehrsberuhigte Bereich in einer Steigung war, wird das Gefährt "frisiert" sein (quasi keine Zulassung haben). Zahlt der dann mit seinem Privatvermögen wenn er mich/meinen Wagen rammt?
Würde eine Private Haftpflichtversicherung (sofern er eine besitzen sollte) für ein vom e-Biker verursachten Unfallschaden aufkommen?

windalf
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Re: Rüpel im Strassenverkehr

Beitrag von windalf » 26.06.19, 10:56

Hm- da der Verkehrsberuhigte Bereich in einer Steigung war, wird das Gefährt "frisiert" sein (quasi keine Zulassung haben).
Das dürfte von Fittnesszustand, dem Bike und dem Untergrund abhängen, wie schwierig das nun möglich ist entsprechende Geschwindigkeiten zu erreichen und länger zu halten... Für einen Trainierten ist es kein Problem Geschwindkeiten von 40 km/h über einen langen Zeitraum zu fahren (wenn Fahrrad und Strecke das zulassen). Für einen kürzeren Zeitraum sind auch deutlich höhere Geschwindigkeiten möglich...
...fleißig wie zwei Weißbrote
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Zitat Karsten: Das beweist vor Allem, dass es windalf auch nicht gibt.

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